Die Geschichte zum 24-Stunden Höhenmeter-Weltrekord

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20’407 Höhenmeter in 24 Stunden – das sind die Zahlen zum Weltrekordlauf von Friedrich Dähler. Friedrich ist von Haus aus Radrennfahrer und Spezialist für Langdistanz-Wettkämpfe. Wie kam er also auf die verrückte Idee, den 24h-Höhenmeter-Weltrekord anzugreifen? Wie erlebte er den Rekordlauf? Wir haben nachgefragt und Friedrich hat running.COACH exklusiv Auskunft gegeben…

…zur Ausgangslage
Die Zeit Anfang August 2014 gehörte zu den schwierigsten meiner Sportkarriere. Ich war in Topform und der Start zur Tortour (Nonstop-Radrennen über 1000 km und 14’500 Höhenmeter) lag nur noch wenige Tage vor mir. Dann erlitt ich einen Bandscheibenvorfall und ich konnte mich während vier Wochen nur noch unter stärksten Schmerzen bewegen. An Sport oder etwas ähnliches war nicht mehr zu denken. Ein Freund, der ebenfalls bereits einen Bandscheibenvorfall hatte, erzählte mir, dass bei ihm das Bergaufgehen die Schmerzen linderte. So spazierte ich ein erstes Mal den Berner Hausberg Gurten und fuhr mit der Bahn wieder runter. Dies wiederholte ich in den folgenden Tagen und die Schmerzen nahmen wirklich ab. Weil ich damals ausserdem mein Studium beendete und den Job gekündigt hatte, um eine längere Reise zu unternehmen, hatte ich viel Zeit. Irgendwann ging ich dann zum nächsthöheren Berg, dem Niesen (2362 m.ü.M.) im Berner Oberland. Aus einmal Niesen wurden einige Wochen später drei Mal Niesen an einem Tag und so weiter. Die Idee für den Weltrekord kam dann von meiner Schwester.

Üblicherweise ist Friedrich Dähler auf dem Rad unterwegs
Üblicherweise ist Friedrich Dähler auf dem Rad unterwegs

…zur Vorbereitung
Mein Training für den Rekord sah dann nicht viel anders aus als das bisher bekannte Training für die Strassenrennen auf dem Rad. Ich baute pro Woche einfach noch ein bis zwei Berglauftrainings ein. Durch den Winter war ich meistens ein bis zwei Mal pro Woche am Gurten. Ab April trainierte ich einmal pro Woche am Niesen, dann machte ich den Aufstieg à je 1670 Höhenmeter meistens drei Mal. In der direkten Vorbereitung trainierte ich drei Mal auf der Weltrekordstrecke mit sechs bis elf Aufstiegen pro Training. Zudem bestritt ich als „Vorbereitungswettkampf“ den Niesenlauf, welcher mir die Bestätigung lieferte, für die Rekordjagd bereit zu sein.
Materialtechnisch verfügte ich dank Salomon über Top Material, welches ich dann den Besonderheiten der Strecke anpasste (Stöcke, Schuhe). Mental machte ich nichts besonderes, ich freute mich einfach auf die Herausforderung. Die Aufgabe an sich war einfach, ich musste ja nur bergaufgehen…

…zur Wahl des Ortes
Der Ort ist sehr entscheidend, damit ein Rekord überhaupt möglich ist. Ich liebe sehr steile Aufstiege mit möglichst wenig Flachpassagen. Ich analysierte verschiedene Orte, doch war Ennenda (Kanton Glarus, Schweiz) perfekt. Die Flachstrecke bis zum „richtigen“ Start ist nur knapp 400 Meter lang und danach steigt die Strecke auf ca. 2.6 km fast 1000 Hm an. Der steile Aufstieg selber bringt dir noch wenig, wenn du nicht eine schnelle Bahn hast. Die Aeugstenbahn braucht für die Retourfahrt nur 7.5 Minuten und die Verantwortlichen der Bahn waren von Beginn an begeistert von meinem Projekt. Alles Faktoren, die perfekt zusammenspielten.

Karte
Die Strecke bei Enneda, Kanton Glarus, Schweiz

…zur Logistik
Bei der Talstation hatte ich einen Camper mit allem Material. Auf der Strecke waren zwei Verpflegungsposten stationiert und an der Bergstation betreute mich mein Arzt, der jeweils einen kurzen Check machte. Das ganze Team inklusive Bahnpersonal war über Funk verbunden. So wussten sie immer, wann ich etwa wo bin, was ich brauche oder ob es Probleme gibt. Da das gesamte Team aus meinem Freundeskreis bestand, kannte man sich untereinander sehr gut, was sicher ein grosser Vorteil war. Weil es fast nonstop regnete, wechselte ich meistens bei der Talstation kurz Trikot und Unterleibchen.
Der bisherige Rekord von 17’000 Höhenmetern steht bei Guiness. Damit dort ein Rekord angenommen wird, muss er hohe Standards aufweisen. Deshalb mussten wir meinen Versuch auf verschiedene Arten dokumentieren. Ich trug 24 Stunden ein Garmin Edge 510 auf mir, welcher alles dokumentierte. Zudem installierten wir vier Fotofallen, die jeweils ein Foto mit Ort und Zeit aufnahmen. Weiter wurde an vier Stellen die Durchgangszeit von 4 unabhängigen Personen dokumentiert und bestätigt. Die Strecke ist zudem anderweitig nicht begehbar und die vielen Zuschauer machten ein Betrügen unmöglich.

…zum Rekordtag
Es war Freitagnachmittag, als ich gemeinsam mit Andreas Binder im vollgepackten Camper meiner Eltern ins Glarnerland fuhr. Auf dem Parkplatz der Aeugstenbahn wurden wir bereits von Werner Waldvogel und seinem Team begrüsst. Während Andi gemeinsam mit Wildhüter Marco bereits einmal die Strecke abmarschierte und an vier Stellen zur lückenlosen Dokumentation des Rekords vier Fotofallen aufstellte, organisierte ich das Chaos im Camper und kochte massenweise Pasta.
Später am Abend trafen auch noch meine Freundin Daniela Schneider und mein Chiro Martin Kumm ein. Im Camper schlief ich tief und fest, das rhythmische Tropfen des Regens auf das Dach des Campers wirkte wohl sehr beruhigend.
Die Ruhe in mir war dann spätestens beim Morgenessen weg. Ich bekam kaum mehr einen Bissen runter und war froh, dass es bald losgehen würde.

Aufstieg
Konzentriert beim Aufstieg

Um 8 Uhr war auch das komplette Team vor Ort. Ich besprach mit Werner die letzten Details zu Funk etc., danach machten sich meine Helfer auf den Weg zu ihren Posten. Unter dem Applaus zahlreicher hartgesottener Zuschauer, es regnete in Strömen, startete ich Punkt 9.00 Uhr zu meinem 24 Stunden-Unterfangen. Ich war froh, endlich auf der Strecke zu sein und fühlte mich extrem gut. Es machte trotz sehr garstigen meteorologischen Bedingungen einfach nur Spass. Unterwegs wurde ich an zwei Punkten von meinem Team betreut. An der Bergstation wartete Martin, mein Arzt auf mich, unterzog mich einem kleinen Check und schickte mich danach mit der Bahn wieder zurück an den Startpunkt. Dort wurde ich von der Talstationcrew in Empfang genommen und beim Rennen in der Fläche verpflegt. Ich verpflegte mich fast ausschliesslich flüssig, wobei ich auf die bekannte Sportlernahrung verzichtete. Als Getränke nahm ich Wasser, Bouillon und verschiedene Tees (Fenchel, Früchte und Ingwer) zu mir. Als Energielieferanten dienten mir zwei verschiedene „Shakes“. Der eine bestand aus Bananen und Haferflocken, der andere aus Kartoffeln und Karotten. Alles sehr gut püriert und mit Wasser angereichert, damit es trinkbar wurde. Als Ergänzung ass ich teilweise etwas Kleines wie Datteln oder Laugenbrötchen mit Trockenfleisch. Ich hatte über 24h keine Magenprobleme.

Das Wetter spielte nicht mit
Das Wetter spielte nicht mit

Die Runden vergingen wie im Flug, bis ich in den Runden 6 – 8 in eine Krise geriet. Dazu ist diese Vorgeschichte wichtig: An Pfingstmontag hatte ich den Aufstieg in elf Stunden bereits elf Mal gemacht, was 10’500 Höhenmetern entspricht. Die reine Laufzeit hatte bei 8.5 Stunden gelegen. Ich war sehr zügig unterwegs gewesen und hatte mich super gefühlt. Nach diesem Training war auf einmal gar nichts mehr gegangen. Urplötzlich hatte ich plötzlich starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel bekommen. Lange hatte ich danach versucht, mit meinem Trainer und meinen betreuenden Arzt die Ursachen ausfindig zu machen. Die Symptome passen zur akuten Höhenkrankheit, doch war ich dafür in zu tiefen Höhen unterwegs gewesen. Unsere Lehre aus dem Vorfall: Wir hatten für den Rekordversuch geplant, nach jedem Aufstieg eine kurze Pause zu machen, im Laufen einen Gang zurückzuschalten und die Gondel etwas langsamer runterfahren zu lassen. Das Ziel war ja, den Rekord zu brechen und nicht aufs Maximum zu gehen und dann wegen bekannten Problemen abbrechen zu müssen.

Blick aus der Gondel ins Tal
Blick aus der Gondel ins Tal

Als die Probleme nach Runde sechs wieder auftauchten, mussten wir reagieren. In den ersten Runden hatte mir Martin jeweils an der Bergstation zwei Minuten Pause gegönnt. Danach passten wir diese Taktik an. Es gab bis zum Schluss ausser bei der Bahnfahrt keine Pause mehr. Mein Körper musste immer im Rennmodus bleiben, so durfte ich mich in der Gondel auch nicht mehr hinlegen. Zudem wechselte ich den Atemrhythmus. Von da an lief es super, teilweise lief ich die Strecke sogar deutlich unter 50 Minuten und die Nacht, meine Lieblingszeit, sollte ja erst noch kommen.

Kurz nach 5 Uhr war es so weit: Friedrich Dähler bricht den bestehenden Weltrekord
Kurz nach 5 Uhr war es so weit: Friedrich Dähler bricht den bestehenden Weltrekord

Punkt fünf Uhr in der Früh knackte ich den bisherigen Rekord. Ein genialer Moment, erwartete mich mein Team doch bereits mit einem Zielbanner, um den Moment festzuhalten. Noch hatte ich vier Stunden Zeit, um die neue Bestmarke weiter zu verbessern. Schnell war in meinem Kopf die Marke von 20’000 Höhenmetern gesetzt. Dafür hiess es noch einmal hart beissen. Am Ende wurden es 20’407 Höhenmeter. Das gesamte Betreuungs- und Aeugstenbahnteam sowie Zuschauer empfingen mich beim letzten Anstieg bei der Bergstation. An dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschön an alle! 24 Stunden draussen im nasskalten Wetter auszuharren, verdient ganz grossen Respekt. Vielen Dank auch der Aeugstenbahn.

…zu den Nachwehen
Oft wurde ich in den letzten beiden Tagen gefragt, welche Schmerzen oder Probleme ich hatte. Ich war selber erstaunt, dass ich bis auf die leichten Kopfschmerzen in Runde 6-8 keine einzigen Probleme hatte. Der intensive Regen durchnässte meinen Schuh zwar bereits nach wenigen Minuten, doch wechselte ich bis zum Schluss weder Socken noch die Schuhe. Mein Salomon LAB Schuh funktionierte einfach perfekt. Auch die neu umgestellte Ernährung passte hervorragend.

Ziel
Der letzte Aufstieg, kurz vor dem Ziel

…zu den Tipps fürs Erreichen eines grossen Ziels

1. Setze dir viele kleine Zwischenziele auf dem Weg zum grossen Ziel.
2. Analysiere, was es alles für den Erfolg braucht. Welches Training, Ernährung, Betreuung, Erholung, Streckenbesichtigung etc.
3. Plane Testrennen (Testläufe) ein, bei welchen du dich an das grosse Ziel heranstasten kannst. Damit wirst du auch eventuelle Schwachpunkte aufdecken und kannst reagieren. Zusätzlich stärkt es deine Sicherheit und nimmt den Druck.
4. Stelle dich mental auf die Herausforderung ein. Freu dich darauf und mach dir keinen Druck von Aussenstehenden.
5. Versuche nichts Neues während dem Ernstkampf, vor allem keine Experimente mit der Ernährung!
6. Höre im Rennen auf deinen Körper, finde deinen Rhythmus und geniesse es. Du hast lange darauf hingearbeitet.

Wenn die Sonne brennt

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Gerade bei anhaltenden Schönwetterlagen treten unsichtbare Phänomene auf, die den menschlichen Körper belasten – erst recht bei Höchstleistungen.

Im Sommer sind die Tage am längsten, das freut die meisten. In der hellen und warmen Zeit sind vor allem aktive Menschen sehr viel im Freien. Joggen, Radfahren, Inline- Skating, Schwimmen oder Wandern machen grossen Spass und können in dieser Zeit fast rund um die Uhr ausgeübt werden. Im Hochsommer treten jedoch oft Wetterlagen auf, die den menschlichen Körper von verschiedenen Seiten her belasten können. Gerade in den letzten Jahren hat sich die Häufigkeit extremen Hitzesommer gesteigert. Bereits im April dieses Jahres wurden die Ozon-Grenzwerte schon an vielen Orten massiv überschritten. Sommersmog mit hohen Ozonwerten, zu grosse Hitze und zu grosse Feuchtigkeit führen dazu, dass sich ein gut gemeintes Fitness- Programm plötzlich negativ auf die Befindlichkeit eines Menschen auswirken kann.

Wirkung des Ozons auf den Menschen
Obwohl die Empfindlichkeit der Menschen aufs Ozon sehr unterschiedlich ist, können folgende Auswirkungen auftreten:

  • Tränenreiz, Reizung der Atemwege und Atembeschwerden ab 200 µg/m3
  • Veränderung der Lungenfunktion mit Atembeschwerden ab 140–300 µg/m3
  • Reduzierung der körperlichen Leistungsfähigkeit ab 240 µg/m3
  • Entzündliche Reaktion des Gewebes ab 160 µg/m3 bei einer körperlicher Belastung von mehreren Stunden
  • Zunahme der Häufigkeit von Asthmaanfällen bei 240–300 µg/m3
Hitze, Sonne...
Anhaltende Schönwetterlagen lassen die Ozonkonzentration steigen

Messungen haben gezeigt, dass die für eine akute Wirkung charakteristische Ozondosis vor allem von der Ozon-Konzentration und der Atemintensität – also von der körperlichen Aktivität – abhängt. Die Dauer einer erhöhten Ozonbelastung scheint hingegen sekundär zu sein. Nach einer Zeitdauer von einigen Stunden in hoher Ozonkonzentration verstärken sich die akuten Effekte kaum mehr, selbst wenn man weiterhin den hohen Ozonbelastungen ausgesetzt bleibt. Bei extrem hohen Ozonkonzentrationen, wie sie z. B. in Los Angeles herrschen (an rund 70 Tagen im Jahr Werte über 400 µg/m3), kann es nach langjährigem Aufenthalt zu einer geringen Zunahme der Häufigkeit chronischer Lungenerkrankungen wie Bronchitis und Asthma kommen. Allerdings trägt das Ozon in diesen Gebieten mit grosser Wahrscheinlichkeit nur einen Teil zu den gesundheitlichen Beschwerden bei. Eine ebenso wichtige Rolle in diesen Grossstädten spielt auch die erhebliche Schwebestaubbelastung.

Hohe Temperaturen und eine grosse Luftfeuchtigkeit belasten den Kreislauf
Unsere Körpertemperatur beträgt konstant 37 Grad. Als angenehm werden im Allgemeinen Aussentemperaturen von 21–24 Grad empfunden. Bei heissem Wetter beginnt auch die Körpertemperatur zu steigen. Als Folge davon werden die Schweissdrüsen in der Haut aktiviert, welche eine wässrige, salzige und saure Flüssigkeit, den Schweiss, absondern. Beim Verdampfen dieser Flüssigkeit wird dem Körper Wärme entzogen. Der Körper reagiert aber auf Hitze auch mit stärkerer Durchblutung, was zur Folge hat, dass mehr wärmeres Blut von der Körpermitte in die äusseren Regionen gelangt und abkühlt. An Tagen mit grosser Hitze und grosser Luftfeuchtigkeit ist die Hitze viel schlechter zu ertragen. Die hohe Feuchtigkeit in der Luft reduziert das Verdunsten des ausgeschwitzten Wassers und damit auch die Abkühlung des menschlichen Körpers. Dies kann zu einem Hitzestau und im schlimmsten Falle sogar zu einem Hitzschlag führen. Im Sommer 2003 waren in der Schweiz infolge der Hitzewelle etwa 1000 zusätzliche Todesfälle zu verzeichnen (meist ältere Menschen). Während Hitzeperioden sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Flüssigkeit aufgenommen wird, allerdings wenig alkoholische, koffeinhaltige, stark gesüsste oder sehr kalte Getränke. Längere Aufenthalte im Freien sollten nicht an der prallen Sonne am Mittag erfolgen, sondern vor allem am Morgen oder Abend stattfinden. Dabei sollten immer wieder Schattenplätze oder gekühlte Räume aufgesucht werden. Für Sportler bedeutet dies, dass an schwülen Tagen lang andauernde Höchstleistungen vermieden werden sollten. Wenn dies nicht möglich ist, weil ein wichtiger Wettkampf ansteht, sollten zumindest die folgenden Vorsichtsmassnahmen ergriffen werden, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen:

  • An einem Wettkampf nicht bereits vor dem Start lange in der Sonne herumstehen, sondern den Schatten aufsuchen und den Körper kühl halten.
  • Vor und auch während der Belastung genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Wenn nötig Trinkgurt mitführen.
  • Helle, leichte und funktionelle (Kunstfasern!) Bekleidung tragen und vor allem auch den Kopf schützen.
  • Vor dem Wettkampf Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor auftragen. Ein Stirnband verhindert, dass der Schweiss in die Augen rinnt.
  • Wenn möglich immer mal wieder den Kopf kühlen (Brunnen, Bach).
  • Die Intensität der Belastung den Wetterbedingungen anpassen (nicht in die totale Erschöpfung laufen).
kühlung
Bei Hitze ist es wichtig, den Kopf regelmässig zu kühlen

Dieser Blog wurde durch Fit for Life zur Verfügung gestellt. Fit for Life ist das Schweizer Magazin für Fitness, Lauf- und Ausdauersport. Möchtest du regelmässig solche Artikel lesen? Dann klicke hier.
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running.COACH Sommerfest – Bericht eines Teilnehmers

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running.COACH hat zum Sommerfest eingeladen und ich wollte hin. Soweit stand meine Entscheidung fest – noch bevor ich das Programm des Fests kannte. Allein die Neugier darüber, wer hinter Running.Coach steht, war mir Motivation genug. So habe ich mich gleich angemeldet und freute mich auf das Sommerfest.  Da ich zurzeit wegen meiner Gesundheit nicht trainieren kann und meine Wettkämpfe bis auf Weiteres ausfallen, war ich froh über die positive Abwechslung. Bis 14 Tage vor dem Fest wusste ich nicht genau, was mich erwartete. Dann bekam ich die Mail mit dem Programm:
8:30 Uhr Begrüßung
9:00 Uhr Gemeinsames Training
10:30 Uhr Umziehen/Duschen im Fitnessstudio nebenan.
11:00 Uhr kleine Stärkung in den Räumlichkeiten
12:00 Uhr Running.Coach Rückblick und Ausblick.
Ups, schoss es mir durch den Kopf. Was mache ich jetzt? Kann ich beim Training mitmachen? Was erwartet mich beim Trainieren mit Markus Ryffel, Viktor Röthlin und Christian Belz, den ehemaligen Schweizer Top-Läufern? Ich wollte wissen, wer hinter Running.COACH steht. Also bleibt es dabei: Ich nehme teil und die anderthalb Stunden Training bekomme ich auch noch hin. Ich hatte das Sommerfest mit einen Kurzurlaub in die Schweiz verknüpft und bin freitags schon los gefahren und habe mein Zelt in Aarburg / Schweiz aufgeschlagen. Das Wetter war nicht zu heiß und ich genoss den Abend nach der Fahrt mit einem langen Spaziergang. Seitdem ich mit dem Laufen angefangen habe, ist mir aufgefallen, dass ich immer mehr Weg zu Fuß zurück lege und ich mich dabei entspanne. Und dass ich dabei über die Dinge, die mich beschäftigen, nachdenken beziehungsweise sie zu Ende denken kann. Gehen und Laufen sind für mich Wellness für die Seele.

Laufgruppe
Die Teilnehmenden des running.COACH Sommerfests gemeinsam unterwegs

Am nächsten Morgen war es so weit – das erste Sommerfest von running.COACH stand an. Es sah nach Regen aus, doch die Sonne zeigte sich kämpferisch und schenkte uns doch noch schönes Wetter. Begrüßt wurde ich von Valentin Belz, der sich freute, dass ich den weiten Weg von Frankfurt/ Main nach Olten gefunden habe die Freude war ganz meinerseits. Nach dem Umziehen hatte ich noch Zeit, mich mit den anderen Gästen zu unterhalten. Zu meiner Freude hatte Garmin auch einen Stand aufgebaut und ich konnte mir die neuen Modelle von Garmin anschauen, anfassen und Fragen stellen. Bei Geschätzten 40 Gästen war es nicht sehr voll und es lag eine gemütliche, freundliche Atmosphäre in der Luft. Viele kannten sich und ich kam schnell mit ihnen ins Gespräch, so vergaß ich meine Sorgen über das Training und da ging es auch schon los.
Wir liefen uns etwa 1 Kilometer warm und wurden dann in drei Gruppen aufgeteilt. Markus Ryffel, Viktor Röthlin und Christian Belz begrüßten uns jeweils in einer Gruppe.
Ich war zuerst bei Christian Belz. Er zeigte uns, wie wichtig eine korrekte Haltung des gesamten Körper ist, wie effektiv der Armeinsatz und die Haltung des Armes sein kann und ein ruhiges und schnelles Laufen erst möglich macht. Dabei war es wichtig, die Arme in einem Winkel von etwa 85⁰ gebeugt und die Daumen locker nach oben zu halten. Beim Laufen schwingen die Arme seitlich am Körper entlang (Schwung holen) und bewegen sich nicht seitlich, es findet keine Drehung in der Hüfte statt. Er versorgte uns auch mit Tipps zur Laufschule. Wie auch bei einem Dauerlauf die Schrittfrequenz variiert und die Bewegung nicht monoton gestaltet werden kann.

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Schweizerrekordhalter (10’000m) Christian Belz führt die richtige Armschwung-Technik vor

Bei unserer zweiten Station war ich bei Markus Ryffel. Er zeigte uns Stabilisationsübungen, wie sie als Video auch im Trainingsplan von running.COACH verwendet werden. Ich persönlich habe gemerkt, dass Stabilisation zum Laufen dazu gehört wie die Luft zum Atmen. Manchmal ist es lästig, aber äußerst wichtig oder gar zwingend, um verletzungsfrei schnell zu laufen.

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Olympia-Silbermedaillengewinner Markus Ryffel führte mit den Teilnehmende Rumpfkräftigungsübungen durch

Die letzte Station hatte ich bei Viktor Röthlin. Er zeigte uns, wie wichtig die Koordination der Arme und Beine beim Laufen ist und ließ uns verschiedene Übungen machen, die allesamt bei mir chaotisch aussahen mir aber doch verdeutlicht habe, dass beim Laufen die Arme und nicht die Beine die Geschwindigkeit steuern. Die Art, mit dem Fuß auf dem Boden aufzukommen konnte unterschiedlicher nicht sein und jede hat für sich seinen Nutzen gehabt.
Zum Schluss der dritten Station liefen wir dann alle bei sonnigem und trockenen Wetter zurück.

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Laufschule mit Marathon-Europameister Viktor Röthlin

Nach der Dusche erwartete uns ein leckere Erfrischung und Stärkung. Meine Bedenken, das Training nicht zu überstehen, hatten sich in Luft aufgelöst. Es war nicht einfach gewesen aber hat riesigen Spaß gemacht. Bei der Stärkung hatte ich die Möglichkeit, mich mit dem einen oder anderen vom running.COACH-Team zu unterhalten beziehungsweise sie überhaupt kennen zu lernen. Ich war überrascht, wie klein das Team ist.
Bei der späteren Präsentation bekamen wir Einblicke in die letzten fünf Jahre von running.COACH und in die Zukunft des dynamischen Trainingsplans. Dabei hat mir die Ankündigung, in Zukunft meine Trainingseinheit von running.COACH auf meine Garmin Uhr zu übertragen, am besten gefallen. Zuerst kommt wohl aber das Android-App, welches so heiß erwartet wird.

Präsentation
Die abschliessende Präsentation machte einen Rück- und Ausblick zum running.COACH

Ich fand das Sommerfest super. Ich hatte die Möglichkeit, mit den Machern von running.COACH zu reden, Wünsche und Lob los zu werden, Tipps zu erhalten und aufmunternde Worte zu hören, die mir meinen Missmut über den Trainingsausfall wegen meiner Gesundheit verringerten. Überhaupt hatte ich das Gefühl, dass es bei running.COACH hauptsächlich darum geht, den Läufer beim Training ganzheitlich zu unterstützen und nicht einfach „nur“ Trainingspläne zu erstellen.
Im Herbst soll im Schwarzwald bereits die nächste Veranstaltung stattfinden. Ich freue mich darauf!
Steffen