Wettkampf in der Höhe

So meisterst du die Höhenluft am Engadiner Sommerlauf: Tipps für den Wettkampf in der Höhe.

Für alle Sportler, die kurzfristig aus dem Flachland anreisen, ist die wichtigste Voraussetzung, sich gesund und in möglichst guter konditioneller Verfassung zu befinden. Optimal sollte die Anreise vier bis sieben Tage vor dem Lauf erfolgen. Somit bleibt genug Zeit, sich an die Höhe zu gewöhnen und leichte Trainingseinheiten zum Beispiel auf der Wettkampfstrecke durchzuführen. Auf ausreichend viel Schlaf, eine gesunde Ernährung, einen erhöhten Trinkbedarf und verlängerte Regenerationszeit ist zu achten.

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Wer allerdings nicht so viel Zeit hat, sollte den Lauf so planen, dass die Belastung in den ersten 24 Stunden nach Ankunft stattfindet. Studien haben ergeben, dass in dieser Phase die Leistungsfähigkeit zwar vermindert, aber deutlich besser ist, als am zweiten Tag nach Ankunft in der Höhenluft. 

Um den Engadiner Sommerlauf in ein länger geplantes Höhentraining zu integrieren, sollte der Wettkampf zwischen Woche zwei und drei stattfinden. Es ist nicht ratsam, den Lauf in die Anfangswoche (Akklimatisierung) oder in die Endphase des Höhenaufenthaltes zu legen, da die Anstrengung zu hoch ist.

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Vorteile gegenüber den „Flachländern“ weisen sicherlich all diejenigen auf, die ihr Leben in der Höhe (ab ca. 1500 m) verbringen. Der Organismus hat sich an die Höhe gewöhnt und mit entsprechenden Anpassungserscheinungen reagiert.

Ob nun ein trainierter Sportler aus dem Flachland oder ein in der Höhe lebender „Bergler“ den Engadiner Sommerlauf entscheiden wird, bleibt eine spannende und für alle Beteiligten interessante Angelegenheit.

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Höhentrainingsmekka St. Moritz

Seit Jahren bietet das Engadin ein ideales «Tummelfeld» für Sportler aus aller Welt. Die Höhenexposition von 1856 m bietet in St. Moritz beste Bedingungen für alle drei vorgestellten Methoden. «Sleep high train low» lässt sich beispielsweise exzellent auf dem in 2456 m Höhe liegenden Berghotel «Mouttas Muragl» realisieren. Wer noch mehr Ruhe sucht, kann in der abgelegenen Stille des Berghotels «Diavolezza» auf knapp 3000 m übernachten. Die Trainingseinheiten können in St. Moritz oder in den benachbarten Orten absolviert werden. Laufsportler sollen beachten, dass sie vorwiegend auf Naturstrassen und Waldwegen laufen können. Wer sich für einen Wettkampf auf Asphalt vorbereitet, sollte dies bereits im Vorfeld trainiert haben. Das Oberengadin bietet aber nicht nur Laufbegeisterten ein Eldorado. Auch alle Velofahrer und Mountainbiker können sich auf den Wegen und Strassen austoben, müssen allerdings ab der Mittagszeit im Sommer mit einem erheblichen Wind (Malojawind) aus südlicher Richtung rechnen.

Anne-Marie Flammersfeld ist Diplom–Sportwissenschaftlerin, Personal Trainerin, Ultratrailläuferin und OK-Präsidentin des Engadiner Sommerlaufs. Sie lebt und arbeitet in St. Moritz und animiert dort mit ihrer Firma allmountainfitness.ch die Engadiner zu sportlichen Höchstleistungen.

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