Schienbeinschmerzen: Möglicherweise eine Knochenhautentzündung?

Unter dem Begriff «Knochenhautentzündung» versteht man eine Entzündung der Bindegewebshüllen, welche einen Knochen umgeben. Eine solche Entzündung tritt häufig bei Läufern auf und heilt von allein wieder ab, wenn zum richtigen Zeitpunkt die geeigneten Massnahmen ergriffen werden.

Bei gewissen Sportlern, insbesondere bei Läufern, kann sich ein Teil der Muskulatur, welche den Schienbeinknochen umgibt, entzünden, was zu Knochenschmerzen führt. Fachleute bezeichnen dies als Periostitis. Dabei treten entweder an der hinteren oder vorderen Schienbeinkante schmerzen auf. Die Schmerzen verstärken sich vor allem nach dem Training sowie beim Beschleunigen und Verzögern. Bei schneller Vorwärtsbewegung sind die Beschwerden wegen kurzen Bodenkontaktzeiten eher geringer.

Verschiedene Ursachen

Zu einer Knochenhautentzündung kommt es beispielweise dann, wenn ein Athlet nach der Winterpause mit einer zu hohen Trainingsintensität beginnt oder den Trainingsumfang beispielsweise aufgrund eines bevorstehenden Wettkampfes plötzlich stark steigert. Athleten mit einer Hyperpronation bei denen der Rückfuss beim Laufen übermässig nach innen kippt, sind ebenfalls anfälliger für eine periostale Reizung. Überdies scheinen Frauen häufiger an Ueberbelastungen dieser Art zu leiden.

Schonen und nochmals schonen

Wenn du selber an periostalen Schmerzen leidest, ist es von zentraler Wichtigkeit dich zu schonen und eine genügend lange Trainingspause einzulegen, bevor du dich erneut belastest. Wenn du rechtzeitig dein Training unterbrichst oder zumindest stark reduzierst, heilt eine Knochenhautentzündung von meistens alleine ab.

Mehrere Therapieformen wie Triggerpunkttherapie oder Faszientechniken können helfen, die Schmerzen zu lindern. Des Weiteren werden Übungen empfohlen, welche die Rumpf und Hüftmuskulatur kräftigen. Dehnen der Beinachsenmuskulatur sollte ebenfalls regelmässig durchgeführt werden

Überdies können bis zur Abheilung Alternativsportarten wie Fahrradfahren oder Schwimmen empfohlen werden.

Eine medikamentöse Mitbehandlung sollte nur mit Vorsicht durchgeführt werden, da eine solche meistens dazu führt, dass der Sportler sein Training zu früh wieder aufnimmt.

Tipps

  • Wenn du mehr als zweimal pro Woche läufst, solltest du häufig deine Laufschuhe wechseln, um zu vermeiden, dass sich deine Füsse an einen bestimmten Schuh gewöhnen.
  • Obgleich es aufgrund des verbesserten Aufbaus der Laufschuhe möglich ist, auf Asphalt zu laufen, ist der Mensch vor allem für das Laufen auf natürlichem Untergrund gemacht. Ändere deshalb auch öfters den Laufuntergrund, um deine Fussmuskulatur immer wieder von neuem zu stimulieren.

 

Dieser Artikel wurde verfasst von: Dr. med. A. Eggerschwiler,  Leiter Medizin Medbase Luzern Allemend, Allgemeine Medizin FMH, Sportmedizin SGSM.

 

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  • Wielands dauert im Schnitt eine Abheilung? Und kann nach Abklingen der Symptome mit dem Laufen begonnen werden?

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