Haile Gebrselassie am Grand-Prix von Bern!

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Der GP Bern ist eine Erfolgsgeschichte über mehr als 30 Jahre. Die von Heinz Schild und Alt-Bundesrat Adolf Ogi 1982 ins Leben gerufene Grossveranstaltung hatte zum Ziel, in der Bundeshauptstadt etwas für die Volksläufer zu machen. Diese sollten sich mit möglichst vielen Klasseathleten auf der gleichen Strecke messen können. In diesem Jahr wird das Messen unvergesslich: Kein Geringerer als Haile Gebrselassie (39) wird am 18. Mai in Bern an den Start gehen! Der zweifache Olympiasieger und vierfache Weltmeister stellte insgesamt 26 Weltrekorde auf, dominierte während einem Jahrzehnt die Distanzen zwischen 3000 und 10’000 Metern und hielt zwischen 2007 und 2011 den Marathon-Weltrekord.

Haile Gebrselassie stellt immer noch Weltklasse dar
Haile Gebrselassie stellt immer noch Weltklasse dar

«Haile ist nach wie vor Weltklasse», sagt Markus Ryffel, beim Grand-Prix von Bern verantwortlich für die Verpflichtung der Spitzenathleten. Seine Beziehungen zu Gebrselassies Manager Jos Hermens hätten die Verhandlungen erleichtert. Ryffel hat den Holländer – in den 70er-Jahren Weltrekordhalter im Stundenlauf (20’944 Meter) – in gemeinsamen Wettkämpfen und Trainingslagern kennen und schätzen gelernt. Der Grand-Prix von Bern leistet für das Engagement keinen finanziellen Sondereffort; das Athleten-Budget wird nicht erhöht.

Viktor Röthlins (Vor-)Freude

Der Schweizerrekordhalter im Marathon freut sich auf den erneuten Vergleich mit Gebrselassie: «Das letzte Mal lief ich am Tokio-Marathon vor knapp einem Jahr gegen ihn. Haile kam sehr knapp vor mir ins Ziel. Nun bin ich gespannt, ob ich die Lücke zu ihm weiter schliessen konnte.» Gebrselassie sei ein grosser Botschafter für den Laufsport. «Schön, ihn endlich auch an einem Schweizer Strassenlauf am Start zu sehen. Gratulation an die Organisatoren!»

Anmeldeschluss am 27. April

Der Grand-Prix von Bern setzte letztes Jahr mit 25’524 klassierten Läuferinnen und Läufern eine neue Bestmarke. Im Januar wurden 50’000 Ausschreibungen für die 32. Austragung verschickt. Anmeldeschluss ist der 27. April. Der running.COACH ist offizieller Trainingsplan Supplier des Grand-Prix von Bern.

Streckenplan der 10 schönsten Meilen der Welt
Streckenplan der 10 schönsten Meilen der Welt

Smarte Planung mit Hilfe aussagekräftiger Leistungstests – Teil 1

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Mit dem Wechsel des Kalenderjahres von 2012 auf 2013 hat für die meisten auch eine neue Saison und ein neues Laufjahr begonnen. Für viele ist es der Moment, sich neue Ziele zu setzen, die für das tägliche Training motivieren. Ziele sind ein wichtiger Baustein als Ansporn und Motivation für ein regelmässiges Training. Dabei spielt es keine Rolle, ob mein Anspruch als Läufer oder Läuferin ein bestimmtes Leistungsziel wie beispielsweise eine persönliche Bestleistung am GP Bern ist, oder ob ich mir vornehme im neuen Jahr etwas Gutes für meine allgemeine Gesundheit zu tun.

Wie kann ich mir sinnvolle Ziele setzen?

Bei einer Zielsetzung wird unterschieden in kurz-, mittel und langfristige Ziele:

  • kurzfristig: ein Training- oder Wettkampfziel
  • mittelfristig: ein Trainingszyklus- oder Saisonziel
  • langfristig: ein Karriere- oder Mehrjahresziel
Der Planungsprozess als Basis der Vision
Der Planungsprozess als Basis der Vision

 
Dabei ist darauf zu achten, dass Ziele positiv formuliert werden und durch mich persönlich beeinflusst werden können. Überprüfe mit den „SMART“- Kriterien ob deine Ziele sinnvoll gewählt sind:
S = sinnvoll => Ich erkenne den Nutzen des Ziels und steigere dadurch meine Motivation.
= messbar => Es kann zweifelsfrei festgestellt werden, ob das Ziel erreicht wurde.
A = anspruchsvoll und attraktiv => Das Ziel stellt eine Herausforderung dar und scheint lohnend zu sein.
R = realistisch => Das Ziel ist erreichbar, fordernd aber nicht überfordernd.
T = terminiert => Das Ziel ist innerhalb einer bestimmten Frist erreichbar und überprüfbar.
Wie stelle ich fest, wo ich im Moment stehe? Was sind für mich realistische Ziele? Mache ich Fortschritte im Training? Hat sich meine Leistungsfähigkeit verbessert? Habe ich meine Ziele erreicht? Wo habe ich noch Potential für weitere Fortschritte?
Auf alle diese Fragen erhält man eine Antwort, wenn man den Trainingsprozess regelmässig mit sogenannten Leistungstests überprüft und schwarz auf weiss erkennt, wie es um die aktuelle Leistungsfähigkeit steht. Dadurch erhält man zudem eine Rückmeldung, ob das Training die erwünschte Wirkung erzielt. Je nach Leistungstest können zusätzlich Trainingsempfehlungen für einen nächsten Trainingsplan abgeleitet werden, sowie Stärken oder Schwächen des Athleten erkannt werden. Komplexere Tests erlauben es zudem, individuelle und persönliche Trainingsbereiche für die Steuerung der Trainingsintensität genau festzulegen und eine Prognose für anstehende Wettkämpfe abzuleiten.

Was gibt es für Leistungstests?

Am 1. Februar folgt die Fortsetzung des von Beat Zimmermann, Sportlehrer und Sportwissenschaftlicher Mitarbeiter des Sportmedizinischen Zentrums Bern-Ittigen verfassten Blog.

Schnupfen, Erkältung, Fieber – wie weiter?

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Obwohl die Tage bereits wieder länger werden, befinden wir uns nach wie vor in der Winterzeit. Die vierte Jahreszeit ist eine Zeit, in der es gehäuft zum Auftreten von Infekten insbesondere der oberen Atemwege kommt!
Was ist im Einzelfall zu tun: Generell ist sportliches (Ausdauer-)Training im Winter als ungefährlich einzustufen und unbedingt zu empfehlen. Damit es zu keinen krankheitsbedingten Unterbrüchen kommt, ist auf adäquate – am besten ‚funktionelle‘ – Kleidung sowie genügend Flüssigkeitsaufnahme (trotz der Kälte!) zu achten. Besonders lange und hochintensive Trainings sowie das Auskühlen während und vor allem nach dem Training sollte vermieden werden. Bei tiefen Minustemperaturen gilt es die Atmung, beziehungsweise die Intensität anzupassen: Um einem Anstrengungsasthma vorzubeugen, sollte insbesondere das Aufwärmen genügend lange durchgeführt werden. Dabei soll unbedingt durch die Nase geatmet werden, damit die eingeatmete Luft in der Nase und in den oberen Atemwegen vorgewärmt wird. Wird das anschliessende Training intensiver, hilft ein Tuch vor dem Mund, das die kalte Luft wärmt.
Durch die kühlen Aussentemperaturen und durch Veränderungen im Immunabwehrsystem kommt es bei Ausdauerathleten gehäuft zu Infektionen der oberen Atemwege mit Schnupfen, Husten und Halsschmerzen, was man gemeinhin als ‚Erkältung‘ oder ‚common cold‘ bezeichnet. Ein moderates körperliches Training ist in dieser Situation erlaubt.

Bei Fieber gilt ein absolutes Trainingsverbot
Bei Fieber gilt ein absolutes Trainingsverbot

Beim Auftreten von Allgemeinsymptomen (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Anstieg des Ruhepulses) ist zwingend eine Sportpause einzulegen! Ein solcher ‚grippaler Infekt‘ wird durch Viren verursacht und dauert üblicherweise 7-10 Tage. Allgemeinmassnahmen wie genügend Schlaf, viel trinken und ausgewogene Ernährung stehen im Vordergrund. Medikamente zur Linderung der Beschwerden können eingenommen werden, verkürzen die Krankheitsdauer aber nur unwesentlich, Antibiotika sind in dieser Situation wirkungslos. Nach einem fieberfreien Intervall von mindestens 24 Stunden kann mit einem niedrig-intensiven Training begonnen werden. Folgende Faustregel kann für den Einstieg helfen: Nach Abklingen des Fiebers warte mindestens für die Dauer der Fiebertage mit intensivem Training zu. Zum Beispiel: 4 Tage Fieber, danach 4 weitere Tage nur extensives, aber kein intensives Training.
Hilfreiche Übersicht zur Unterscheidung zwischen Erkältung und Grippe
Hilfreiche Übersicht zur Unterscheidung zwischen Erkältung und Grippe

Sollte es zu keiner Beschwerdebesserung kommen, soll im Zweifelsfall der Hausarzt aufgesucht werden. Denn selten kann es sich um ein anderes Krankheitsbild wie beispielsweise ein Pfeiffer’sches Drüsenfieber oder eine Herzmuskelentzündung (Myocarditis) handeln, beziehungsweise kann sich diese primär wie eine ‚Grippe‘ manifestieren! In letzterem Fall sind weiterführende Untersuchungen – wie zum Beispiel ein Laboranalysen oder ein Ruhe-EKG – notwendig, allenfalls sogar die Zuweisung zu einem Herzspezialisten zum Herzultraschall.
Zu guter Letzt gilt es einige Punkte zu beachten, um das Auftreten der genannten Beschwerden zu vermeiden:

  • Hygiene: Wäsche regelmässig gründlich deine Hände und meide Menschenansammlungen insbesondere nach dem Training.
  • Schleimhautpflege: Sorge mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr und einem Luftbefeuchter für feuchte Schleimhäute.
  • Ernährung/Supplemente: Achte auf reichliche Kalorienaufnahme und verpflege dich bei längeren Belastungen mit Kohlenhydraten in flüssiger Form. Beuge zusätzlich vor mit der Einnahme eines Vitamin C Präparates.
  • Stressreduktion: Vermeide Stress und damit eine Schwächung des Immunsystems.
  • Grippeimpfung: Denke darüber nach, ob du dich gegen die Grippe impfen lassen möchtest (cave: kein 100%-iger Schutz!).

Dieser Blog wurde von Lukas Trachsel, Internist, Sportmediziner und Verbandsarzt bei Swiss Ski verfasst.