Der Grand-Prix von Bern ist jedes Jahr ein Highlight im Schweizer Laufkalender. Dieses Jahr war der Event nicht nur ausverkauft, sondern auch gespickt mit guten Leistungen, spannenden Trends und beeindruckenden Zahlen. Wir haben die Daten analysiert und möchten hier die spannendsten Fakten präsentieren.
Anmelderekord
Mit über 35’000 Anmeldungen verzeichnete der Grand Prix von Bern einen neuen Rekord. Die Startplätze waren so begehrt, dass die Anmeldung vorzeitig geschlossen werden musste. Der GP bleibt damit einer der beliebtesten Laufevents Europas.
10 Meilen – das Herzstück des GP Bern
13’720 Teilnehmende erreichten das Ziel der klassischen 10 Meilen. Die Schweiz stellte mit 13’276 Läufer:innen das mit Abstand grösste Teilnehmerfeld – insgesamt waren 27 Nationen vertreten.
Siegerzeiten:
-
Männer: Geoffrey Kamworor – 46:58 (2:55/km)
-
Frauen: Rabecca Chepkwemoi – 55:44 (3:28/km)
Besonders stark: Dominik Rolli aus der Schweiz – 48:43 und damit unter der magischen 49-Minuten-Grenze. Damit reiht er sich in den illustren Kreis mit Namen wie Markus Ryffel, Viktor Röthlin, Tadesse Abraham, Matthias Kyburz oder Dominic Lobalu.
Durchschnittliche Zielzeiten:
- Gesamt: 1:28:59
- Frauen: 1:34:53
- Männer: 1:26:08
Geschlechterverteilung

Beim Hauptlauf über die legendären 10 Meilen (16,1 km) lag der Frauenanteil bei 32,6 % – das heisst rund ein Drittel der Finisher waren Frauen. Die Männer stellten mit 67,4 % weiterhin die klare Mehrheit.
Auch wenn Männer aktuell noch das Bild prägen, zeigt sich: Je jünger die Teilnehmenden, desto ausgeglichener wird das Verhältnis. Bei den 2003 geborenen stellen die Männer noch 51% der Teilnehmenden. Der Lauftrend für die unter 22-jährigen verschiebt sich dann wieder in Richtung der Männer.
Interessanter Fakt zum Altsatdt GP
Das Geschlechterverhältnis ist nahezu ausgeglichen – mit einem Frauenanteil von über 50 %. Eine Seltenheit im Laufsport.
Welcher Jahrgang war am stärksten vertreten?
Die Jahrgänge rund um die 30 dominierten das Feld: Der meistvertretene Jahrgang war 1996 mit 472 Finisher:innen, dicht gefolgt von 1994 (461) und 1995 (457). Damit sind die 29- bis 31 Jährigen die grösste Gruppe auf den 10 Meilen
Aus leistungstechnischer Sicht zeigte der Jahrgang 1990 seine Klasse:
Mit einer Durchschnittszeit von 1:26:26 gehörten diese Läuferinnen und Läufer zu den stärksten des Tages. Nur einen Hauch langsamer war der Jahrgang 1987 mit einer durchschnittlichen Zeit von 1:26:28.
Aufgeteilt nach Geschlechtern

Spannend wird’s beim Blick auf die Geschlechterverteilung nach Jahrgang: Bei den Männern waren die Top-Jahrgänge 1990 und 1993, beide mit je 295 Finishern, gefolgt von 1994 (282).
Bei den Frauen führen die Jahrgänge 1996 (207), 1998 (195) und 1997 (184) – also ein klarer Peak im Alter von Mitte bis Ende 20.
Auch leistungsbezogen zeigen sich klare Trends:
-
Schnellster Männer-Jahrgang: 1990 mit Ø 1:23:19
-
Schnellster Frauen-Jahrgang: 1980 mit Ø 1:31:07
Interessant: Während die Teilnahme-Peaks bei den Männern rund 5–6 Jahre später liegen als bei den Frauen, sind es die älteren Jahrgänge, die bei den Frauen leistungsmässig vorne liegen.
Stundenknacker

Die magische Grenze von unter einer Stunde ist beim GP Bern seit jeher ein Prestigeziel – und auch 2025 blieb diese Marke ein echtes Ausrufezeichen. Nur 131 Teilnehmende – das sind weniger als 1 % des gesamten Feldes – unterboten die 60-Minuten-Marke.
121 Männer und 10 Frauen durften sich über diesen Ritterschlag freuen.
Was auffällt: Im Vergleich zu den Anfangsjahren des GP Bern ist die Spitze deutlich schmaler geworden.
Eine besondere Erwähnung verdient Timon Kalbermatten, der mit einer Punktlandung von 1:00:00 die Uhr auf die Sekunde gestoppt hat. Böse Zungen mögen nun sagen, dass er mit dieser Zeit die Stundengrenze eher tangiert als geknackt hat…
Pacing-Analyse
Die Strecke des GP Bern hat es in sich. Vor allem die zweite Streckenhälfte ist einerseits relativ coupiert und das Ziel liegt zudem 20 Höhenmeter höher als die Marke von 8.05 Kilometer. Das heisst, auch bei ausgeglichenem Effort ist eine Negativ-Split schwer zu erreichen. Trotzdem, haben 6.5% aller Teilnehmenden eine bessere zweitere Hälfte hingelegt! Wenn wir nun die Unterschiede der zwei Streckenhälften vergleichen und annehmen, dass für ein optimales Pacing die Zeiten relativ ähnlich sein sollten, dann stellen wir folgendes fest:

Männer vs. Frauen
Im Schnitt verloren:
-
Männer 7.2 % an Tempo in der zweiten Hälfte
-
Frauen 6.2 %
Das heisst konkret:
Ein Mann mit einer Zielzeit von 1:30 lief im Schnitt 43:26 min in der ersten und 46:34 min in der zweiten Hälfte – ein Unterschied von rund 3 Minuten. Bei den Frauen ist der Unterschied mit 6.2% nur minim anders.
Wer pacet am besten?
-
Top 100 Läufer*innen waren konstanter unterwegs als die absolute Spitze:
-
Männer: +6.1 %
-
Frauen: +5.6 %
-
-
Top 3
-
Männer: +6.7 %
-
Frauen: +8.3 %
(Taktik spielt hier eine grössere Rolle als Effizienz)
-
Altersanalyse

-
Frauen zwischen 20 und 40 Jahren paceten am stabilsten – ein Muster, das man auch aus Marathons kennt.
-
Die grössten Einbrüche gab es bei der Altersgruppe 60+ – unabhängig vom Geschlecht.
Wie hat die running.COACH Community abgeschnitten?
Die Zahlen sprechen für sich: Wer mit running.COACH trainiert hat, war beim GP Bern 2025 im Vorteil – strukturierte Vorbereitung zahlt sich aus.
Die Ergebnisse im Überblick:
-
Ø 2.6 % schneller als das restliche Teilnehmerfeld
-
69.5 % der Teilnehmenden running.COACH Nutzer*innen lagen mit ihrer Prognose weniger als 5 % daneben
-
Fast die Hälfte (49.5 %) lief schneller als vorhergesagt
Das zeigt: realistische Planung, gezielte Steuerung und datenbasiertes Training haben einen merkbaren Effekt – und zwar unabhängig vom Leistungsniveau.
Besonders spannend:
Die running.COACH Community war im Schnitt 42.7 Jahre alt, also deutlich älter als der Gesamtschnitt von 37.5 Jahren. Und trotzdem waren die Resultate besser.
Ein starkes Zeichen dafür, dass Alter keine Ausrede ist – sondern gezieltes Training der entscheidende Faktor.
Bereit, deine Ziele beim GP Bern im nächsten Jahr zu erreichen? Unser datengestützter Trainingsansatz liefert Ergebnisse, die für sich sprechen.
Data analysis bi Siarhei Thor
