Y wie Yoga

Yoga ist so ein bisschen wie das Laufen. Entweder man liebt es – oder man ignoriert es.

Mir wird immer gesagt: Du musst dem Yoga eine Chance geben, denn die positiven, entspannenden Effekte merkst Du meist erst nach mehreren Trainingssessions. So ist das auch beim Laufen… Also starte ich einen neuen Versuch mich dem Yoga anzunähern, denn die Auswirkungen von Yoga auf den Körper scheinen sehr vielseitig sein.

Die Effekte von Yoga auf den Körper

Yoga beinhaltet eine Reihe von körperlichen und geistigen Übungen, deren Ziel die Vereinigung von Körper und Seele ist. Wissenschaftlich nachgewiesen werden konnten positive Auswirkungen des Yoga bei Durchblutungs- und Schlafstörungen, Migräne und Rückenschmerzen.

Die Beweglichkeit kann durch die sogenannten Asanas verbessert werden. Dies kommt gerade dem Läufer entgegen, der durch hohe Laufbelastungen häufig zu Verkürzungen neigt. Yoga soll auch das Immunsystem stärken.

Yoga für den Läufer

Die Studienlage ist immer das eine, die eigenen Erfahrungen das andere. Ich habe es deshalb auch schon mehrfach probiert, Yoga als Trainingsstunde in meine Woche einzuplanen. Jede Stunde ist anders und wird maßgeblich durch die Yoga-Richtung und den Trainer beeinflusst. Ich kann daher jedem empfehlen unbedingt mal eine Probestunde zu nehmen. Suche Dir ein Studio in Deiner Nähe und probiere es einfach aus. Sei offen dafür, lass Dich darauf ein. Sonst hast Du schon vorher verloren. Für mich waren die Stunden immer eine interessante Erfahrung, ergriffen hat mich jedoch leider noch kein Trainer, sodass ich es langfristig probiert habe. Jetzt möchte ich es wieder probieren, mindestens fünf Einheiten habe ich mir vorgenommen.

HUND

Die Yoga-Übung „Hund“ sieht nicht immer so mühelos aus…

 Mein nächster Versuch

Ich gehe in die nächste Session in ein nahegelegenes Studio. Nach einem ruhigen Einstieg beginnen wir mit den ersten Übungen. Es geht los mit dem sogenannten Hund. „Die Fersen langsam abwechselnd in Richtung Boden drücken. Wenn ihr das noch nicht schafft, ist das nicht schlimm“, leitet die Trainerin an. Das Ziel im Yoga ist es, diesen Bewegungsradius langfristig zu erreichen. Der Dame vor mir gelingt dies augenscheinlich problemlos. Ich bemühe mich ziemlich, das zieht wie blöd in meinen Läuferwaden. Einige Zentimeter bleiben zwischen Boden und Ferse frei, so sehr ich es auch probiere. Ich versuche hineinzuatmen, aber es tut sich trotzdem nichts. Ich habe wohl zu viele Jahre lang meine Waden mit vielen Kilometern gefordert und das Dehnen vernachlässigt.
Nach einigen Durchgängen des Sonnengrußes steigen wir in den Hauptteil der Stunde ein. Wir führen verschiedene Asanas aus, wobei die Trainerin immer wieder rumgeht um uns in die richtige Position zu bringen. Mein gefühltes „richtig“ unterscheidet sich teilweise maßgeblich vom echten „richtig“, mein „gerade“ ist ziemlich krumm. Die Trainerin korrigiert, hilft mir in der neuen Position zu bleiben. Sobald sie ihre Hände von mir nimmt falle ich fast um. Es gibt noch viel zu tun für mich…

Nach dieser Session denke ich mir wieder: ich sollte weitermachen, auch wenn ich eigentlich lieber eine Stunde gelaufen wäre…

Probiert es für Euch aus – ich bin auf Eure Erfahrungswerte gespannt!

LeniDieser Blog wurde von Ingalena Heuck, running.COACH Gold-Abo Coach, Sportwissenschaftlerin und Deutsche Meisterin (2010) im Halbmarathon verfasst.

5 Comments

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  • Nach einer Stressfraktur bzw. in der Rekonvaleszenzphase empfahl mir einen RC-Trainer Yoga auszuprobieren. Lange hatte ich Vorurteile & Widerstände dagegen: zu langweilig, zu wenig kräftigend, zu esotherisch, etc. Ich probierte einige Studios aus, nervte mich ab nervigen Lehrern & überteuerten Preisen. Seit Ende letztem Jahr hab ich nun ein Studio gefunden wo verschiedene Teacher in unterschiedlichen Stilen zu fairem Preisen unterrichten. Auch die Philosopie stimmt: kein Leistungsdruck & trotzdem aus der Komfortzone kommen! Ich besuche nun regelmässig Stunden als tonusregulierende Massnahme ein paar Stunden nach dem Training oder nach der Arbeit zum entspannen. Ich bin viel beweglicher geworden, habe in der Hüfte & den Füssen deutlich an Stabilität gewonnen & auch mental lerne ich stetig dazu. Probiert es aus & lasst euch ein …. 😉

  • Liebe Sonja

    Auch ich habe bemerkt, dass Yoga meinen Muskeln hilft sich zu entspannen. Schön, dass wir die gleichen Erfahrungen gemacht haben..

  • Für mich gehört Yoga schon längst zum täglichen Leben wie das Zähneputzen dazu. Ich übe jeden (!) Abend vor dem Schlafengehen, das kannalso z.B. auch nach dem Ausgang nach Mitternacht sein (kommt nicht so oft vor..) Früher habe ich mal einen Kurs gemacht, schon länger übe ich aber allein zu Hause auf der Matte. Gut möglich dass meine Stellungen nicht immer so lehrbuchmässig perfekt rüberkommen, wen kümmerts? Ich habe ein tolles Bewegungsgefühl entwickelt, Gleichgewicht (physisch und psychisch) massiv verbessert und habe sehr selten Probleme mit Verletzungen, obwohl ich dieses Jahr 50 werde und regelmässig an mittleren und langen Läufen teilnehme (zuletzt Neujahrsmarathon in Zürich) und daneben noch regelmässig Pferde reite auf sportlichem Niveau. Man sollte vielleicht nicht allzu ehrgeizig das perfekte Yogabild ansteuern. Yoga kann und sollte individuell praktiziert werden, so ist es am hilfreichsten. Ich kann es jedem Sportler nur empfehlen. Für mich ist es nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken.

  • Ich bin jetzt schon über ein Jahr beim Yoga und es passt perfekt. Yin Yoga ermöglicht speziell die Faszien dehnbarer und elastischer zu verändern. Dabei ist Yin Yoga sehr langsam und entspannt, hat aber eine sehr hohen Intensität. Die Asanas werden lange gehalten und man „schmilzt“ quasi durch das Körpergewicht in die Position. Das Ganze ermöglicht nach etwas Praxis aus angeeigneten Bewegungsmustern rauszufinden und ein besseres Bewusstsein für Bewegung zu finden. Nicht schlecht für mich als Läufer 🙂

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