Lauflegenden: Herb Elliot

Herb Elliot wurde am 25. Februar 1938 im australischen Perth geboren. Elliot (dessen voller bürgerlicher Name Herbert James Elliot lautet) verdient hier deshalb Erwähnung, weil er in seiner gesamten Karriere über 1500m und über die Meilen-Distanz unbezwungen blieb. Elliot war deshalb auch schon als grösster Mittelstrecken-Läufer aller Zeiten genannt worden. An den Olympischen Spielen 1960 in Rom gewann er die 1500m in der damaligen Weltrekord-Zeit von 3:35,6.

Herb Elliot in Führung des 1500m-Laufes bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom

Herb Elliot in Führung des 1500m-Laufes bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom

Elliots Vater war Leistungssportler, der seinen Sohn schon früh ermutigte, zu laufen. Herb war jedoch auch neben dem Laufen vielseitig begabt: Er war ein ausgezeichneter Schwimmer, ruderte und spielte Hockey im ersten Team seiner Schule. Ein Schlüsselmoment in seiner Karriere war der Besuch der Olympischen Spiele 1956. Ellito war fasziniert von den Laufleistungen des Russen Vladimir Knuts. Darauhin entschied er sich, aufs Laufen zu setzen. Er zog von zu Hause aus und trainierte fortan mit dem exzentrischen australischen Trainer Percy Cerutty. Danach ging es in seiner Karriere steil aufwärts. Er stellte Junioren-Weltrekorde über 800m und die Meile auf. 1958, als 20-Jähriger, übertraf er den Meilen-Weltrekord (3:54,5).

Herb Elliot lief selten mehr als 120km in der Woche. Er fand es auch unnötig, während der Wettkampf-Saison hart zu trainieren, solange er zwei Wettkämpfe in der Woche und ab und an 16km in vollem Tempo lief

Eine typische Trainingswoche sah ungefähr so aus:

Herb Elliots Training
Mo 6-10x 400m oder 800m, gefolgt von 3-5km freiem Laufen
Di 8km in Höchstgeschwindigkeit
Mi Training mit Sprintern
Do 30min Sprint-Jogging auf der Bahn: abwechselnd 30“ Sprint und 190“ Jogging
Fr Ruhetag
Sa 4-10km in Höchstgeschwindigkeit auf der Bahn
So 16km hart

(Quelle: Noakes Timothy, Lore of Running, Kapstadt 42003, 392)

Elliot scheint ein ausserordentlich begabter Athlet gewesen zu sein. Ein Beispiel: 1958 lief er seine schwächste Distanz, die 800m, in 1:47,3 (nur 0,5 Sekunden über dem damaligen Weltrekord). Elliot war vor diesem Rennen einen Monat lang durchs Land gezechet, hatte viel schwer gegessen und Champagner getrunken – und wenig trainiert. Er schrieb dazu: „Bis heute bleibt diese Leistung ein Mysterium für mich.“ Und, bei einer anderen Gelegenheit: „Komischerweise verliess mich meine sportliche Form nie.“ Herb Elliot beendete seine Karriere bereits 1962, mit nur 24 Jahren.

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