Unser Gold-Coach Gabriel Lombriser gewinnt den Gigathlon

Vor zwei Wochen hat der Gigathlon, ein Multisportanlass, in und rund um Zürich Einzug gehalten. Mittendrin unser running.COACH Gold Coach Gabriel Lombriser, welcher nach zwei Tagen und knapp über 17 Stunden als Sieger einlaufen durfte.

368 km und 5050 Höhenmeter verteilt auf fünf Disziplinen (Laufen, City Trail, Rennrad, Mountainbike, Schwimmen) – das war der Gigathlon 2017 und ist der grösste Multisportevent in der Schweiz. In den Kategorien Team of Five, Couple und Single sind dieses Jahr über 2500 Finisher eingelaufen. Gabriel ist mit seinem Sieg in der Kategorie Single Mister Gigathlon 2017. Wir gratulieren dir, Gabriel, herzlich und freuen uns mit dir, dass du nun nebst deinen Siegen in den anderen beiden Kategorien auch den Single-Titel hast.

Wir wollen von Gabriel wissen, wie man sich auf einen solchen Event vorbereitet, welche Eindrücke von einem langen Multisportwochenende bleiben und was seine nächsten Ziele sind.

Was war dein persönliches Highlight während des zweitägigen Gigathlons rund um Zürich?

Das ganze Weekend war ein Highlight! Ich hatte einen Wettkampf, wie man ihn sich wünscht. Von der ersten Disziplin weg hatte ich einen guten Rhythmus gefunden und konnte das über die zwei Tage Wettkampf super durchziehen. Natürlich ist das Tempo bei diesem Wettkampf, der bei mir über 17h ging, einiges weniger hoch als bei einem Lauf über 1-2 h. Bei der diesjährigen Ausgabe musste an jedem Tag zwei Mal gelaufen werden. Einmal rund 10km, das andere Mal 20km. Übers Wochenende kumulierte sich das so auf annähernd 60km. In den flachen Passagen konnte ich so trotzdem gut einen 4min/km-Schnitt laufen. Bei einem Wettkampf über diese Dauer ist das so meine obere Grenze vom Wohlfühltempo. Und wichtig war, dass ich nicht aus diesem Wohlfühlbereich rausging. Denn Efforts aus dieser Zone heraus büsst man oft doppelt!

Irgendwie sah das bei dir so locker aus. Mal ehrlich, wie viele Krisen hattest du an diesen beiden Tagen zu überwinden?

Die Krisen waren wirklich schmal gesät und waren bei dieser Austragung wirklich eher kleine Dellen im Hoch. Vor allem energetisch gings wirklich super. Eine Krise oder wohl eher Schrecksekunde hatte ich jedoch auf der Mountainbike-Strecke am ersten Tag. Dort hat eine Unaufmerksamkeit zu einem blöden Sturz geführt, welcher dann jedoch relativ sanft in der Kuhweide endete und nur mit Prellungen und Schürfungen endete.

Hast du dich während dem Wettkampf nur von Gels und Riegel verpflegt oder gab es zwischendurch auch mal was “Richtiges“?

Es gab während dem Tag nur Flüssiges in Form von isotonischen und kohlenhydratreichen Sportgetränken und Gels. Also auch keine Riegel. Die Ausnahme waren ein paar Bananenstücke. Auf Riegel, belegte Brötchen, oder ähnliches hatte ich während der Belastung wirklich keine Lust. Jedoch ist die Verpflegung nach dem ersten Wettkampftag, welche eine optimale Erholung ermöglicht, extrem wichtig. Da habe ich natürlich mehrheitlich feste Nahrung zu mir genommen. Zusätzlich ist Energie in Form von flüssigem Eiweiss auch wichtig.

Konntest du dich dank deinen läuferischen Stärken von der Konkurrenz absetzen?

Ich glaube, dass die läuferischen Fähigkeiten sicher ein grosser Vorteil waren. Jedoch machte das Laufen nur rund ein Viertel der Gesamtdauer aus. Vielmehr glaube ich, dass meine Ausgeglichenheit über die verschiedenen Disziplinen für den Erfolg verantwortlich ist. Ich hatte zwar auf einigen Abschnittszeiten Bestzeiten, jedoch war ich auch nie schlechter als ein 8.Disziplinenrang; auch nicht bei meiner vermeintlich schlechtesten Disziplin dem Schwimmen.

Wie viel Zeit hast du in die Gigathlon Vorbereitung investiert?

Über die letzten Monate waren es im Durchschnitt um die 15h Training pro Woche. In den zwei Wochen Trainingslager im Frühling summierte sich das jedoch auf 25-30h pro Woche. Das Gute am Multisport ist, dass die Belastungen auf den Körper sehr gut variiert werden können. Ein reiner Läufer kann nie diese Pensen trainieren. So konnte ich natürlich eine super Basis setzen und durch die intensiven Einheiten, welche ich meistens zu Fuss absolvierte, konnte ich meine Form schärfen und auch in der Vorbereitung immer Akzente setzen. Wichtig in der Vorbereitung waren auch die spezifischen Gigathlon-Tage wo ich die Disziplinen in der vorgegebenen Reihenfolge mit relativ hoher Intensität trainiert habe. Nur die Dauer war etwa auf zweit Drittel vom Wettkampf beschränkt. Solche Schlüsseleinheiten 3-4 Wochen vor dem Wettkampf sorgen für die nötige Härte und geben Selbstvertrauen.

Welche Rolle hat der running.COACH Trainingsplan dabei gespielt?

Der running.COACH Plan hat bei der Vorbereitung auf den Gigathlon eine untergeordnete Rolle gespielt. Es gab aber trotzdem einige Punkte, wo ich den Plan konsultiert habe und mit meinen eigenen Ideen zum ganzheitlichen Training vereinbart habe.

So waren vor allem die Schlüsseleinheiten im Lauf-Plan etwas, wo ich sehr drauf geschaut habe. Running.COACH nimmt mir da sehr viel ab, welches ich selber berechnen müsste. Trainingsinhalt, Dauer und vor allem das optimale Tempo während des Trainings. Auch die Periodisierung der Trainingszyklen, welche im running.COACH Plan drin sind, habe ich mir zu Nutzen gemacht. Natürlich habe ich auch anhand der Statistik, insbesondere der Wettkampf-Statistik, gesehen, dass auch meine Form über die Vorbereitungswettkämpfe stimmte. Das gab mir Zuversicht!

Und jetzt legst du die Füsse hoch, oder?

Der Gigathlon war klar das grosse Saisonziel. Die Saison ist aber noch nicht ganz fertig. Das nächste grosse Ziel ist die Tortour Switzerland. Das ist ein Radwettkampf, welcher über 1000km rund um die Schweiz führt. Man kann diese Strecke zwar alleine machen, das wäre mir persönlich aber zu viel. Stattdessen mache ich mit meinen drei Brüdern ein Team. Abwechselnd fahren wir so die Strecke. Dabei geht es vorallem um den Spass, so etwas gemeinsam zu machen.

Im Herbst werde ich mich denn vermehrt wieder dem Trailrunning widmen und den einen oder anderen Wettkampf laufen. Laufen ist und bleibt die schönste und vor allem simpelste Sportart. Ich brauche eigentlich nur ein paar Schuhe und los geht’s! Überall und zu jeder Zeit! Und wir in der Schweiz sind in Sachen Laufen in der Natur ja wirklich super bedient!

 Im Sommer und Herbst gibt es oft die Möglichkeit, mit dir an einem Lauftag oder Trailrunning Weekend unterwegs zu sein und von deinen Erfahrungen zu lernen.

Ja genau, am 26. August bin ich beim running.COACH Tag in Nottwil dabei und dann im September und Oktober jeweils an einem Wochenende in den Bergen zu Fuss beim Trailrunning. Natürlich freue ich mich auf Läuferinnen und Läufer, welche gerne das Trailrunning ausprobieren, gerne in der Gruppe die schönsten Gegenden der Schweiz entdecken und natürlich von Tipps und Tricks profitieren möchten!

Welchen Tipp gibst du zum Abschluss jedem zukünftigen Multisportathlet für einen Grossanlass wie der Gigathlon mit auf den Weg?

Ein Gigathlon oder auch ein sonstiger Ausdauer-Event, welcher über mehrere Stunden und auch mehrere Tage geht, ist kein Zuckerschlecken und sollte als langfristiges Ziel definiert werden. Wichtig finde ich eine stetige Steigerung der Ziele und auch entsprechend des Trainingumfangs. Auch ich selber habe beim Gigathlon in einem 5er Team angefangen, wo ich vor zehn Jahren als Läufer gelaufen bin. Danach folgten Teilnahmen in der Kategorie Couple (2er-Team) bis ich dann das grosse Ziel Single-Gigathlon in Angriff nahm.

Zudem braucht ein solches Ziel viel Beharrlichkeit und Planung im Alltag. Wenn das Ziel und die Zwischenziele realistisch definiert sind, ist dies in der Regel auch meistens erfolgsversprechend. Die kleinen Erfolge in Training und Wettkampf stellen sich schnell ein und die Motivation und Freude bleibt vorhanden. Und die Freude an der Bewegung ist das allerwichtigste!

Quelle Fotos: Rémy Steinegger

Informationen rund um den Gigathlon gibt es hier.

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  • Herzliche Gratulation!!! Super Leistung und was mir am besten gefällt , dass du auf allen Fotos trotz der grossen Anstrengung Freude dabei hast und mit einem Lachen ins Ziel springst.

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