Kältekammer – Ein Instrument für Therapie und Prophylaxe

Kategorien

Eine gezielte Kälteanwendung in harten Belastungsphasen verkürzt die notwendige Erholungszeit. Eine Massnahme, die vor allem von Leistungssportlern gerne angewendet wird, ist die Kältekammertherapie.
Spitzenleistungen erfordern intensives Training, aber auch konsequente Erholung. Regenerationsfördernde Massnahmen sind für Leistungssportler daher kein Luxus, sondern ein absolutes MUSS. Besonders bei intensiven Trainingsphasen mit kurz aufeinanderfolgenden Belastungen reichen die herkömmlichen Erholungsmassnahmen oft nicht aus. Schon lange bekannt ist, dass gezielte Kälteanwendungen nicht nur bei Verletzungen, sondern auch zur effektiven Regeneration und somit zur Leistungssteigerung eingesetzt werden können.
Ein Beispiel dafür ist die Kältekammertherapie bei -110°C, welche nicht nur bei Profisportlern im Trend liegt, sondern zunehmend auch von Hobbysportlern in Anspruch genommen wird. Während Kältekammern ursprünglich für medizinische Therapien – vornehmlich für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen – eingesetzt wurden, nutzen sie heute auch Sportler. Ein kurzzeitiger, 2-3minütiger, extremer Kältereiz kann genügen, um Schmerzen zu lindern, entzündliche Prozesse einzudämmen, eine verkrampfte Muskulatur zu lockern und das Immunsystem zu stärken. Durch regelmässige Kältegänge addieren sich diese Effekte und bleiben anhaltend bestehen.

Intensive Erholung fördert Leistungsfähigkeit

Der potenziell leistungssteigernde Effekt der Kältekammer beruht auf der effektiven Erholung nach einer Belastung und der Ökonomisierung des Herz-Kreislauf-Systems vor einem Wettkampf. Durch die Abkühlung der Hautoberfläche zentralisiert sich das Blut in die Muskulatur. Die Herztätigkeit wird optimiert. Es schlägt langsamer, pumpt aber gleichzeitig pro Schlag mehr Blut in den Körper. Durch die zusätzlich höhere Sauerstoffaufnahme, bedingt durch die kalte Luft, wird die Muskulatur besser versorgt.
Ein weiterer Effekt betrifft das Pre-Cooling, welches insbesondere bei langen Belastungen bei höheren Wettkampftemperaturen eine Bedeutung spielen kann. Wenn bei einem Marathonläufer der Organismus auf Hochtouren läuft, kann der Körper die entstehende Hitze durch Schwitzen nicht vollständig ausgleichen. Die Folge ist ein Leistungsabfall. Eine Vorkühlung zögert diesen Effekt heraus. Optimal wäre natürlich eine kontinuierliche Kühlung während des Marathons, weshalb Spitzenläufer teilweise mit Kühlwesten versuchen, die Körpertemperatur im Griff zu halten.

Kältekammer-Besuche fördern die Regeneration

Kälte auch in der Rehabilitation

Wenn das Pech zuschlägt und ein Sportler verletzungsbedingt pausieren oder sich einer Operation unterziehen muss, kann die Kältekammer zu einer effektiveren und schnelleren Rehabilitation verhelfen. Die häufigsten Läuferbeschwerden, wie beispielsweise eine Achillessehnenreizung bzw. -entzündung oder die oft langwierige Knochenhautreizung (Shin Splint), können mittels der Kältetherapie sehr gut behandelt werden. Nebst den üblichen konservativen Massnahmen unterstützt die Kältetherapie den Heilungsprozess. Nach 5-8 Kältegängen klingen Entzündungssymptome merklich ab und der Sportler kann physiotherapeutische Massnahmen ergreifen. Die erhöhte Muskeldurchblutung und ein Endorphinschub wirken sich positiv auf den Heilungsprozess aus. Besonders nach Verletzungen empfiehlt es sich, den Kältegang prophylaktisch nach harten Wettkämpfen oder Trainings in den Trainingsplan einzubauen, um Verschleppungen oder Rückfälle zu verhindern

Wer darf in die Kältekammer?

In die Kältekammer kann fast jeder Mensch, der nicht gerade einen Herzschrittmacher trägt. Vorsicht ist geboten bei einer Kälteallergie oder einer peripheren Durchblutungsstörung (Morbus Reynaud) sowie unbehandelter Bluthochdruck. Menschen, die regelmässig Sport treiben – und hier sind nicht nur Profis gemeint – dürfen sich bedenkenlos in die Kältekammer begeben.
Dieser Beitrag wurde von Astrid Bösch geschrieben. Sie ist Betriebsleiterin und Leiterin Patientenbetreuung der Med-ice Gmbh. Med-ice bietet die Ganzkörper-Kältetherapie in enger Zusammenarbeit mit Medbase Luzern an.

3 Pacing-Strategien und die Lauf-Typen dazu

Kategorien

Es ist Wettkampfzeit. Die harten Trainingswochen liegen hinter dir. Jetzt gilt es, sich zu erholen und das Training im Wettkampf umzusetzen. Ein entscheidender Puzzelstein, damit das gelingt, ist deine Renn-Strategie. Denn beim Wettkampf gilt: Gut eingeteilt ist halb gewonnen.
Wie aber sieht ein ideales Pacing aus? Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Grundstrategien:

  • Das Prinzip Hoffnung
  • Das Uhrwerk
  • Den Negative Split

1. Das Prinzip Hoffnung

Diese Taktik geht von einem schnellen Start aus. Der Läufer oder die Läuferin, die nach dem Prinzip Hoffnung startet, hat meistens keine genaue Vorstellung davon, wie schnell er oder sie laufen kann oder das Zieltempo wird nicht mit einer GPS-Uhr respektive Zwischenzeiten kontrolliert. Stattdessen orientiert man sich bei dieser Taktik an den anderen Läuferinnen und Läufern, am eigenen Gefühl oder allenfalls an einem utopischen Wunschziel. Dem Anwender dieser Taktik ist nicht bewusst, dass die allermeisten Gegner zu schnell loslaufen und, gerade bei längeren Distanzen, sich auch ein zu hohes Tempo zu Beginn relativ leicht anfühlt. Wer bewusst (zu) schnell startet, läuft nach dem Kalkül, dass die guten Durchgangszeiten zusätzlich motivieren und der toll begonnene Wettkampf mit Willensleistung irgendwie ins Ziel gerettet werden kann. Die Erfahrung zeigt, dass dies eine extrem riskante Taktik ist, die praktisch nie aufgeht (ausser man erwischt einen super Tag). In aller Regel passiert folgendes: Nach dem euphorischen Start wird das Laufen noch vor Rennhälfte zur Qual, das Tempo bricht langsam aber sicher zusammen und der Wille bricht, sobald man bemerkt, dass das Tempo nicht aufrechterhalten werden kann, wenn man ständig überholt wird und nur noch am Leiden ist.
Läufer-Typ: Alle Leistungsniveaus, insbesondere aber Unerfahrene, Ehrgeizige, Übermotivierte und sich-Überschätzende.
Fazit: Nicht empfehlenswert.

too fast
Zu schnell gestartet?

2. Das Uhrwerk

Das Ziel bei der „Uhrwerk“-Taktik ist, möglihst relgemässig und präzise zu laufen. Der Start erfolgt also streng nach prognostizierter Zeit (z.B. vom running.COACH) oder aber der (realistischen!) Zielzeit. Ein Überprüfen des Tempos mit technischen Hilfsmitteln (GPS) und Zwischenzeiten ist unerlässlich, weil das eigene Gefühl am Wettkampftag trügerisch sein kann. Schliesslich können Zuschauer und das Adrenalin euphorisierend wirken und alle guten Vosätze über Bord werfen lassen. Möglichst regelmässig zu laufen, ist einfacher bei flachen Wettkämpfen als auf coupierten Strecken, weil es da keine Rhythmuswechsel gibt und es leicht ist, die Regelmässigkeit zu überprüfen. Gleichmässigkeit perfekt umzusetzen, ist aber äusserst schwierig. Das gilt vor allem für weniger erfahrene Läufer, die ihr eigenes Leistungsvermögen nicht bis ins Detail einschätzen können. Das ideale Anfangstempo zu wählen, das bis ins Ziel so gehalten werden kann, ist dann äusserst schwierig.
Läufer-Typ: Perfektionisten, Routiniers, Spitzen-Athleten, die auf Zeit (nicht auf Rang) laufen
Fazit: Empfehlenswert, aber anspruchsvoll

runner-watch_fe
Mit der Uhr laufen

3. Der Negative Split

Negative Split bedeutet, die zweite Hälfte nach der Zwischenzeit (split) bei Halbzeit schneller zu laufen als die erste. Das bedingt einen kontrollierten, eher defensiven Start. Vielen fällt es in der Hitze des Gefechts schwer, das umzusetzen. Beim Negative Split gilt es die zweifelnden Gedanken („Ich fühle mich super, sollte ich nicht viel schneller laufen“) und vermeintlich schwächere Gegner, die nach dem Start losspurten und weit vor einem laufen, auszuhalten. Wer das schafft, wird schon nach wenigen Kilometern mit Bestätigung belohnt: Erste Gegnerinnen werden trotz lockerem Gefühl wieder überholt. Bis ins Ziel orientiert sich der Negativ Split-Läufer nur nach vorne und kann immer wieder Gegner stellen – ein nicht zu unterschätzender mentaler Vorteil. Obwohl auf dem höchsten Niveau bei Strassenläufen diese Taktik kaum je angewandt wird, gibt es auch Beispiele von Top-Athleten, die einen Negative Split schaffen. So ist zum Beispiel der Schweizer Christian Kreienbühl letztes Jahr am Berlin-Marathon die Olympia-Limite so gelaufen.
Läufer-Typ: Gelassene, Kontrollierte, Erfahrene
Fazit: Sehr empfehlenswert, braucht Selbstvertrauen
Was bedeutet das aber fürs Training? Es gilt, die bevorzugte Wettkampftaktik im Training immer wieder zu üben. Das heisst, bsonders die Schlüsseleinheiten (Intervall, Long Jog, Mitteltempo), aber auch die Dauerläufe sollten bewusst sehr regelmässig (für die UhrwerklerInnen) oder leicht gesteigert (für die Negative Splitters) gelaufen werden. So wird das Prinzip Hoffnung mit übermotivierten Starts und langsameren, aber extrem harten zweiten Hälften nicht ins Unterbewusstsein eingeschliffen. Wer es schafft, auf der zweiten Hälfte sein Tempo zu halten oder gar zu steigern, wird nicht nur im Wettkampf, sondern besonders auch im Training durch ein viel besseres Laufgeühl belohnt.
Was hast du für Erfahrungen mit verschiedenen Pacing-Strategien gemacht? Welcher Läufer-Typ bist du?

5 statistische Fakten zum Grand Prix von Bern

Kategorien

Vor noch nicht ganz einer Woche ist der Grand Prix von Bern zum 35. Mal über die Bühne gegangen. Die „schönsten 10 Meilen“ der Welt duelliert sich seit Jahren mit der Course de l’Escalade in Genf um den Titel des grössten Volkslaufs in der Schweiz. Dieses Jahr waren über 32’000 Läuferinnen und Läufer für den Mega-Event in der Hauptstadt angemeldet. running.COACH unterstützt die GP-Läuferinnen und Läufer jeweils als offizieller Trainingsplan-Parnter. Jetzt haben wir uns einmal die Rangliste genauer angeschaut. Das ist dabei herausgekommen:

1 Verteilung der Finisherzeiten

Die meisten Läuferinnen und Läufer absolvieren die coupierte 10-Meilen-Strecke in einer Zeit zwischen 80 und 90 Minuten (siehe Grafik). Das heisst, dass sie im Schnitt zwischen fünf und füneinhalb Minuten für einen d  er 16.093 Kilometer benötigen. Nur knapp 1% gehörte dieses Jahr zum erlauchten Kreis der Stundenknacker(innen). Darunter sind vier Läufer, die über 50 Jahre alt sind (Martin Kühni, der Kategoriensieger dieser Altersklasse, lief in einer Zeit von 57:58 ins Ziel. Das entspricht einem Schnitt von 3:36min/km).

gpbern1
Die Verteilung der Finisher-Zeiten am Grand Prix von Bern 2016

2 Der schnellste Jahrgang

1981 sind sie geboren – die schnellsten Läuferinnen und Läufer des GP Ausgabe 2016. Sie benötigten rund 82 Minuten für die Originalstrecke über 10 Meilen. Das zeigt unsere Auswertung der Durchschnittszeiten pro Jahrgang. Es scheint also, dass der durchschnittliche Läufer seinen Zenit im 35. Altersjahr erreicht. Für alle Jüngeren bedeutet das gute Neuigkeiten: Ihr könnt euch problemlos noch verbessern. Bist du älter als 35, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte lautet: Du wirst tendenziell langsamer werden. Die gute: Wie wir oben gesehen haben, sind auch mit über 50 Jahren noch hervorragende Leistungen möglich!

gpbern2
Die Läuferinnen und Läufer mit Jahrgang 1981 benötigen im Durchschnitt am wenigsten lange, um die 10 Meilen zu bewältigen

3 Die meisten Läufer pro Jahrgang

Mit etwas mehr als 400 Läufer und Läuferinnen ist der Jahrgang 1988 der am besten vertretene unter denjenigen, die die 10 Meilen absolviert haben. Dicht gefolgt wird er von den Jahrgängen 1987 und 1972. Die Grafik zeigt, dass die grosse Masse der Teilnehmenden zwischen 25 und 50 Jahre alt sind. Jüngere scheint der Ausdauersport noch nicht so sehr anzuziehen, Ältere wechseln mit zunehmendem Alter auf kürzere Distanzen.

gpbern3
1988 war der stärkste Jahrgang am diesjährigen GP

4 running.COACH Prognose

Rund 500 Teilnehmer und Teilneherinnen des GP hatten den 14. Mai als Wettkampf im running.COACH angegeben. Wir haben untersucht, wie genau unsere Wettkampfprognose war. Das Ergebnis: Im Durchschnitt waren die running.COACH-User 1.8% schneller, als wir vorausgesagt haben. Das kann zwei Dinge bedeuten: running.COACH macht zu pessimistische Prognosen oder unsere Trainingspläne funktionieren noch besser als wir das prognostizieren. Die zweite Erklärung gefällt uns persönlich besser.

gpbern4
So viel betrug die Differenz zwischen der running.COACH-Prognose und der tatsächlich gelaufenen Zeit

5 running.COACH-User

Der durchschnittliche running.COACH-User brauchte 1:24:28 Stunden für die 10 Meilen. Der durchschnittliche GP Bern Läufer läuft die 16.093 Kilometer in 1:24:48 – also ziemlich genau gleich schnell. Wir schliessen daraus: Der running.COACH User entspricht also dem durchschnittlichen GP Bern-Läufer. Uns freuts. Bis in einem Jahr – wir sind sicher wieder mit dabei! Du auch?

gpbern5
So lange brauchte der running.COACH-User durchschnittlich für die 10 Meilen

Salz – weisses Gold in neuem Licht

Kategorien

Regelmässig Sporttreibende können eine allfällige Angst vor dem Salzkonsum fallen lassen. Salz steht wie Cholesterin und Fett immer wieder zu Unrecht in den Schlagzeilen.
Unser Körper braucht einen ganzen Stapel an Nährstoffen. Die beiden Bestandteile des Salzes, Natrium und Chlorid, gehören auch dazu. Salz steht aber wie Cholesterin und Fett immer wieder in den Schlagzeilen. Zu Unrecht. In der Schweiz ist die Salzzufuhr mit gut 9 g pro Tag fast doppelt so hoch wie die Zielgrösse von weniger als 5 g (1). Zu viel Salz soll den Blutdruck erhöhen und dieser steigert die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mit einer Reduktion des Salzkonsums erhofft man sich daher weniger Bluthochdruck und folglich weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So weit die Wunschvorstellung. Die aktuelle Zusammenfassung der entsprechenden Studien kommt aber zu einem anderen Schluss. Man erkennt bei einer Salzreduktion keinen nennenswerten Nutzen bezüglich Herz-Kreislauf-Erkrankungen (2). Noch erstaunlicher: Die geringste Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen soll gar nicht bei weniger als 5 g, sondern zwischen 7,5 und 12,5 g Salz pro Tag liegen (3). Dies würde bedeuten, die aktuellen Strategien zur Senkung der Salzzufuhr sind nicht nur ohne erhoffte Wirkung, sondern sie wären gar überflüssig!
Salz ist ein Kristall bestehend aus Natrium und Chlorid, die beide für den normalen Ablauf des Stoffwechsels unerlässlich sind. Zentrale Aufgaben sind die Aufrechterhaltung des Blutvolumens, die Übertragung von Signalen an die Zellwände sowie der Transport anderer Substanzen wie zum Beispiel die Glucose (4). Ein erhöhter Bedarf besteht bei hohen Schweissverlusten, da der Schweiss etwas Salz enthält. Bei Belastungen ab rund 30 bis 45 Minuten kann die Zufuhr von Kohlenhydraten und Flüssigkeit die Ermüdung hinauszögern. Der Salzverlust über den Schweiss ist aber per se nicht leistungsmindernd und muss daher auch nicht bereits während der Belastung ersetzt werden, sofern diese nicht sehr lange andauert. Erst bei sehr hohen Schweissverlusten könnte die Zufuhr von Salz während der Belastung auf indirektem Wege von Vorteil sein. Wenn dann wegen des erhöhten Durstgefühls etwas mehr getrunken wird, könnte es zu einer geringeren Dehydration kommen und deswegen zu einer kleineren Leistungseinbusse (5). Es gibt aber noch zu wenig gute Daten hierzu und die erforderliche Salzmenge ist unbekannt.

salz_2
Zu Unrecht in Negativschlagzeilen: Salz

Salz und Hyponatriämie

Bei langen Ausdauerwettkämpfen und Märschen (Militär, Outdoorsport) kommt es immer wieder zu Fällen von belastungsbedingter Hyponatriämie, einem zu tiefen Gehalt an Natrium im Blut. Falls nicht richtig erkannt und behandelt, kann sie im Extremfall zum Tode führen. Die Ursache ist aber nicht eine zu geringe Natrium- bzw. Salzzufuhr, sondern eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme während der Belastung (6). Es ist deshalb ratsam, die sinnvolle Trinkmenge für Belastungen ab rund drei Stunden zu kennen. Ein Online-Tool zur Berechnung der Trinkmenge gibt es hier.

Salz für die Erholung

Eine Dehydration am Ende einer Belastung kann man effizienter und rascher ausgleichen, wenn man während der Regeneration neben Flüssigkeit auch etwas Natrium einnimmt. In welcher Form dies geschieht, ist nicht relevant. Schokoladenmilch ist aber ein ideales Regenerationsgetränk, da sie nicht nur Wasser und Natrium, sondern gleich die anderen beiden in der Regeneration erforderlichen Nährstoffe, Kohlenhydrate und Protein, liefert. Die eingangs erwähnte negative Beurteilung des Salzes wegen seines berichteten Zusammenhangs mit Bluthochdruck und Herzerkrankungen wird in der Wissenschaft heftig diskutiert. Gut möglich, dass in Zukunft eine generelle Neubeurteilung des Salzes erfolgt. Regelmässig Sporttreibende bzw. Schwitzende können aber bereits jetzt eine allfällige Angst vor dem Salz fallen lassen, da sie einen höheren Bedarf haben. In der unmittelbaren Regeneration und sofern innert kurzer Zeit wieder geleistet werden muss, können sie sogar bewusst eine Salzquelle einsetzen. Generell sollte die Devise viel eher lauten: Beim Kochen und Essen Salz als normales Gewürz einsetzen, anstatt zu versuchen, Salz möglichst überall zu meiden.
Referenzen:
(1) Bundesamt für Gesundheit. Salz Strategie 2013–2016. Bern, 2013
(2) Adler AJ et al. Cochrane Database Syst Rev 2014; 12: CD009217
(3) O’Donnell M et al. Circ.Res. 2015; 116: 1046–57
(4) FNB, IOM. Dietary reference intakes for water, potassium, sodium, chloride, and sulfate. Washington, DC: National Academy of Sciences, 2004
(5) Del Coso J et al. Scand.J.Med.Sci.Sports 2015
(6) Hoffman MD, Stuempfle KJ. Med.Sci.Sports Exerc. 2014
Dieser Blog wurde durch Fit for Life zur Verfügung gestellt. Fit for Life ist das Schweizer Magazin für Fitness, Lauf- und Ausdauersport. Möchtest du regelmässig solche Artikel lesen? Dann klicke hier.
fitforlife Logo

Urban Halter’s Lauf-Träume und Ziele

Kategorien

In meinem ersten Blog habe ich berichtet, wie ich zum Laufen und zu meinem diesjährigen Laufziel Jungfrau-Marathon gekommen bin. „Der Berlin-Marathon geht bei mir immer noch unter die Sparte Traum…“, lautete ein Kommentar auf den Blog.

Einen solchen Traum habe ich auch, dachte ich mir. Das hat mich dazu bewogen, über meine eigenen Lauf-Träume zu schreiben. Vermutlich hat sie jede Läuferin, jeder Läufer: eine gewisse Zeit am Stück laufen zu können, eine noch nie gelaufene Distanz, eine Bestzeit, ein Lauf an einem ganz besonderen Ort oder gar eine Kombination aus allem.

Einer meiner Träume ist es, einmal einen Marathon unter drei Stunden zu laufen. Meine Bestzeiten sind in den ersten Monaten und Jahren auf der 10-Kilometer-, Halbmarathon- und Marathondistanz fast schon von Wettkampf zu Wettkampf gepurzelt. Um Fortschritte zu machen reichte es aus, regelmässig weiter zu trainieren. Fast selbstverständlich unterbot ich jeweils auch die Vorgaben des running.COACH. Dies hat sich vor rund einem Jahr geändert. Nicht schlagartig, aber merklich. Die Fortschritte wurden kleiner, manche Wettkämpfe habe ich langsamer beendet als im Vorjahr. Die Euphorie, das Gefühl fast alles erreichen zu können hat nachgelassen. Ich merkte, dass ich Gefahr lief, verbissen neue Bestzeiten und den Traum „sub 3“ zu  jagen. Dabei ging Leichtigkeit verloren, und unter die Freude an erfolgreich gelaufenen Wettkämpfen mischte sich eine gewisse Unzufriedenheit, weil ich in meiner Vorstellung doch gerne noch etwas schneller gelaufen wäre.

urbanhalter

Schon zu Beginn meiner Laufkarriere, als die Fortschritte noch grösser waren, war mir bewusst, dass sich dies ändern wird. Dass die Fortschritte kleiner werden und es irgendwann mit steigendem Alter Rückschritte geben wird. Für mich als Späteinsteiger ein Thema, mit dem ich erst noch umzugehen lernen muss.

Ich musste umdenken. Meinen Traum „sub 3“ habe ich immer noch, aber diesem stelle ich meine Ziele nicht mehr unter. Aber Ziele zu setzen, über Wochen und Monate zu verfolgen ist für mich nach wie vor ein wichtiger Faktor und quasi das Salz in der Suppe im Lauftrainings-Alltag.

Die Freude am Laufsport zu behalten ist dabei das Wichtigste. Deshalb habe ich dieses Jahr ein Ziel gesetzt, das keinen direkten Bezug zu meinem Traum hat. Ich werde bestimmt nicht enttäuscht sein, den Jungfrau-Marathon nicht unter drei Stunden zu finishen ;-). Auch wenn ich mich auch dort über eine gute Endzeit und Klassierung freuen würde. Aber im Vordergrund wird das Erlebnis stehen, der Blick auf den Weg und die Bergwelt anstelle der Pace-Anzeige auf der Laufuhr. Gepackt hat mich der Gedanke letztes Jahr, als ich bei running.COACH eine Teilnahme am Aletsch-Halbmarathon gewann. Ein unvergessliches Erlebnis, das Tempo immer wieder zu wechseln, ans Terrain, die Steigung und die eigenen Kraftreserven anzupassen, und schliesslich oben anzukommen und stolz auf das Erreichte hinunterzuschauen.  Und wenn das Wetterglück wieder auf der Seite der LäuferInnen steht, wird auch der Jungfrau-Marathon bestimmt zum unvergesslichen Erlebnis.

Welche Träume und Visionen habt ihr? Welchen Zielen rennt ihr entgegen oder gar hinterher?

Urban Halter's Lauf-Träume und Ziele

Kategorien

In meinem ersten Blog habe ich berichtet, wie ich zum Laufen und zu meinem diesjährigen Laufziel Jungfrau-Marathon gekommen bin. „Der Berlin-Marathon geht bei mir immer noch unter die Sparte Traum…“, lautete ein Kommentar auf den Blog.
Einen solchen Traum habe ich auch, dachte ich mir. Das hat mich dazu bewogen, über meine eigenen Lauf-Träume zu schreiben. Vermutlich hat sie jede Läuferin, jeder Läufer: eine gewisse Zeit am Stück laufen zu können, eine noch nie gelaufene Distanz, eine Bestzeit, ein Lauf an einem ganz besonderen Ort oder gar eine Kombination aus allem.
Einer meiner Träume ist es, einmal einen Marathon unter drei Stunden zu laufen. Meine Bestzeiten sind in den ersten Monaten und Jahren auf der 10-Kilometer-, Halbmarathon- und Marathondistanz fast schon von Wettkampf zu Wettkampf gepurzelt. Um Fortschritte zu machen reichte es aus, regelmässig weiter zu trainieren. Fast selbstverständlich unterbot ich jeweils auch die Vorgaben des running.COACH. Dies hat sich vor rund einem Jahr geändert. Nicht schlagartig, aber merklich. Die Fortschritte wurden kleiner, manche Wettkämpfe habe ich langsamer beendet als im Vorjahr. Die Euphorie, das Gefühl fast alles erreichen zu können hat nachgelassen. Ich merkte, dass ich Gefahr lief, verbissen neue Bestzeiten und den Traum „sub 3“ zu  jagen. Dabei ging Leichtigkeit verloren, und unter die Freude an erfolgreich gelaufenen Wettkämpfen mischte sich eine gewisse Unzufriedenheit, weil ich in meiner Vorstellung doch gerne noch etwas schneller gelaufen wäre.
urbanhalter
Schon zu Beginn meiner Laufkarriere, als die Fortschritte noch grösser waren, war mir bewusst, dass sich dies ändern wird. Dass die Fortschritte kleiner werden und es irgendwann mit steigendem Alter Rückschritte geben wird. Für mich als Späteinsteiger ein Thema, mit dem ich erst noch umzugehen lernen muss.
Ich musste umdenken. Meinen Traum „sub 3“ habe ich immer noch, aber diesem stelle ich meine Ziele nicht mehr unter. Aber Ziele zu setzen, über Wochen und Monate zu verfolgen ist für mich nach wie vor ein wichtiger Faktor und quasi das Salz in der Suppe im Lauftrainings-Alltag.
Die Freude am Laufsport zu behalten ist dabei das Wichtigste. Deshalb habe ich dieses Jahr ein Ziel gesetzt, das keinen direkten Bezug zu meinem Traum hat. Ich werde bestimmt nicht enttäuscht sein, den Jungfrau-Marathon nicht unter drei Stunden zu finishen ;-). Auch wenn ich mich auch dort über eine gute Endzeit und Klassierung freuen würde. Aber im Vordergrund wird das Erlebnis stehen, der Blick auf den Weg und die Bergwelt anstelle der Pace-Anzeige auf der Laufuhr. Gepackt hat mich der Gedanke letztes Jahr, als ich bei running.COACH eine Teilnahme am Aletsch-Halbmarathon gewann. Ein unvergessliches Erlebnis, das Tempo immer wieder zu wechseln, ans Terrain, die Steigung und die eigenen Kraftreserven anzupassen, und schliesslich oben anzukommen und stolz auf das Erreichte hinunterzuschauen.  Und wenn das Wetterglück wieder auf der Seite der LäuferInnen steht, wird auch der Jungfrau-Marathon bestimmt zum unvergesslichen Erlebnis.
Welche Träume und Visionen habt ihr? Welchen Zielen rennt ihr entgegen oder gar hinterher?