P wie Passion

In meinen Beiträgen geht es zumeist um Fakten und Wissen, aber heute möchte ich mit Euch ein paar Gedanken teilen, die uns sicherlich verbinden: meine Gedanken zur Passion des Laufens!

So oft in so vielen Situationen unseres Lebens geht es um Leistung, um maximale Leistung. Wir messen uns Tag ein Tag aus, vergleichen uns, ob wir es wollen oder nicht. Wir leben in einer Gesellschaft, in der es nun mal sehr häufig um Anerkennung geht.

Der Antrieb zum Laufen muss nicht immer Leistung sein. Copyright Oliver Farys.

Leistung allein sollte nicht der Grund sein, die Laufschuhe zu schnüren. Copyright Oliver Farys.

Früher steckte ich auch in diesem Strudel. Ehrgeizig verfolgte ich meine Ziele, stellte immer neue Bestleistungen auf und verschob dadurch auch meine Ansprüche immer weiter nach oben. Immer weiter, immer weiter war die Devise, die ich verfolgte, denn Erfolg macht süchtig. Diese Abhängigkeit hat zwei Seiten, denn einerseits erwartete ich von mir, dass ich immer schneller wurde und Erfolge feierte, andererseits wuchs der Druck, weil ich dachte, dass alle anderen das ebenso von mir erwarteten. Das ist ein Kreislauf, der anfangs gut gehen kann – bis der Körper oder der Kopf mal streiken und die Erfolgskurve stagniert oder gar nach unten zeigt. Einige Jahre bin ich nur Bestzeiten und Qualifikationen nachgehechelt und habe in dieser Zeit ein wenig vergessen, warum ich diese Lauferei ursprünglich mal machen wollte: WEIL SIE MIR GUT TAT! Weil ich im Laufen meine Pause gefunden habe, meine Zeit für mich, meine Ruhe. Weil das Laufen mir Energie gibt und sie mir nicht entzieht.

Als mich dann eine Verletzung lange plagte und mir klar wurde, dass ich mit dem Leistungssport meine eigentliche Passion fürs Laufen in den Hintergrund gestellt hatte, hörte ich auf! Bis heute bereue ich diesen Schritt in keinem Moment, sondern fühle mich endlich wieder da angekommen, wo ich hingehöre: beim Verfolgen meiner Passion, beim Teilen meiner Liebe zum Laufen und beim Weitergeben der positiven Effekte des Laufens.

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Laufen bedeutet Freiheit. Copyright Oliver Farys.

Für mich ist Laufen gleichbedeutend mit Freiheit. Den Körper und die Natur spüren, Kraft, Stärke und Dynamik erleben. Ich liebe es manchmal zu rennen und mich zu quälen, aber genauso mal locker und entspannt durch den Wald zu traben. Das Gefühl an der Startlinie zu stehen ist noch immer eine Mischung aus Nervosität und Vorfreude, das ich nicht missen möchte. Nur stehe ich da jetzt ohne diesen Druck, ohne diesen hohen Leistungsanspruch. Ich stehe da, weil ich in diesem Moment meine Passion mit anderen teile, weil es schön ist Gas zu geben und ein Ziel zu erreichen. Mein Ziel. Mein ganz persönliches Ziel.

Wer einmal erlebt hat, wie sich das Laufen auf den Kopf und das Wesen auswirkt, der möchte nie wieder ohne. Versprochen!

Was verbindet Dich mit dem Laufen? Und weshalb schnürst Du regelmäßig die Laufschuhe?

LeniDieser Blog wurde von Ingalena Heuck, Sportwissenschaftlerin und Deutsche Meisterin (2010) im Halbmarathon verfasst.

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