Abschlussbericht der GO-IN6WEEKS 2013

Kategorien

Nun gehört die Serie 2013 schon wieder der Vergangenheit an. Eigentlich schade! Nach der Startetappe in Triengen, wo sich die eingefleischte 6Weeks-Familie wieder traf und sich auf das Bevorstehende freute. Schon bei der Sprintetappe in Rothenburg gehörten die “Neulinge“ zu unserem Clan. Auch dieses Jahr gab es wieder ganz verrückte Geschichte.

Mittwoch für Mittwoch besammelte sich das Läuferfeld
Mittwoch für Mittwoch besammelte sich das Läuferfeld

Es gab Leute, die kamen mit dem Velo. Und ja, sie radelten auch wieder nach Hause. Nein, sie waren nicht von der Umgebung, sondern von Bern. Anreise mehr als 100km!!! Dann lieber nur 10km voll in den Hammer laufen und dann fertig.
Nichts zu lachen gab es dann bei der dritten Etappe in Weggis. Extrem coupiert und zugleich die längste Etappe. An diesem Mittwoch hatten wir riesiges Wetterglück, tobten doch in der ganzen Umgebung teils heftie Gewitter mit Hagel. In Weggis blieb es indes trocken. Die Mittwochs-Regel vom letzten Jahr bestätigte sich auch dieses Jahr: Der Mittwoch ist immer der sonnigste und trockenste Tag der Woche!
Landschaftlich fantastische Etappen im Kanton Luzern
Landschaftlich fantastische Etappen im Kanton Luzern

Das Dach der diesjährigen Tour war in Ohmstal. Bei dieser Etappe reiste einer sogar mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Das heisst, der musste von Schötz hoch nach Ohmstal marschieren. Das sind 4 Kilometer mit Sack und Pack. Das ist ja fast so schlimm wie die Velofahrer. Aber zurück zur Etappe. Es ging die ersten 4.5 Kilometer immer etwas hoch, aber nichts Schlimmes. Es summiert sich aber eben doch, weil man nach 4.5 Kilometern vor einer riesigen Wand stand und am liebsten den Rückweg angetreten hätte. Aber nicht ein 6Weeks Teilnehmer. Der kämpft sich auch da hoch. Denn oben angekommen war die Aussicht grandios, wenn sie noch wahrgenommen wurde. Nach zwei Rollkilometern ging man innerhalb von zwei 2km alles runter, was man vorher hoch gelaufen ist. Am Schluss waren alle erschöpft.
Tolle Stimmung vor, während und nach dem Rennen
Tolle Stimmung vor, während und nach dem Rennen

Da am Donnerstag Auffahrt war, konnte man die schweren Beine in der Festwirtschaft lange baumeln lassen. Die vorletzte Etappe in Inwil war den letztjährigen Teilnehmer bestens bekannt. Das gleiche war auch bei der Finalissima der Fall. Der anspruchsvolle Rundkurs in Dagmersellen mit dem Chrüzberg war das Dessert der diesjährigen Tour. Keine Regel ohne Ausnahme: Hier an dieser Etappe versagte die Mittwochsregel. Es war zwar trocken aber nicht warm und nicht der schönste Tag der Woche.
Fazit: Wiederum tolle Stimmung vor, während und nach dem Wettkampf, kurze und speditive Siegerehrungen und immer ein Promiläufer, der einem das Schätzen nie einfach machte. Mir hat es sehr gefallen und ich wette fast, dass mir am kommenden Mittwoch langweilig ist und etwas fehlt. Es war schon streng sich jeden Mittwoch zu überwinden und zu gehen. Vor allem so ab der dritten bis zur fünften Etappe. Aber man ging, weil man wusste, wen man trifft, und dass es denen genau gleich geht.
GO-IN6WEEKS - oder wenn selbst Ueli Küttel an seine Grenzen stösst
GO-IN6WEEKS – oder wenn selbst Ueli Küttel an seine Grenzen stösst

Wenn es einigermassen geht, werde ich nächstes Jahr sicher wieder teilnehmen, und ich hoffe, dass es wieder genau gleich viel “Nachwuchs“ gibt wie dieses Jahr. Denn die Strecken sind sehr schön und abwechslungsreich. Das Kameradschaftliche und Kollegiale hat in dieser Serie genau den gleichen Stellenwert wie der Sport. Das macht diese Serie auch so interessant. Ich hoffe auch dich nächstes Jahr an der Startlinie zu sehen.
Es grüsst
Ueli

Laufen ist die beste Medizin

Kategorien

Wenn es einer wissen muss, dann er. Haile Gebrselassie hat in seiner Laufbahn  26 Weltrekorde aufgestellt, dominierte als mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister ein Jahrzehnt lang die Distanzen von 3000 Meter bis 10.000 Meter und war von 2007 bis 2011 Inhaber des Weltrekordes im Marathon. Der mittlerweile 40-jährige Ausnahmeathlet ist aber weit mehr als ein Sportler. In seiner Heimat hat er als Unternehmer Arbeitsplätze für mehr als 1000 Mitarbeiter geschaffen und beabsichtigt, ab 2015 in die Politik einzusteigen, um das Land voranzutreiben.

Haile Gebrselassie hat das Leben dank dem Laufsport im Griff
Haile Gebrselassie hat das Leben dank dem Laufsport im Griff

„Laufen ist die einzige Wahl, um zu überleben“, sprudelt es aus dem Mund des redegewandten Läufers. Er hat erkannt, dass sich die Menschen mit falscher Ernährung und zu wenig Bewegung in einer Sackgasse befinden. „Laufen und Schwitzen klärt die Gedanken, bringt neue Ideen. Das schafft man weder mit Dusche noch mit Seife.“ Aber nicht nur dies, „Laufen ist eine Lebensschule, fördert die Disziplin und lernt jeden einzelnen, etwas konsequent zu machen.“
Dank neuer Schuhtechnik glaubt er an eine weiter an Leistungssteigerung
Dank neuer Schuhtechnik glaubt Haile weiter an Leistungssteigerung

Seine Disziplin führte ihn verbunden mit harter Arbeit zu grossen Zielen. Noch heute läuft er schnell, sehr schnell sogar. Am vergangenen Samstag hat er dies in Bern getan und in überlegener Manier den Grand Prix von Bern gewonnen. Wer ihn laufen sah, hat festgestellt, dass das Laufen für Haile Gebrselassie eine Passion ist. Das Ende seiner Wettkampfkarriere ist noch nicht in Sicht, ein Tag ohne Laufen sowieso nicht: „Ein Tag ohne zu laufen ist ein verlorener Tag!“

So erholt man sich richtig vom Grand Prix von Bern

Kategorien

Bern im Banne der Läuferinnen und Läufer
Bern im Banne der Läuferinnen und Läufer

Es war ein fantastisches Läuferfest mit einem eindrücklichen Sieg von Haile Gebrselassie. Der äthiopische Wunderläufer siegte überlegen in 46:59 und war von der Stimmung begeistert: „Unglaublich! Hier müssen mindestens 300’000 Menschen wohnen.“ 25’874 Läuferinnen und Läufer haben verschiedene Strecken unter die Füsse genommen und Grossartiges geleistet. Wir gratulieren herzlich!
Die Spitze kurz nach dem Start
Die Spitze kurz nach dem Start

Eine solche Leistung hinterlässt Spuren. Das Glücksgefühl über das Erreichte mag noch so gross sein, die Muskeln schmerzen, ja können sich im einen oder anderen Fall im Ziel sogar verkrampft haben. Die Energie-Speicher wurden nahezu geleert, der Flüssigkeitshaushalt durcheinander gebracht. Was jetzt folgen muss, ist Erholung!
Die Flüssigkeitsspeicher wurden stark angezapft
Die Flüssigkeitsspeicher wurden stark angezapft

Mit folgenden Tipps erholst du dich am besten:

  • Belohne dich mit etwas, worauf du die letzten Tage und Wochen verzichtet hast. Diese Belohnung wirkt häufig Wunder.
  • Gönne dir 2-3 Tage nach dem Lauf einen Wellnessabend, mit warmen Bädern, Sauna und eventuell einer Massage.
  • Ruhe ist auch Training! Gib deinem Körper die verdiente Ruhe, ehe du dein Training nach 3-4 Tagen wieder aufnimmst.
  • Suche dir ein neues Ziel, denn dies motiviert dich, auch in Zukunft regelmässig zu trainieren.
  • Damit es beim nächsten Wettkampf noch besser läuft, trainiere mit System.

 

Der grosse Tag!

Kategorien

Heute ist es endlich so weit. Der Startschuss fällt zum 32. Grand Prix von Bern. Damit alles gut kommt, hier nochmals je drei Tipps von Markus Ryffel, Viktor Röthlin und Christian Belz. Wir wünschen viel Erfolg!

Markus Ryffel - letzter und bisher einziger Schweizer Sieger der 10 Meilen
Markus Ryffel – letzter und bisher einziger Schweizer Sieger der 10 Meilen

  1. Verkürze die Schritte bergauf und lauf tendenziell auf dem Vorfuss. Lauf aber auch bewusst über die Ferse oder den ganzen Fuss, wenn das Gefälle entsprechend ist. Die profilierte Strecke schreit geradezu danach, Schrittwechsel einzustreuen und damit immer wieder auf frische muskuläre Strukturen zurückzugreifen.
  2. 15 Minuten sollte dein Einlaufen maximal dauern. Länger macht dich bloss müde. Baue nach 7 und 11 Minuten je eine Minute im Wettkampftempo in das Einlaufen ein.
  3. Geniess die Möglichkeit, die Stadt und alle ihre Sehenswürdigkeiten laufend zu erkunden.

 

Viktor Röthlin - aktuell bester Schweizer Marathonläufer
Viktor Röthlin – aktuell bester Schweizer Marathonläufer

  1. Keine Experimente am Wettkampftag. Mach nur, was du auch im Training ausprobiert hast. Dies gilt beispielsweise auch für die Verpflegung. Damit ich im Wettkampf jeweils nicht auf die Toilette gehen muss, trinke ich Isostar Long Energy bis 1 Stunde vor dem Start. Erst 5 Minuten vor dem Start führe ich nochmals 2 dl Long Energy zu mir. Dazwischen überhaupt nichts.
  2. Drittle die Strecke und erreiche so das beste Resultat, weil du auch am Schluss noch zulegen kannst. Lauf das erste Drittel ganz entspannt. Achte dich auf dem zweiten Drittel auf die Laufökonomie. Gib Gas auf dem letzten Drittel. (Erst) hier darf es auch mal weh tun.
  3. Geniesse die Gelegenheit, dich mit den Besten zu messen. Es gibt kaum eine andere Sportart, in der du dich zur gleichen Zeit mit den Top-Cracks am gleichen Ort messen kannst. Oder hat jemand von euch schon gegen Roger Federer Tennis gespielt?

 

Christian Belz - mehrfacher Sieger des Altstadt GP
Christian Belz – mehrfacher Sieger des Altstadt GP

  1. Entscheidend für ein erfolgreiches Rennen ist ein vorsichtiger Start. Das Profil der Strecke lädt zu einem schnellen Beginn geradezu ein. Wer zu schnell startet, büsst dies in jedem Fall. Es gilt demnach auf dem ersten Kilometer im Aargauerstalden das Tempo zurückzuhalten.
  2. Die Verpflegung sollte nicht unterschätzt werden. Wer das Optimum herausholen will, beginnt bereits am ersten Verpflegungsposten mit Trinken.
  3. Die Atmosphäre ist absolut stimulierend. Lasst euch davon tragen und geniesst das Rennen in vollen Zügen – auch wenn es auf den letzten Kilometern hart werden sollte.

 

Mit Leichtigkeit in den Sommer starten

Kategorien

Laufen hat viele positive Seiten – eine davon ist, dass beim Laufen Energie verbraucht wird und der Stoffwechsel angeregt wird. Wer das Ziel hat, durch das Laufen seine Körperzusammensetzung zu verändern, sollte die Ernährung im Zusammenhang mit dem Training anpassen.

Mit Leichtigkeit der Sonne entgegen
Mit Leichtigkeit der Sonne entgegen

Welche Tipps und Tricks gibt es, um jede Trainingseinheit effektiv nutzen zu können und gleichzeitig Gewicht zu reduzieren?

  • Dauerlauf 1 und 2: Laufe lockere Dauerläufe bis zu 60 min nüchtern direkt morgens nach dem Aufstehen. So arbeitet dein Körper vermehrt im Fettstoffwechsel-Bereich.
  • Mitteltempo oder Intervalltraining: Iss vor dem Training ausreichend Kohlenhydrate, sodass die Qualität der Einheit nicht leidet. Bereite das Training mit einem Kohlenhydrat-Eiweiß-Shake nach und reduziere lieber abends die Kohlenhydrataufnahme.
  • Long Jog: Versuche von Zeit zu Zeit die Kohlenhydratversorgung vor dem Lauf zu reduzieren und greife vermehrt auf Eiweiße zurück. Während des Laufs kannst du versuchen die Aufnahme von Kohlenhydraten in Form von Gels, Isogetränken o.ä. zeitlich nach hinten zu verschieben. Achte jedoch im Anschluss an das Training auf eine gute Eiweißversorgung von 20-30 g (besonders essentielle Aminosäuren) und nimm je nach Bedarf zusätzlich bis zu 1g Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht.
  • Krafttraining: Baue regelmäßig Stabilitäts-und Krafttraining in deinen Laufalltag ein. Das hilft dir einen gesunden, effizienten Laufstil zu entwickeln bzw. zu erhalten, als auch beim Energieverbrauch. Nach einem intensiven Kraft-Zirkel führt der Nachbrenneffekt zu rund 20% weiterem Energieverbrauch (bezogen auf den Energieverbrauch während der Trainingseinheit). Läufer brauchen nicht zu viel Muskelmasse, doch Muskeln verbrennen auch in Ruhe mehr Energie als Fett.
  • Variabler Lauf: Bringe Abwechslung in dein Lauftraining, indem du beispielsweise eine hügelige Strecke wählst. Die unterschiedliche Puls-und Kraftbelastung führt zu einem erhöhten Energieverbrauch und gleichzeitig zu einem erhöhten Nachbrenneffekt.

Wer durch das Laufen Gewicht reduzieren möchte, sollte dies behutsam, kontrolliert und langsam durchführen. Auf essentielle und hochwertige Eiweiße sollte in der Gesamtkost besonders geachtet werden. Nur im direkten Zusammenhang mit dem Training sollte auf Einfachzucker zurückgegriffen werden, ansonsten ist die Wahl von vornehmlich komplexen Kohlenhydraten zu empfehlen.
Dieser Blog wurde von Ingalena Heuck, Sportwissenschaftlerin und Deutsche Meisterin (2010) im Halbmarathon verfasst