Der Grand Prix von Bern 2018 – statistische Fakten!

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Der Grand-Prix von Bern 2018 ist bereits wieder Geschichte. Mit rund 27’500 klassierten Läuferinnen und Läufer klassierten sich rund 2000 Teilnehmer weniger als letztes Jahr. Als offizieller Trainingsplan-Partner war auch running.COACH mit von der Partie. Und die Rangliste eines solchen Laufevents liefert einige spannende Fakten. Fünf davon haben wir für euch auch in diesem Jahr herausgepickt.

 

Knapp über 100 Stundenknacker

Nachdem im letzten Jahr zum ersten Mal in der Geschichte des GP Berns weniger als 100 Läuferinnen und Läufer die Stundenmarke knackten, gab es in diesem Jahr in dieser Hinsicht einen kleinen Aufwärtstrend. 121 Finisher gehören zu den erfolgreichen Läufern, die sich in diesem Jahr „Stundenknacker“ nennen dürfen. Das sind genau 0.4 %! des gesamten Starterfeldes. Als Vergleich: Bei der Erstaustragung vor 36 Jahren knackten rund 5% die 60 Min Grenze. Einerseits waren wohl die Bedingungen für schnelle Zeiten nicht optimal, andererseits widerspiegelt dies den Trend, dass Laufen vorwiegend ein Gesundheitssport wurde und nicht nur auf den Leistungssport fokussiert ist.

Die Verteilung der Finisherzeiten

Da eben nur 0.4% aller Teilnehmenden unter einer Stunde gelaufen sind, war der grosse Rest der Läuferschar zwischen einer und zwei Stunden unterwegs. Die meisten Läuferinnen und Läufer absolvieren die coupierte 10-Meilen-Strecke in einer Zeit zwischen 80 und 90 Minuten (siehe Grafik). Das heisst, dass sie im Schnitt zwischen fünf und fünfeinhalb Minuten für einen der 16.093 Kilometer benötigen. Die meist gelaufene Zeit liegt bei 1:26:00.

 

Der stärkste Jahrgang – 1981

1981 sind sie geboren – die schnellsten Läuferinnen und Läufer des GP Ausgabe 2018 und benötigten durchschnittlich 1:23:49 für die 10 Meilen. Wobei der Jahrgang 1982 leistungsmässig nicht weit hinterherhinkt. Fun-Fact: Letztes Jahr war es ebenfalls der Jahrgang 1982 der die 10 Meilen am schnellsten benötigte. Scheint, dass diese Generation es ähnlich dem Wein macht: „Je älter, desto besser“. Die besten Zeiten werden generell zwischen 35 und 40 Jahren gelaufen, anschliessend steigen die Durchschnittszeiten fast linear mit dem Alter.

 

Die meisten Läufer pro Jahrgang

Mit 75 Jahren am GP Bern noch 1:22 h laufen? Das geht, wie uns Albrecht Mohr bewiesen hat. Doch die wenigsten Läufer laufen in diesem Alter die 10 Meilen. Die meisten Läufer sind anfangs 30, Hier schwingt der Jahrgang 1989 mit über 404 Teilnehmenden oben aus. Die Grafik zeigt, dass die grosse Masse der Teilnehmenden zwischen 25 und 50 Jahre alt sind. Jüngere scheint der Ausdauersport noch nicht so sehr anzuziehen, Ältere wechseln mit zunehmendem Alter auf kürzere Distanzen.

 
 

running.COACH Prognose

Um die 700 Teilnehmenden des GP Bern haben den Wettkampf im running.COACH als Wettkampf angegeben. Wir haben untersucht, wie genau unsere Wettkampfprognose war. Das Ergebnis: Im Durchschnitt waren die running.COACH-User 0.3% schneller, als wir vorausgesagt haben. Um das zu verdeutlichen: Bei einer Zeit von beispielsweise 1:24:00 wäre das ca eine halbe Minute. Letztes Jahr lagen wir noch bei 1.4 % daneben. Das freut uns natürlich und wir geben alles, dass unser Prognose-Tool  auch im nächsten Jahr so genau funktioniert. So oder so, wir bleiben dran und wir freuen uns bereits jetzt auf den GP Bern im nächsten Jahr. Keep on running.

 
 

Dieser Blogbeitrag wurde von Stefan Lombriser verfasst. Stefan, selbst Stundenknacker, arbeitet als Geschäftsführer von Quevita AG/running.COACH und ist selbst begeisterter Läufer, OL-Läufer und Multisportler. Diese Leidenschaft für den Laufsport versucht er tagtäglich als Mitentwickler der ersten Stunde in den running.COACH hineinzubringen.
Titelfoto: swiss-image.ch

Typische Probleme beim Laufen im Sommer

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Der Sommer ist im Anmarsch und bei vielen Läufern lässt das die Herzen höher schlagen: endlich wieder in Shorts und T-Shirt auf schnee- und eisfreien Strassen  rennen gehen und dabei sogar noch etwas braun werden. Aber bei allen Vorteilen bringt der Sommer auch Nachteile. Diese Tipps sollen dir das Ganze etwas erleichtern.

Problem 1: Sonneneinstrahlung


Ja, es ist schön, sich von der Sonne wärmen und bräunen zu lassen. Werden aber die wohlige Wärme zum lähmenden Kopfweh und die Bräune zum Sonnenbrand, sieht das Ganze dann nicht mehr so rosig aus. Mit den folgenden Massnahmen, kann man dem Ganzen aber entgegenwirken;

  • Sonnenschutz: Ganz wichtig ist das Eincremen mit einem Sonnenschutz vor dem Laufen. Am besten machst du das einige Minuten bevor du losläufst, damit der Sonnenschutz genügend einziehen kann und nicht gerade mit den ersten Schweisstropfen wieder ausgeschwitzt wird (idealerweise 20-30min vorher). Ausführlichere Tipps zur Anwendung von Sonnenschutz findest du hier.
  • Kopfbedeckung: Um sich vor einem Sonnenstich zu schützen, ist es empfehlenswert, einen Sonnenhut zu tragen. Das mag sich vielleicht zu Beginn etwas seltsam anfühlen, man gewöhnt sich aber schnell daran und dein Kopf und dein Kreislauf werden es dir danken

Problem 2: Hitze


Die starke Sonneneinstrahlung führt oft zu extremer Hitze. Diese macht uns Läufern oft das Leben schwer und wir fühlen uns müde und träge. Diese Hitze kann man zwar nicht vollständig umgehen, man kann ihr aber mit den folgenden Tricks ausweichen:

  • Trainieren am Schatten: Das Training sollte bei sonnigem, heissem Wetter am besten an den Schatten verlegt werden. Der Wald eignet sich dabei wunderbar.
  • Training in der Höhe: In der höhe sind die Temperaturen angenehmer. Aber Achtung: Die Sonneneinstrahlung ist umso höher, weshalb in der Höhe besonders auf die Punkte in Problem 1 geachtet werden sollte.
  • Trainingszeitpunkt: Ja, die Mittagspause eignet sich hervorragend, um eine Trainingseinheit einzubauen. Im Sommer aber, sollte man sich das gut überlegen. Am Mittag steht die Sonne am höchsten und die Sonneneinstrahlung ist besonders stark. Es empfiehlt sich daher eher, das Training auf die früheren Morgenstunden oder auf den Abend zu verlegen. Falls du trotzdem am Mittag trainieren willst, solltest du dabei die übrigen Punkte beachten.
  • Funktionskleidung: Helle und leichte Funktionskleidung ist ideal bei sommerlichen Bedingungen. Helle Kleidung absorbiert weniger Licht und damit Wärme, als dunkle und damit kann einem Hitzestau vorgebeugt werden.
  • Intensität: Um den Kreislauf zu schonen, wird auch häufig empfohlen, die Intensität ein kleines Bisschen zu reduzieren, da der Puls in der Hitze in der Regel höher ist. Dies empfiehlt sich auf jeden Fall bei den ersten Trainingseinheiten bei sommerlichen Temperaturen, um dem Körper etwas Zeit zu geben, sich an die neuen Bedingungen zu gewöhnen.
  • Abkühlung: Falls du an einem Brunnen oder Bach vorbeiläufst, nutze die Gelegenheit um dich etwas abzkühlen mit Wasser im Gesicht, an den Händen, oder wo es dir nötig scheint.

Problem 3: Dehydrierung


Die grosse Hitze führt zu grösserer Schweissproduktion und damit zu Flüssigkeitsverlust. Obwohl sich der Körper mit der Zeit bis zu einem bestimmten Grad anpasst und zum Beispiel weniger Urin ausgescheidet, gilt es, den erhöhten Flüssigkeitsbedarf ernst zu nehmen.

  • Trinken, trinken, trinken: Versuche, erstens sicher im Alltag genügend zu trinken, auch ohne starkes Durstgefühl. Bei Bedarf ist es sicher nicht verkehrt sogar etwas zu Trinken auf die Trainingsrunde mitzunehmen, z.B. in einem Trinkgurt. Besonders bei längeren Belastungen empfiehlt es sich, ein isotonisches Getränk zu wählen, da pures Wasser schlechter aufgenommen wird.

Problem 4: Mechanisch bedingte Beschwerden

Bestimmte Gegebenheiten beim Training im Sommer können zu lästigen Beschwerden führen.

  • Blasen: Da es im Sommer heisser ist als im Winter und wir schwitzen auf an den Füssen stärker. Wenn die Füsse beim Laufen feucht sind, besteht eine grössere Gefahr für die Entstehung von Blasen (z.B. zwischen den Zehen). Ausserdem setzen im Sommer viele Läufer auf dünnere und, tiefergeschnittene Socken. Da man dann aber oft zu viel Platz in den Schuhen hat und eher etwas herumrutscht, oder weil die tiefgeschnittenen Socken zu wenig Schutz vor den Reibungen durch den Schuhrand bieten, entstehen auch dort gerne Blasen. Die Socken sollten also nur so dünn sein, dass man einen guten Halt hat in den Schuhen und nicht herumrutscht und es sollte darauf geachtet werden, dass der Schuhrand nirgendwo direkt die Haut berührt. Für die Stellen zwischen den Zehen hilft es, sie mit Anti-Blasen-Sticks (fettende, dicke creme, z.B. von Compeed) einzureiben, was die Reibungen deutlich vermindert.
  • Wundscheuern: Die kurze Kleidung und die feuchte Haut im Sommer können zu schmerzhaften Wundscheuerstellen führen. Eine bekannte Problemzone ist die Stelle zwischen den Oberschenkeln. Die Hosen sind oft angenehm kurz, doch wenn sich die Oberschenkel beim Laufen an einer Stelle berühren, die nicht von der Hose bedeckt ist, wird diese Stelle wundgescheuert, was sehr unangenehm ist. Derselbe Effekt kann aber auch entstehen, wenn zum Beispiel der untere Rand einer engen kurzen Hose ständig auf und ab rutscht. Da ist das Problem die Reibung des Hosenrands am Oberschenkel. Um mögliche Scheuerstellen zu schützen, hilft es, diese mit einer sehr fettigen Creme einzucremen (z.B. Vaseline).

Problem 5: „Leben“ in der Luft


Da die Biosphäre im Sommer nur so sprudelt vor Leben, ist dies auch in der Luft zu spüren. Für uns Läufer hat das manchmal unerfreuliche Folgen. Wie du dich davor schützen kannst, sagen wir dir hier:

  • Sonnenbrille: Um die vielen kleinen Dinge, die im Sommer in der Luft herumschwirren (Mücken, Fliegen, Staub, etc.) von deinen Augen fernzuhalten, ist es praktisch, mit einer Sonnenbrille zu laufen. Dort ist für die Fremdkörper Endstation. Ausserdem schützt sie dich vor der Sonne.
  • Augen-Mund-Schliess-Taktik: Wenn du zum Beispiel einen Mückenschwarm auf dich zuschwirren siehst, dann ist es nicht zu empfehlen, gerade dann tief einzuatmen oder den Mund weit zu öffnen.

 
Beachtest du diese Punkte, sollte dir also nichts mehr im Wege stehen, um auch im Sommer mit Freude zu laufen. Keep on running!
 
Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von: Marion Aebi

Die Top 10 Tipps der Profis für den Grand Prix von Bern

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In wenigen Tagen steht er endlich vor der Tür, der Grand Prix von Bern. Damit du gut darauf vorbereitet bist und das Optimum aus dir rausholen kannst, haben wir zwei absolute Spezialisten nach ihren Top 10 Tipps befragt: Viktor Röthlin und Christian Belz.
Die ehemaligen Spitzenläufer und Mitentwickler von running.COACH wissen aus eigener Erfahrung, wie man den langen (16.1km) und den kurzen (4.7km) GP am besten bestreitet. Hier teilen sie ihr Wissen mit dir!

 

Grand Prix von Bern (16.1km): „Der Klassiker“ mit Viktor Röthlin

 
 
 
1.) Ruhe ist auch Training: Lass es die letzten Tage vor dem GP ruhig angehen. Reduziere dein Trainingsprogramm und lade deine Batterien auf.
2.) Fülle deine Speicher: Versuche in den letzten 3 Tage vor dem GP möglichst kohlenhydratreich zu essen. Pasta, Reis und Kartoffeln sollten möglichst häufig auf deinem Menuplan stehen.
3.) Kein Stress am Wettkampftag: Bereite alles rechtzeitig vor und plane deine Anreise nach Bern so, dass du ohne Stress im Startgelände ankommst.
4.) Countdown: Esse 4h Stunden vor dem Startschuss nochmals einen Teller Pasta. 2h davor allenfalls noch einen Banana oder einen Isostar-Riegel. Trinke bis 1h vor dem Start regelmässig in kleinen Schlucken Isostar Hydrat&Perform (dieses Getränk kriegst du übrigens auch auf der Strecke). Absolviere ein leichtes Warm-up. Und stelle dich rechtzeitig in deinem Startblock ein.
5.) Und los geht’s: Versuche den Aargauerstalden runter so locker und weich wie möglich zu rollen. Du musst dich fühlen wie beim lockeren Footing. Auch die Altstadt hoch, läufst du fast ohne Anstrengung. Und dann geht’s runter bis zur Aare. Versuche möglichst ökonomisch mit wenig Schlägen die Pflastersteinpassage runter zu laufen.
6.) Rhythmus finden: Unten an der Aare geht es darum einen guten Laufrhythmus zu finden. Das ganze sollte sich immer noch locker anfühlen. Trinke von Anfang an regelmässig bei den Isostar-Verpflegungsstellen.
7.) Ruhig bleiben im Tierpark: Die Steigungen durch den Tierpark läufst du konzentriert, versuche aber immer noch Reserven zurück zu behalten.
8.) Zurück zur Stadt: Auf dem Weg zurück zur Innenstadt schaltest du zum ersten Mal in den 5. Gang. Vorbei am Bundeshaus und Münster nimmst du die unglaubliche Stimmung in dir auf.
9.) Und das Dessert zum Schluss: Nun geht es hoch den Aargauerstalden. Die Zuschauer am Strassenrand peitschen dich an. Die Beine sind zwar müde, aber mit den Armen gibt’s du den Beinen einen hohen Rhythmus vor. Schritt für Schritt geht es dem Ziel entgegen. Und über die Ziellinie läufst du mit einem breiten Lachen auf deinem Gesicht.
10.) Belohnung: Du hast es geschafft! Nun ist Belohnung angesagt. Zuerst in Form von einem Isostar, dadurch erholt sich dein Körper viel schneller von den Strapazen. Danach darf es aber auch gerne ein anderes Getränk sein! Und später muss es auch nicht zwingend ein Teller Pasta sein.

 

Altstadt Grand Prix (4.7km): „Der Schnelle“ mit Christian Belz

 
 
 
1.-4.) Analog Tipps Viktor
5.) Und los geht’s: Finde rasch deinen Platz im Feld. Den Aargauerstalden runter so locker und weich wie möglich rollen – du musst dich fühlen wie beim lockeren Footing.
6.) Rhythmus finden: Auf der Nydeggbrücke geht es darum einen guten Laufrhythmus zu finden. Das ganze sollte sich immer noch locker anfühlen bis zum Zytglogge hoch.
7.) Atmosphäre aufsaugen und Ruhe bewahren: Am Zytglogge und die Altstadt runter wird’s laut. Geniess diese Atmosphäre, schalte in den zweithöchsten Gang, ohne schon euphorisch zu werden.
8.) System checken vor dem Pièce de résistance: In der unteren Altstadt in den Körper hineinhorchen und sicherstellen, dass die körperlichen und mentalen Reserven bereitstehen für den Aargauerstalden.
9.-10.) Analog Tipps Viktor
 
Nun hoffen wir, dass dir diese Tipps dabei helfen, die Sache mit Zuversicht und Freude anzugehen und wir wünschen dir gutes Gelingen und natürlich ganz viel Spass!
 
 
Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von: Marion Aebi

Wie erreiche ich mein Wettkampfgewicht?

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Sport- und Ernährungswissenschaftlerin Dr. sc. nat. Joëlle Flück erklärt dir, wie du dein Wettkampfgewicht erreichen kannst und welche individuellen Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Je nach Trainingsphase in der wir uns befinden, schwankt auch unser Körpergewicht. Gerade beim Auskurieren  einer längeren Verletzung oder während  einer Trainingspause steigt das Gewicht relativ schnell an. Wie kann ich wieder auf mein Wettkampfgewicht kommen? Was muss ich beachten?

Erreichen eines gesunden Körpergewichts


Abhängig von der Sportart ist das typische Körpergewicht während dem Jahr meist höher als das individuelle Wettkampfgewicht des jeweiligen Athleten, denn das optimale Wettkampfgewicht lässt sich nicht über längere Zeit halten und birgt im Trainingsalltag ein zu grosses Verletzungs- und Krankheitsrisiko. Das Gewicht sollte jedoch während den Trainingsphasen nicht massiv höher sein als das Wettkampfgewicht (< 3 % vom Körpergewicht). So kann verhindert werden, dass der Athlet bis zum Wettkampf innert kurzer Zeit zu viel Gewicht verlieren muss. Vor einem markanten Gewichtsverlust (> 3 % des Körpergewichts), sollte man sich immer fragen, ob dieser Gewichtsverlust gesundheitliche Risiken mit sich zieht, ob das Ziel überhaupt realistisch ist (Bsp. genetische Veranlagung) und ob das Gewichtsziel für das Alter und den Fitnessstand des Athleten angemessen ist. Weiter sollte das Zielgewicht gehalten werden können ohne ständig einer gewissen restriktiven Diät zu folgen und ohne dass sich daraus eine Essstörung oder ein gestörtes Essverhalten entwickelt. Ein Sportler, welcher ständig Gewicht verliert und wieder aufbaut, scheint sich möglicherweise ein unrealistisches Körpergewicht als Ziel genommen zu haben.

Regulierende Faktoren der Energie-Balance

Verschiedene Faktoren könnten die Balance zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch massgeblich beeinflussen. Dies sind zum einen auch umweltbezogene Faktoren und der Lifestyle zum anderen, jedoch auch personenbezogene Faktoren wie Stress, Hormone und die persönliche Stimmung. Wie viel Energie man pro Tag verbraucht hängt zum einen vom Ruheumsatz ab. Dieser wird vom Alter, Geschlecht sowie auch von der Muskelmasse, dem Stress aber auch von gewissen Hormonen beeinflusst. Je nach Athlet variiert diese Energie zwischen 1300 und 2500 kcal pro Tag. Für eine genaue Bestimmung des Ruheumsatzes lohnt sich eine Messung im nüchternen Zustand. Zu diesem Ruheumsatz addiert werden nun jegliche Aktivitäten, welche über den Tag verteilt ausgeführt werden, sei es in Form von Arbeit oder Haushalt, Transportmittel (Bsp. mit Fahrrad zur Arbeit fahren, Treppen steigen, etc.) oder in Form von spezifischen sportlichen Aktivitäten.

Auch genetische Faktoren spielen hierbei eine Rolle, sowie die Einnahme von Energie und der Zusammensetzung unserer Nahrung. All diese Faktoren beeinflussen nun massgeblich wie viel Energie unser Körper verbraucht und wie viel Energie wir schlussendlich auch zuführen müssen, um unsere Körper und das Körpergewicht im Gleichgewicht zu halten.

Was muss ein Sportler bei einer Gewichtsreduktion beachten?

Die meisten Personen wünschen sich, in möglichst kurzer Zeit einen möglichst hohen Gewichtsanteil zu verlieren. Diese Ziele sind für Sportler unrealistisch und überhaupt nicht sinnvoll. Mit einer negativen Energiebilanz erhöht sich nämlich auch die Gefahr, nicht nur Fettmasse, sondern auch Muskelmasse zu verlieren. Dies hat negative Konsequenzen für die sportliche Leistungsfähigkeit zur Folge. Es konnte in einer wissenschaftlichen Studie gezeigt werden, dass mit einer Reduktion von 0.7 % des Körpergewichts pro Woche mehr Muskelmasse erhalten werden konnte, als mit einer Reduktion von 1.7 % im selben Zeitraum (Garthe et al. 2011). Die Folgen einer übermässigen Energierestriktion sind nicht nur eine Verschlechterung der Leistung, sondern auch eine geringere Muskelkraft, reduzierte Glykogenspeicher oder eine verminderte Konzentrationsfähigkeit. Vermehrt können Verletzungen aufgrund von Müdigkeit oder Mangelerscheinungen (Bsp. zu tiefe Knochendichte, Eisenmangel, etc.) auftreten. Weiter sind auch psychologische Faktoren wie der emotionale Zustand einer Person nicht ausser Acht zu lassen. Das heisst, für einen Athleten mit einem existierenden Trainingsprogramm lohnt es sich, nicht mehr als 500 bis 700 kcal pro Tag einzusparen.
Ein weiterer wichtiger Faktor beinhaltet die Proteineinnahme. Durch die verminderte Energieaufnahme, wird meist auch die Proteineinnahme reduziert. Sportlern wird jedoch generell schon eine höhere tägliche Proteineinnahme empfohlen (1.4 bis 1.7 g pro kg Körpergewicht) als für eine gesunde, inaktive Person (0.8 g pro kg Körpergewicht). Grundsätzlich kann gesagt werden, dass bei einem angestrebten Gewichtsverlust durch eine verminderte Energieeinnahme, die Proteinmenge pro Tag erhöht werden sollte (Bsp. 1.9 bis 2.1 g pro kg Körpergewicht). Es konnte gezeigt werden (Mettler et al. 2010), dass durch eine höhere Proteineinnahme bei einem angestrebten Gewichtsverlust, ein höherer Anteil an Muskelmasse erhalten wird. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Protein verteilt über den ganzen Tag eingenommen wird, damit dem Körper ständig eine genügende Menge Proteine für die Bildung und Reparatur von Muskelmasse zur Verfügung steht. Aus diesem Grund ist es ratsam, Ernährung und Training mit einer Fachperson aufeinander individuell abzustimmen.

Ganz wichtig für Sportler sind jedoch auch das Timing der Nahrungsaufnahme. Gerade bei sehr intensiven Einheiten sind Kohlenhydrate besonders wichtig, um die eine optimale Trainingsintensität und –qualität zu erreichen . Auch die Nahrungsaufnahme nach einem Training ist sehr wichtig, um sich optimal bis zum nächsten Training zu erholen. Es wird daher nicht empfohlen (Manore, 2015), einzelne Mahlzeiten auszulassen, sondern je nach Training die Nahrungsmenge sowie auch Kohlenhydratzufuhr zu verändern. Dabei sollte man beachten, dass der Anteil an Gemüsen und Früchten genügend hoch gehalten werden soll (mindestens 5 Portionen pro Tag), damit man die empfohlenen Mengen an Mikronährstoffen (Bsp. Vitamine und Mineralien) erreichen wird  und es zu keinen Mangelerscheinungen kommt.

Praktische Tipps:

  • Verminderte Energieaufnahme sollte nicht grösser als 500 bis 700 kcal pro Tag sein
  • Auf eine genügende Proteinzufuhr (mindestens 1.4 bis 1.7 g pro kg Körpergewicht) achten
  • Ernährung auf die spezifischen Trainingsinhalte abstimmen (Dauer, Umfang, Intensität, Trainingsziel)
  • Kohlenhydratreiche Mahlzeiten vor Trainings, welche Ziel haben, eine möglichst hohe Trainingsintensität oder –qualität zu erreichen (Bsp. Intervall, HIIT, Wettkampf, etc.)
  • Kein zu hoher Gewichtsverlust innert kurzer Zeit anstreben (< 5 kg in 12 Wochen)
  • Auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten
  • Bei Athleten mit hohen sportlichen Zielen empfiehlt es sich Training und Ernährung durch eine Fachperson in Sporternährung abstimmen zu lassen

An der 3. Jahrestagung der Swiss Sports Nutrition Society wird dieses Thema des Gewichtsverlustes im Sport noch näher beleuchtet. Weiter werden viele andere interessante Themen der Sporternährung durch namhafte Referenten aus dem In- und Ausland vorgetragen.
 
Dieser Blogbeitrag wurde von der Sport- und Ernährungswissenschaftlerin Dr. sc. nat. Joëlle Flück verfasst. Sie arbeitet in der Sportmedizin in Nottwil und betreut dort sport- und ernährungswissenschaftlich Athleten aller Leistungsstufen bis hin zum Leistungssportler. Gleichzeitig führt sie auch selbst Studien im Sporternährungsbereich durch und ist Geschäftsführerin der Swiss Sports Nutrition Society. Als ehemalige Mittelstreckenläuferin hat sie unzählige Medaillen an Schweizermeisterschaften gewonnen und ist heute auf längeren Distanzen unterwegs.

 
 
 
 
 
 
www.sportmedizin-nottwil.ch

 
 
 
 
www.ssns.ch

Schöne Laufrunden in der Schweiz: Teil zwei

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Wie in Teil eins unseres Laufrunden-Blogs zeigen wir euch hier, welches die Lieblings-Laufrunden einiger Laufbegeisterter in der Schweiz sind. In diesem Teil zeigen dir Monika (Bern), Patrick (Brig), Melanie (Chur) und Thomy (Zürich) ihre liebsten Laufrouten.
Alle hier vorgestellten Läuferinnen und Läufer sind aktive Instagram-Nutzer. Wir haben ihre Benutzernamen angegeben, für den Fall, dass du ihnen bei ihren Laufaktivitäten folgen möchtest.
BERN – Monika (@mo.running)
Monika präsentiert uns hier gerade zwei Lieblingsrunden. Die eine kann sie jeweils direkt von sich zuhause aus absolvieren, während die zweite etwas weiter entfernt in den Alpen liegt.
1. „Hausrunde“: Unterzollikofen – Grauholz – Bolligen – Ferenberg bei Stettlen – Bantiger – Geristein – Grauholz – Unterzollikofen.
23.56 km, 728 Höhenmeter aufwärts, 728 Höhenmeter abwärts.

„Die Runde eignet sich super als Longjog mit ein paar Höhenmetern und man kann bestens varieren und kleine Zusatzschlaufen rennen. Als Belohnung gibt’s auf dem Bantigerturm eine schöne Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Ein grosser Teil der Strecke geht durch den Wald, es gibt auch mehrere Möglichkeiten, die Wasserflasche wieder zu füllen. Die letzten 25 Minuten geht es nur abwärts, ein lockeres Auslaufen nach dem Longjog.“
2. „Stockhorn Halbmarathon“: Oberwil im Simmental – Weissenburgbad – Weissenburgberg – Balzenberg – Vorderstockenalp – Oberstockensee – Stockhorn.
21.1 km, 1590 Höhenmeter aufwärts, 360 Höhenmeter abwärts.

„Der Lauf startet eher flach in Oberwil im Simmental und bietet wunderschöne Aussichten ins Simmental. Teilweise durch den Wald, von der Steigung her lange so, dass man noch rennen kann. Beim Oberstockensee kann man sich die Füsse abkühlen und danach den Schlussanstieg aufs Stockhorn in Angriff nehmen. Hat man dies geschafft, wird man ebenfalls mit einer super Aussicht in Richtung Thunersee etc. belohnt. Ausserdem kann man sich hier auf der Sonnenterrasse wieder stärken und danach mit der Seilbahn runter nach Erlenbach im Simmental fahren. Ein wunderschöner (Trainings-)Ausflug im Sommer.“
BRIG – Patrick (@swiss_mountainrunner)
Walliser Rundkurs
Länge: ca. 27.5 km
Höhenmeter ca. D+/- 1000m


Anreise:
• Bus Ab Visp (Bus Bahnhof Station 3), bis Brigerbad Thermalbad
• BLS bis Lalden
Schuhempfehlung: Bei guter Witterung reicht ein Strassenschuh aus. Man läuft zwar zum Teil auf einem Wanderweg, jedoch ist dieser technisch nicht sehr anspruchsvoll.
Beschrieb: „Sehr schöner Rundkurs von Brigerbad bis Brigerbad, den man je nach Jahreszeit mit Höhenmetern und Kilometern erweitern kann.
Zuerst gehts via „Walliser Sonnenweg“ vorbei am Gardemuseum Naters. Anschliessend quer durch Naters bevor der nächste kurze Anstieg nach Termen folgt. Von Termen läuft man via Ried-Brig Richtung Glis, wo es dann wieder einige Höhenmeter ansteigt. Hat man diese geschafft, rennt man stetig abwärts nach Gamsen, von wo es dann die letzten Höhenmeter zu überwinden gilt. Sind diese geschafft, führt ein Single Trail parallel einer «Wasserleita» nach Eyholz. Ab Eyholz gehts es dann wieder zurück nach Brigerbad.“

Warum diese Runde?
• Sehr Abwechslungsreich: mal aufwärts mal abwärts, mal auf der Strasse, mal auf einem Single Trail, Mal Stadt, mal im Wald.
• Sehr individuell und spontan anpassbarer Weg, es werden einige Routen gekreuzt wie zum Beispiel auch der «Stockalperweg», welcher auf den Simplonpass führt.
• Sollte mal der Proviant ausgehen, ist man nicht komplett abgelegen und kann beispielsweise in Naters, Termen oder Ried-Brig einen Boxenstopp einlegen.
• Kleine Erfrischung nach dem Laufen Gefällig? Im Brigerbad Thermalbad ist’s möglich!
• Es besteht auch die Möglichkeit die Route zu kürzen, Bushaltestellen sind auf dem Rundkurs gut erreichbar.
CHUR- Melanie (@melixmei)
„Meine Lieblingslaufstrecke befindet sich in den wunderschönen Davoser Bergen im Kanton Graubünden, wobei auf knapp 14km ca. 600 Höhenmeter überwunden werden.  Der erste Teil der Stecke führt von Davos Dorf über die Hohe Promenade hoch bis zur Schatzalp, wo nach den ersten 3.5km, mit 290 Höhenmeter, bereits ein grosser Teil des Anstiegs geschafft ist. Weiter geht es auf wunderschönen Singletrails und Kieswegen mit herrlicher Aussicht auf die Berge bis zur Staffelalp. Auf den letzten 2.5km geht es rasant bergab nach Frauenkirch, dem Ziel meiner Lieblingsstecke.“

„Da sich der Weg hauptsächlich auf über 1900 m.ü.m befindet, ist die komplette Strecke leider nur in der schneefreien Zeit passierbar, weshalb ich den Weg auch noch nicht so oft komplett gelaufen bin. Dass sie zu einer meiner absoluten Lieblingsstrecken zählt, hat nebst den offensichtlichen Gründen wie der wunderschönen Aussicht und den tollen Trails noch einen weiteren:  Vor knapp einem Jahr war dies mein erster Lauf in den Bergen, den ich alleine gelaufen bin und bei dem ich mich absolut ins Trailrunning verliebt habe.“

ZÜRICH – Thomy (@runthomyrun)
Tobellauf mit Flair
18km, 407 Höhenmeter

„Immer am Sonntag ist es Zeit für eine längere Einheit. Damit die Abwechslung möglichst gross ist, suche ich mir Routen aus, bei denen ich möglichst viele unterschiedliche Eindrücke sammeln kann. Genau eine dieser Routen ist mein «Tobellauf mit Flair». Gestartet wird beim Feuerwehrdepot im Zollikerberg, gleich oberhalb der Schulanlage Rüterwies. Der Startpunkt ist auch gut mir den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar (S18 bis Station Zollikerberg, Zürich). Von dort aus führt eine verträumte Strasse entlang des Waldrandes, welche nach kurzer Zeit von einem Kiesweg abgelöst wird. Für die nächsten 17,5 km ist Asphalt mehr oder weniger Mangelware, was mein Herz erfreut. Bei gutem Wetter kann man nun die Rigi in weiter Ferne erblicken und sie zeigt auch die Richtung an, in die ich laufen werde. Via Fussballplatz Rüterwis runter bis zum Rumensee, wo es eine öffentliche Toilette gibt – man weiss ja nie…

„Nochmals einige hundert Meter auf Asphalt und dann ist unten beim Schübelweiher definitiv Schluss mit «Zivilisation». Wer genug Zeit hat, kann mit ein wenig Geduld die beiden Schildkröten, die im Weiher heimisch geworden sind, beim Sonnenbad beobachten. Gleich am hinteren Ende des Weihers führt eine steile Treppe ins wunderschöne Küsnachtertobel, in welchem es auch bei heissen Temperaturen immer angenehm kühl bleibt, hinunter. Die nächsten Kilometer führen dem Bach entlang über Brücken, immer wieder mit Sonne im Gesicht (oder im Rücken), hoch in Richtung Forch bis zu den Guldenen. Der höchste Punkt ist erreicht! Es folgt ein kurzer Abstieg und dann geht es wieder hoch zum Forchdenkmal, von wo aus man eine herrliche Aussicht auf das Zürcher Oberland und die Alpen hat. Grund genug, um etwas zu verweilen und den Moment zu geniessen. Nach rund 11km bergauf kommen nun noch gemächliche 3km leicht bergab zum Wassberg über die Süssplätze (Golfplätze) in Zumikon, durch den Sennhof im Zollikerberg und zurück zum Ausgangspunkt, dem Feuerwehrdepot. Eine letzte Bemerkung: Auf der ganzen Strecke hat es 5 Brunnen in etwa gleichmässigen Abständen, an denen man wunderbar seinen Durst löschen kann.“
 
Nun hoffen wir, dass dich die eine oder andere Route aus Teil eins oder Teil zwei angesprochen hat und dass du vielleicht einige davon bald selber ausprobierst. Gerne kannst du dich auf Instagram weiterhin von den hier vorgestellten Läufern und ihren Lauferlebnissen inspirieren lassen.
Keep on running!
 
Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von: Marion Aebi