#LAUFINSPIRATION: Von der Unsportlichen zur Läuferin

„Motivationsprobleme hatte ich selten – wenn, dann bei Kälte und Dunkelheit. Doch dann stelle ich mir jeweils vor, wie ich mich nach einer Stunde Laufen fühle und wie es mir nach einer Stunde TV gucken geht. Da gehst du automatisch nach draussen. Es tut einfach sau gut, das Laufen. Egal wie schnell, wie weit – alles ist besser als nichts!“ So ist es, Regina. Und diese Motivation hält Regina schon seit mehr als acht Jahren am Laufen. In unserer Serie #LAUFINSPIRATION erzählt sie über ihren Laufeinstieg und die Ziele, welche sie sich nach und nach gesteckt hat.

 

Gerade ganz so abgeneigt war ich dem Sport zwar nie, aber da ich als Kind unter Knieproblemen litt und mir Sport phasenweise verboten wurde, fand ich nie den Zugang dazu. Ich habe mich zwar immer gern in der freien Natur bewegt, aber Sport – DAS war für mich immer was für die anderen.

Die Suche nach der «Unsportlichen»

Mein Schwager ist seit ich ihn kenne begeisterter Läufer. Als in Luzern, unserem Heimkanton, zum ersten Mal ein Marathon ausgetragen wurde, war er natürlich mit dabei. Als seine Fans reisten wir ebenfalls nach Luzern, um ihn und die anderen Läufer an der Strecke anzufeuern. Die Stimmung in der Stadt war sogar als Nichtläufer einfach phantastisch! Ich war wahnsinnig beeindruckt von all diesen Menschen, die das schafften. Ich hatte allergrössten Respekt vor dieser Leistung und bewunderte all die Finisher, egal über welche Distanz, sehr. Gleichzeitig war ich zu 100% überzeugt, dass ich sowas niemals nur annähernd schaffen würde. Insgeheim dachte ich mir zwar, wie toll es wäre, auch einmal bei so einem Lauf dabei zu sein. Natürlich nicht über die volle Marathondistanz, sondern «nur» über 10km. Dies schien mir aber total unrealistisch und ich hätte mir das niemals zugetraut.

Einige Zeit später rief mich dann die Schwester eines Kollegen an. Sie erzählte mir, dass sie bald eine Weiterbildung abschliesse. Als Diplomarbeit wolle sie verschiedene Leute innert rund sieben Monaten auf den Ägeriseelauf vorbereiten. Nun sei sie noch auf der Suche nach jemandem Unsportlichen, der oder die bereit sei, bei diesem Projekt mitzumachen. Sie habe ihren Bruder gefragt, ob er noch jemanden Unsportliches kenne und er meinte dann, Regina (ich) wäre da eine. Über die Empfehlung musste ich doch sehr schmunzeln, ich war aber sofort begeistert und sagte zu.

Aller Anfang ist gar nicht schwer

Schon bald startete das Laufprojekt. Dank dem professionellen Coaching lief es überraschend gut! Ich startete äusserst schneckenartig langsam, manchmal wars mir schon fast peinlich. Doch auf diese Weise fühlte ich mich nach dem Training immer gut und freute mich schon aufs nächste Mal. Schon bald fiel es mir immer leichter, auch «längere» Distanzen zu laufen. Das Lauffieber hatte mich voll erwischt!!! Noch immer hatte ich grossen Respekt vor dem Lauf, der vor uns stand. Aber ich fühlte mich gut vorbereitet und freute mich auf dieses Abenteuer.

Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf…

Im Juli war es dann so weit. Der Abschluss des Projekts – der Ägeriseelauf – fand statt. Es schüttete wie aus Kübeln. Aber ich genoss den Lauf und die tolle Strecke. Nach 14.5km war es dann soweit – ich finishte meinen ersten Lauf! Im Ziel überraschten mich sogar noch mein Freund Gregi, Kolleginnen und Schwestern. Sie waren extra angereist, um mich bei meinem ersten Zieleinlauf in Empfang zu nehmen. Sie wollten wohl mit eigenen Augen sehen, dass das tatsächlich ich war, die da über die Ziellinie rannte. Es war einfach nur grossartig!!! Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich mich fragte, ob das jetzt wirklich wahr ist? Ich war so überzeugt, dass ich sowas niemals schaffen könnte – es schien selbst nach dem Lauf nicht real.

Komplett vom Laufvirus infiziert überlegte ich mir dann schon bald, was mein nächstes Ziel sein sollte. Das Projekt «Abschlussarbeit» meiner Kollegin war zwar beendet, aber meine Laufstory hatte eben erst begonnen. Beim Gespräch mit meinem Schwager erwähnte ich dann, dass ich überlege am Lucerne Marathon den Schnuppermarathon über 10km zu laufen. Er fand aber, dass ich mir durchaus den Halbmarathon zutrauen dürfe. Und so meldete ich mich für den Halbmarathon im Herbst an. What a feeling, ich sags euch!!! Ganz unbeschwert, ohne irgendwelche Zeitvorstellungen stand ich am Start und freute mich wie ein kleines Kind an Weihnachten, dass ich da tatsächlich als Läuferin und nicht «nur» als Fan diese tolle Stimmung in der Stadt einsaugen durfte! Ich finishte in 2h04’ und war total happy.

Der erste Marathon

Seither war Laufen ein fester Bestandteil in meinem Leben. Ich besuchte Laufkurse und trainierte meist vier Mal pro Woche. Motivationsprobleme hatte ich selten – wenn, dann bei Kälte und Dunkelheit. Doch dann stelle ich mir noch heute vor, wie ich mich nach einer Stunde Laufen fühle und wie es mir nach einer Stunde TV gucken geht. Da gehst du automatisch nach draussen. Es tut einfach sau gut, das Laufen. Egal wie schnell, wie weit – alles ist besser als nichts!

Immer wieder nahm ich an Wettkämpfen teil, meist über die Halbmarathondistanz. Mein Schwager schwärmte immer vom Hamburgmarathon und der einmaligen Stimmung die dort herrscht. Und so entschied ich mich, mich ebenfalls anzumelden. Ich trainierte viel und fühlte mich gut vorbereitet. Am Samstag hatte ich dann den ganzen Tag keinen Appetit und ich fühlte mich nicht so gut. Doch ich war überzeugt, dass dies die Nervosität sein müsste und machte mir keinen grossen Gedanken. Am Sonntag Morgen ging es mir dann überhaupt nicht gut. Mein Frühstück kam postwendend wieder zurück und ich fühlte mich einfach nur elend. Schlechte Voraussetzungen für einen Marathon. Doch ich wollte es unbedingt versuchen, schliesslich hatte ich mich so lange dafür vorbereitet. Ich nahm dann mein Handy mit und vereinbarte mit Gregi, dass ich ihn anrufe falls ich den Lauf abbreche.

Erstaunlicherweise lief es aber sehr gut. Ich fühlte mich super und konnte die einzigartige Stimmung und das Sightseeing der anderen Art so richtig geniessen. Natürlich war es auch hart, und nach 37km fragte ich mich schon, wieso ich mir das antue. Aber ich lief einfach weiter und schaffte es in 3h57 ins Ziel. Ich hatte es geschafft! Was ich niemals für möglich gehalten hatte, war tatsächlich wahr geworden!

Auf der Suche nach einem neuen Marathonziel entschied ich mich dann, im Sommer 2013 den C42 am Swissalpine in Davos zu laufen. Da ich gut vorbereitet an der Startlinie stehen wollte, jedoch keine Ahnung hatte, wie ich mich seriös darauf vorbereiten kann, entschied ich mich für ein Abo bei running.COACH. Das gezielte Training sorgte dafür, dass ich auch dieses Vorhaben top vorbereitet und erfolgreich umsetzen konnte.

Die «Zwangs»-Laufpause

Laufpausen gab es bei mir selten. Nach Wettkämpfen nehme ich es meist locker, trainiere nach Lust und Laune und halte auch nicht immer alle Vorgaben von running.COACH ein. Aber wirkliche Pausen gab es eigentlich nie.

Schon früh während meiner Schwangerschaft mit unseren Twinmädels aber schickte ich meine Laufschuhe in die Ferien. Ich fühlte mich beim Laufen nicht mehr gut und wollte nichts erzwingen. Nachdem unsere Twins geboren waren, musste sich mein Körper zuerst von den Strapazen der Schwangerschaft erholen und die beiden Mädels hielten uns auch so ziemlich auf Trab. Die täglichen Spaziergänge halfen mir aber dabei, wieder einigermassen fit zu werden.

Nach einem Jahr Laufpause wollte ich dann wieder mit dem Laufen anfangen. Ich war überzeugt, dass ich wieder mühsam bei null anfangen muss. Zuerst lief ich ein bis zwei Mal pro Woche. Langsam erhöhte ich die Umfänge wieder. Und zu meinem Erstaunen lief es sich schon bald wieder flotter.

Inzwischen laufe ich wieder drei Mal pro Woche. Es macht mir immer noch sehr viel Spass und bietet mir einen tollen Ausgleich zum Alltag. Ich schätze es sehr, dass mir mein Mann Gregi dies ermöglicht. Und noch immer bin ich Esther, meiner Kollegin die mich damals zum Laufen brachte und coachte, und meinem Schwager, der mich motivierte, an mich zu glauben, sehr dankbar!

Deshalb, nicht studieren – Laufschuh schnüren!!! Wenn ich es geschafft habe, dann schafft ihr es auch! Viel Spass dabei!

Inspiriere andere – wie funktioniert es?

Egal ob du ein bestimmtes Laufziel erreicht hast, dank dem Laufen abgenommen hast, dir das Lauftraining bei einer Krankeit geholfen hat, du durch das Laufen Begegnungen der besonderen Art gemacht hast oder was auch immer; wir sind gespannt und freuen uns auf deine Geschichte.

Bist du interessiert, schreib uns eine E-Mail an stefanie.meyer@runningcoach.me mit dem Betreff #LAUFINSPIRATION und mit einer kurzen Beschreibung zu deiner Laufgeschichte. Der Text muss noch nicht stehen. Wir werden uns bei dir melden, um die Beitragsform zu besprechen.

Als Belohnung für einen veröffentlichten Beitrag gibt es ein dreimonatiges Silber-Abo von running.COACH.

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