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Matthias Kyburz: Auf dem Weg zum fünften Marathon

Am 12. April kehrt Matthias Kyburz bei seinem erst fünften Marathon zum dritten Mal nach Paris zurück. Diesmal mit mehr Erfahrung, mehr Vergleichswerten und dem Ziel, schneller als 2024 zu sein.

Warum noch einmal Paris?

Paris und Matthias Kyburz – das scheint eine ganz besondere Beziehung zu sein. Hier lief er im Frühjahr 2024 seinen allerersten Marathon und schaffte nach nur drei Monaten Vorbereitung mit einer Zeit von 2:07:44 auf Anhieb die Selektion für die Olympischen Spiele. Wenige Monate später kehrte er für das olympische Rennen zurück.

Am 12. April wird Matthias nun also erneut in Paris an der Startlinie stehen, bei seinem fünften Marathon insgesamt. Doch warum schon wieder Paris? „Ich mag die Stadt grundsätzlich. Zudem ist der Start in Frankreich für meinen Ausrüster Salomon ein Heimspiel. Und nicht zuletzt werde ich zum ersten Mal in meiner Marathonkarriere die Möglichkeit haben, zwei Läufe direkt miteinander zu vergleichen und dadurch weitere Schlüsse ziehen zu können“, so Kyburz.

Tatsächlich wird es diesmal ganz anders sein als bei seinem Debüt vor zwei Jahren. Mehr Erfahrung, mehr Kilometer in den Beinen und eine Vorbereitung, die früher und strukturierter begonnen hat als beim ersten Start in der französischen Hauptstadt.

Das Ziel: Top 6 und ein Blick Richtung EM

Nach seiner Marathon-PB von 2:06:48 in Sevilla im Februar 2025 weiss Matthias, wozu er fähig ist. Die Zielsetzung für Paris ist entsprechend ambitioniert: schneller als die 2:07:44 von 2024, eine Top-6-Platzierung und wenn alles zusammenpasst, vielleicht sogar ein Podestplatz.

Als Massstab dienen ihm schnelle Läufer aus Afrika sowie die stärksten europäischen Konkurrenten im Feld. Im Hinterkopf schwingt dabei bereits ein erster Vergleich hinsichtlich der anstehenden Europameisterschaften in der zweiten Saisonhälfte.

Das Gefühl vor dem Start ist ein anderes als noch vor zwei Jahren: „Damals habe ich mich noch gefragt: Kann ich das wirklich? Was passiert auf den letzten zehn Kilometern? Vielleicht war ich in gewissen Bereichen gar etwas blauäugig, was nicht nur ein Nachteil war. Heute habe ich Vergleichswerte, ich kenne meine Grenzen und weiss, wie weit ich sie verschieben kann. Das gibt mir Sicherheit und motiviert mich zugleich.“

Die Vorbereitung war diesmal deutlich länger als die knappen drei Monate beim letzten Paris-Start. „Damals hätte ich gerne noch ein paar Vorbereitungswochen mehr gehabt. Dieses Mal bin ich langsam froh, wenn es bald losgeht“, sagt er mit einem Lachen.

Die Vorbereitungsläufe: Testen, Lernen, Optimieren

Payerne und Lissabon – Formcheck mit Erkenntnisgewinn

Den Auftakt der Wettkampfvorbereitung machte ein 10km-Strassenlauf in Payerne. Matthias lief mitten in einer harten Trainingswoche, ohne Tapering, zu einer neuen persönlichen Bestzeit von 28:45. Ein erster Fingerzeig, dass die Vorbereitung anschlägt.

Kurz darauf folgte am 8. März der EDP Lisbon Half Marathon, diesmal als bewusster Belastungstest. Bereits vor dem Start hatte Matthias entschieden, sich einer der angekündigten Gruppen anzuhängen und deren Tempo mitzugehen, auch wenn schon im Voraus klar war, dass dieses wohl etwas zu hoch angesetzt sein würde. Nach zehn Kilometern war klar, was das konkret bedeutete: Er passierte die 10km Marke in einer Zeit, die sogar seine zuvor in Payerne aufgestellte 10km-Bestzeit um 20 Sekunden unterbot. Die zweite Rennhälfte war entsprechend rund zwei Minuten langsamer. „Ich wollte wissen, was passiert, wenn ich etwas über meinen Verhältnissen laufe. Auch dieses Wissen ist eine Erfahrung, die mich in Zukunft weiterbringen kann.“ Die Zielzeit von 1:02:09 hätte mit einer kontrollierten Lauftaktik wohl auf 1:01:30 gesenkt werden können.

Kerzerslauf und Berlin – die letzten zwei Bewährungsproben

Am 21. März steht der Kerzerslauf auf dem Programm. Da die Strecke neben den 15 Kilometern auch rund 200 Höhenmeter aufweist und zu einem grossen Teil auf Naturstrassen führt, ist die Zeit eher nebensächlich. Das anspruchsvolle Profil ähnelt in seiner Charakteristik jenem des Paris Marathons und bietet so die perfekte Möglichkeit für ein wettkampfmässiges Training mit Gegnerkontakt.
Eine Woche später, am 29. März, folgt mit dem Berliner Halbmarathon der letzte Vorbereitungslauf. Die Taktik wird dann wieder auf die Optimierung der Laufzeit ausgelegt sein. Das Ziel: erstmals die 1:01:30 unterbieten und damit eine neue persönliche Halbmarathon-PB (bisher 1:01:46) aufstellen.

Paris – aller guten Dinge sind drei

Zwei Rennen in Paris, beide unvergesslich, beide auf ihre Art prägend. Nun folgt der dritte Anlauf und Matthias bringt diesmal alles mit, was es braucht: die Erfahrung aus zwei Paris-Starts, eine längere Vorbereitung als je zuvor und die Gewssheit, dass in ihm noch mehr steckt als 2:07:44.
Er kennt die Strecke, er kennt die Stadt, und er weiss, wie sich die letzten zehn Kilometer anfühlen. Es ist alles angerichtet. À table!

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