running.COACH am Wings for Life World Run

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Am 3. Mai 2015 findet in 35 Ländern der Wings for Life World Run statt. Schweizer Austragungsort ist Olten. Zeitgleich starten tausende von Läuferinnen und Läufern zu einem der inspirierendsten und spannendsten Laufwettkämpfe der Welt. Sämtliche Startgelder des Laufs kommen der Stiftung Wings for Life zugute. Diese fördert weltweit Projekte im Bereich Rückenmarksforschung mit dem Ziel, Querschnittslähmung heilbar zu machen.


Der Wings for Life World Run ist ein Event, der Zehntausende Athleten exakt zur gleichen Zeit zusammenbringt. Doch damit nicht genug – der Wettkampf wartet mit einem völlig neuartigen Format auf: Dreissig Minuten nach dem Start nimmt der ehemalige Skirennfahrer Bruno Kernen als sogenannter «Catcher Car» Jagd auf die Teilnehmer auf. Das Verfolgerauto steigert dabei in festgelegten Intervallen seine Geschwindigkeit und fungiert als «fahrende Ziellinie». Der Catcher Car ist mit einem elektronischen Sensor ausgestattet und erfasst beim Überholen der einzelnen Teilnehmer die Daten ihrer digitalen Chips, bis es schliesslich das Spitzenfeld erreicht. Der weltweit letzte verbleibende Teilnehmer wird zum globalen Champion des Wings for Life World Run gekürt.

Du läufst so lange, bis dich der Catcher Car einholt

running.COACH ist Partner des Wings for Life World Run und empfiehlt dir eine Teilnahme. Betrachte den Wings for Life World Run als Wettkampf oder absolviere ganz einfach einen Dauerlauf oder deinen Long Jog im Rahmen des Wings for Life World Run.

Wichtig:
– Melde dich in einem ersten Schritt bis am 28. April ganz normal als Läufer an.
– Trete in einem zweiten Schritt dem Team runningCOACH bei: Klicke hier, trage deine Mail-Adresse ein und klicke auf „Join this team“

Nicht vergessen:
– Besuche uns an unserem Stand.

Mehr Infos zum Wings for Life World Run

Jonas Kiefer – running.COACH Teammitglied

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Seit meinem letzten Blog verging ein ganzes Weilchen. Der März stand bei mir ganz im Zeichen von sehr viel Arbeit: Zuerst war ich eine Woche in Deutschland unterwegs und danach in der Ost- und Westschweiz. Dadurch hatte ich mehr Übernachtungen im Hotel als zu Hause. Die Laufschuhe waren zwar immer dabei, aber ganz ehrlich? Nicht sehr oft getragen… Die Wochen waren sehr anstrengend und oftmals kam noch sehr frühes Aufstehen dazu. Uhrzeiten, zu denen der Basler eigentlich nur aufsteht, wenn Morgenstraich ist.

Jonas Kiefer war im März nur wenig draussen unterwegs
Jonas war im März berufsbedingt nur wenig draussen unterwegs

Dabei hätte mir etwas frische Luft gut getan nach all den Tagen, an denen ich aus beruflichen Gründen in Schlachthöfen oder Fischzuchten war. Doch die Müdigkeit abends hatte es in sich. Zudem plagten mich im März auch immer wieder diverse Wehwehchen.
Natürlich gab es in der Zeit aber auch läuferische Highlights. Eines war ganz bestimmt der Lauf bei stürmischen Verhältnissen dem Murtensee entlang. Der Regen peitschte mir ins Gesicht und es war ein absoluter, grossartiger Kampf gegen mich selbst. Völlig durchnässt, aber total happy kam ich wieder ins Hotel zurück. Auf solche Trainings hatte ich noch etwas mehr gehofft, vor allem auch, weil es auf neuen Laufstrecken gewesen wären. So waren es im März halt etwas weniger Trainings als geplant.
Dann hatte ich mich ja für den Männedörfler Waldlauf angemeldet. Am Abend vorher als ich aus der Ostschweiz wieder nach Hause kam, habe ich ganz lange mit dem Gedanken gespielt, das Rennen einfach sausen zu lassen. Ich war total müde und schlapp. Am Samstag wachte ich aber doch erstaunlich ausgeruht auf und war voller Tatendrang. Das Wetter war absolut perfekt und die Gedanken vom Vorabend waren wie weggeblasen. Trotz der schlechten Vorbereitung und meiner nicht ganz frischen Verfassung, habe ich mich auf dem Weg lange gefragt, was für eine Zeit ich wohl laufen kann. Der Lauf war 11,5km und hatte doch ca. 200 Höhenmeter. Der running.COACH berechnete mir eine Prognose von ca. 1:03h. Das wollte ich dann aber doch schon unterbieten.

Strecke und Profil des Männedörfler Waldlaufs

Ich war frühzeitig dort und konnte in aller Ruhe die Startnummer abholen, die Sonne ein wenig geniessen und dann Einlaufen. So langsam stieg dann schon die Vorfreude. Kurz vor dem Start war ich dann eigentlich doch ziemlich gespannt, was ich über den Winter für Fortschritte gemacht habe. Fast von Beginn weg konnte ich mein Tempo laufen und hatte recht konstante Kilometerzeiten. Zwischen Km7 und Km8 kam dann ein ziemlich langer und steiler Anstieg, der es wirklich in sich hatte. Trotzdem kam ich eigentlich gut durch und habe mit 1:00:28h die Prognose des running.COACH deutlich unterboten. Mehr ging an diesem aber Tag wirklich auch nicht.
Zugegeben, für einen Superläufer ist dies keine Wahnsinnszeit… Aber: Ich bin mit meinem Resultat höchst zufrieden und das hat mehrere Gründe. Wenn ich ein Jahr zurück schaue, dann war ich nach ca 7km im Schneckentempo froh, wieder zu Hause zu sein. Zudem laufe ich mit running.COACH erst seit Herbst. Wenn man das alles zusammenrechnet, dann bin ich mit dieser Entwicklung mehr als zufrieden. Vor allem ist es auch der einfachste Beweis, wie effektiv running.COACH eben wirkt und zwar für Läufer jeder Stärke. Zweitens hat es mir gezeigt, dass ich seit Dezember und dem Silversterlauf wirklich Fortschritte gemacht habe und das freut mich. Da haben sich die Stunden an dunklen und kalten Abenden durch den Asphaltdschungel halt eben ausbezahlt.
Es zeigt aber auch, dass ich mein erstes Saisonziel, die 10km mit einem guten Gefühl unter 50min zu laufen in den Beinen habe. Die von running.COACH berechnete GAP-Time für den Männedörfler Waldlauf lag schon knapp unter 5min pro km. Wird also alles.
Wichtig ist jetzt, dass ich bis zum 19. April und dem Cityrun wirklich alle Trainings machen kann und dann wird’s eine gute Sache.
Ich berichte davon dann schon bald im nächsten Blog.

Wenn es in der Leiste zwickt

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Leistenschmerzen treten am häufigsten bei Schnellkraftsportarten mit Stop and Go-Bewegungen auf. Ein gezieltes Training der betreffenden Muskelgruppen kann das Beschwerde-Risiko wesentlich minimieren.

Verglichen mit Knie oder Schulter ist es in Gesprächen unter Sportlern um die Leiste eher ruhig. Operationen von Leistenbrüchen gehören zwar allgemein betrachtet zu den häufigen chirurgischen Eingriffen im medizinischen Alltag. Allerdings sind davon Sportler nicht vermehrt, sondern in erster Linie ältere Menschen betroffen.
Dennoch sind Schmerzen im Leistenbereich bei sportlichen Aktivitäten ein wichtiges Thema, da diese oft mit einer längeren Leidenszeit verbunden sind. Bei Sportlern treten Leistenbeschwerden vor allem bei Mannschaftssportarten wie Fussball, Handball oder Eishockey auf oder bei anderen Stop and Go-Sportarten wie Squash und Badminton. Im Laufsport beispielsweise sind Leistenprobleme eher seltener (Ausnahme Sprintdisziplinen).

Sprinter sind anfälliger für Leistenprobleme als Langstreckenläufer
Sprinter sind anfälliger für Leistenprobleme als Langstreckenläufer

Verlegenheitsdiagnose „Sportlerleiste“
Die Diagnose von Leistenschmerzen ist nicht ganz einfach, können doch zahlreiche Ursachen dafür verantwortlich sein. Beklagen sich aktive Menschen über Beschwerden in der Leiste, dann wird als Verlegenheitsdiagnose oft von einer „Weichen Leiste“ oder „Sportlerleiste“ gesprochen. Der Begriff Sportlerleiste wird in der Öffentlichkeit sehr freizügig verwendet. Es gibt jedoch eine Definition, welche die Sportlerleiste gut beschreibt: „Schmerzen in der Leiste, die durch Überlastung oder Fehlbelastung ausgelöst werden und auf ein Missverhältnis der am vorderen Beckenring ansetzenden Muskelgruppen zurückzuführen sind“. Bezogen auf diese Definition tritt eine echte Sportlerleiste viel seltener auf als angenommen und fast ausschliesslich bei Hochleistungssportlern (1-6%, je nach Sportart).
Verantwortlich für Beschwerden im Leistenbereich können auch sein Leistenbrüche, Muskel- oder Sehnenverletzungen, Entzündungen von Sehnenansätzen, des Schambeins oder der Schambeinfuge und Hüftgelenksveränderungen mit Schaden an der Gelenkslippe – oder sogar eine Arthrose (Abnutzung eines Gelenkes).

Bei Jungen vor allem muskuläre Probleme
Vor allem bei älteren Personen bilden die Arthrose im Hüftgelenk oder ein Schambeinas-bruch nach einem Unfall die häufigste Ursache von Leistenschmerzen. Bei sportlich aktiven jungen Menschen sind die Ursachen hingegen vor allem in der Muskulatur und den Sehnenansätzen zu suchen. Die Adduktoren beispielsweise (Muskelgruppe an der Oberschenkelinnenseite) sind die wichtigsten Stabilisatoren in der Stand- und Schwungbeinphase und müssen je nach Sportart (z. B. Torschuss oder Grätsche im Fussball) hohe Belastungsspitzen aushalten. Bei Muskelansatzproblemen kann auch eine fehlende Regeneration eine Rolle spielen. Vielfach treten zuerst nur leichte Beschwerden auf, die mit entsprechender Physiotherapie gut kontrolliert werden können. Bei fortgesetzter Belastung ohne Behandlung hingegen können sich die Schmerzen zu einem relevanten und chronischen Problem bis hin zu einer Schambeinastentzündung entwickeln.

Wann zum Arzt?
Es gibt eine absolute Notfallsituation, in der sofort ein Arzt konsultiert werden muss: Wenn ein Leistenbruch einklemmt und als Folge ein Absterben von Darmanteilen droht.
Dies ist in den meisten Fällen mit einer stark schmerzhaften und optisch sichtbaren Vorwölbung verbunden, welche sich nicht wegdrücken lässt. Auch Muskelfaserrisse sind be-gleitet von einem heftigen Schmerz. Dieser ist aber abhängig von der Muskelaktivierung und legt sich in Ruhe. Bei eher allgemeinen Beschwerden kann ruhig fünf bis sieben Tage unter körperlicher Schonung abgewartet werden, bevor man sich untersuchen lässt.

Die Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle in der Therapie
Die Physiotherapie spielt eine zentrale Rolle in der Therapie

Werden muskuläre Probleme als Ursache diagnostiziert, spielt die Physiotherapie bei der Herstellung der Muskelbalance eine zentrale Rolle. Begleitend können je nach Ursache eine chiropraktische Behandlung, die Stosswellentherapie und entzündungshemmende Medikamente in Tablettenform oder als Spritze (Kortison nur in Ausnahmefällen) eingesetzt werden.
Eine Operation ist nur in der erwähnten Notfallsituation, bei eindeutigen Veränderungen des Hüftgelenkes oder bei gewissen Indikation nach fehlgeschlagener konservativer Therapie angezeigt. Neuere Therapieformen, wie z.B. die Eigenblut-Spritzentherapie, werden zukünftig an Stellenwert gewinnen, da sie kaum Nebenwirkungen und erstaunliche Erfolge zeigen. Der Wiedereinstieg in den Sport muss gut abgewogen werden und soll schmerz-angepasst erfolgen. Ungeduld ist gerade hier ein schlechter Ratgeber.
Die erste Anlaufstelle bei Beschwerden ist der Hausarzt. Dieser kann Notfallsituationen erkennen und falls nötig eine zielgerichtete Zuweisung in die Wege leiten. Weiter können Sportmediziner oder sportmedizinische Zentren kontaktiert werden, da diese über eine grosse Erfahrung im Umgang mit Leistenschmerzen auch bei jungen Leuten verfügen.

Muskelkorsett als Schutz
Als effiziente Schutzmassnahme zur Vermeidung von Leistenproblemen empfiehlt sich das Auftrainieren der betreffenden Muskulatur. Beginnen kann man mit einfachen Gleichgewichtsübungen auf instabiler Unterlage, um das Zusammenspiel der Muskulatur zu fördern. Für Fortgeschrittene bilden aus präventiver Sicht das Gleichgewichtstraining z. B auf einem Seil (Slackline) ebenfalls ideale und erst noch unterhaltsame Trainingsformen. Die wichtige tiefe Rücken- und schräge Bauchmuskulatur sollte hingegen zumindest zu Beginn unter Anleitung trainiert werden. Und aufgepasst: Ein gut definiertes Six Pack kann – wenn dafür in erster Linie die gerade Bauchmuskulatur trainiert wird – gar kontraproduktiv sein, da ein einseitiges Training das Gleichgewicht der Rumpfmuskulatur stört und dadurch als Auslöser von Beschwerden wirken kann.

BirrerDieser Blog wurde von Dr. med. Konrad Birrer, Facharzt für Chirurgie und Sportmedizin verfasst. Dr. med. Konrad Birrer arbeitet in der Sportmedizin Zentralschweiz, Medbase Luzern.

Das neue Update ist da!

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Seit wenigen Tagen kann das neuste Update der iPhone App heruntergeladen werden. Neben einigen Bugfixes steht der Feed im Vordergrund. Auf einen Blick können nicht nur die Trainingstypen wie zum Beispiel „Dauerlauf“ oder „Long Jog“, sondern auch die Trainingsdetails von zukünftigen und die Karten von absolvierten Trainings studiert werden.

Praktischer Feed deiner Trainings

 
Die App bietet nach wie vor viele nützliche Möglichkeiten wie zum Beispiel:

  • Tracking-Funktion: Mit deinem iPhone kannst du dein Training tracken und unterwegs immer im Bilde sein, wie lange, wie schnell und wie weit du schon gelaufen bist.
  • Training planen: In den Einstellungen der App kannst du unter anderem bequem deine Wochenstruktur anpassen, deine Wettkämpfe erfassen oder deinen Leistungsstand aktualisieren.
  • Trainingsprotokoll erstellen: Du brauchst nach dem Training nicht den PC zu starten, sondern kannst deine Trainings bequem auf dem mobilen Gerät auswerten.

Vitamin C: Nährstoff oder Supplement?

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Ursprünglich wurde das Vitamin C als Nährstoff bekannt, der Skorbut verhindert. Seit der Nobelpreisträger Linus Pauling Vitamin C zum Schutz vor Erkältungen empfahl, finden wir es als Supplement in vielen Haushalten.

Der Markt an Vitamin- und Mineralstoffsupplementen ist riesig. Dabei soll Vitamin C das meistverkaufte aller Vitamine und Mineralstoffe sein. Gleichzeitig ist es ein Vitamin, das viele kontroverse Diskussionen ausgelöst hat.

Zitrusfrüchte enthalten viel Vitamin C

Begonnen hat alles 1970 mit dem zweifachen Nobelpreisträger Linus Pauling. Für eine gute Gesundheit empfahl er täglich 1-2 Gramm Vitamin C als Supplement und «für manche seien gar 5 g nötig» (1). Pauling fand zudem, dass alle ein Multivitamin-Supplement einnehmen müssten, um gesund zu bleiben. Gemäss grosser, sauber durchgeführter Studien sieht man heute jedoch keinen gesundheitlichen Nutzen mehr solcher Supplemente (2).

Wie viel und wozu?

Vitamin C ist ein essentieller Mikronährstoff. Es muss zwingend über die Nahrung aufgenommen werden. Für die normale Funktion des Stoffwechsels sind nur kleine Mengen nötig. In Europa liegen die Empfehlungen für Erwachsene zwischen 45 und 90 mg pro Tag, und für Sportlerinnen und Sportler gelten dieselben Werte (3).
Ohne Vitamin C entsteht die Mangelkrankheit Skorbut und bereits um 1750 erkannte man, dass «Orangen und Limonen die besten Heilmittel für diese Krankheit» sind (4). Vitamin C spielt eine Rolle bei der Bildung von Bindegewebe, diversen Hormonen, Cholesterin sowie Aminosäuren (5). In der Bevölkerung wird es hauptsächlich als Schutzstoff wahrgenommen, als Antioxidans. In der Fachwelt kennt man Vitamin C aber auch als Prooxidans (5). Es schützt nicht nur vor bestimmten Stoffen, den Radikalen, sondern kann die Bildung der Radikale auch fördern.

Nahrung als Quelle der Wahl

Es spricht nichts dagegen, dass Nahrung die beste Quelle für Vitamin C ist. Wie bei allen Nährstoffen gilt auch für das Vitamin C, dass eine halbwegs abwechslungsreiche Auswahl an Lebensmitteln den Bedarf deckt. Vitamin C aus Nahrung oder Supplementen unterscheidet sich nicht. Dennoch ist es sinnvoller, generell Nahrung als Quelle von Nährstoffen zu wählen. Denn natürlich gewachsene Lebensmittel enthalten mehrere Hunderte, wenn nicht Tausende anderer Stoffe, die nicht in Supplementen vorkommen, aber in ihrer Kombination einen nennenswerten Beitrag an unsere Gesundheit liefern dürften.

Mit Pillen alleine ist es nicht gemacht. Eine ausgewogene Ernährung muss das Ziel sein.

Die von Pauling empfohlenen Mengen könnten niemals über naturbelassene Nahrung erreicht werden und entsprechen somit einer pharmakologischen Dosierung. Der erhoffte Schutz vor Erkältungen wurde in rund 30 Studien untersucht. Bei Erwachsenen sah man keinen Einfluss von Vitamin C-Supplementen auf die Häufigkeit von Erkältungen (6). Hingegen kann man bei einer üblichen Erkältung eine Verkürzung von einem halben Tag erwarten, also 6½ anstatt 7 Tage Dauer. Im Sport wäre eine hohe Supplementierung vermutlich kontraproduktiv. Denn ab täglich 200 mg Vitamin C (und Vitamin E) wurde schon beobachtet, dass Trainingseffekte im Ausdauerbereich schlechter ausfallen (7).

Weniger Erkältungen

Vitamin C wurde auch zum Schutz vor Erkältungen nach einem Ausdauerwettkampf eingesetzt. Während es bei 250 bis 600 mg über 3 bis 6 Wochen vor einem 90 –Kilometer-Lauf halb so viele Erkältungen nach dem Lauf gab, blieben 1000 mg für 8 Wochen vor einem Marathon ohne Wirkung (6). Somit könnten regelmässig eingenommene 250 mg pro Tag in den Wochen vor einem mehrstündigen Ausdauerevent zu weniger Schnupfen nach dem Wettkampf führen. Aber vielleicht lief dann der Wettkampf etwas schlechter, weil eine solche Supplementierung auch die Trainingseffekte reduzieren kann. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, ob die Leistung im Rennen wichtiger ist oder das Vermeiden einer Erkältung danach.
Den besten Schutz vor Erkältungen bieten zudem Massnahmen, die verhindern, dass die entsprechenden Viren überhaupt in den Körper gelangen. Die wichtigsten: Regelmässiges Händewaschen, Menschenansammlungen meiden und einen Bogen um erkältete Leute machen – alle drei sind neben einer ausgewogenen Ernährung sicherlich wichtiger und effektiver als Vitamin C-Supplemente.

(1) Pauling L. Vitamin C and the common cold. San Francisco: W.H. Freeman; 1970.
(2) Macpherson H et al. Am J Clin Nutr 2013; 97:437–44.
(3) Peake JM. Int J Sport Nutr Exerc Metab 2003; 13:125–51.
(4) Lind J. A treatise of the scurvy. London: A. Millar; 1753.
(5) Grosso G et al. Front Biosci 2013; 18:1017–29.
(6) Hemilä H, Chalker E. Cochrane Database Syst Rev 2013; 1:CD000980.
(7) Braakhuis AJ. Curr Sports Med Rep 2012; 11:180–4.

Dieser Blog wurde durch Fit for Life zur Verfügung gestellt. Fit for Life ist das Schweizer Magazin für Fitness, Lauf- und Ausdauersport. Möchtest du regelmässig solche Artikel lesen? Dann klicke hier.

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F wie Faszie

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Faszie. Dieses Wort hätte das Zeug dazu zum Begriff des Jahres zu werden. Viele Sportler bekommen plötzlich lange Jahre anhaltende Probleme in den Griff, vermeiden präventiv Überbelastungen und erhöhen ihre Leistungsfähigkeit seit sie regelmäßig „rollen“.

Das Rollen gehört zum Laufen wie das Dehnen, das Duschen und das Essen

Doch bei der Faszientherapie ist es wie mit den meisten guten Vorsätzen: am Anfang sind wir motiviert, nutzen das neue Tool und spüren den Unterschied. Doch nach ein paar Wochen steht die Rolle dann als Staubfänger in der Ecke. Oder kommt Dir das etwa nicht bekannt vor? Ich kenne viele, denen es so geht – und mir ehrlich gesagt auch. Aber ich habe etwas vorgenommen: jede Trainingseinheit endet erst, nachdem ich 10 Minuten gerollt habe. Diese Zeit plane ich ab sofort ein. Das Rollen gehört zum Training wie das Dehnen, das Duschen und das Essen.
Alle Tipps zur Faszientherapie findest Du hier in unserem Beitrag oder auch hier im Video mit mir.
Viel Spaß beim Laufen und beim Rollen! Mit dieser Kombination läuft es dann noch besser!
Die Rolle kann man übrigens im running.COACH Shop beziehen. Hier geht’s zum Shop.

LeniDieser Blog wurde von Ingalena Heuck, Sportwissenschaftlerin und Deutsche Meisterin (2010) im Halbmarathon verfasst.

Léonie von Tavel – running.COACH Teammitglied

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Valentin Belz schrieb mir: „Und zwar könntest du über deine Arbeit als Tierärztin schreiben und den Vergleich von Mensch und Tier. Wie findest du das Leiden eines Tieres heraus, wenn es nicht reden kann? Wo gibt es Parallelen, wo grosse Unterschiede? Wo könnten wir Menschen von den Tieren lernen?“
Und das mit 4500 Zeichen?
Über diese schwierige Fragestellung dachte ich manchen Lauf-Kilometer nach, während meine Mittelschnauzer-Hündin Stella gedankenlos neben mir her rannte und je nach meinem Tempo hier und dort schnüffelte, einen Hundekollegen traf oder wie letzthin von einem Reh erschreckt wurde. Mein Puls schnellte bei dieser Begegnung innerhalb einer halben Sekunde von 140 auf 170 Schläge. Spannend, wenn man das gerade auf der Pulsuhr ablesen kann;-) Über die Kommunikation von Tieren wurden und werden x Studien gemacht und Bücher und das Internet gefüllt. Wie also soll ich das schier unendliche Thema angehen? Nach vielem Hin und Her kam ich zum Schluss: Mit Hilfe von Stella eben!

Léonie und Stella sind ein Team
Léonie und Stella sind ein starkes Team

Stella-(m)ein Hund- ein Säugetier
Rennt Stella wirklich  gedankenlos mit mir durch den Wald? Warum nehme ich als Mensch das an? Tiere können keine Gedanken formulieren wie wir Menschen mit Hilfe von Wort und Schrift. Ich kann sie also nicht fragen: „Hat Dir unser Lauf heute gefallen?“ Oder: „wärst Du heute lieber eine andere Strecke gelaufen?“ Zumindest kriege ich keine Antwort mit Worten. Warum denke ich aber manchmal, dass es Stella gefallen hatte und manchmal, dass sie es nicht so toll fand? Mein Mann sagt, ich hätte dafür ein besonderes „Gspüri“ (Gespür). Das mag sein. Aber auch Menschen ohne dieses „Gspüri“ merken ja meist, wenn mit ihren (Haus)tieren etwas nicht stimmt. Wir können unsere Tiere (zumindest höher entwickelte Tiere wie eben Säugetiere) „lesen“ bzw. ihre Signale, die sie uns senden, interpretieren. So ist hierzulande jedermann klar, dass ein Hund, der wedelt, sich freut. Und er hat Angst, wenn er den Schwanz zwischen die Beine klemmt. Schwieriger wird es aber schon, wenn man z.B. nur die Ohren betrachtet. Im Gegensatz zu uns Menschen kommunizieren Hunde ausgeprägt mit den Ohren. Und da wiederum sind  Stehohren eines Schäfers besser/anders zu „lesen“ als Hängeohren eines Spaniels. Generell aber muss man sich schon eingehender mit den Signalen befassen, um diese „Sprache“ richtig zu verstehen.
Ein Vorteil als Tierärztin
Da kommt mir mein Beruf wohl entgegen. Als Tierärztin lernt man, gesunde Tiere von kranken Tieren zu unterscheiden. Wir lernen sehr ausführlich, was die Signale der Krankheitsanzeichen sind und was sie für eine Bedeutung haben können. So weiss ich als Tierärztin z.B., mit welcher Körpertemperatur Stella Fieber hat (nämlich ca. ab 38.5C°) und dass sie dann müde ist, weniger frisst und vielleicht heisse Ohren hat. Den Grund für das Fieber herauszufinden, ist dann die Kunst unseres Berufs. Ich frage mich immer mal wieder, ob Stella manchmal auch Muskelkater hat nach einem Long Jog wie ich? Insbesondere auch, weil sie ja meist noch mehr Kilometer zurücklegt, weil sie noch hier und dort einen Abstecher macht und total unregelmässig rennt. Ich denke schon. Sie läuft dann etwas steifer und ruht mehr. Aber vielleicht tut ihr auch etwas Ernsthafteres weh, weil sie sich verletzt hat (auch der Bewegungsapparat von Hunden besteht aus Knochen, Muskeln und Sehnen). Da muss ich mich dann sehr genau achten, wie sich ihre Bewegungsabläufe entwickeln! Letzthin lief sie während eines Laufs plötzlich nur noch auf drei Pfoten. Die vierte stellte sie nicht mehr ab. Ich stoppte meine Garmin und inspizierte die Pfote. Stella hatte sich einen Dorn eingetreten, den ich entfernte und wir danach gleich wieder auf sechs Beinen weiter rennen konnten. Aber: Tierärztin hin oder her, so gut wie ich kennt Stella sonst niemand.

One Team - one Spirit
One Team – one Spirit

Über die Symbiose Mensch-Hund
Stella ist mein Hund. In unserem Haushalt lebt noch ein weiterer Hund. Das ist aber definitiv nicht mein Hund, sondern der meines Mannes. Auch wenn das nun für einige LeserInnen komisch klingen mag: Die Chemie mit dem anderen Hund und mir stimmt nicht wirklich. Dieser Hund ist auch jedes Mal offensichtlich froh, wenn er nicht mitkommen muss, wenn ich die Laufschuhe schnüre. Er kommt gar nicht zum Eingang, sondern schläft in seinem Korb weiter. Manchmal denken wir, dass er extra ruhig und ganz zusammen gerollt bleibt, um ja nicht aufzufallen. Im Gegensatz zu Stella, die schon offensichtlich Freude hat, wenn ich die Jogginghose anziehe. Neben mit-dem-Schwanz-wedeln und rumhüpfen, leuchten auch ihre Augen. Und das sehe wohl vor allem ich, weil ich mit Stella diese Symbiose Mensch-Hund eingegangen bin. Ich bin ihr Alpha-Tier (Verhaltenssprache der Tiere) bzw. ihre Bezugsperson (Ausdruck einer familiären Beziehung) oder einfach ihr „Frauchen.“
Was lerne ich von Stella?
Tiere nehmen uns Menschen so, wie wir sind. Und Hunde mögen ihre Herrchen und Frauchen fast ausnahmslos. Die einen Symbiosen funktionieren aber auch hier besser oder etwas weniger gut. Tiere leben im Hier und Jetzt. Eine Vergangenheit gibt es in dem Sinne nur, dass sie Situationen mit gewissen prägenden Erlebnissen in Verbindung bringen können. Eine Zukunft gibt es für sie wohl nicht. Dafür beneide ich Stella: Sie macht sich keine Gedanken über den Grand Prix und was, wenn sie vom Besenwagen eingeholt würde…
Am vergangenen Sonntag war ich am geführten GP-Training. Gerne erzähle von meinen Eindrücken und vom Besenwagen in Veloform in meinem nächsten Blog!