Der ungebetene Gast

Es war ein schöner Morgen im Juli beim gemütlichen Footing um 6 Uhr als er kam: Unangemeldet und ungebeten – der Schmerz im rechten Schienbein! Zuerst mass ich dem keine grosse Bedeutung bei, dachte, das würde wieder vorbeigehen. Aber leider täuschte ich mich da: Fortan war er da, der Begleiter bei jedem Training. Was tun? Nun ja, Google ist ja häufig Dein Freund, so hab ich ein bisschen gesurft, und bald schon hatte ich den Verdacht, dass die Shin Splints nun auch mich erwischt haben könnten. Noch wollte ich es nicht glauben und probierte es mit einer Woche Trainingspause. Zu meiner grossen Enttäuschung brachte das nichts ausser Frust. So ging ich zum Arzt, der meine Befürchtungen leider bestätigte.  Wie kam es überhaupt dazu? Wohl oder übel muss ich mich an der eigenen Nase nehmen. Übermotiviert habe ich nicht nur meinen Laufstil innert kurzer Zeit verändert, sondern auch gleichzeitig das Lauftraining stark intensiviert, ohne genügend Erholung einzuplanen. Die Quittung? Zweimal wöchentlich darf ich nun in die Physiotherapie, die so richtig an (oder eher über) meine Schmerzgrenze geht. Ach ja, und Jogging ist vorläufig nicht mehr in meinem Trainingsplan!

Beatrice Gruber

Beatrice Gruber

Der Frust ist gross, denn eigentlich bin ich in der Vorbereitung für den Halbmarathon in Luzern, um dort meine Bestzeit zu verbessern. Was tun? Rumsitzen? Unmöglich! Ich brauche die Abwechslung zum stressigen Alltag.
Also suchte ich nach Alternativen, die trotzdem einigermassen Spass machen. Bei gutem Wetter am Wochenende war daseinfach: Mit dem Bike in die entfernte Badi fahren und dort einen Kilometer schwimmen. Aber unter der Woche konnte ich das zeitlich nicht einrichten. Übrig blieben der Gang ins Fitnessstudio und ein forderndes Krafttraining mit der Personaltrainerin. Zu meiner Genugtuung hat dies aber riesigen Spass gemacht. Wir wählten Übungen aus, die das Lauftraining optimal unterstützen: Stabilisation/Propriozeption auf dem Sypoba (das ist das „Wackelbrett“), Rumpftraining (kombiniert mit Pilatesübungen) auf Balancepad, Bosu und Übungen mit dem Medizinball. Nach einer Stunde war ich nicht nur ausgepowered, sondern fühlte mich auch richtig gut! Das Adrenalin aus dem Büroalltag ersetzen durch die Endorphine im Sport – das fühlte sich super an!

So versuche ich weiterhin vernünftig zu sein, vorsichtig mit dem Lauftraining wieder zu beginnen, sobald ich grünes Licht bekomme und hoffen, dass die Verletzung vielleicht sogar einen positiven Effekt hat: Die Ruhepause lässt mich wieder Energie tanken und das Krafttraining unterstützt die Lauftechnik. So werde ich hoffentlich Ende Oktober berichten können, wie sich alles auf meine Laufzeit im Halbmarathon ausgewirkt hat!

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