Wer regelmässig läuft, kennt das Ziel: gesund und mit Freude unterwegs sein. Das gilt für Einsteigerinnen und Einsteiger genauso wie für Wiedereinsteiger oder ambitionierte Hobbyläufer. Trotz guter Vorsätze und moderner Laufschuhe zeigen Studien jedoch: Etwa 25 bis 65 Prozent aller Läuferinnen verletzen sich jährlich dabei. Eine medizinische Laufanalyse kann helfen, Beschwerden vorzubeugen und die Laufökonomie deutlich zu verbessern.
Autor:
Carlo Denier, Leistungsdiagnostiker, MSc Sport, Bewegung und Gesundheit, Medbase Luzern Allmend
Was ist eine medizinische Laufanalyse?
Bei einer medizinischen Laufanalyse untersucht der Leistungsdiagnostiker, die Sportärztin oder der Physiotherapeut den Laufstil und das Bewegungsmuster der Läuferin oder des Läufers. Ziel der umfassenden Analyse ist es, Belastungsmuster sowie Fehlbelastungen zu erkennen und allenfalls zu korrigieren. Das kann sowohl präventiv als auch zur gezielten Behandlung bestehender Beschwerden geschehen.
So läuft eine professionelle Analyse ab
Der erste Schritt ist eine gründliche Anamnese: In einem Gespräch werden Beschwerden, Ziele und bisherige Laufgewohnheiten erfasst. Anschliessend folgt eine Analyse der aktiven und passiven Beweglichkeit. „Aktiv“ bedeutet, dass die Beweglichkeit der Gelenke mit eigener Muskelkraft geprüft wird – etwa beim Beugen und Strecken von Knien und Füssen. Bei der passiven Untersuchung führt der Diagnostiker die Bewegungen von Knie und Füssen. So können allfällige Einschränkungen aufgedeckt werden.
Die Expertin schaut sich auch die Laufschuhe an. Denn: Anhand der Abnutzungsmuster lassen sich Rückschlüsse auf den Auftritt und das Abrollverhalten ziehen. Danach folgt die Laufanalyse auf dem Laufband – barfuss oder mit verschiedenen Laufschuhen. Der Leistungsdiagnostiker macht ein Video aus verschiedenen Perspektiven (frontal, seitlich, von hinten) und bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
Am Ende werden die Aufnahmen analysiert. Dabei geht es nicht nur um medizinische Aspekte, sondern auch um konkrete Empfehlungen für das Training und die Laufausrüstung.
Für wen und wann ist eine Laufanalyse sinnvoll?
Grundsätzlich profitieren Läuferinnen und Läufer aller Alters- und Leistungsstufen von einer medizinischen Laufanalyse. Besonders empfehlenswert ist sie für:
- Laufanfänger und Wiedereinsteigerinnen
- Personen mit hohem Trainingsumfang
- Läufer, die ihr Training neu ausrichten wollen
- Sportlerinnen mit bestehenden Beschwerden oder Verletzungen
- Alle, die ihren Laufstil optimieren möchten
- Vor dem Kauf neuer Laufschuhe
- Zur Vorbereitung auf einen Wettkampf
Idealerweise sollte die Analyse frühzeitig – am besten zu Beginn der Laufsaison oder zwei bis drei Monate vor einem Wettkampf – erfolgen. Auch wenn die Trainingseinheiten und der -umfang deutlich erhöht werden, ist eine Analyse vorher sinnvoll.
Die Vorteile: Prävention, Effizienz, Motivation
Ziel der medizinischen Laufanalyse ist es, einen möglichst ökonomischen und beschwerdefreien Bewegungsablauf zu fördern. Das Erkennen suboptimaler Bewegungsmuster hilft Verletzungen vorzubeugen oder vorhandene Beschwerden zu lindern. Auch die Trainingsplanung profitiert: Defizite können gezielt durch zusätzliche Kräftigungsübungen ausgeglichen und der Umfang angepasst werden.
Darüber hinaus wirkt sich eine verbesserte Lauftechnik positiv auf die Leistung aus – ohne dass automatisch härter trainiert werden muss.
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Die Wahl des richtigen Laufschuhs
Nicht jeder Laufschuh passt zu jedem Fuss oder Laufstil. Ob Fersen-, Mittel- oder Vorfussläufer – mit Hilfe der Analyse kann man ermitteln, welcher Schuh den individuellen Bewegungsablauf am besten unterstützt. Falsche Schuhe hingegen können bestehende Fehlbelastungen verstärken.
Gut vorbereitet zur Laufanalyse
Eine gute Vorbereitung auf die medizinische Laufanalyse hilft, möglichst aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen. Zunächst sollte man sich bewusst machen, aus welchem Grund man die Analyse durchführen lässt: Gibt es konkrete Beschwerden? Oder geht es eher um Prävention und Optimierung des Laufstils? Wer bereits unter Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen leidet, sollte diese genau benennen können – idealerweise mit Angaben aus früheren medizinischen Untersuchungen.
Am Tag der Analyse ist normales Training grundsätzlich in Ordnung, allerdings sollte die Analyse nicht unmittelbar nach einem Wettkampf oder einem intensiven Lauf erfolgen. Leichte Bewegung vorab – etwa eine lockere Trainingsrunde – ist hingegen sinnvoll, da bestimmte Bewegungsmuster häufig erst bei längerer Belastung auftreten. Wichtig ist auch ein kurzes Aufwärmen direkt vor der Analyse, um natürliche Bewegungsmuster besser beurteilen zu können.
Nicht vergessen: Sportkleidung mitbringen, in der man sich gut bewegen kann, sowie die aktuell getragenen Laufschuhe. Ältere und bereits abgenutzte Modelle liefern wertvolle Hinweise zum individuellen Laufverhalten, etwa durch das Profil oder typische Druckstellen.
Kosten und Übernahme durch Krankenkassen
Eine medizinische Laufanalyse bei Medbase Luzern Allmend kostet 250 Franken. Dafür sollte man rund 90 Minuten einplanen – inklusive Untersuchung, Videoanalyse, Besprechung und konkreten Übungen. Viele Zusatzversicherungen übernehmen einen Teil der Kosten. Es lohnt sich also, im Vorfeld bei der Krankenkasse nachzufragen.
Wie oft sollte man eine Laufanalyse machen?
Wer regelmässig läuft, seinen Laufstil verändern möchte oder sein Training intensiviert, sollte die Laufanalyse etwa alle zwei bis drei Jahre wiederholen. Sie dient dabei auch als Kontrolle und Grundlage für eine gezielte Weiterentwicklung des Trainings.
Wer ist Medbase?
Medbase ist das grösste multidisziplinäre sportmedizinische Netzwerk der Schweiz und bietet spezialisierte sportmedizinische Dienstleistungen für Athletinnen und Athleten, Vereine und Sportverbände aller Aktivitätsstufen in den Bereichen Sportmedizin, Sportphysiotherapie, Leistungsdiagnostik und Trainingsberatung.
