#LAUFINSPIRATION: Von der Unsportlichen zur Läuferin

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„Motivationsprobleme hatte ich selten – wenn, dann bei Kälte und Dunkelheit. Doch dann stelle ich mir jeweils vor, wie ich mich nach einer Stunde Laufen fühle und wie es mir nach einer Stunde TV gucken geht. Da gehst du automatisch nach draussen. Es tut einfach sau gut, das Laufen. Egal wie schnell, wie weit – alles ist besser als nichts!“ So ist es, Regina. Und diese Motivation hält Regina schon seit mehr als acht Jahren am Laufen. In unserer Serie #LAUFINSPIRATION erzählt sie über ihren Laufeinstieg und die Ziele, welche sie sich nach und nach gesteckt hat.


 
Gerade ganz so abgeneigt war ich dem Sport zwar nie, aber da ich als Kind unter Knieproblemen litt und mir Sport phasenweise verboten wurde, fand ich nie den Zugang dazu. Ich habe mich zwar immer gern in der freien Natur bewegt, aber Sport – DAS war für mich immer was für die anderen.

Die Suche nach der «Unsportlichen»

Mein Schwager ist seit ich ihn kenne begeisterter Läufer. Als in Luzern, unserem Heimkanton, zum ersten Mal ein Marathon ausgetragen wurde, war er natürlich mit dabei. Als seine Fans reisten wir ebenfalls nach Luzern, um ihn und die anderen Läufer an der Strecke anzufeuern. Die Stimmung in der Stadt war sogar als Nichtläufer einfach phantastisch! Ich war wahnsinnig beeindruckt von all diesen Menschen, die das schafften. Ich hatte allergrössten Respekt vor dieser Leistung und bewunderte all die Finisher, egal über welche Distanz, sehr. Gleichzeitig war ich zu 100% überzeugt, dass ich sowas niemals nur annähernd schaffen würde. Insgeheim dachte ich mir zwar, wie toll es wäre, auch einmal bei so einem Lauf dabei zu sein. Natürlich nicht über die volle Marathondistanz, sondern «nur» über 10km. Dies schien mir aber total unrealistisch und ich hätte mir das niemals zugetraut.
Einige Zeit später rief mich dann die Schwester eines Kollegen an. Sie erzählte mir, dass sie bald eine Weiterbildung abschliesse. Als Diplomarbeit wolle sie verschiedene Leute innert rund sieben Monaten auf den Ägeriseelauf vorbereiten. Nun sei sie noch auf der Suche nach jemandem Unsportlichen, der oder die bereit sei, bei diesem Projekt mitzumachen. Sie habe ihren Bruder gefragt, ob er noch jemanden Unsportliches kenne und er meinte dann, Regina (ich) wäre da eine. Über die Empfehlung musste ich doch sehr schmunzeln, ich war aber sofort begeistert und sagte zu.

Aller Anfang ist gar nicht schwer

Schon bald startete das Laufprojekt. Dank dem professionellen Coaching lief es überraschend gut! Ich startete äusserst schneckenartig langsam, manchmal wars mir schon fast peinlich. Doch auf diese Weise fühlte ich mich nach dem Training immer gut und freute mich schon aufs nächste Mal. Schon bald fiel es mir immer leichter, auch «längere» Distanzen zu laufen. Das Lauffieber hatte mich voll erwischt!!! Noch immer hatte ich grossen Respekt vor dem Lauf, der vor uns stand. Aber ich fühlte mich gut vorbereitet und freute mich auf dieses Abenteuer.

Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf…

Im Juli war es dann so weit. Der Abschluss des Projekts – der Ägeriseelauf – fand statt. Es schüttete wie aus Kübeln. Aber ich genoss den Lauf und die tolle Strecke. Nach 14.5km war es dann soweit – ich finishte meinen ersten Lauf! Im Ziel überraschten mich sogar noch mein Freund Gregi, Kolleginnen und Schwestern. Sie waren extra angereist, um mich bei meinem ersten Zieleinlauf in Empfang zu nehmen. Sie wollten wohl mit eigenen Augen sehen, dass das tatsächlich ich war, die da über die Ziellinie rannte. Es war einfach nur grossartig!!! Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich mich fragte, ob das jetzt wirklich wahr ist? Ich war so überzeugt, dass ich sowas niemals schaffen könnte – es schien selbst nach dem Lauf nicht real.
Komplett vom Laufvirus infiziert überlegte ich mir dann schon bald, was mein nächstes Ziel sein sollte. Das Projekt «Abschlussarbeit» meiner Kollegin war zwar beendet, aber meine Laufstory hatte eben erst begonnen. Beim Gespräch mit meinem Schwager erwähnte ich dann, dass ich überlege am Lucerne Marathon den Schnuppermarathon über 10km zu laufen. Er fand aber, dass ich mir durchaus den Halbmarathon zutrauen dürfe. Und so meldete ich mich für den Halbmarathon im Herbst an. What a feeling, ich sags euch!!! Ganz unbeschwert, ohne irgendwelche Zeitvorstellungen stand ich am Start und freute mich wie ein kleines Kind an Weihnachten, dass ich da tatsächlich als Läuferin und nicht «nur» als Fan diese tolle Stimmung in der Stadt einsaugen durfte! Ich finishte in 2h04’ und war total happy.

Der erste Marathon


Seither war Laufen ein fester Bestandteil in meinem Leben. Ich besuchte Laufkurse und trainierte meist vier Mal pro Woche. Motivationsprobleme hatte ich selten – wenn, dann bei Kälte und Dunkelheit. Doch dann stelle ich mir noch heute vor, wie ich mich nach einer Stunde Laufen fühle und wie es mir nach einer Stunde TV gucken geht. Da gehst du automatisch nach draussen. Es tut einfach sau gut, das Laufen. Egal wie schnell, wie weit – alles ist besser als nichts!
Immer wieder nahm ich an Wettkämpfen teil, meist über die Halbmarathondistanz. Mein Schwager schwärmte immer vom Hamburgmarathon und der einmaligen Stimmung die dort herrscht. Und so entschied ich mich, mich ebenfalls anzumelden. Ich trainierte viel und fühlte mich gut vorbereitet. Am Samstag hatte ich dann den ganzen Tag keinen Appetit und ich fühlte mich nicht so gut. Doch ich war überzeugt, dass dies die Nervosität sein müsste und machte mir keinen grossen Gedanken. Am Sonntag Morgen ging es mir dann überhaupt nicht gut. Mein Frühstück kam postwendend wieder zurück und ich fühlte mich einfach nur elend. Schlechte Voraussetzungen für einen Marathon. Doch ich wollte es unbedingt versuchen, schliesslich hatte ich mich so lange dafür vorbereitet. Ich nahm dann mein Handy mit und vereinbarte mit Gregi, dass ich ihn anrufe falls ich den Lauf abbreche.
Erstaunlicherweise lief es aber sehr gut. Ich fühlte mich super und konnte die einzigartige Stimmung und das Sightseeing der anderen Art so richtig geniessen. Natürlich war es auch hart, und nach 37km fragte ich mich schon, wieso ich mir das antue. Aber ich lief einfach weiter und schaffte es in 3h57 ins Ziel. Ich hatte es geschafft! Was ich niemals für möglich gehalten hatte, war tatsächlich wahr geworden!
Auf der Suche nach einem neuen Marathonziel entschied ich mich dann, im Sommer 2013 den C42 am Swissalpine in Davos zu laufen. Da ich gut vorbereitet an der Startlinie stehen wollte, jedoch keine Ahnung hatte, wie ich mich seriös darauf vorbereiten kann, entschied ich mich für ein Abo bei running.COACH. Das gezielte Training sorgte dafür, dass ich auch dieses Vorhaben top vorbereitet und erfolgreich umsetzen konnte.

Die «Zwangs»-Laufpause


Laufpausen gab es bei mir selten. Nach Wettkämpfen nehme ich es meist locker, trainiere nach Lust und Laune und halte auch nicht immer alle Vorgaben von running.COACH ein. Aber wirkliche Pausen gab es eigentlich nie.
Schon früh während meiner Schwangerschaft mit unseren Twinmädels aber schickte ich meine Laufschuhe in die Ferien. Ich fühlte mich beim Laufen nicht mehr gut und wollte nichts erzwingen. Nachdem unsere Twins geboren waren, musste sich mein Körper zuerst von den Strapazen der Schwangerschaft erholen und die beiden Mädels hielten uns auch so ziemlich auf Trab. Die täglichen Spaziergänge halfen mir aber dabei, wieder einigermassen fit zu werden.
Nach einem Jahr Laufpause wollte ich dann wieder mit dem Laufen anfangen. Ich war überzeugt, dass ich wieder mühsam bei null anfangen muss. Zuerst lief ich ein bis zwei Mal pro Woche. Langsam erhöhte ich die Umfänge wieder. Und zu meinem Erstaunen lief es sich schon bald wieder flotter.

Inzwischen laufe ich wieder drei Mal pro Woche. Es macht mir immer noch sehr viel Spass und bietet mir einen tollen Ausgleich zum Alltag. Ich schätze es sehr, dass mir mein Mann Gregi dies ermöglicht. Und noch immer bin ich Esther, meiner Kollegin die mich damals zum Laufen brachte und coachte, und meinem Schwager, der mich motivierte, an mich zu glauben, sehr dankbar!
Deshalb, nicht studieren – Laufschuh schnüren!!! Wenn ich es geschafft habe, dann schafft ihr es auch! Viel Spass dabei!

Inspiriere andere – wie funktioniert es?

Egal ob du ein bestimmtes Laufziel erreicht hast, dank dem Laufen abgenommen hast, dir das Lauftraining bei einer Krankeit geholfen hat, du durch das Laufen Begegnungen der besonderen Art gemacht hast oder was auch immer; wir sind gespannt und freuen uns auf deine Geschichte.
Bist du interessiert, schreib uns eine E-Mail an stefanie.meyer@runningcoach.me mit dem Betreff #LAUFINSPIRATION und mit einer kurzen Beschreibung zu deiner Laufgeschichte. Der Text muss noch nicht stehen. Wir werden uns bei dir melden, um die Beitragsform zu besprechen.
Als Belohnung für einen veröffentlichten Beitrag gibt es ein dreimonatiges Silber-Abo von running.COACH.

Kohlenhydratperiodisierung zur Leistungssteigerung

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Kohlenhydratperiodisierung im Ausdauersport – eine Möglichkeit um effizient die Leistung zu steigern und dabei Fett abzubauen.
Deine Laufleistung setzt sich aus vielen verschiedenen Puzzleteilen zusammen. Wird das Lauftraining ganz neu aufgenommen, wird schnell eine Leistungssteigerung ersichtlich. Irgendwann bist du aber vielleicht an dem Punkt, wo es schwierig wird, neue und vor allem auch effiziente Reize zu setzen. Das trifft bei weitem nicht nur auf Leistungssportler zu. Man versucht an einzelnen Puzzleteilen zu feilen, um die Leistung zu verbessern. Die Ernährung ist vielleicht eines davon. In diesem Beitrag schreibt die Sport- und Ernährungswissenschaftlerin Dr. sc. nat. Joëlle Flück, welchen Einfluss die Kohlenhydratperiodisierung im Ausdauersport auf die Leistung und den Fettabbau hat.

Kohlenhydrate notwendig für maximale Leistungsfähigkeit

Gerade im Ausdauersport ist das Wettkampfgewicht ein Dauerthema. Doch eine Gewichtsabnahme während einer Wettkampfsaison ist in den meisten Fällen nicht sinnvoll. Zu gross sind die Leistungseinbussen durch die fehlende Energie. Ein zweiter Dauerbrenner ist die Art, wie man sich ideal ernähren soll. Zu viele Ernährungsformen wie „Ketogene Diät“, „Low Carb“, „Paleo“, etc. hat man zur Auswahl und es ist oft schwierig, den Überblick zu behalten und sich für die „richtige“ Ernährungsform zu entscheiden. Wissenschaftlich bewiesen ist, dass Kohlenhydrate benötigt werden, um die maximale Leistungsfähigkeit bei intensiven oder maximalen Belastungen erreichen zu können. So macht wahrscheinlich eine Low Carb Diät während intensiven Wettkampfphasen wenig Sinn.

Low Carb und High-Carb Diät kombinieren

Sportwissenschaftler haben sich intensiv mit dem Thema der Ernährung zur optimalen Leistungssteigerung auseinander gesetzt. Dabei haben sie zum Beispiel auch untersucht, ob eine Low-Carb-High-Fat Diät einen leistungssteigernden Effekt erzeugen kann. Viele Studien zeigen, dass kurzfristig gesehen, die Fettverbrennung gesteigert werden kann, jedoch langfristig eine solche Ernährungsweise eher nachteilig wirkt, wenn es darum geht, die maximale Leistung abzurufen und sich zu verbessern. Trotzdem können jedoch genau diese kurzfristigen Effekte im Training genutzt werden, um die Ausdauerleistung noch effektiver zu maximieren. So sind die Wissenschaftler auf die Idee gekommen, die Low Carb Diät mit einer High-Carb Diät zu kombinieren und die Vorteile beider Ernährungsformen sinnvoll zu nutzen und optimal einzusetzen. Daraus ist das Konzept der Kohlenhydratperiodisierung entstanden.

Studienergebnisse Kohlenhydratperiodisierung

Marquet et al. (2016) haben in ihrer Studie zwei Gruppen von Triathleten untersucht. Die eine Gruppe hat sich so ernährt, wie es die gängigen Sporternährungsrichtlinien vorgeben: Genügend Kohlenhydrate vor der intensiven Belastung zur Steigerung der maximalen Leistung und genügend Kohlenhydrate nach dem Intervalltraining zur Förderung der optimalen Regeneration. Die andere Gruppe hat sich nach dem Prinzip der Kohlenhydratperiodisierung ernährt: Ganz normale Kohlenhydratzufuhr vor dem Intervalltraining und danach eine Low-Carb-Phase vor dem Schlafengehen. Am Morgen danach hat diese Gruppe eine Trainingseinheit mit tiefer Intensität auf nüchternem Magen durchgeführt, wobei die erste Gruppe erst nach einem kohlenhydratreichen Frühstück trainiert hat. Dies wurde über drei Wochen jeweils zweimal wöchentlich angewandt. Nach drei Wochen Trainings- und Ernährungsintervention zeigte die Gruppe der Kohlenhydratperiodisierung eine stärkere Verbesserung bei einer vorgegebenen Fahrradbelastung (+12% länger gefahren als drei Wochen zuvor) und in einem 10km-Lauf (3% schneller gelaufen). Zudem hat sich bei dieser Gruppe die Fettmasse um 0.8 kg reduziert. Die andere Gruppe konnte ihre Leistung über die drei Wochen nicht signifikant steigern und auch das Körpergewicht sowie die Zusammensetzung blieben unverändert.

Abbildung 1: Beispiel eines Wochenplans mit Kohlenhydratperiodisierung (adaptiert aus Marquet et al. 2016), GA = Grundlagenausdauer, HIT = High Intensity Intervall Training

Fazit

Diese Studie zeigt, dass es möglich ist, die Leistung sowie die Körperzusammensetzung durch ein optimales Zusammenspiel aus Phasen mit wenigen Kohlenhydraten und Phasen mit viel Kohlenhydraten zu verbessern. Eine genaue Planung von Training, Ernährung und Erholung, sowie dem Durchführungszeitpunkt in der Trainingsplanung ist von zentraler Bedeutung. Es wird auch geraten, solche Low-Carb-Phasen nicht zu häufig pro Woche zu wiederholen, da sie bei zu hoher Trainingsbelastung auch an den Reserven des Körpers zehren. Die Infektanfälligkeit sowie das Risiko in ein Übertraining oder in eine Überlastung zu kommen, steigt an. Es wird deshalb empfohlen, mit einer Fachperson zusammen zu sitzen und die Ernährung individuell und professionell auf das Trainings- sowie Wettkampfplan abzustimmen, um schlussendlich eine optimale Leistungssteigerung sowie eine Gewichtsreduktion zu erreichen.
Joëlle FlückDieser Blogbeitrag wurde von der Sport- und Ernährungswissenschaftlerin Dr. sc. nat. Joëlle Flück verfasst. Sie arbeitet in der Sportmedizin in Nottwil und betreut dort sport- und ernährungswissenschaftlich Athleten aller Leistungsstufen bis hin zum Leistungssportler. Gleichzeitig führt sie auch selbst Studien im Sporternährungsbereich durch und ist Vizepräsidentin der Swiss Sports Nutrition Society. Als ehemalige Mittelstreckenläuferin hat sie unzählige Medaillen an Schweizermeisterschaften gewonnen und ist heute auf längeren Distanzen unterwegs.
Weitere Blogartikel von Dr. sc. nat. Joëlle Flück auf unserem Blog:
Vitamin D und Sport
Randensaft und Ausdauerleistung

Kompressionssocken – farbige Zaubersocken?

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Grün, gelb, pink oder blau: Kompressionssocken oder -stulpen gibt es heute in fast allen Farben. Ihre leistungssteigernde Wirkung ist jedoch umstritten. Was können sie wirklich und was ist nur ein Placebo-Effekt?

Hilfreich für die Regeneration

Aus der unklaren Studienlage lässt sich ein relativ klarer Schluss ziehen: Kompressionssocken sorgen für eine verbesserte Regeneration. Durch den positiven Effekt auf die blutzuführenden und blutabführenden Gefässe verbessern sie die Durchblutung mit einer erhöhten Sauerstoffversorgung der Muskulatur und einem verbesserten venösen Rückfluss. Dieser Effekt ist solange spürbar, wie der Läufer sich bewegt, steht oder sitzt. Sobald er sich hinlegt, funktioniert das nicht mehr. Darum können die Kompressionssocken zum Schlafen getrost ausgezogen werden. Ganze Socken wirken für die Regeneration zudem effizienter als Stulpen. Schneller machen sie aber höchstwahrscheinlich nicht. Sie haben aber andere positive Effekte, die sie zum beliebten Laufpartner machen.

Höherer Laufkomfort

Kompressionssocken können Sehnen und Bänder ähnlich unterstützen, wie das Bandagen oder Tapes tun. Zudem helfen sie, Muskelvibrationen zu verhindern, die bei ungünstigen Bedingungen leistungsmindernd sein können. Leichte Beine über unzählige Kilometer können das Resultat sein.
Tragen können Kompressionssocken alle, die sich darin wohl fühlen. Einzige Ausnahme bilden Menschen mit einer fortgeschrittenen peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder einer dekompensierten Herzinsuffizienz. Sie sollten den Einsatz von Sportkompressionssocken mit ihrem Arzt absprechen.
Dieser Beitrag wurde durch Dr. rer. nat Michael Schwarz erstellt. Er arbeitet als Sportwissenschaftler und Leistungsdiagnostiker im Medbase Sports Medical Center Zürich. Das spezialisierte Zentrum für Sportmedizin betreut Team- und Einzelsportler und bietet ein breites Spektrum vom Leistungstest über sportmedizinische Checkups bis zur sportspezifischen Physiotherapie und Rehabilitation

 
 

#Laufinspiration – Bewegung tut der Seele gut

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„Auf das Laufen – oder ganz allgemein die Bewegung – möchte ich nicht verzichten. Es tut einfach gut. Dem Körper, aber auch dem Kopf.“ Dieser Aussage von Stefan Zemp stimmen wir zu, oder? Stefan läuft, weil es im hauptsächlich viel Freude bereitet. Dabei ist seine Leistung für ihn zweitrangig. Dennoch will er diesen Samstag am Greifenseelauf seine persönliche Bestzeit für den Halbmarathon verbessern – wir sind gespannt und wünschen ihm viel Erfolg.


Laufen ist seit jeher ein Grundbedürfnis des Menschen. Egal, ob schnell oder langsam, sportlich oder im Alltag. So auch für mich. Auf das Laufen – oder ganz allgemein die Bewegung – möchte ich nicht verzichten. Es tut einfach gut. Dem Körper, aber auch dem Kopf. Die Natur geniessen und ganz alleine meinen Gedanken nachhängen. Das ist meine persönliche #Laufinspiration.
Ich laufe, seit mich meine Beine tragen. Schon als kleiner Knirps wanderte ich mit meinen Eltern auf die Rigi in der Zentralschweiz. Klar, noch ohne Laufschuhe, aber es war immerhin schon eine grosse Leistung für meine damals kurzen Beine. Den Beginn des sportlichen Laufens machte ich mit zehn Jahren, als ich in den dorfeigenen Turnverein eintrat. Es war der Anfang einer beispiellosen Sportkarriere.

Harte Trainings für den wohl längsten Sprint

Motiviert und getrieben wurde ich lange Zeit von meinen zwei älteren Brüdern. Sie waren im Turnverein – also ging auch ich in den Turnverein. Sie spielten Korbball – also fing auch ich mit dem tollen Mannschaftssport an. Und sie liefen – also begann auch ich mit dem Laufen. Eine Begeisterung, die bis heute anhält. Schon früh mochte ich die leichtathletischen Disziplinen. Allen voran die Laufeinheiten. Je weiter, desto besser. Bei jedem Training in der Jugendriege gehörte die rund 800 Meter lange «Lindenfeld-Runde» um die Sportanlagen dazu. Es war nur logisch, dass ich mich der Läufergruppe anschloss. Die Strecken wurden länger und die Trainings harter. Höhepunkt des Jahres ist für jedes Turnverein-Mitglied das jährliche Turnfest. Meine liebsten Disziplinen dort? Klar, alles, was mit Laufen zu tun hat. Pendelstafette und ganz besonders der 1’000-Meter-Lauf. Der Weg dorthin war aber jeweils hart und heute frage ich mich, weshalb ich mir das jemals angetan habe. Aber wir alle, die wir schon mal über eine Ziellinie liefen – egal, nach welchem Lauf – wissen die Antwort. Es ist einfach ein unglaublich gutes Gefühl.
Die gemeinsamen Lauf-Trainings mit Vereinen aus der Region Seetal waren jeweils hart, haben mich aber bis heute geprägt. Laufschule, «In-And-Outs» auf der 400-Meter-Rundbahn, Tempoläufe, Trainingsläufe und schlussendlich die Wettkämpfe. Zusätzlich angespornt von André Bucher, dem ehemaligen Spitzenläufer und 800-Meter-Weltmeister von 2001, welcher zeitweise auf den gleichen Anlagen trainierte. Ich selbst war nie einer der schnellsten. Meine Bestzeit von exakt drei Minuten auf 1’000 Meter reichte nicht für Top-Noten. Aber ich war immer mit dabei. Hochmotiviert und mit viel Freude. So wie heute noch.

Vom sportlichen Laufen bis zur alltäglichen Bewegung

Mit den Jahren wurde ich bequemer und das Laufen rutschte etwas in den Hintergrund. Für schnelle 1’000 Meter reichte es schon bald nicht mehr. Ich begann stattdessen, alleine zu laufen. Ab in den Wald zu Fuchs, Reh und Eichhörnchen. Nicht mehr ganz so schnell, dafür mit umso mehr Genuss. Beim Laufen kann ich abschalten, nachdenken und Energie laden. Auch wenn der Körper danach müde ist, so fühle ich mich während und nach einem Lauf im Kopf umso fitter.

So ist Laufen für mich heute nicht nur eine sportliche Aktivität mit dem Ziel, am nächsten Wettkampf eine möglichst gute Leistung zu erbringen. Es ist für mich vielmehr Erholung pur. Im Gegenzug kann ich nicht eine Woche lang ruhig am Strand liegen. Bewegung gehört für mich zum Alltag dazu. Mal langsam und gemütlich, dann wieder schnell und ehrgeizig.
Mit viel Freude am Laufen habe ich mich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Es gab eine Zeit, da war ich froh, eine Runde um den Luzerner Rotsee durchzustehen (knapp sieben Kilometer). Heute laufe ich mehr oder weniger locker um den Zürcher Greifensee mit knapp 20 Kilometern. Aber wie kam das? Nun ja, ich laufe einfach gerne und tue es seit einigen Jahren wieder sehr regelmässig.
Aktuell schnüre ich mir wöchentlich zwischen ein und drei Mal die Laufschuhe und habe dank running.COACH seit rund einem Jahr meinen persönlichen Trainingsplan. Dieser motiviert mich zusätzlich und sorgt vor allem dafür, dass ich abwechslungsreich trainiere. Dauerläufe und Intervalle gehören genauso dazu wie eher langsame lange Läufe. Und genau mit diesen bekunde ich nach wie vor die grösste Mühe. Wieso soll ich langsamer laufen, als ich könnte? Aber ich werde auch in diesem Punkt immer besser.

Schritt für Schritt bis zum ersten Halbmarathon

In Sachen Bewegung darf man also ruhig klein anfangen. Sprich, kurz und langsam. Vermehrt Bewegung im Alltag einbauen und die ersten sportlichen Läufe ruhig angehen. So kommt die Begeisterung von alleine und die Strecken werden länger und die Zeiten schneller, ohne, dass man es merkt. Ich weiss noch, wie ich mich vor längerer Zeit am Start des Rotseelaufes fragte, ob ich die 10 Kilometer wettkampfmässig schaffen werde. Ganz genauso erging es mir vor vier Jahren an meinem allerersten Halbmarathon. Gross war mein Respekt vor dieser langen Distanz am Greifenseelauf. Nun stehe ich bereits kurz vor meinem fünften Start in Uster und die Vorfreude ist riesig.

Bin ich nun auf dem Weg zum Marathon? Nein, sage ich hier und heute. Die 21,1 Kilometer des Halbmarathons sind für mich Herausforderung genug. Ein Marathon wäre eine Grenzerfahrung, welche deutlich über mein angestrebtes Leistungsziel hinausgeht. Ich laufe gerne und viel und versuche, meinen Trainingsplan so gut es geht einzuhalten. Aber doch gebe ich mir die Freiheit, auch mal nein zu sagen und auf das Laufen zu verzichten. Ich bin zu wenig ehrgeizig, um dem Laufen den alles unterordnenden Höchststatus einzuräumen. Es ist ein Balanceakt, irgendwie für alles Zeit zu finden, woran man Spass hat im Leben.

Laufen als Energiespender

Ein Widerspruch? Keineswegs. Laufen gibt mir viel zurück. Nicht nur müde Beine. Vielmehr ganz viel Freude und Lebensenergie. Einfach raus, die Natur geniessen, den Waldtieren oder Seevögeln Hallo sagen und was Gutes tun für den Körper. Das macht Spass. Ich laufe, weil ich es gerne tue. Weil ich mich gerne bewege und mich gerne in der Natur aufhalte.
Aber keineswegs laufe ich heute, um den nächsten Wettkampf zu gewinnen. Dazu fehlt mir der nötige Ehrgeiz. Aber doch habe auch ich meine Ziele. Den nächsten Halbmarathon mit einem Lächeln über der Ziellinie abschliessen und nach Möglichkeit meine bisherige Bestzeit noch etwas unterbieten. Ja, dafür trainiere auch ich.
Aber immer mit dem Ziel, die Freude am Laufen zu behalten. Spass zu haben an der Bewegung. Das ist mein allergrösstes Ziel. Und genau das ist meine persönliche #Laufinspiration.
Stefan Zemp bloggt auf Quer durch den Alltag mit einer Sonntags-Serie «In Bewegung».

Inspiriere andere – wie funktioniert es?

Egal ob du ein bestimmtes Laufziel erreicht hast, dank dem Laufen abgenommen hast, dir das Lauftraining bei einer Krankeit geholfen hat, du durch das Laufen Begegnungen der besonderen Art gemacht hast oder was auch immer; wir sind gespannt und freuen uns auf deine Geschichte.
Bist du interessiert, schreib uns eine E-Mail an stefanie.meyer@runningcoach.me mit dem Betreff #LAUFINSPIRATION und mit einer kurzen Beschreibung zu deiner Laufgeschichte. Der Text muss noch nicht stehen. Wir werden uns bei dir melden, um die Beitragsform zu besprechen.
Als Belohnung für einen veröffentlichten Beitrag gibt es ein dreimonatiges Silber-Abo von running.COACH.

Eine etwas andere Marathonvorbereitung

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Wer läuft diesen Herbst noch einen Marathon? Die Teilnehmenden von 42kMisZiel.ch tun es als Marathonneulinge und sind Teil einer Gruppe, welche sich gemeinsam auf den Swiss City Marathon in Luzern vorbereiten. Dabei nutzen ihre Coaches unter anderem die Coaching Plattform von running.COACH. Erfahre hier mehr über das spannende Projekt und die Vorbereitung.

42kMisZiel.ch – PayAsYouRun – eine Marathonvorbereitung von varioussports.com der anderen Art!

Die innovative Marathonvorbereitung 42kMisZiel.ch von varioussports.com aus Solothurn, ist mit seinen Partnern SOL-ID Athletes World, ASICS, runningCOACH.me und Swiss City Marathon Luzern erfolgreich am 01.06.2016 gestartet. Das Ziel ist, dass sich die Marathon Neueinsteiger während 22 Wochen durch die Marathonvorbereitung 42kMisZiel.ch geführt, für den Swiss City Marathon vom 29. Oktober 2017 in Luzern vorbereiten und diesen auch erfolgreich finishen. Die Besonderheit ist, dass wir als Coaches pro Trainingskilometer von den Läufern entschädigt werden. Es gilt also das Prinzip „PayAsYoRun“ und wir müssen sicherstellen, dass die Läufer gut betreut und immer wieder motiviert oder auch gebremst werden. Wir sind also quasi sogenannte ‘’Athlete Success Manager’’, wenn es den diesen Begriff in der Coaching- oder Trainerszene überhaupt so gibt. Es ist ein komplettes Vorabinvestment unsererseits und wir erhalten unsere Coaching Vergütungen nur dann, wenn der oder die Läuferin dabeibleibt und die Ziellinie in Luzern erfolgreich überquert.

Belohnung und Motivation für Anzahl erlaufene Kilometer

Zum Start von 42kMiZiel.ch wurden die Teilnehmer mit einem Starterpackage von SOL-ID Athletes World aus Solothurn ausgerüstet und konnten auch gleich einen Termin für ihre individuelle Laufanalyse im SOL-ID vereinbaren. Durch das „Rüebli vor der Nase Prinzip“, was heisst dass, die Teilnehmer bei erlaufenen 250 Km eine ASICS Laufhose, bei 500 Km eine Laufschuh ihrer Wahl zu 50%, bei 750 Km ein ASICS Laufshirt und beim Erreichen der 1’000 Km Marke eine funktionelle ASICS Laufjacke in Empfang nehmen dürfen, sollen die Teilnehmer zusätzlich motiviert werden ihrem individuellen Trainingsplan zu folgen.

Training mit der running.COACH Coaching Plattform


Die Läufer haben zum Start auch ihre individuellen running.COACH Trainingspläne erhalten und wurden individuell in die Anwendung durch uns Coaches eingeführt. Die ausgeklügelten running.COACH Trainingspläne und die Einfachheit der Anwendung via Webbrowser oder Mobile App sind für die Läufer wie auch für uns als Coaches elementar und haben sich für uns als sehr praktikabel erwiesen. Auch haben wir im Mai mit den Teilnehmern Laktattests in Magglingen durchgeführt und verwenden die individuellen Schwellwerte in den Trainingsplänen. Wir als Coaches haben in running.COACH jederzeit eine vollständige Übersicht über die absolvierten Trainings- und Leistungswerte aller Läufer und können auch direkt jede Trainingseinheit kommentieren und auch ggf. Korrekturen -nach Rücksprache mit dem Läufer versteht sich- vornehmen. Die Kommunikation findet also sehr oft über direkt über die Plattform statt, was die Teilnehmer nebst den persönlichen Coaching-Sessions als sehr effizient betrachten und schätzen. WhatsApp hat sich als Kommunikationskanal ebenfalls etabliert und wird auch unter den Läufern, zum Beispiel für die Terminfindung für gemeinsame Long Jogs, verwendet.

Ganzheitliche Betreuung der Marathonneulinge

Es ist uns wichtig die Marathonneulinge ganzheitlich zu betreuen und mit allen notwendigen Informationen rund um das Marathonlaufen zu versorgen. Als Bestandteil der Vorbereitung haben wir daher eine Serie von Infoabenden für die Teilnehmer zusammengestellt zu Themen wie Trainingsplanung, Erholung, Ernährung im Ausdauersport und Laufbekleidung. Diese werden rege besucht und geben uns Coaches auch die Möglichkeit den „Puls“ der Marathonis zu spüren und auch festzustellen, wo eventuelle Unsicherheiten entstehen und wir als Coaches proaktiv unterstützen oder coachend zur Seite stehen können.

Die wöchentliche Teilnahme bei Trainings der Laufgruppe Solothurn ist eine weitere Möglichkeit mit uns Coaches, nebst gemeinsamem Long Jogs, welche wir als Coaches begleiten, zu trainieren und davon wird auch rege Gebrauch gemacht.

Halbmarathon als Vorbereitung

Ein Meilenstein für die Teilnehmenden war die gemeinsame Teilnahme am Switzerland Marathon light (Halbmarathon) in Sarnen vom 03.09.2017. Es war DIE Gelegenheit aus den vielen Trainingskilometern und gesammelten Erfahrungen zu schöpfen und persönliche Bestzeiten anzuvisieren und die gab es definitiv. Dementsprechend durften wir viele fröhliche Gesichter hinter der Ziellinie begrüssen und das ist für uns Coaches der eigentliche Lohn der gemeinsamen intensiven Arbeit!

Das ultimative Ziel aller Teilnehmer ist ja das erfolgreiche Finishen des Swiss City Marathons in Luzern und das heisst eben auch, dass nun noch harte Trainingswochen bevorstehen und da sind wir als Coaches nochmals sehr gefordert. Es läuft ja nicht immer rund und ab und an sind eben auch Alltagssorgen aus dem Weg zu räumen und auch dafür stehen wir unseren Athleten gerne zur Seite und hoffen, so die Motivation genügend hoch halten zu können. Wir sind aber sehr zuversichtlich mit diesem so hart trainierenden und fokussierten Team die Ziellinie in Luzern gemeinsam zu überqueren.
Leider mussten sich aber zwei Läufer von 42kMisZiel.ch vor wenigen Wochen aus gesundheitlichen Gründen aus dem Team verabschieden. Damit mussten wir rechnen, aber es ist dennoch sehr Schade. Denn als eingeschworene Marathon Trainingsgruppe mit dem gleichen Ziel vor Augen, zwei Teilnehmer zu verabschieden, ist schade. Wir hoffen, dass sich beide gut und rasch erholen und bald wieder das Lauftraining aufnehmen können.
Danke, denn ohne Sponsoren geht es eben dann doch nicht und darum ist es mir sehr wichtig, mich bei ASICS (Montana Sport AG) und SOL-ID Athletes World Solothurn sowie den weiteren vielen Helfern, ganz herzlich für ihre Unterstützung zu bedanken.
Dieser Artikel wurde von André Roth (Projekteiter und vorne rechts im Bild) von varioussport.com geschrieben.