Warum hat eine Stunde nicht mehr Minuten?

Müsste ich das Verhältnis „Motivation : verfügbare Zeit“ in Prozenten ausdrücken – es wäre etwa 10 : 1. Nebst meiner Rolle als Familienfrau arbeite ich ja auch noch 60 % oder mehr extern. An meinen „arbeitsfreien“ Tagen trainiere ich jeweils morgens – meine Freundinnen wissen inzwischen, dass ich an diesen Tagen Einladungen für gemütliche Kaffeerunden mit Bedauern ausschlage. Trotz minutiöser Tages- und Wochenplanung gibt es aber doch immer wieder Unvorhergesehenes, was unweigerlich zu Terminkollisionen führt. Da ist schwupps eines der Kinder krank, die Schule fällt aus (dann ist die Lehrerin krank) oder andere Mütter haben aus heiterem Himmel (meist telefonisch am Abend vorher angekündigt) externen Kinderbetreuungsbedarf… In solchen Fällen springe ich natürlich ein, was aber wiederum heisst, dass mein Training ausfällt oder verschoben werden muss. Und zum Thema „verschieben“: Das liest sich zwar sehr entspannt, ist aber gar nicht so einfach! Wenn ich arbeite, ist es für mich wichtig, dass ich abends zu Hause bei meiner Familie bin, damit wir zusammen essen und uns austauschen können.  Auf diese Familienzeit möchte ich nicht verzichten, da mich die Kinder an meinen Arbeitstagen den ganzen Tag über nicht sehen. Ausnahmen mache ich einzig, wenn ich für einen grösseren Wettkampf trainiere.

Karin Wyler

Karin Wyler

Einfacher ist das Trainieren im Sommer. Da fällt mir das Aufstehen einfacher, es ist bereits hell und ich kann um 5 Uhr los. So bin ich um 7 Uhr, wenn die Kinder aufstehen, bereits wieder am Frühstückstisch. Schwieriger sind solche Trainings aber bereits zur aktuellen Jahreszeit: Morgens um 6 Uhr ist es noch stockdunkel. Und da meine Laufstrecken weit ab von jeder Zivilisation sind, fürchte ich mich dann doch etwas. Und ausserdem: Kann es sein, dass die Bettanziehungskraft mit den kürzer werdenden Tagen immer stärker wird?…

Nach einem kleinen Seelentief letzte Woche hat mich der running.COACH wieder motiviert. Das Training soll ja Spass machen und keine Last darstellen. Und psst… ich habe einen simplen Trick herausgefunden, mit welchem ich die fehlende Trainingszeit kompensieren kann: Ich verkürze mein Training mit einem Mausklick einfach von Stufe 3 z.B. auf Stufe 2. So habe ich meine Einheit doch perfekt in meinen Alltag eingebaut, aber auch für die Arbeit zu Hause bleibt genügend Zeit. Aber das bleibt unter uns…

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  • Hallo Karin,
    ich bin eigentlich froh, dass es andern auch so geht. Wie du gesagt hast, sollte das Training ja Spass machen. Aber wenn man sich die Zeit stehlen muss, ist das immer ein Kampf. Auch ich arbeite und habe 2 Kinder. Nun habe ich jetzt im Moment den Vorteil, dass die Kinder 2x in der Woche schwimmen haben und das zur gleichen Zeit, was mir die Möglichkeit gibt zur gleichen Zeit mein Training zu machen. Für das Schwimmtrianing muss ich die Kinder mit dem Auto fahren. Das macht es mir einfacher, da zu dieser Zeit alle beschäftigt sind. Aber die restliche Zeit ist für mich auch ein ewiges hin und her schieben der Trainingszeiten.
    An dieser Stelle möchte ich all den Familien danken, die es zulassen, das wir „Berufstätige, Hausfrauen und Mütter“ auch unser training absolvieren dürfen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
    Danke, danke, danke……………..

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