50km Laufband Weltrekord-Versuch

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Die Auswirkungen des Coronavirus verändern gerade die Art und Weise, wie wir unseren Alltag leben. In diesen ungewohnten Zeiten, mitten in einer globalen Pandemie, ist es manchmal auch sinnvoll sich selber daran zu erinnern, dass wir diese Zeit zusammen durchstehen werden und trotz den Widrigkeiten noch immer herausragende Dinge erreicht werden können. running.COACH und 2PEAK haben sich deshalb mit dem Orientierungslauf Weltmeister Matthias Kyburz zusammengetan – um herausragendes zu erreichen. Deshalb soll am Donnerstag den 16. April der 50 Kilometer Laufband Weltrekord geschlagen und gleichzeitig Geld für einen guten Zweck gesammelt werden.

running.COACH gratis für den Sportunterricht nutzen

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Die geschlossenen Schulen und Lehrinstitute führen mitunter dazu, dass die Gestaltung des Sportunterrichts auf Distanz schwierig ausfällt. Das running.COACH Team möchte seinen Beitrag dazu leisten, trotz Ausfall des Unterrichts Bewegung in die Corona-Zeit zu bringen. Die App bietet SchülerInnen und StudentInnen die Möglichkeit, ein individuell angepasstes Trainingsprogramm zu erstellen und lässt Lehrpersonen die absolvierten Aktivitäten danach einsehen.

Wie funktioniert running.COACH?

running.COACH ist in erster Linie eine Laufapp, mit deren Hilfe ein individuelles und massgeschneidertes Trainingsprogramm erstellt werden kann. Bei der Erstellung des Programms wird von der aktuellen Leistungsfähigkeit der Anwenderin / des Anwenders ausgegangen. Die Anzahl der Trainings kann selber gewählt werden und zu jeder erstellten Trainingseinheit wird auch ein Hinweis auf alternative Sportarten erstellt. Ergänz wird das Programm durch Trainingsvideos, wo Aufwärm-, Stretching- und Kräftigungsübungen illustriert werden.

Die absolvierten Sportaktivitäten können mit der running.COACH App getracked werden und werden dann direkt mit der Plattform synchronisiert. Die Trainings können zudem automatisch von diversen Sportplattformen (Garmin, Suunto, Strava, Polar, …) hochgeladen oder manuell als absolviert vermerkt werden.

Coaching-Funktion für SportlehrerInnen

Ansicht (Des Schülers) der GPS Datei eines absolvierten Trainings inklusive Kommentar des Coaches.

Einer Lehrperson kann Einblick in die Aktivitäten der SchülerInnen / StudentInnen gewährt werden. Neben der einfachen Einsicht und Anpassung einzelner Trainings können dort auch Kommentare verfasst werden, die der Schülerin / dem Student dann beim jeweiligen Training vermerkt werden. Wir sind überzeugt, dass die running.COACH App einen guten Beitrag zum Sportunterricht auf Distanz leisten kann.

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um den running.COACH zu nutzen?

Der running.COACH eignet sich für jedermann vom Anfänger bis zur fortgeschrittenen Sportlerin. Da die erstellten Pläne jedoch nicht für Kinder entwickelt wurden, möchten wir unser Angebot primär an Gymnasien und (Fach-)Hochschulen richten.

Alles was die SchülerInnen / StudentInnen benötigen ist die running.COACH App (Apple Store, Play Store) oder eine GPS-Sportuhr und Internetzugriff.

Interessiert? Dann kontaktiere uns!

Hast du Interesse daran, den running.COACH für deine Schulklasse / Schule / Lehrinstitut kostenlos zu nutzen, dann melde gehe folgendermassen vor:

Wir werden dich anschliessend als ‚Coach‘ aufnehmen und senden dir einen Zugangscode für die Schülerinnen / Studenten. Wenn sich die Schüler/innen und Studenten mit dem Code anmelden, werden sie automatisch als deine ‚Athleten‘ zugeordnet und erhalten kostenlos 3 monatiges running.COACH Bronze-Abo.

Die Verwaltung deiner Athleten, resp. Schülerinnen und Schülern geschieht dann über das running.COACH Coaching-Backend, welches hier beschrieben ist.

Wichtig: Weder für Schülerinnen,Schüler noch für die Lehrpersonen entstehen irgendwelche Kosten. Auch nach Ablauf der Aktion entstehen keine Kosten. Wenn das Angebot nicht mehr genutzt werden sollte, können alle ihren eigenen Account und Daten falls gewünscht wieder löschen.

PS: Übrigens, running.COACH ist in verschiedenen Sprachen verfügbar: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Schwedisch, Russisch

Bei Fragen melde dich bitte bei uns via Mail: info@runningcoach.me

(Lauf-)Training im Alter – was es beim Training mit zunehmendem Alter zu beachten gilt

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Lauftraining und Training im Allgemeinen sind eine komplexe Angelegenheit. Verschiedene Trainingsarten müssen optimal aufeinander abgestimmt werden, damit einerseits der Trainingsreiz stimmt, andererseits aber auch die für die Leistungssteigerung benötigte Regeneration ausreichlich vorhanden ist. Erschwerend kommt dazu, dass sich der Körper mit zunehmendem Alter verändert. Dieser Blogbeitrag soll etwas Licht in die komplexe Thematik «Lauftraining mit zunehmendem Alter» bringen.

Topresultate bei Sierre-Zinal!

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Maude Mathys (2.49:20) und Kilian Jornet (2:25:35) heissen die Gewinner der diesjährigen Austragung von Sierre-Zinal. Im mit Stars gespickten Teilnehmerfeld fielen sowohl der Streckenrekord bei den Damen, als auch bei den Herren. Die Streckenrekorde fielen so überraschend deutlich, dass in unserem Wettbewerb fast niemand, auch nur annährend die richtigen Gewinner/innen-Zeit erraten hat.
Sierre-Zinal ist aufgrund seiner fast fünf Jahrzehnte langen Geschichte und seiner verehrten sportlichen Leistungen ein legendäres Trail-Race, und am Sonntag entlang seiner berühmten Trails in den Schweizer Alpen fügte eine weitere Trail-Running-Legende sowohl seinem eigenen geschichtsträchtigen Erbe als auch dem des Rennens ein weiteres Kapitel hinzu. Der Spanier Kilian Jornet (Team Salomon), der mit rasantem Tempo aufbrach, verließ eines der wettbewerbsfähigsten Trail Running-Felder der letzten Jahre und gewann in 2:25:35 und zerstörte Jonathan Wyatts langjährigen Streckenrekord von 2:29:12 um drei Minuten und 37 Sekunden. Es war Jornets siebter Sieg in Sierre-Zinal in neun Versuchen.
Bei den Damen brach auch die Schweizerin Maude Mathys (Team Salomon) den Streckenrekord von Sierre-Zinal und gewann in 2:49:20 Minuten mit fast fünf Minuten die Zeit von Anna Pichrtova von 2008. Sowohl Jornet als auch Mathys gewannen von vorne und stiegen beim anspruchsvollen frühen Aufstieg in die Führung.

Jornet wurde vom Sieger Petro Mamu aus Eritrea, der auch den bisherigen Streckenrekord brach, tapfer gejagt und lag in 2:26:31 nur 56 Sekunden hinter dem Spanier zurück. Der amerikanische Läufer Jim Walmsley (Team Hoka), der zum ersten Mal in Sierre-Zinal antrat, wurde in beeindruckenden 2:31:52 Minuten Dritter. Juan Carlos Carera wurde 4. in 2:32:52 Uhr und der Brite Robbie Simpson wurde 5. in 2:33:55 Uhr.
Bei den Damen sorgte Mathys dafür, dass Jornet nicht der einzige war, der an diesem Tag einen Rekord brach. Ihre Zeit von 2:49:20 war fünf Minuten vor der Schweizerin Judith Wyder (Team Salomon), die in 2:54:20 beendete, und brach den bisherigen Streckenrekord von 2:54:26 um fünf Minuten und sechs Sekunden. Wyder lag mit sechs Sekunden ebenfalls unter dem bisherigen Rekord.
Mathys war vor einigen Wochen beim Dolomyths Sky Run in Italien Dritte, aber am Sonntag nutzte sie ihre Stärke im ersten langen Uphill, um in der Anfangsphase Abstand zwischen sich und dem Feld zu halten. Sie war bei der zweiten Zeitmessung nach rund 1:20h Rennzeit in Chandolin mehr als drei Minuten voraus und wurde vom Rest des Rudels nie wieder gesehen.
Die Italienerin Silvia Rampazzo (Team Tornado) wurde mit einem weiteren starken Auftritt in der Golden Trail World Series Dritte. Sie beendete es in 2:56:17 Uhr. Die Neuseeländerin Ruth Croft (Team Scott) setzte ihre erstaunliche Beständigkeit mit einem 4. Platz in 3:01:56 fort, während die Französin Anais Sabrié in 3:01:58 auf Platz 5 kam.
Rekordzeiten im Überblick mit Zwischenzeiten:

SierreZinal 2019 Record Runs
SierreZinal 2019 Record Runs

Den gesamten Livestream vom Rennen gibt es hier zur Wiederholung:

Alle Resultate sind hier zu finden: https://www.datasport.com/live/ranking/?racenr=21138

 

running.COACH Wettbewerb

Und hier die Auswertung und die Gewinner von unserem Wettbewerb. Die Gewinner gewinnen alle ein kostenloses running.COACH 3-monate Abo:

 

1.) Gewinnerin Damenrennen + Siegerzeit
Richtige Antwort: Maude Mathys / 2.49:20.
Auf die richtige Läuferin gesetzt und mit der besten Zielzeit geschätzt hat: Christoph Kellerhals (SUI), seine geschätzte Zeit: 2:52:58

 

2.) Gewinnerin Herrenrennen + Siegerzeit
Richtige Antwort: Kilian Jornet / 2.25:35.
Auf den richtigen Läufer gesetzt und mit der besten Zielzeit geschätzt hat: Quentin (SUI), seine geschätzte Zeit: 2:27:45

 

3.) Bestgeschätzte Siegerzeit im Damenrennen:
Richtige Antwort: 2.49:20.
Am besten geschätzt hat Guillermo Morea (ARG) mit 2:50:00 (Sein Tipp für die beste Frau war ‚Eli Anne Dvergsdal (NOR)‘)

 

4.) Bestgeschätzte Siegerzeit im Herrenrennen:
Richtige Antwort: 2.25:35.
Am besten geschätzt hat Quentin (SUI), siehe Nummer 2. Den Preis erbt der nächst nähere Tipp von Dirk (LUX) mit 2:27:48 2:50:00 (Ihr Tipp für den schnellsten Mann war ebenso Kilian Jornet.

 

5.)  a) Welches Land hat die meisten Top-10-Platzierungen? (W+M) + b) Werden die Rekorde im Damen- und Herrenrennen gebrochen? + c) wie viele Männer laufen unter 2:40h?  wie viele Damen unter 3:10h?

 

Richtige Antworten:
a.) Beste Trailrunning Nation: Switzerland

Sierre Zinal 2019 Top Men and Women
Sierre Zinal 2019 Anzahl Top 10 Men and Women

b.) Rekord Damen gebrochen: ja
b.) Rekord Herren gebrochen: ja
c.) Anzahl Top Herren/Damen 2019 Männer 16, Damen 9.

Sierre Zinal Top Men Women
Die Zahlen beweisen sehr gut, dass dieses Jahr ganz ein spezielles Jahr war, was das Niveau angeht.

Am besten diese Aufgabe gelöst hat Gabe aus Katalonien (ESP). Sie hat die Anzahl Top Männer und Damen exakt geschätzt und den auch auf den Männerrekord getippt. Beim Tipp für die beste Trailrunning Nation hat sie jedoch auf Spanien getippt.
6.) Zufallspreis:
Ausgelost wurde: Paul Halford (GBR)
Wir freuen uns, wenn auch im Jahr 2020 das Rennen zu einem grossen Spektakel wird! Und wer weiss, nächstes Jahr ist vielleicht das Nationale Fernsehen auch dabei.

Jim Walmsley Sierre Zinal
Jim Walmsley Sierre Zinal

Die 10 schönsten Marathons

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Marathon ist die Königsdisziplin des Langstreckenlaufs. Nicht nur für Spitzensportler, sondern auch für Hobby-Läufer sind Marathons attraktiv. Doch die Auswahl an Events ist schier unendlich. Welche Marathons sind denn eigentlich die schönsten? Wir haben unsere Top 10 zusammengestellt.

Jungfrau-Marathon

Der Jungfrau-Marathon ist mit seinen 1’829 Höhenmetern (wovon ca. 1500m erst ab Kilometer 25 anfangen) vielleicht kein Marathon für Lauf-Einsteiger. Das Ziel befindet sich auf 2’320m über Meer. Das heisst, nachdem man bereits 25km flach gelaufen ist, fängt die eigentliche Kraftprobe mit den verbleibenden 1’500 Höhenmetern in immer dünner werdender Luft erst richtig an. Es gilt also, seine Kräfte gut einzuteilen, damit man am Schluss keine böse Überraschung erlebt. Der lange Aufstieg lohnt sich aber und die Aussicht, die sich dabei bietet, ist atemberaubend schön.

Bild: sbb.ch
Webseite: https://www.jungfrau-marathon.ch/de/
Land: Schweiz
Monat: September
Streckenrekorde: 2:49:02 (Jonathan Wyatt, 2003), 3:12.56 (Maude Mathys, 2017)
Teilnehmerzahl: Rekord bei 8’572

Tromsø Midnight Sun Marathon

Das spezielle an diesem Lauf ist sicher die Mitternachtssonne, die dem Ganzen eine einzigartige Atmosphäre verleiht – sofern das Wetter mitspielt natürlich. Auch die Kombination aus schneebedeckten Berggipfeln und Meer ist sehr speziell . Die Strecke verläuft fast ausschliesslich dem Meer entlang und ist damit um einiges flächer als diejenige des Jungrau-Marathons. Auf dieser Strecke ist es deshalb deutlich einfacher, eine gute Marathon-Zeit aufzustellen.

Bild: msm.com
Webseite: www.msm.no
Land: Norwegen
Monat: Juni
Streckenrekorde: 2:20:31 (Ebrahim Abdulaziz, 2019), 2:38:22 (Brynhild Synstnes, 2019)
Teilnehmerzahl 2019: 1’022

Queenstown International Marathon

Neuseeland liegt zwar für die meisten nicht gerade um die Ecke, dieses Lauferlebnis ist die Reise aber definitiv wert. Queenstown liegt im südlichen Teil der Südinsel Neuseelands im Landesinnern. Auf der Strecke passiert man mehrere kleinere Seen in einer  idyllischen Landschaft bestehend aus Bergen, Wiesen und Waldpartien.  Die letzen 10 Kilometer der Strecke führen dann entlang des berühmten Lake Wakatipu ins Zentrum von Queenstown. Dieser Marathon ist mit seinen ca. 330 Höhenmetern, dem abwechselnden Belag (Teer oder Kiesweg) und dem moderaten Klima ein relativ „angenehmer“ Lauf. Ganz nach dem Motto der lockeren Neuseeländer: locker bleiben und geniessen!

Bild: queenstown-marathon.co.nz
Webseite: www.queenstown-marathon.co.nz
Land: Neuseeland
Monat: November
Streckenrekorde: 2:23:56 (Samuel Wreford, 2017), 2:52:21 (Hannah Oldroyd, 2017)
Teilnehmerzahl: 11’062 (bisher angemeldet für 2019)

Big Sur International Marathon

Dieser Marathon führt der Kalifornischen Küste entlang von Big Sur bis nach Carmel (liegt zwischen Los Angeles und San Francisco). Von Big Sur Station, 108m über Meer, geht es auf der Strecke 665m aufwärts und 770m bergab, sodass man in Carmel quasi auf Meereshöhe (3m ü. M.) ankommt. Die endlose Weite des Pazifiks, Strände, Klippen und sanfte Hügel machen diesen Marathon zu einem wunderschönen Erlebnis.

Bild: bigsurmarathon.com
Webseite: www.bigsurmarathon.com
Land: USA
Monat: April
Streckenrekorde: 2:16:39 (Brad Hawthorne, 1987), 2:41:45 (Svetlana Vasilyeva , 1996)
Teilnehmerzahl 2018: 3’291

Great Wall Marathon

Der Great Wall Marathon ist ein Marathon der ganz besonderen Art und sicher einer der anspruchsvollsten. Der Grossteil der Strecke verläuft direkt auf der Grossen Chinesischen Mauer! Dabei gibt es einiges an Höhenmetern zu erklimmen, viele davon in Form von Treppen. Das Gefälle beträgt stellenweise bis zu 10%. Es ist also nichts für diejenigen, die eine schnelle Marathon-Zeit anpeilen. Jedoch bietet dieser Lauf nicht nur landschaftlich, sondern auch kulturell etwas.

Bild: great-wall-marathon.com
Webseite: www.great-wall-marathon.com
Land: China
Monat: April
Streckenrekorde: 3:09:18 (Jorge Maravilla, 2013), 3:32:12 (Siliva Serafini, 2013)
Teilnehmerzahl 2019: 645

Patagonian International Marathon

Der Event findet im Südzipfel des südamerikanischen Kontinents in West-Patagonien statt, östlich des Südlichen Patagonischen Eisfelds (grösstes Gletschergebiet der Südhalbkugel ausserhalb der Antarktis) und südlich des Torres del Paine Nationalparks. Die Landschaft ist gebirgig, rau und abenteuerlich und bleibt einem sicher noch lange in Erinnerung.

Bild: patagonianinternationalmarathon.com
Webseite: www.patagonianinternationalmarathon.com
Land: Chile
Monat: September
Streckenrekorde: 2:57:36 (Luke Meyer, 2012), 3:30:29 (Inez-Anne Hagen, 2018)
Teilnehmerzahl 2018: 148

Virgin Money London Marathon

Wer lieber einen echten Klassiker unter den Marathons erleben will, ist am London Marathon sicher richtig. Zwar bietet er keine spektakuläre Naturkulissen, jedoch aber ein Stadt-Sightseeing entlang mehrerer Wahrzeichen der britischen Hauptstadt. Für diesen Tag scheint es, als sei die gesamte Bevölkerung Londons in den Strassen, um die vielen Läufer anzufeuern. Der London Marathon ist nicht nur unter Hobby-Läufern beliebt, sondern auch bei der Weltspitze ein absoluter Favorit, gilt er doch als einer der schnellsten Marathons der Welt.

Bild: Derby Telegraph
Webseite: https://www.virginmoneylondonmarathon.com/en-gb/
Land: Grossbritannien
Monat: April
Streckenrekorde: 2:02:37 (Eliud Kipchoge, 2019), 2:15:25 (Paula Radcliffe, 2003)
Teilnehmerzahl 2019: 41’906

Mt. Fuji International Marathon 

Der Mt. Fuji International Marathon ist ein weiteres Bijou unter den Marathons. Der Lauf findet im Herbst statt, was bedeutet, dass es zwar einerseits relativ kühl ist, aber gleichzeitig das Laub an den Bäumen schön rot-goldig ist. In Kombination mit dem weissen Gipfel des Mt. Fuji im Hintergrund und dem Wasser der zwei Seen die man unterwegs umläuft, ergibt das eine traumhaft schöne Landschaft.

Bild: Spacebib.com
Webseite: https://fujisan-marathon.jp/english/
Land: Japan
Monat: November
Streckenrekorde: 2:21:36 (Yusuke Kodama, 2018), 2:39:47 (Tomomi Sawahata, 2018)

Kilimandscharo Marathon

Der Event findet in Moshi, der grössten Stadt nahe des Kilimandscharo, ca. 800m über Meer statt. Die Strecke führt durch Teile der Stadt, viele kleine Bauernhöfe und Dörfer, Bananen- und Kaffeeplantagen und Waldpartien, zur grossen Freude der lokalen Bevölkerung, die die Läufer lautstark anfeuert. Der höchste freistehende Berg der Welt dominiert dabei mit seiner Präsenz im Hintergrund das ganze Gebiet.

Bild: World’s Marathons
Webseite: https://www.kilimanjaromarathon.com/
Land: Tansania
Monat: Ende Februar/ Anfang März
Streckenrekorde: 2:13:50 (David Kiprono, 2012), 2:38:03 (Alice Kibor, 2016)
Teilnehmerzahl 2018: 614

Petra Desert Marathon

Der Petra Desert Marathon ist ein anspruchsvoller Abenteuer-Marathon in einer wunderschönen Wüstenregion im Jordan. Der Lauf startet in der antiken Start Petra, von wo aus die Route durch das Gebiet um die Stadt herum führt. Die Landschaft besteht aus Steinbergen, Sand und Büschen und die Hitze verlangt den Teilnehmern einiges an Durchhaltevermögen ab. Das einmalige Naturerlebnis ist aber das Schwitzen allemal wert.

Bild: hdsports.at
Webseite: https://petra-desert-marathon.com/
Land: Jordanien
Monat: September
Streckenrekorde: 3:15:03 (Salameh Abdel Karim Al Aqra, 2009), 3:43:25 (Inez-Anne Haagen, 2015)
Teilnehmerzahl 2018: 121

Diese Liste ist natürlich subjektiv und es fiel uns sehr schwer, eine Auswahl zu treffen. Falls du selber andere Marathons auf die Liste setzen würdest, darfst du das gerne im Kommentarfeld unten anmerken. 😉

Verfasst von: Marion Aebi

Traum Olympia – Liegt die Zukunft des Laufsports in Indien?

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Kannst du eine/n indischen Olympiamedaillengewinner/in im Mittel- oder Langdistanzlauf nennen? Nein? Tja, kein Wunder – es gibt keine/n. Lies hier, wie Karan Singh die mit seinem Projekt ändern will und indische Kinder zu zukünftigen Olympischen Champions machen will.
„Mein Name ist Karan Singh und ich bin der Cheftrainer der Indian Track Foundation in Ooty (Disktrikt Nilgiris, Indien). Meine Lebensmission ist es, Olympische Meister in der Leichtathletik für Indien hervorzubringen. Zusammen mit meiner Familie zog ich 2018 nach Ooty, um meinen Traum für Indien zu verwirklichen.“
So stellt sich der 33-Jährige selber vor. Was er hier nicht erwähnt, ist, dass er selber für professionelle Lauf-Teams wie Team Run Eugene oder Eugene Health and Performance in den USA gelaufen ist und dort während fünf Jahren trainiert und zahlreiche nationale Bahn- und Strassenrennen gewonnen hat. Neben seiner Karriere als Läufer schloss Karan ein postgraduales Studium an der Oxford Brookes University (Grossbritannien) ab, spielte Cricket auf hohem Niveau und arbeitete mit leitenden Sportorganisationen wie Nike und ESPN-Star Sports zusammen. Wir wollten mehr über Karan und sein Projekt erfahren…
Wie wurdest du zum Läufer in Indien, einem Land, das nicht wirklich als ein Land von Läufern bekannt ist?
Ich begann zu laufen, weil ich Talent hatte. Mein Ziel war es, Indian an den Olympischen Spielen 2012 in London zu repräsentieren. Meine Inspiration war Steve Prefontaine, der legendäre US-amerikanische Läufer. Als ich mit dem Laufen begann, wollte ich wie Steve sein und den Laufsport mitprägen, so wie er es tat. Ich liebe das Laufen, es ist meine Leidenschaft. Es ist so „echt“: du bekommst genau soviel zurück, wie du in es investierst. Ach, und du würdest staunen, wie populär der Laufsport hier geworden ist! Es überwältigt mich immer wieder…
Aber warum haben denn trotzdem immer noch keine indischen Läufer/innen eine Olympischen Medaille gewonnen?
Dafür gibt es so viele Gründe, dass ich ein Buch darüber schreiben könnte. Unser System schafft die nötigen Bedingungen nicht, um diese Medaillen zu produzieren. Wir haben das Talent und langsam beginnen wir auch gute Leistungen indischer Athleten auf globalem Niveau zu sehen. Aber uns fehlt noch die richtige Kultur für den Erfolg. Die Bedingungen in Bereichen wie Training, Coaching, Möglichkeiten und Wettkämpfen auf lokaler sowie nationaler Ebene erlauben es den Athleten nicht, ihren Sport auf Weltklasse-Niveau auszuüben. Als Athlet willst du Teil etwas Besonderes sein und du musst dich wertgeschätzt fühlen. Natürlich muss man Ziele haben und diszipliniert sein, aber man braucht vor allem ein positives und unterstützendes Umfeld, dass einen auf  seinem Weg begleitet. Diese Mentalität fehlt in Indien vielerorts.
Was war deine Motivation, um die Indian Track Foundation zu gründen und wie sieht sie aus?
Nach meiner Zeit in den USA zog ich zurück nach Indien mit der folgenden Mission im Kopf: junge Athlet/innen coachen und Indien auf die globale Leichtathletik-Karte setzen. So entstand die Indian Track Foundation. Die Idee ist es, Talente aus verschiedenen Stämmen und ruralen Gebieten Indiens zu scouten, zu beherbergen, auszubilden und im Namen der Olympischen Mission zu trainieren. Indien und Leichtathletik sind meine grossen Leidenschaften und ich habe mein ganzes Leben auf diese ausgerichtet. Mit grossen Missionen wie dieser kann man nicht scherzen. Sie müssen die grosse Treibkraft in deinem Leben sein und sogar noch vor der Familie kommen (meistens). Man muss bereit sein, Opfer zu bringen. Meine Frau ist extrem wichtig in diesem Projekt. Sie hat Verständnis für meine bedingungslose Hingabe zu dieser Mission. Ich, meine Frau und meine Tochter leben zusammen mit den 10 Kindern und Jugendlichen (10-15 Jahre) unserer Stiftung in einem grossen Zuhause, wie eine Familie. Unser Projekt begann 2017, als wir auf Talentsuche gingen. Richtig loslegen mit dem Projekt in Ooty konnten wir aber erst im August 2018.

Du sagst, deine Athlet/innen gehören verschiedenen Stämmen an. Welche Stämme sind gemeint und woher kommen diese?
Wir haben unsere Athlet/innen von den Stämmen Munda und Birhor im Disktrikt Jharkhand und Siddi im Disktrikt Gujarat rekrutiert. Diese Kinder sind natürliche Jäger und Nachfahren der Bantu und Stämmen aus der Sub-Sahara, welche von den Arabern und Briten von Afrika nach Indien gebracht wurden. Sie besitzen ein natürliches Talent fürs Laufen und damit die perfekten Voraussetzungen, um Olympische Meister zu werden.
Gibt es wissenschaftliche Beweise dafür, dass Mitglieder dieser Stämme ein besonderes Talent fürs Laufen haben?
Nein, da diese Stämme kaum aus ihren Dörfern herauskommen und sehr isoliert leben, sind sie auch noch kaum entdeckt und erforscht worden. Ich habe aber diese Kinder mit meinen eigenen Augen durch Dschungel und Dörfer rennen sehen. Ich stütze mich bei meiner Selektion auf meine Beobachtungen und auf mein Auge für Talent. Der Haupt-Scout unserer Stiftung spielt auch eine wichtige Rolle bei der Identifizierung und Rekrutierung der Talente. Er hat eine riesige Erfahrung.
Wie finanziert sich die Stiftung und wie sieht es mit der Ausbildung für die Kinder aus?
Die Indian Track Foundation hat einen Vorstand, welcher Spenden für unser Projekt sammelt. Ich investiere auch meine persönlichen Mittel in die Stiftung. Die Kinder werden zuhause unterrichtet, aber wir haben eine Zusammenarbeit mit einer Schule, wo die Kinder einmal pro Jahr ihre Examen ablegen können. Sie werden in Englisch, Hindi, Grammatik, Geschichte, Wissenschaft (Biologie, Chemie und Physik) und Mathematik unterrichtet. Als Lehrperson haben wir eine liebenswerte Dame gefunden, die unsere Ansprüche erfüllt und mit der wir super zusammenarbeiten können.
Ihr lebt nach dem Motto „Essen, beten, trainieren, schlafen, wiederholen“. Welcher Religion gehören du und die Kinder an und wie kombiniert ihr diese?
Ich, meine Frau und meine Tochter sind Hinduisten, während meine Athlet/innen allen möglichen Religionen angehören: vom Christentum über Hinduismus bis hin zu Sarnaismus. Wir beten zusammen ohne jegliche Trennung. Wir gehen gleich oft zur Kirche wie in den Tempel, immer alle zusammen. In unserem Zuhause haben wir einen Gebetsraum, wo Götter und Göttinnen der meisten Religionen der Welt vertreten sind. Das war die Idee meiner Frau. Wir lieben es, zusammen zu beten. Es bringt uns näher zusammen als eine Familie.
Gibt es die Indian Track Foundation nur in Ooty oder habt ihr noch andere Trainingszentren in anderen Teilen des Landes?
Das Zentrum liegt in Ooty (Tamil Nadu, Indien). Zusätzlich dazu haben wir momentan drei kleinere Abteilungen in Dörfern, von wo aus weitere Athlet/innen gescoutet werden. Ich leite ausserdem einen Bahn-Klub in Neu Delhi, den Indian Track Club. Dorthin reise ich alle 2-3 Wochen, um Zeit mit den Kindern dort zu verbringen.
Hast du Assistenten oder coachst du ganz alleine?
Ich coache alleine, bin aber daran, eine Assistenztrainerin auszubilden. Die 19-jährige ist auch Aufseherin der Gruppe. Auch sie ist von einem der Stämme. Sie hat mir bisher bei allen Grundkomponenten wie dem Putzen, dem Trainieren, dem Lernen und bei persönlichen Problemen und Anliegen der Kinder als rechte Hand gedient.
Wie sieht deine Trainings-Philosophie aus?
Meine Philosophie stützt sich auf das Verstehen des Individuums sowohl als Person als auch als Athlet/in. Das Training ist deshalb auf alle individuell zugeschnitten. Das habe ich in den USA gelernt: man kann nicht einfach einen Plan aufstellen und dann machen alle das Gleiche. Obwohl wir meist in Gruppen trainieren, haben alle innerhalb der Gruppe unterschiedliche Ziele mit dem Training und führen es so durch, wie es für sie am besten ist (siehe Video von gemeinsamem Training unten). Ich glaube an langsichtige Entwicklung und an Qualität. Jedes Training muss ein Ziel haben. Ein Training ohne Plan oder Vorfreude zu starten macht für mich einfach keinen Sinn. Das Training sollte ausserdem ein Mix sein, besonders für junge Athlet/innen, die sich noch entwickeln müssen. Ihr Körper muss sich genügend erholen können und geschont werden. So kann man Verletzungen und Überbelastungen verhindern. Das absolut wichtigste für mich ist jedoch, dass die Kinder den Spass ihres Lebens haben! Neben einer starken Arbeitsmoral ist Spass ein Schlüsselfaktor zum Erfolg. Die Kinder absolvieren 2 intensive Einheiten pro Woche. Kurze und lange Einheiten variieren je nach Programm und diese können entweder hart oder lang sein, je nach mentaler und physischer Stärke des Individuums. Generell sind die harten Trainings aber eher kurz, da die meisten Kinder noch nicht soweit sind, lange harte Trainings zu absolvieren. Wir trainieren in der Regel für 2 Stunden, zweimal am Tag. Ab 13 Jahren versuche ich die Athlet/innen spezifisch auf Distanzen zu trainieren, behalte aber immer im Kopf, dass sie zunächst einmal ein gutes Grundniveau aufbauen und deshalb verschiedene Distanzen laufen sollen. Alle meiner Athlet/innen werden sich auf Distanzen von 400m und länger konzentrieren.

Wird auch alternativ trainiert? Und was ist mit Krafttraining und Koordination?
Wir machen viel Verschiedenes. Alternativtraining (Radfahren) machen wir oft, wenn wir Verletzungen auskurieren müssen. Wir arbeiten auch an motorischen Fertigkeiten, Grundkraft, Beweglichkeit und Schnelligkeit. Koordinations- und Laufstil-Übungen machen wir viele (siehe Kinder in Action in den Videos unten). Die kenianischen und äthiopischen Übungen sind fantastisch für Läufer!. Weisst du, Laufen ist der purste Sport der Welt! Das Talent das wir in der Indian Track Foundation haben ist wie fürs Laufen gemacht. Aber man muss den Kindern die richtige Struktur geben, damit sich ihr Potenzial entfalten kann. Man sieht es bei so vielen Topathleten: wenn die Struktur einmal stark ist, dann sind sie wie Maschinen. Dies braucht aber eine Menge Geduld und Durchhaltevermögen.

Wie oft werden die Kinder medizinisch untersucht und von wem?
Alle werden untersucht bevor sie im Zentrum in Ooty ankommen. Sie werden auf jegliche Krankheiten und Infektionen untersucht (von HIV über Tuberkulose bis hin zu Malaria). Danach werden regelmässig komplette medizinische Untersuchungen durchgeführt. Wir haben Ärzte, die wir anrufen können und wir haben Kontakte zu den Spitälern hier in Ooty sowie mit einem Physiotherapeuten.
Wie sieht es aus mit Wettkämpfen für die Kinder?
Es gibt ein paar Wettkämpfe, jedoch nicht so viele wie wir gerne hätten. Meine Athlet/innen sind in den Vorbereitungen für ihre erste Wettkampfsaison. Es stehen drei Wettkämpfe auf regionaler und nationaler Ebene bevor und ein paar lokale Meetings, an denen wir im Sommer teilnehmen wollen. Unsere Strukturen und Möglichkeiten für Wettkämpfe sind nicht so gut wie in anderen Ländern. Aber wir kommen langsam näher.
Aus welchem Grund wurde Ooty als Ort für das Projekt ausgewählt?
Vor allem weil Ooty so schön ist. Ausserdem sind die Wetterbedingungen perfekt. Die Temperaturen liegen stets zwischen 18 und 25°C. Die Sonne scheint durch den Tag (nicht zu stark) und in der Nacht wird es etwas kühl, aber wir haben nie Schnee. Juni bis August ist Regenzeit, da trainieren wir manchmal auch drinnen. Alles in allem ist es der ideale Ort für ein Trainingszentrum. Die Höhe (2250-2300m über Meer) ist natürlich auch ein Faktor. Die Kinder müssen sich zuerst daran gewöhnen, da sie alle von Orten auf Meereshöhe kommen. Dies dauert ein paar Tage. Aber die Effekte der Höhe auf Training und Entwicklung sind so immens, dass ich sie kaum beschreiben kann. Die Kinder sind kürzlich ihren ersten lokalen Wettkampf gelaufen und sie waren sogar noch stärker, als ich gehofft hatte. Wenn man in so jungen Jahren in der Höhe trainiert, hat das enorme Auswirkungen. Es ist eigentlich ganz einfach: will man Olympiamedaillengewinner/in werden, muss man früh anfangen zu trainieren, ein simples aber glückliches Leben leben und in einem leistungsorientierten Umfeld hart arbeiten.
Hast du vom Norweger Gjert Ingebritsen und seinen schnellen drei Söhnen gehört? Sie fingen auch früh an zu trainieren…
Ja, natürlich habe ich von ihnen gehört. Sie sind brilliant in dem, was sie tun. Aber ich glaube, abgesehen vom frühen Start des spezifischen Trainings sind unsere Philosophien unterschiedlich. Coach Brother Colm hingegen, der irische Missionär, der in Kenya mehrere Weltklasse-Athlet/innen hervorgebracht hat, ist meine grosse Inspiration als Coach. Seine Kunst des Coachings, die Art, wie er die Talente und Bedürfnisse der Individuen bereits in jungen Jahren angeht – das alles beeinflusste mich massgeblich bei der Entscheidung, das Projekt zu starten.
Bist du zufrieden, wie dein Projekt nach einem Jahr aussieht? Wie viele deiner Athlet/innen werden wir an Olympischen Spielen zu sehen bekommen?
Ich hatte eine Vision. Aber die aktuelle Situation übertrifft meine kühnsten Träume. Ich bin stolz darauf, dass wir diese talentierten Kinder finden und für sie solch gute Strukturen und Bedingungen haben schaffen können. Ich glaube nicht, dass sowas oft gemacht wird! Unsere Ziele sind die Spiele 2028 und 2032. Ich kann es nicht in Zahlen sagen, aber ich glaube wir werden in den kommenden Jahren mehrere meiner Athlet/innen auf Olympischem Niveau sehen. 2024 ist wahrscheinlich zu früh. Aber man weiss nie, nichts ist unmöglich….
Verfasst von: Marion Aebi

Wie kann ich mit Lauftraining abnehmen?

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Einige tun es aus ästhetischen Gründen, andere der Gesundheit wegen – abnehmen. Besonders im Frühling versuchen viele Leute, ein paar überflüssige Kilos zu verlieren. Kann Lauftraining dabei helfen? Ja, wenn du ein paar simple Regeln befolgst.
Viele Leute wünschen sich einen Gewichtsverlust. Es ist allgemein bekannt, dass man dafür mehr Kalorien verbrennen muss, als man zu sich nimmt. Dies kann entweder durch eine reduzierte Kalorieneinnahme oder erhöhte physische Aktivität erreicht werden. Es ist also alles eine Frage der Kalorienbilanz. Doch wie kann ich nun eine negative Kalorienbilanz durchs Lauftraining erreichen und was muss ich dabei beachten? Gommaar D’Hulst, Postdoc im Labor für Bewegung und Gesundheit am Departement für Gesundheitswissenschaften und Technologie, ETH Zürich, hat uns dabei geholfen, Anworten auf diese Frage zu finden.
1) Wie kann Lauftraining beim Abnehmen helfen?
Ein erhöhter Energieverbrauch in irgendeiner Form von physischer Aktivität kann dabei helfen, einen Gewichtsverlust zu erreichen. Dabei bildet auch Laufen keine Ausnahme.
2) Kann jeder/jede mit Lauftraining Gewicht verlieren oder haben gewisse Leute bessere Voraussetzungen dafür?
Jeder und jede kann mit Laufen Gewicht verlieren, solange mehr Energie verbraucht als zu sich genommen wird. Der Unterschied verschiedenen Personen wird sich höchstens darin zeigen, wie der Hunger nach (oder zwischen) Laufeinheiten reguliert wird. Personen, die nach physischer Aktivität besonders hungrig sind und das Energiedefizit entsprechend kompensieren, werden weniger leicht Gewicht verlieren (mehr dazu in Frage 6).

3) Kann man gleich essen wie bisher und trotzdem Gewicht verlieren, wenn man mit dem Laufen beginnt (oder mehr läuft als vorher)?
Man muss nicht unbedingt seine Ernährung umstellen, um durchs Lauftraining Gewicht zu verlieren. Es kommt aber immer darauf an, welches die Voraussetzungen sind. Wenn du bereits gesund isst und die Finger von verarbeiteten Produkten lässt, dann gibt es keinen Grund für eine Umstellung. Wenn du dich jedoch sehr ungesund ernährst, ist es sicher sinnvoll, eine/n Ernährungsberater/in aufzusuchen, der/die dir auf die richtige Spur hilft. Eine gesunde Ernährung macht es natürlicher einfacher, wenn du eine Gewichtsabnahme anstrebst.
4) Was ist deiner Meinung nach die ideale Ernährung, wenn man abnehmen, aber noch genügend Energie fürs Lauftraining haben will?
Konsequenz ist das wichtigste bei jeglicher Art von Diät. Wenn du eine Diät wählst, wähle eine, an die du dich halten kannst. Wie ich jedoch bereits erwähnt habe, sehe ich keinen Anlass für grosse Veränderungen, wenn deine Ernährung schon gesund ist. Mit gesund meine ich folgende Verteilung: 35-40% Kohlenhydrate, 25-30% Fett, 1.4g/kg Protein, wenig Zucker und variiertes Essen. Ich bin kein Fan des kompletten Verzichts auf einen bestimmten Makronährstoff (wie z.B. Kohlenhydrate). Auch die Forschungsresultate zur Effektivität dieser Diät sind nicht beweiskräftig.
5) Stimmt es, dass man schneller Gewicht verliert, wenn man ein paar Stunden vor und nach dem Lauftraining nichts isst?
Das ist sehr heikel, da diese Unterdrückung des Hungergefühls Heisshunger verursachen kann (und dadurch das Risiko für eine Gewichtszunahme erhöht). Ein anderer Weg ist das intermittierende Fasten. Hier nimmt man alles Essen für den Tag innerhalb einer Zeitspanne von 8-10 Stunden auf, z.B. zwischen 9.00 Uhr morgens und 19.00 Uhr abends. Die Forschung steht dieser Variante sehr positiv gegenüber (bei Tieren ist die Wirkung praktisch bewiesen). Es gibt Studien, die zeigen, dass durchs intermittierende Fasten bei der gleichen Menge an Kalorien Stoffwechselfaktoren wie z.B. die Sensitivität auf Insulin und bestimmte Werte der Leber positiv beeinflusst werden können.  Es ist also sicher ein interessantes Forschungsgebiet. Jedoch ist die Kombination von intermittierendem Fasten und Sport noch nicht vollständig aufgeklärt.
6) Gibt es eine Art Formel, anhand welcher sich berechnen lässt, wie viel man beim Rennen verbrennt?
Davon gibt es wahrscheinlich viele, aber hier ist eine davon:
MÄNNER: Verbrannte Kalorien = [(Alter x 0.2017) + (Gewicht x 0.09036) + (Herzfrequenz x 0.6309) — 55.0969] x Zeit / 4.184.
FRAUEN: Verbrannte Kalorien = [(Alter x 0.074) — (Gewicht x 0.05741) + (Herzfrequenz x 0.4472) — 20.4022] x Zeit / 4.184.
Persönlich finde ich diese Formeln aber überwiegend Quatsch, da es grosse Unterschiede zwischen Individuen gibt (grosse Standardabweichungen). Leute tendieren generell dazu, zu glauben, sie hätten mehr Kalorien verbraucht, als sie tatsächlich haben.  Das heisst, die Kompensation des Energieverlusts nach einem Lauf (oder einer anderen physischen Aktivität) ist oft zu hoch, womit die negative Kaloriebilanz wieder zunichte gemacht wird. Dieser Problematik MUSS man sich bewusst sein, wenn man abnehmen will.
7) Gewöhnt sich der Körper irgendwann an die Umstellung auf erhöhte Belastung und verbrennt weniger Kalorien, so wie es bei Diäten manchmal passiert?
Es gibt Daten, die zeigen, dass sich sehr aktive Personen auf zwei Arten unbewusst an erhöhte physische Aktivität anpassen: 1/ sie beginnen, sich weniger zu bewegen und reduzieren ihr übliches Gezappel und 2/ sie beginnen, Energie für körperliche Funktionen wie die Verdauung oder das Immunsystem effizienter zu nutzen, wobei sich der Grundumsatz (was man im Ruhezustand verbrennt) verringert. Eine weitere Anpassung des Körpers ist, dass die Muskeln effizienter Energie für eine gegebene Menge Sauerstoff produzieren können. Das heisst, nach einer Weile wird man bei einer bestimmten Geschwindigkeit weniger Kalorien verbrennen als zuvor (auch aufgrund der Tatsache, dass Gewicht verloren wird und man dadurch weniger Energie braucht, um seinen Körper zu bewegen). Wenn man über diese Stagnation hinaus abnehmen will, müssen Geschwindigkeit oder Länge des Trainings entsprechend erhöht (oder natürlich die Kalorieneinnahme reduziert) werden.
8) Welche Art von Lauftraining eignet sich am besten zum Abnehmen: schnell, langsam, kurz, lang?
Grundsätzlich spielt das keine grosse Rolle. Ein Gewichtsverlust ist fast ausschliesslich von der Energiebilanz abhängig. Einige mögen Intervalltraining besser, andere wählen lieber längere, lockere Läufe. Auch hier kommt es wiederum auf die Konsequenz bei der Ernährung an. Es gibt aber zu notieren, dass man beim Intervalltraining aufgrund der höheren Intensität genauso viele Kalorien verbrennt, wie bei längeren, lockeren Einheiten. Das Intervalltraining ist daher vielleicht die zeit-effizientere Methode um Gewicht zu verlieren (mehr dazu in Frage 9).
9) Welche Rolle spielt die Herzfrequenz in Bezug darauf, welche Stoffe verbrannt werden und wie schnell?
Die Herzfrequenz gibt Auskunft darüber, wann dein Körper in der aeroben Zone (tiefe HF) und wann er in der mehr aneroben Zone (hohe HF) ist. Sie ist also ein gutes Messinstrument für die Intensität. Jedoch ist es ein Mythos, dass man in der lockeren Zone bleiben soll, um abzunehmen. Dies lässt sich anhand folgender Grafik erklären:
   
Die Grafik zeigt den Energieverbrauch bei verschiedenen Intensitäten.  40% ist locker und 75% ist intensiv. Während Muskelglykogen (muscle glycogen) und Plasmaglukose (plasma glucose) Kohlenhydrat-basierte Energiequellen (Zucker aus Muskeln und Blut) sind, gehören Plasma FFA (Fettsäuren aus dem Blut) und Muskel und Plasma TG (Triglyceride innerhalb der Muskeln oder aus dem Blut, „other fat sources“ in der Grafik) zu den Fett-basierten Energiequellen. Obwohl es stimmt, dass man bei lockerer Intensität RELATIV gesehen mehr Fett verbrennt (ca. 50% Kohlenhydrate und 50% Fett) als bei hoher Intensität (85% Kohlenhydrate und 15% Fett), so verbrennt man ABSOLUT gesehen trotzdem immer noch weniger oder gleich viel wie  bei höherer Intensität. Bei hoher Intensität ist der relative Anteil an Kohlenhydraten erhöht und, zusammen mit der Tatsache, dass mehr Energie verbrennt wird, wirst du bei schnelleren Einheiten damit 1/ mehr oder gleich viel Fett und 2/ deutlich mehr Kohlenhydrate verbrennen. Insgesamt hast du also mehr Kalorien verbrannt. Ein Nebeneffekt des intensiven Trainings ist, dass der Körper nach der harten Belastung die leeren Energiereserven wieder auffüllen und dazu auf die vorhandenen Energiereserven (da Kohlenhydratspeicher geleert, Fette) zurückgreifen muss. Deshalb erhöht sich die Fettverbrennung für einige Stunden nach der harten Einheit, wobei mehr verbrennt wird als normalerweise im Ruhezustand (der sogenannte Nachbrenneffekt). Dies wirkt sich wiederum positiv auf einen gewünschten Gewichtsverlust aus.
10) Ist Rennen zu bestimmten Tageszeiten besonders effizient zum Abnehmen?
Neue Forschung deutet an, dass Sport am Nachmittag oder Abend besser sei im Hinblick auf die Leistung, jedoch beachten diese Studien den Aspekt der Gewichtsabnahme nicht. Training nach einer längeren Zeitperiode ohne Nahrungsaufnahme (z.B. vor dem Frühstück) ist sehr populär, da der Körper dabei lernt, vermehrt auf Energiequellen in Form von Fetten zurückzugreifen und beim Stoffwechsel stärker mit der Fettverbrennung zu arbeiten. ABER: Lediglich weil der Fettstoffwechsel intensiviert wird, heisst es nicht, dass man schneller Fett verliert! Man nimmt auch hier nur ab, wenn die Energiebilanz negativ ist. Eigentlich ist es genau wie mit der ketogenen Diät (Limitierung der Kohlenhydrate): Wenn du eine ketogene Diät hältst, lernt dein Körper, mehr Fette zu verbrennen als bei einer kohlenhydratreicheren Diät, jedoch nimmst du dabei auch viel mehr Fett zu dir. Es läuft also sowohl bei Laufen auf nüchternen Magen als auch bei der ketogenen Diät wiederum auf die gleiche simple Rechnung hinaus: wenn du mehr Kalorien isst, also du verbrennst, wirst du zunehmen.

11) Sollte man das Lauftraining mit einer anderen Art von physischer Aktivität kombinieren, um einen grösseren Effekt zu erzielen?
Ich würde sagen, dass Krafttraining in den Trainingsplan aller Läufer/innen eingebaut werden sollte. Weniger im Hinblick auf einen Gewichtsverlust als auf seine verletzungsvorbeugende Wirkung. Stärkere Muskeln, in Kombination mit besserer Biomechanik, haben einen positiven Effekt auf die Langlebigkeit des Läuferdaseins. Abgesehen davon kann Krafttraining tatsächlich eine Gewichtsabnahme begünstigen, indem dass es die Körperzusammensetzung optimiert. Das heisst, mehr Muskeln und weniger Fett. Da man bei grösserer Muskelmasse mehr Kalorien verbrennt, wird dies auf Dauer den Stoffwechsel beschleunigen und den Gewichtsverlust erleichtern.

Gommaar D’Hulst studierte Sportwissenschaften und Biomedizinische Kinesiologie an der Universität Leuven (Belgien), wo er auch seinen Doktortitel erwarb. Aktuell arbeitet er als Post doc Forscher am hochmodernen Labor für Sport und Gesundheit an der ETH Zürich. Zu seinen Forschungsgebieten gehören Themen wie Muskelgesundheit und Nährstoffmessung. In seiner Freizeit ist Gommaar im CrossFit-Studio Kreis9 für sein tägliches Training zu finden. Folge Gommaar und seinem Kollegen Henning Langer auf ihrem Instagram-Account (@wod_science) für tägliche Infografiken zur Wissenschaft hinter Krafttraining, Ausdauer und CrossFit!

Redigiert von: Marion Aebi

Der neue Laufboom gehört den Frauen

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Text von Ursula Thomas-Stein – dieser Blogbeitrag wurde uns vom Schweizer Magazin FIT for LIFE zur Verfügung gestellt. Willst du regelmässig informative Wissensartikel im Bereich Lauf- und Ausdauersport lesen, dann klicke hier.
Frauen holen sportlich gewaltig auf – und überholen die Männer gar teilweise. Kein Wunder, gibt es immer mehr Frauen-Events.
Als Emmeline Pankhurst vor hundert Jahren in London auf die Strasse ging, kämpfte sie für das Frauenwahlrecht. Und genau das wird am 27. Mai im englischen Devon gefeiert – mit dem Frauenlauf «Women Can», dem einzigen Frauenmarathon Europas.
Dass Mädchen und Frauen heute in Europa nach Lust und Laune öffentlich laufen,  joggen oder an Läufen teilnehmen können, hat viel mit couragierten Frauen zu tun – in der Politik wie im Sport. Inzwischen geben sich Frauen aber nicht nur damit zufrieden, in gemischten Läufen starten zu dürfen – nein, sie wollen auch ihre eigenen Läufe haben. Kein Wunder gibt es immer mehr davon.
400 Frauenläufe in Europa
Hätten Sie es gewusst? Alleine in den drei Ländern Schweiz, Österreich und Deutschland gibt es heute über 80 reine Frauenläufe! 2011 waren es noch deren 25. Für Frankreich listet ein Laufkalender aktuell sogar 192 Frauenläufe auf, davon allerdings auch viele Walking-Events. Auch von England bis Norwegen gibt es eine Vielzahl, in Spanien ein paar, im Osten Europas dagegen nur vereinzelt welche – in Prag, Budapest und dem polnischen Krynica.

Frauen unterwegs am ASICS Österreichischen Frauenlauf in Wien (Quelle: Flickr)
Europaweit sind es – je nach Quelle – zwischen 300 und 400 Läufen «Women Only». Ein Blick in die USA, wo der erste Laufboom in den 1970er-Jahren entstand, zeigt, dass das neue Bedürfnis keinem Zufall entspricht: Denn die Frauen haben die Männer insgesamt laufend überholt, auch bei den gemischten Läufen. 2016 waren von insgesamt 17 Millionen US-Finishern 57 Prozent Frauen.
Von europäischen Pionierinnen…
Ein Trend auch in Europa? «Der Frauenanteil wird bei den meisten gemischten Läufen in der Schweiz immer höher», bestätigt Catherine Imhof, Projektleiterin beim Schweizer Frauenlauf Bern. Beim Greifenseelauf ist laut Imhof der Frauenanteil seit 2013 um fünf Prozent (auf 43 Prozent) gestiegen; beim Survival Run in Thun beträgt er sogar stolze 48 Prozent, obwohl dort zahlreiche Hindernisse und Schlammpassagen überwunden werden müssen. Und beim Bären-GP, einer Unterdistanz des GP Bern, haben die Frauen die Männer wie in den USA mit rund 55-Prozent-Anteil deutlich überflügelt.

Start am Schweizer Frauenlauf  in Bern (Quelle: Frauenlauf Bern)
Die Zahlen zeigen: Die Lust am Laufen ist ungebrochen und offenbar haben Frauen besonders viel Lust. In der Folge entstehen immer neue Mädchen- und Frauenanlässe.
Ohne den leidenschaftlichen Einsatz einzelner Frauen wäre es allerdings kaum so weit gekommen. Für eine frühe Überraschung sorgten Käthi Knuchel und Ursula Hauert 1962 beim 100-Kilometer-Lauf in Biel. Die zu dieser Zeit längste olympische Laufdistanz für Frauen betrug 800 Meter. Die sportbegeisterten Frauen wollten aber über 100 Kilometer mitlaufen – und taten es einfach. Wie auch Marijke Moser, die 1973 als «Markus Aebischer» den Murtenlauf absolvierte, denn Frauen waren dort offiziell erst 1977 willkommen. In Deutschland entwickelte der Sportarzt Ernst van Aaken seine «Waldnieler Dauerlaufmethode» und bewies, dass Langstreckenläufe für Frauen weder ungesund noch unmöglich sind. Beim ersten reinen Frauen-Marathon in Waldniel 1973 starteten 32 Frauen und 26 kamen ins Ziel. Und 1979 lief die Norwegerin Grete Waitz in New York als erste Frau der Welt den Marathon unter zweieinhalb Stunden. Den aktuellen Weltrekord von 2:15:25 Stunden stellte die Britin Paula Radcliffe 2003 in London auf.
…und Premieren
Die ersten Frauenläufe starteten in Irland: Seit 1982 findet in der südirischen Stadt Cork der «Evening Echo Women’s Mini Marathon» statt, zunächst über zehn Kilometer, heute über vier Meilen. Das Kuriose: Inzwischen nehmen auch ein paar Männer teil. 2017 liefen 6115 Frauen und 52 Männer mit. Ob das dann noch ein Frauenlauf sei? «Ja», erklärt Pádraig Kelly vom Organisationskomitee, «denn es laufen hauptsächlich Frauen mit und nur ein paar Männer, die aus Spass oder für einen guten Zweck dabei sind.»
In Dublin, wo 1983 die Premiere des «Flora Women’s Mini Marathon» stattfand, sieht man das anders: «Females only» ist dort heilig, also nur für Frauen. Obwohl die Gründer ein paar Männer waren, die mehr Frauen fürs Laufen begeistern wollten. Ihre Pläne schmiedeten sie im Millhouse-Pub in Dublin. Die Männer gewannen einen Sportclub, die örtliche Presse und beim ersten Mal 9000 Frauen für ihre Idee. Bis heute wird in Dublin in grossen Scharen mitgelaufen – 2014 sorgten 41 000 Teilnehmerinnen dafür, dass der Mini Marathon der grösste Frauenlauf der Welt über zehn Kilometer ist.
Das Jahr 1984 bescherte Europa gleich drei Premieren. Einmal den «Grete Waitz Lopet», den die Athletin in Oslo gründete und der in der Hochblüte bis zu 50 000 Frauen anzog (2004 fand er letztmals statt). Dann den Berliner Frauenlauf. Den stellte der Renndirektor des Berlin Marathon, Horst Milde, mit der US-Amerikanerin Kathrine Switzer auf die Beine. Switzer war die erste Frau, die 1967 mit offizieller Startnummer beim Boston-Marathon mitgelaufen war und deswegen von der Strecke gerempelt wurde. Fotos machten den Vorfall weltweit bekannt. Später wurde aus der 20-jährigen Joggerin eine ernst zu nehmende Athletin und Frauenlaufaktivistin, die 1974 den ersten Platz beim New York Marathon belegte; Switzer initiierte 1972 auch den ersten reinen Frauenlauf der Welt, den «Crazylegs» in New York.

Männer versuchen Kathrine Switzer am am Boston Marathon 1967 von der Strecke wegzuzerren (Quelle: Flickr)
Im Herbst 1984 lief noch der schwedische «Tjejmilen» an – er feiert im September die 35. Austragung und zieht regelmässig rund 20 000 Läuferinnen an. Drei Jahre später, 1987, startete der erste Schweizer Frauenlauf in Bern und 1988 gründete die passionierte Läuferin Ilse Dippmann den Österreichischen Frauenlauf in Wien. Dippmann war beim Marathon in New York gewesen und kehrte beeindruckt von den vielen Teilnehmerinnen zurück; mit Freunden gründete sie den Frauenlauf in Wien. An der 30-Jahr-Feier letztes Jahr nahmen über 35 000 Läuferinnen teil.
«La Parisienne» in Paris besitzt von den grössten Frauenläufen Europas die jüngste Geschichte, er fand erstmals 1997 statt. Als der Lauf letztes Jahr sein 20-Jahr-Jubiläum feierte, eröffnete eine ehemalige Olympiasiegerin im Fechten den 7-km-Lauf an der Seine: die französische Sportministerin Laura Flessel- Colovic. Die britische Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst wäre begeistert gewesen.

Wunder Wanders – wo führt das hin?

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Text und Fotos: Jürg Wirz – dieser Blogbeitrag wurde uns vom Schweizer Magazin FIT for LIFE zur Verfügung gestellt. Willst du regelmässig informative Wissensartikel im Bereich Lauf- und Ausdauersport lesen, dann klicke hier.

Die Karriere-Kurve des jungen Schweizers Julien Wanders zeigt steil nach oben. In der Fabelzeit von 59:13 Minuten spulte er im Februar den Halbmarathon in Ras Al Khaimah ab. Der 23-jährige Genfer verbesserte den Europarekord von Mo Farah um 19 Sekunden. Und warf damit viele Fragen auf, wohin seine Karriere noch führen kann. FIT for LIFE versucht sie zu klären.
Darf sich Julien Wanders schon jetzt als bester Schweizer Läufer bezeichnen?
Nach seinen beiden Europarekorden über 10km auf der Strasse im Oktober in Durban (27:32) und im Dezember in Houilles (27:25) setzte sich Julien Wanders nun auch über die Halbmarathondistanz an die Spitze der europäischen Bestenliste. Noch nie konnte sich ein Schweizer Leichtathlet zweifacher Europarekordhalter nennen, noch nie ist ein Schweizer Langstreckenläufer auf einem solch hohen Niveau gelaufen – auch nicht Markus Ryffel (dessen Landesrekord über 5000 Meter aus dem Jahre 1984 allerdings noch immer unangetastet ist) oder Viktor Röthlin. Dennoch muss Wanders noch ein wenig weiterlaufen und grosse Erfolge an internationalen Meisterschaften erreichen, damit er im Bewusstsein der Bevölkerung als bester Schweizer Langstreckenläufer aller Zeiten in Erinnerung bleibt. Und seine Leistungen auf der Bahn sind noch nicht auf dem gleichen Niveau wie auf der Strasse. Wo steht Wanders international mit seinem Europarekord im Halbmarathon? Auf Position 38 der ewigen Weltbestenliste. Schneller als Wanders waren bisher 28 Kenianer, 7 Äthiopier, 1 Eritreer und 1 Bahrainer gelaufen. In der Saisonbestenliste 2019 belegt er hinter einem Kenianer und zwei Äthiopiern Platz vier. Der Kenianer Abraham Kiptum war im Oktober 2018 bei seinem Weltrekord 55 Sekunden schneller als Wanders, der Saisonbeste Stephen Kiprop 31 Sekunden schneller.
Wie hat Mo Farah reagiert, als ihm der freche Schweizer Jungspund zum zweiten Mal innert weniger Monate einen Europarekord abjagte?
Mo Farah hat sich nicht öffentlich dazu geäussert, er wird sich kaum gefreut haben. Der Brite konzentrierte sich in den letzten Monaten vor allem auf den Marathon Ende April in London; dort wird er auf Weltrekordmann Eliud Kipchoge treffen. Kipchoge hat zum Schweizer eine klare Meinung und sagt, Wanders sei das beste Beispiel, dass jeder mit Talent und dem unbedingten Willen an die Spitze kommen könne. Nach Kipchoges Einschätzung haben die Ostafrikaner keine genetisch bedingten Vorteile.

Ist Wanders auch der Weltrekord zuzutrauen?
Beobachter der Szene sind sich einig: Wenn Wanders gesund bleibt, ist ihm grundsätzlich alles zuzutrauen. Wanders hat sich komplett dem Laufsport verschrieben, er lebt das Jahr über in der Höhe Kenias und vereint die Disziplin und Systematik eines Europäers mit der afrikanischen Mentalität. Wanders fokussiert all seine Handlungen auf den sportlichen Erfolg, sein Leben besteht hauptsächlich aus Trainieren, Essen, Schlafen. Neben harten Laufeinheiten betreibt Wanders regelmässig Koordinations-, Beweglichkeits- und Krafttraining. Er lässt sich vom Schweizer Ernährungswissenschafter Christof Mannhart beraten, was er isst und an Nährstoffen benötigt. Dazu betreibt Wanders mit der Sophrologie eine Art Mentaltraining mit Meditationsübungen und er lässt sich mehrmals pro Woche massieren. Und vor allem: Mit Marco Jäger hat er einen Trainer, der ihn seit seiner Jugend betreut und ihn sehr genau kennt. Es gibt keinen triftigen Grund, der dagegen spricht, dass Wanders eines Tages einer der Besten in der Welt sein wird.
Was ist Wanders auf der Königsdistanz Marathon zuzutrauen?
Ein Marathon hat wenig mit Mathematik zu tun. Dennoch gibt es eine rechnerische Faustregel, die sagt: Marathonzeit = Halbmarathonzeit mal zwei plus drei Minuten. Bei Viktor Röthlin traf die Formel zu: 2× 62:16 + 3min = 2:07:32; seine Bestzeit = 2:07:23. Eliud Kipchoge war etwas schneller: 2× 59:25 + 3min = 2:01:50 (Bestzeit und WR: 2:01:39). Mo Farah müsste nach dieser Formel 2:02:04 laufen (Bestzeit im Moment 2:05:11), Wilson Kipsang 2:00:58 (Bestzeit 2:03:13). Bei Wanders käme man auf 2:01:26 Stunden. Die Hochrechnung ist aber hypothetisch, da durch ein langfristiges Marathontraining die Grundschnelligkeit meist etwas nachlässt. Konsequenterweise müsste die Halbmarathonzeit daher gemessen werden, wenn ein Athlet bereits auf den Marathon umgestiegen ist. Aber eines ist klar: Wer den Halbmarathon in 59:13 laufen kann, hat auch auf der Marathondistanz grosses Potenzial.
Welches sind die grössten Gefahren in Wanders‘ Laufbahn?
Wie bei allen talentierten jungen Läufern ist es entscheidend, ob Wanders langfristig unverletzt und motiviert bleibt. An der Motivation wird es nicht fehlen, denn sein Ziel ist klar: Weltspitze. Die grösste Gefahr bei ihm – und nicht erst seit jetzt: dass er zu ungeduldig ist. Wanders absolviert bereits Trainingsumfänge eines Weltklasse-Marathonläufers. Der Neuseeländer Jake Robertson (Halbmarathon-Bestzeit 59:57), der ebenfalls die meiste Zeit in Iten lebt, trainiert nicht mehr mit dem Schweizer, weil er findet, er trainiere zu oft zu hart. Trainer Marco Jäger ist sich den Gefahren aber bewusst und plant den Aufbau seines Schützlings mit Blick auf die Zukunft im Marathon. Nur: Wanders ist ein Typ, der sich im Training nie schont; in seiner Trainingsgruppe ist er der Chef, der das Programm und das Tempo vorgibt.

Auf der Bahn ist Julien Wanders noch nicht wie gewünscht auf Touren gekommen. Was sind die Gründe dafür?
Wer die 10 Kilometer auf der Strasse in 27:25 Minuten läuft, müsste auch die 10000 Meter auf der Bahn deutlich unter 28 Minuten laufen können. (Wanders‘ Bestzeit steht im Moment bei 28:06,17.) Er selber findet, dass er bislang auf der Bahn nicht gleich locker und selbstsicher auftreten konnte wie auf der Strasse. Wahrscheinlich braucht es nur den einen «Befreiungsschlag» – und er wird auch auf der Bahn zum Weltklasseläufer.
Wie sieht Wanders‘ Masterplan für die nächsten Jahre aus?
Bis zu den Olympischen Spielen 2020 will er sich auf die Bahn konzentrieren, danach zum Marathon wechseln. Allerdings schliesst er nicht aus, schon im Olympiajahr in einem grossen Städtemarathon bis Kilometer 30 oder 35 als Tempomacher dabei zu sein, um das Gefühl für den Marathon zu bekommen. Trotz seiner aktuellen Erfolge besteht kaum ein Zweifel, dass der Marathon in Zukunft seine beste Strecke sein wird.
Die Weltmeisterschaften in Doha ab Ende September bilden das nächste konkrete Ziel. Über welche Distanz startet er?
Im Moment denkt er daran, in Doha auf beiden Langstrecken an den Start zu gehen, was vom Zeitplan her durchaus möglich ist: Am ersten Tag sind die Vorläufe über 5000 Meter, am vierten der Final, erst am zehnten und letzten Tag finden die 10000 Meter statt.
Wie viel verdient Julien Wanders mit seinen aktuellen Erfolgen?
Ein Athlet spricht ebenso ungern über seine Startgagen wie ein Arbeitnehmer über seinen Lohn. In dieser Beziehung ist auch Julien Wanders keine Ausnahme. Die grossen Startgagen bekommt er noch nicht. Einer der führenden Manager, der mehrere Weltklasseläufer unter Vertrag hat, geht davon aus, dass er in einem Strassenlauf zwischen 3000 und 5000 Euro Startgeld bekommt, dazu das Preisgeld. Auf der Bahn erhalte er wohl nur in Zürich und Lausanne gutes Geld, an den meisten Orten überhaupt nichts, weil ihm die internationalen Medaillen fehlen. Zusammen mit seinen Sponsoren kommt Wanders aber bereits jetzt finanziell gut über die Runden.
Wanders‘ Leistungen sind unglaublich. Geht alles mit rechten Dingen zu und her?
Wer Wanders‘ Weg beobachtet, glaubt daran, dass er seine Leistungen sauber erbringen kann. Wanders verschreibt sich so zielstrebig und kompromisslos dem Laufsport wie kein anderer, ist aber gleichzeitig äusserst transparent und legt all seine Daten offen. Laut seinem Coach Marco Jäger wurde Julien Wanders 2018 rund 50 Mal auf Doping kontrolliert. Es gibt keinen Anhaltspunkt, Wanders‘ Leistungen anzuzweifeln.

Dinge die wir Läufer am Winter nicht vermissen

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Der Winter kann so schön sein und viele werden ihn vermissen, jetzt wo die wärmeren Monate des Jahres anstehen. Doch es gibt auch einige gute Gründe dafür, dem Winter freudig den Rücken zuzukehren! Wir stellen hier die acht wichtigsten vor (Vorsicht: enthält Spuren von Sarkasmus).

Die ewige Eis-Zitterpartie

Auch wenn im Winter der Schnee nicht überall dauerhaft liegt, ist es doch vielerorts so kalt, dass Strassen und Böden zufrieren und sich von einer soliden und zuverlässigen Unterlage in Zonen der ständigen Bedrohung verwandeln. Kaum hat man einen Schritt über die Türschwelle gemacht, schlittert man schon unkontrolliert in der Weltgeschichte herum. Aus Angst vor einer schmerzhaften Bruchlandung, zittert man sich dann – jeden Muskel im Körper angespannt – für den Rest des Trainings statt mit den kraftvollen Schritten eines geübten Läufers, in der Schrittfrequenz eines Chihuahuas bis zurück über die Türschwelle.

Wie geniessen wir es jetzt wieder, das Haus für unser Training verlassen zu können, ohne uns nach dem ersten Schritt zu fragen, ob nicht ein Helm und ein Ganzkörper-Panzer angebracht wären!

Der Kälte-Schock

Der Winter kann wirklich fabelhaft schön sein! Manchmal schaut man aus dem Fenster, sieht die weisse Schneelandschaft und wünscht sich nichts sehnlicher, als seine Laufschuhe zu schnüren und durch das weite Weiss zu rennen. Vielleicht scheint sogar noch die Sonne und lässt das Ganze so richtig gemütlich und einladend aussehen. Doch du bist ja nicht blöd und weisst, dass es Winter und deshalb trotzdem kühl ist. Also ziehst du dich entsprechend warm an. Und jetzt raus in diese Traumwelt! Eins, zwei, dr-AAAAAAHHHH, S***ISSE IST DAS KALT! Nach dem Öffnen der Tür verdrängt das «in-mein-warmes-Bett-Verkriechen» das Laufen im Freien schlagartig von der Spitze deiner Wunschliste. Du hast dich doch so gut vorbereitet und dennoch hat dich die klirrende Kälte auch dieses Mal wieder überrascht. Nun beginnst du deinen Lauf also schlotternd und kurzatmig, in dem verzweifelten Versuch, der Kälte so irgendwie zu entkommen. Bis du dich dann endlich akklimatisiert und mit der Kälte versöhnt hast, bist du eigentlich auch schon wieder mit dem Training fertig und kannst sowieso wieder rein in die Wärme.

Oh, wie schön ist es nun, dass wir unser Training beginnen können, ohne einen Grossteil davon damit zu verbringen, jede Zelle unseres Körpers aus der Kältestarre zu erlösen!

Das Schnee-Spulen

Ähnlich schwierig sich fortzubewegen wie in Punkt 1 wird es, wenn eine dünne Schicht Schnee liegt, gerne ein wenig nass. Man setzt bestimmt und zuversichtlich einen Fuss vor den anderen und stösst sich kraftvoll vom Boden ab. Das geht dann ungefähr bei 50% der Schritte gut, während man bei den restlichen 50% beim Abstossen gefühlte 5 Meter nach hinten ausrutscht und etwa so gut vom Fleck kommt, wie ein Hamster in seinem Hamsterrad. Für die gewöhnliche 45min-Runde braucht man so locker mal eine Stunde und ist hinterher ausgepumpt, als wäre man soeben einen Marathon mit einem Bären im Huckepack gerannt.
Ist es nicht toll, dass wir uns jetzt wieder darauf verlassen können, uns beim Laufen hauptsächlich vorwärts zu bewegen?

Der Schnee-Dreck-Matsch

Wer kennt es nicht? Es schneit und der Schnee legt sich wie Puderzucker auf Strassen, Dächer, Wiesen und Bäume (oh, wie schön!), doch kurz darauf kommt der Regen und das Ganze verwandelt sich in einen dreckigen Schnee-Matsch. Tapfer wie wir sind gehen wir aber trotzdem raus für unser Lauftraining. Wir versuchen dann noch, den schlimmsten Partien elegant auszuweichen, doch spätestens beim zehnten Schritt erwischt es uns trotzdem und – platsch, platsch, platsch – Schuhe und Socken sind für den Rest des Trainings triefend nass.
Oh, wie freuen wir uns auf die Schnee-Dreck-Matsch freien Böden! 

Der Tiefschnee-Hürdenlauf

Hier hat es der Winter zwar gut mit uns gemeint und zeigt sich von seiner schönsten Seite. Der Schnee liegt mehrere Dezimeter hoch und die Landschaft erscheint tiefweiss, wie ein Märchenland. Doch diese Schönheit hat auch ihre Nachteile. Kaum biegt man von den grösseren Strassen ab und begibt sich auf kleinere Wege und Pfade, fühlt es sich an, als habe man soeben die Sportart gewechselt und betreibe jetzt Hürdenlauf. Tiefer Schnee liegt unberührt (oh, wie schön!) auf den Lieblings-Trails, über die man doch im Herbst noch so mühelos getänzelt war und bei jedem Schritt droht man nun kopfüber in den Schnee zu fallen. «Komm schon, jetzt hüpfst du einfach über diesen Puder-Traum wie ein junges Reh», versuchst du dir einzureden. Doch spätestens nach 10 Minuten hat sich der Puls, im Gleichschritt mit der Frustration über die unleugbare Tatsache, dass man mit einem Reh so gar nichts gemeinsam hat, so stark erhöht, dass man sich am liebsten im Schnee vergraben und nie mehr aufstehen würde.

Doch wir haben eine frohe Botschaft für alle, die sich darin wiedererkennen: ab jetzt genügt es wieder, Mensch und Läufer zu sein und du kannst ohne rehartige Sprungkraft und jahrelanges Training im Hürdenlauf Dauerläufe auf deinen Lieblings-Trails machen!

Die trügerische Schneedecke

Dies betrifft vor allem Läufer, die gerne in der freien Natur laufen, wo der Schnee nicht geräumt wird. Der Schnee ist schon einige Wochen alt und langsam etwas hart geworden. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als trage einen die Schneeschicht und man könne unbeirrt darüber laufen. Also läufst du mutig los. Wow, das fühlt sich aber super an, quasi schwerelos über die Schneedecke zu laufen! Doch gerade als du dich daran gewöhnt hast, holt dich die Realität ein und, schwups, bricht die Schneeschicht beim nächsten Schritt doch noch ein und dein Fuss sackt unkontrolliert herunter. Dabei erschrickst du nicht nur, sondern bekommst auch einen schmerzhaften Schlag ans Schienbein, dort wo es an die Kante des entstandenen Lochs stösst. Ernüchtert von der Erkenntnis, dass deine Schwerelosigkeit nur vorübergehend war, bewegst du dich nun über die Schneedecke, als wäre es ein Minenfeld, ständig betend, dass deine Fussgelenke auch beim nächsten Einsinken keinen Schaden nehmen.
Ach, wie entspannend ist es, wieder freie Sicht auf den Boden zu haben und sehen zu können, wohin man seine Füsse setzt!

Das Schuhe-Auszieh-Drama

Dieser Punkt schliesst sich an Punkt 2 an (der Kälte-Schock). Man kommt von einem Lauf draussen in der Kälte zurück und will die Schuhe ausziehen. Wie oben erwähnt, ist einem jetzt zwar relativ warm, doch für bis in die Fingerspitzen hat es dann doch nicht gereicht. Und wie zum Teufel soll man denn jetzt diese Schuhe aufbekommen, ohne jegliches Gefühl in den Fingern?! Dabei hilft es auch nicht, dass sich die Schnürsenkel durch Schnee und Kälte in interessante kleine Eisskulpturen verwandelt haben. Nach einigen erfolglosen Versuchen, das Kunstwerk der Natur zu zerstören und die Schnürsenkel mit steifen fingern zu öffnen, bleibt einem oft nichts anderes übrig, als die Schuhe mit dem jeweils anderen Fuss hinten an der Ferse abzustossen. Ist zwar der Horror aller Schuhmacher, aber das ist uns dann in dieser Situation doch ziemlich egal…

Wir freuen uns nun darauf, dass wir die Schuhe wieder normal ausziehen können!

Das eingefrorene Gesicht

Der letzte Punkt ist eigentlich nur ein Problem, wenn Interaktionspartner involviert sind. Vom Laufen in Wind und Kälte ist unser Gesicht oft so steif und eingefroren, dass wir es kaum noch bewegen können. Laufen wir also zusammen mit jemandem und möchten uns unterhalten, kann dies unter Umständen gegen Ende des Trainings schwierig werden, weil die Mundmuskulatur halb eingeschlafen ist und es sich anfühlt, als hätten wir das Sprechen verlernt. Oder wenn wir unterwegs jemanden grüssen wollen, gerne lächelnd (weil wir ja so freundlich sind), bringen wir manchmal nur eine undefinierbare Grimasse in Kombination mit einem «A-o» (Übersetzung auf Sprache der Artikulationsfähigen: Hallo) zustande.
Hei, so erleichtert sind wir doch, dass wir Mimik und Sprache nun wieder uneingeschränkt einsetzten können!
Und jetzt, wo dies alles gesagt wäre, lassen wir den Winter doch einfach Winter sein und stürzen uns mit Euphorie in den Frühling!

Verfasst von: Marion Aebi