Andreas Kempf: Train – Eat – Sleep

Wie in den letzten Jahren verbringe ich zwei Wochen im April gemeinsam mit den besten Mittel- und Langstreckenläufern der Schweiz in Tenero im Trainingslager. Das heisst, ich kann mich 14 Tage lang ohne Alltagsstress auf die drei wichtigsten Dinge im Leben eines Sportlers konzentrieren: Train – Eat – Sleep.

Andreas Kempf bestreitet aktuell ein Trainingslager

Untergebracht im Nationalen Jugendsportzentrum direkt am Lago Maggiore, profitieren wir von einer tollen Infrastruktur und den ein wenig wärmeren Temperaturen in der Südschweiz. Auf der 400-Meter-Bahn, welche neben den unzähligen Fussballfeldern das Herzstück des Sportzentrums bildet, holen wir uns mit harten Trainingseinheiten den letzten Schliff für die anstehende Bahnsaison. Für die Dauerläufe stehen schöne Naturwege an den beiden Flüssen Ticino und Maggia, oder die asphaltierte Seepromenade nach Locarno zur Verfügung. In den erstklassig ausgestatteten Kraft- und Fitnessräumen findet jeder genügend Platz und die nötigen Utensilien/Geräte für seine Übungen. Zudem hat es mit dem gedeckten Schwimmbad und den reichlich vorhandenen Velos (Indoor & Outdoor) gute Möglichkeiten für Alternativtrainings. Die 2er- und 4er-Zimmer sind zweckmässig eingerichtet, wobei die Duschen und Toiletten pro Stockwerk geteilt werden. Verpflegt werden wir in der grossen Mensa „Gottardo“ des Sportzentrums. Dort empfiehlt es sich, einige Minuten vor oder nach der offiziellen Essenszeit zu erscheinen. Ansonsten kann das Anstehen und Schöpfen der sportlergerechten Nahrung gemeinsam mit hunderten unruhigen hungrigen Kindern am Buffet schnell zu einem nervenaufreibenden Akt avancieren.

Blick auf die Sportanlage in Tenero

Die Lagerleitung der rund 30-köpfigen Trainingsgruppe obliegt den Laufnationaltrainern von Swiss Athletics. Zusätzlich werden wir von zwei Masseurinnen betreut. Mit so vielen Athleten auf einem ähnlichen Niveau zu trainieren motiviert ungemein. Zudem kann man auch neben den Trainings bei jeder/jedem irgendetwas abschauen, um seinen eigenen „High Performance Lifestyle“, welcher von den Trainern zurecht gefordert wird, zu optimieren. Denn Leistungssport beginnt und endet nicht mit dem Training, sondern ist ein 24-Stunden-Job. Wie so ein typischer Trainingslagertag abläuft, siehst du hier. Nebstdem könnt Ihr auf dem Bild meinen Trainingsplan ansehen. Im Vergleich zu einer normalen Woche zu Hause steigere ich die Laufkilometer von knapp 120 km auf 150 km (+25%), welche sich auf 12 anstatt 9-10 Trainingseinheiten verteilen.

Der Trainingsplan von Andreas Kempf

Ausserdem wird die zusätzliche Zeit während den Trainingseinheiten genutzt, um vermehrt die Muskulatur zu kräftigen, die Beweglichkeit zu verbessern und am Laufstil zu feilen. Dazu findet Ihr hier im running.COACH Blog wertvolle Übungen. Darüber hinaus werde ich Euch gerne einmal in einem weiteren Blog-Eintrag einige meiner Gymnastik-, Laufschul- und Stabilisationsübungen aufzeigen.

Um die Trainingseinheiten und die zusätzliche Belastung verletzungsfrei zu bestehen, sind Erholungsmassnahmen wie Recovery Shake, Kneippen, Massage, Mittagsschlaf, Blackroll, Dehnen, Eisbad, Sauna etc. enorm wichtig und im Tagesablauf fix eingeplant. Daneben sind natürlich genügend Schlaf, viel Trinken und eine erhöhte Kalorienaufnahme entscheidend für die Regeneration des Körpers. Sprich, das kurze und bündige Motto von oben müsste eigentlich leicht ergänzt werden: Train –  Drink  – Eat – Recover – Sleep – Repeat.

Nun wünsche ich Euch eine beschwerdefreie Vorbereitung für Eure eigenen Wettkämpfe und verbleibe mit sportlichen Grüssen,

Andreas Kempf

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