Stephan Lehmann – running.COACH Teammitglied

Es ist Dienstag, 04.03.2014, ca. 17:15 Uhr – heute steht ein Intervalltraining auf dem Programm: 8 x 3 Minuten mit hier mindestens 620m  – also umgerechnet 4:46-4:54 auf den Kilometer. Dazwischen jeweils 3 Minuten Trabpause.  Im Grunde genommen ein durchaus machbares Unterfangen denke ich – auch wenn ich weiß, nicht wirklich gut drauf zu sein.  Es ist dunkel, es ist recht kalt und nass und somit alles nicht wirklich meine Lieblingsbedingungen. Doch was soll’s? Muss ja sein und irgendwie habe ich auch Bock darauf, mich „ein bisschen zu quälen“…

Stephan's Ziel ist der Hamburg Marathon

Stephan‘s Ziel ist der Hamburg Marathon

Ok, also erstmal 15 Minuten Einlaufen. Wie so oft habe ich wieder das Problem, alleine nicht wirklich langsam laufen zu können. Dies empfinde ich oftmals um einiges anstrengender, als zügiger zu laufen. Wenn ich in Gesellschaft bin und mich am Tempo eines anderen orientieren kann, fällt mir das um einiges leichter… Freundlich aber bestimmt werde ich dann daran erinnert, dass die erste Belastungsphase gleich startet: drei, zwei eins – los! Tempo finden geht einigermaßen, schon kommt die Ansage, die erste Minute geschafft zu haben, die zweite – fertig… Ok, dann traben. Das Gefühl ist gut, auch wenn ich merke, schon länger nicht mehr so schnell gelaufen zu sein. Trabpause beendet und schon geht es in den zweiten Intervall – Trabpause, der dritte. Hier merke ich in der anschliessenden Trabpause dann aber schon, dass es mir relativ schwer fällt, den Puls wieder runter zu bringen und zumindest einigermaßen zu regenerieren. Intervall 4 tut besonders weh und im Grunde genommen sehne ich immer nur noch die Minutenansagen herbei – ganz besonders die 2-Minuten-Ansage, denn dann bin ich ja nur noch 60 Sekunden (die aber auch sehr lang werden können) in der Belastung. Zum Start von Intervall 5 habe ich immer noch einen „gefühlten“ Puls von 230 – trotzdem stehe ich auch diesen Intervall durch, aber die Zweifel, die gesamte Einheit wie geplant durchzuziehen werden immer größer. Zum Beginn des 6. Intervalls fällt es mir irre schwer, wieder Tempo aufzunehmen aber ich versuche es dennoch – um dann nach ca. 1:50 den Intervall abbrechen zu müssen. Die anschliessende Trabpause ist eher ein zügiges Gehen unterstützt mit großem Ärger auf und über mich selber – und meine schlechte Verfassung. Intervall 7 wird ebenfalls noch mal angegangen – allerdings nach 24 Sekunden auch bereits wieder abgebrochen mit der Erkenntnis, dass für heute gar nichts mehr geht. Vollkommen frustiert schalte ich Uhr und App ab, um dann ganz gemächlich zu meinem Ausgangspunkt zurück zu traben und mich (mal wieder) über mich selbst zu ärgern.

Das Intervalltraining von Stephan

Das Intervalltraining von Stephan

In der Analyse über die Seite von running.COACH bekomme ich den außer meines schlechten Trainingszustandes den zweiten Grund für mein Scheitern präsentiert: ich war viel zu schnell unterwegs! Anstatt im vorgegebenen Tempo zu laufen war mein „langsamster“ vollständiger Intervall bei 4:30 – der schnellste gar bei 4:19! Das konnte gar nicht funktionieren, zumindest nicht in dieser Verfassung. Die paar Körner, die ich hatte, habe ich ziemlich schnell verdonnert, und das hat sich schlicht und ergreifend gerächt.

Fazit meiner Frühjahrs-Vorbereitung: am Sonntag nach dem Hamburg-Marathon wird ein Strich gezogen und das „System Stephan“ resetted! Der Zeitpunkt erscheint ideal, ist doch gerade der RC14 fertig gestellt worden, und es haben sich neue Trainingsziele für den Herbst herauskristallisiert: Highlights sollen der TUI-Marathon auf Mallorca und der TCS New York Marathon werden. Trainingsziele werden entweder Köln oder Berlin (falls ich dort noch durch eine glückliche Fügung einen Platz ergattern sollte).

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