Gold-Coach Ueli Bieler im Interview

Weiter geht es in unserer Gold-Serie mit Ueli Bieler, der Läufer und Triathlet aus der Schweiz. Im Interview spricht er mit uns über seine eigene Laufgeschichte und verrät uns so einige Lauftipps.

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*Ueli’s Erklärungen unterhalb des Interviews

Welche Bedeutung hat Laufen in dem Land, wo du lebst?

Im internationalen Vergleich gibt es in der Schweiz viele Läufer. Etwa 20% der Bevölkerung läuft regelmässig. Es gibt zudem immer mehr Leute, die viel laufen (mehrmals pro Woche).

Erzähl uns deine eigene Laufgeschichte.

Bis im Alter von 20 Jahren übte ich vor allem Fussball und andere Ballsportarten aus. Im Training liefen wir jedoch höchstens 5 km. Die gute Ausdauer hatte ich eher von langen Wanderungen. Ich war gerne und viel in den Bergen. Zum Laufen kam ich erst, als ich mit 21 Jahren für das Studium nach Zürich zog. Beim ASVZ (Akadademischen Sportverband Zürich) absolvierte ich meine ersten Lauftrainings. Schon zwei Jahre später finishte ich meinen ersten Langdistanz-Triathlon (Ironman Switzerland 2003).

Welches war dein bisher schönstes Lauferlebnis?

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Das schönste Lauferlebnis war der Berlin Marathon 2015. Ich bin zuvor bereits neun Marathons gelaufen. Aber es war meistens ’nur‘ der Abschluss der Triathlonsaison ohne grosse Vorbereitung. Beim Berlin Marathon 2015 hatte ich das klare Ziel, eine neue PB zu erreichen. Ich habe mich zusammen mit neun anderen Läufern aus meinem Verein (TV Oerlikon) etwa acht Wochen spezifisch dafür vorbereitet. Alle waren erfolgreich. Ich hatte mit 2:34.12 eine neue PB und Christian Kreienbühl schaffte sogar die Olympia-Limite für Rio.

Was ist dein nächstes Ziel? Wie bereitest du dich dafür vor?

Nach dem Powerman Zofingen ist der Ironman Hawaii mein nächstes Ziel. Ich nehme also an zwei offiziellen Langdistanz-Weltmeisterschaften innerhalb von fünf Wochen teil. Der Ironman Switzerland fand zudem auch nur sechs Wochen vor dem Powerman Zofingen statt. Ich probiere dieses Jahr etwas Neues aus und versuche mich über elf Wochen im Wettkampfmodus zu halten. Alle zwei Wochen ist ein Wettkampf eingeplant. Dazwischen viel Regeneration und nur wenige harte Trainings.

Welches ist dein Lieblingstraining?

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Ueli am Glacier 3000 Run

Mein Lieblingstraining sind lange Bergläufe – manchmal mache ich sie auch als Trainingswettkampf. Ich bin sehr gerne in den Bergen und mag auch technisch anspruchsvolles Terrain.

Welcher persönlicher Top-Trainingstipp verrätst du uns hier?

Etwas, das von vielen Läufern nicht beachtet wird: Die Atmung. Beim Laufen sollte man tief in den Bauch atmen. Es fühlt sich dann so an, als würde man den ganzen Bauch mit Luft füllen. Man kann dies jederzeit und überall üben. Das Training der Atmung hat mich weitergebracht: Im Wettkampf konnte ich auch bei hoher Intensität entspannter Laufen.

Hast du ein Ritual, welches du vor einem Wettkampf durchführst?

Ich wärme mich gerne etwas länger auf als andere, jedoch sehr locker. Vor einem Halbmarathon laufe ich beispielsweise etwa 20 Minuten mit etwa 6 Minuten pro Kilometer ein. Erst dann mache ich noch ein paar Steigerungsläufe.

Welcher persönlicher Top-Wettkampftipp verrätst du uns hier?

Das ist sehr individuell. Jeder Läufer braucht einen anderen Wettkampftipp. Ein gutes Pacing ist aber für alle sinnvoll. Vor allem Einsteiger laufen meistens zu schnell los. Man sollte sich im Voraus überlegen, welche Pace man über die ganze Distanz halten kann und diese von Anfang möglichst konstant einhalten.

Achtest du auf deine Ernährung?

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Von Ueli zubereitet – sieht lecker aus!

Ich kenne mich sehr gut aus in Sporternährung und verfolge seit vielen Jahren, was in der Ernährungswissenschaft läuft. Für Sportler ist die Ernährung wichtig, aber man muss es nicht kompliziert machen. Wenn man die wichtigsten Grundsätze beachtet, erreicht man ohne viel Aufwand schon sehr viel. Ich ernähre mich vielseitig und gesund, aber halte es sehr unkompliziert. Auf Supplemente verzichte ich vollständig.

Welches ist deine Lieblings-Running-Marke?

Ich habe keine Lieblingsmarke. Am wichtigsten sind die Laufschuhe. Da gibt es mindestens zehn Marken, die ich parallel trage – je nach Situation und Training.

Was war ein spezieller Moment für dich als Running-Coach/ Gold-Coach?

Ich freue mich immer sehr, wenn ein Sportler, den ich betreue, auf ein bestimmtes Ziel hinarbeitet und dieses dann erfolgreich erreicht.

Weshalb sollte ein User dich als Gold-Coach buchen?

Wegen der Erfahrung, vor allem auch auf langen Distanzen. Ich arbeite schon seit zehn Jahren als Running-Coach und habe schon über 1500 Lauftrainings geleitet und viele Traninigslager organisiert. Mit zehn Marathons und über 20 Langdistanz-Wettkämpfen (Duathlon/Triathlon) habe ich zudem viel Wettkampferfahrung.

* Ueli’s Erklärungen zum ENTWEDER ODER

Kaffee oder Tee?

Ich mag beides, trinke aber viel mehr Tee als Kaffee.

Sommer oder Winter?

Klare Sache: Sommer.

Lauftraining am Morgen oder am Abend?

Meistens am Abend.

Lauftraining alleine oder in der Gruppe?

Ich laufe fast nie alleine. Über 95% der Lauftrainings mache ich in der Gruppe.

Laufen im Gelände oder auf Asphalt?

Ich laufe lieber im Gelände. Vor einem (flachen) Marathon trainiere ich vermehrt auf dem Asphalt.

Laufen mit oder ohne GPS-Uhr?

Immer mit GPS-Uhr. Während dem Training beachte ich sie aber oft nicht. Die gesammelten Daten kommen für die spätere Analyse ins Trainingstagebuch…

Laufstatistik: ja oder nein?

Ja

Vor-Wettkampfgericht: Pasta oder Reis?

Reis

Wettkampfnahrung: Gel oder Riegel?

Gel in grossen Mengen. Bei langen Wettkämpfen verbrauche ich bis zu 30 Gels.

Alternativtraining: Schwimmen oder Rad?

Ich verbringe viel mehr Zeit auf dem Rad als im Wasser. Als Triathlet mache ich die beiden Disziplinen jedoch nicht als Alternativtraining!

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Der Artikel ist auch in EN verfügbar.

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