Interview mit Marathon-Champion Eliud Kipchoge

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Interview und Fotos: Jürg Wirz – dieser Blogbeitrag wurde uns vom Schweizer Magazin FIT for LIFE zur Verfügung gestellt. Willst du regelmässig informative Wissensartikel im Bereich Lauf- und Ausdauersport lesen, dann klicke hier.

Er lief den Marathon so schnell wie kein Mensch zuvor – und glaubt noch schneller werden zu können. FIT for LIFE hat den 34-jährigen Kenianer in seiner Vorbereitung auf den London-Marathon im Trainingscamp in Kaptagat besucht.
Eliud Kipchoge, spätestens seit Ihrem fantastischen Weltrekord im letzten September in Berlin in 2:01:39Stunden sind Sie der grösste Marathonläufer aller Zeiten, ungeschlagen in den letzten zehn Marathons, darunter der Olympiasieg in Rio und die 2:00:25 beim Breaking2-Versuch in Monza. Was hat sich in Ihrem Leben seither verändert?
Es ist schon ein bisschen schwierig geworden. Jede neue Leistung, jeder Rekord kommt mit einer neuen Verantwortung. Viele wollen etwas von mir: Sponsoren, Medienleute, aber auch die Fans. Ich versuche die Wünsche so gut wie möglich zu erfüllen, aber ich kann mich nicht für alle Sponsorenauftritte, Interviews, Autogrammwünsche oder Selfies zur Verfügung stellen. Ich muss selektionieren. Ich hoffe, meine Fans verstehen das. Am Ende sind sie ja auch nur glücklich, wenn ich gute Leistungen zeige.
Bringt diese verstärkte Aufmerksamkeit auch mehr Druck?
Nein, ich verspüre nicht mehr Druck als zuvor. Ich bin der Gleiche wie vor Berlin. Ich bin immer noch in erster Linie Läufer. Andere Verpflichtungen gehe ich nur ein, wenn das Training nicht darunter leidet. Während der Woche bin ich im Camp in Kaptagat; da geht es nur ums Training und um nichts anderes.
Wenn Sie an das Rennen in Berlin zurückdenken: War das der perfekte Wettkampf, das optimale Ergebnis? Ihr Coach Patrick Sang sagte, Sie hätten diesmal genau zum richtigen Zeitpunkt die Formspitze erreicht.
Ich kann und will mich nicht dazu äussern, was Patrick sagt. Er ist der Lehrer, ich bin der Schüler. Er gibt das Training vor und ich setze es um. Wir diskutieren nie über das Training, ich vertraue ihm hundertprozentig. Er ist der beste Coach, den ich mir wünschen kann – und das seit bald 20 Jahren. Aber er ist auch ein Freund und mein Lebenscoach. Ob es das perfekte Rennen war? An diesem Tag bei diesen Bedingungen: ja.
In Berlin waren sie schon nach 25 Kilometern ohne Tempomacher allein voraus, sie liefen die zweite Hälfte in 60:33 Minuten, 33 Sekunden schneller als die erste und Sie wurden auf den letzten Kilometern immer schneller; hatten Sie sogar noch Reserven?
Lassen Sie uns bitte nicht spekulieren. Wie gesagt: An diesem Tag war es das Optimum. Aber ich habe nie gesagt, dass ich nicht daran glaube, noch schneller laufen zu können. Es hängt aber von so vielen Faktoren ab: Ich muss wieder im entscheidenden Moment in Topform sein, das Wetter muss passen.
Ihre Motivation ist nach wie vor ungebrochen?
Ich bin überzeugt, dass ich auf diesem Niveau noch mindestens zwei Jahre weiterlaufen kann, aber eine Garantie habe ich nicht. Ich muss gesund bleiben und ohne Verletzungen durchs Training kommen. An der Motivation fehlt es nicht; ich bin immer noch sehr hungrig. Ich möchte als bester Marathonläufer in die Geschichte eingehen, ich will für die kommenden Generationen als Läufer und als Mensch ein Vorbild sein.
Sie betonen es immer wieder: Es ist die Liebe zum Laufen und zur Herausforderung, die Sie antreibt, und die Tatsache, dass Sie ein Vermächtnis zurücklassen wollen. Sie haben aber bereits alles erreicht. Was für Ziele bleiben da noch?
Ich liebe das Laufen, so einfach ist das. Die Olympischen Spiele nächstes Jahr in Tokio sind noch ein ganz grosses Ziel für mich – und ja, den Weltrekord kann ich vielleicht auch noch weiter verbessern. Jeder Tag ist eine Herausforderung, du stehst immer wieder vor einer neuen. Und wenn ich etwas erreicht habe, schaue ich nach vorne, auf das nächste Ziel. Das ist der Weg. Das ist meine Denkweise, mein Charakter, so funktioniere ich.
Am 28. April laufen Sie den London Marathon, den Sie schon dreimal gewonnen haben. War es ein Leichtes, sich wieder für London zu entscheiden, oder stand auch eine andere Option zur Diskussion?
Das ist die Arbeit des Managements und des Coachs. Sie schauen sich die verschiedenen Möglichkeiten an und sagen mir, welche nach ihrer Meinung die beste ist. Nach Berlin dachten sie, London sei gut, und ich war einverstanden. Ich bin glücklich, wieder in London laufen zu können. Vor allem auch, weil es zum Aufeinandertreffen mit
Mo Farah kommt. Er ist einer der grössten Läufer aller Zeiten. Was er auf der Bahn erreicht hat, ist unglaublich, und jetzt ist er auch im Marathon Extraklasse. Es wird eine echte Challenge werden, aber das ist es, was ich liebe. Und für die Fans wird es toll sein, das Rennen zu verfolgen.
Wie verlief die Vorbereitung bis jetzt? Gab es irgendwelche Änderungen, vielleicht neue Trainingsimpulse?
Alles lief nach Plan. Und nein, keine Änderungen. Wir hielten auch diesmal am Trainingsprogramm fest, das in den letzten Jahren funktioniert hat. Bei Bahntrainings oder Fahrtspielen gibt es vielleicht hin und wieder kleine Anpassungen, aber nichts von Bedeutung. Bevor ich mit dem dreimonatigen Trainingsprogramm beginne, gehe ich einen Monat lang nur joggen und dafür dreimal in der Woche ins Gym; dort mache ich zwei Stunden lang Krafttraining und Aerobics.
Wie sieht es mit der Ernährung aus, mit Supplementen?
Ich ernähre mich nach wie vor ganz normal wie jeder andere Kenianer und nehme keinerlei Supplemente zu mir. Die einzige Ausnahme sind Sportgetränke. Und wie halten Sie es mit Leistungstests oder anderen wissenschaftlichen Trainingshilfen? Ich laufe oft mit einer Pulsuhr, weil ich wissen will, wie sich mein Herz bei den verschiedenen Belastungen verhält. Aber ich analysiere das nie mit irgendwelchen Spezialisten, das ist nur für mich. Vor dem Breaking2-Projekt massen Nike-Leute mein Sauerstoffvolumen und anderes – ich musste zum ersten Mal in meinem Leben auf einem Laufband rennen – aber das war eigentlich mehr für sie als für mich. Auf mein Training hatte das keinen Einfluss.
Seit dem Breaking2-Projekt hat auch Ihr Schuh, der Nike Zoom Vaporfly Elite, immer wieder für Diskussionen und Spekulationen gesorgt, nicht zuletzt auch, weil Nike selber behauptet, der Schuh würde eine vierprozentige Energieersparnis bringen. Was sagen Sie dazu?

Ich kann nur sagen, dass der Schuh, bei dessen Entwicklung ich ja stark mitgewirkt habe, der beste Marathonschuh ist, den ich je hatte. Ich laufe in London mit dem Vaporfly 4% Flyknit, dem gleichen Modell wie in Berlin. Letztes Jahr in London kam das Schaftmaterial von einem 3D-Drucker. Aber die ganze Schuhdiskussion ödet mich ehrlich gesagt ziemlich an. Der grösste Vorteil ergibt sich nicht im Rennen, sondern bei der Erholung. Er entlastet die Muskulatur und erlaubt, öfter auf einem hohen Niveau zu trainieren. Der Fortschritt kommt nicht vom Schuh, sondern vom Kopf. Wenn der Schuh so viel besser wäre als andere, warum bin ich dann der Einzige, der den Marathon unter 2:02 Stunden läuft?
Themawechsel. Wie sieht ein Trainingstag im Camp in Kaptagat aus?
Ich stehe um viertel vor sechs auf und bereite mich auf das Morgentraining vor, das in der Regel um 06.10 oder 06.20 beginnt, es sei denn, wir fahren zum Bahntraining nach Eldoret oder für einen Longrun ausserhalb von Kaptagat. Wenn ich zurückkomme, gehe ich unter die Dusche und dann mit meinen Kollegen zum Frühstück. Anschliessend ruhe ich mich etwas aus, entweder auf dem Gelände des Camps oder ich lege mich nochmals hin. Dann ist es Zeit fürs Mittagessen. Nach dem Mittagessen habe ich oft Massage. Bevor um 16 Uhr das zweite Training beginnt, ist nochmals Ruhe angesagt. Dann wieder Dusche und Warten aufs Nachtessen. Um 21 Uhr bin ich im Bett. So sieht mein Tag aus. Am Dienstag haben wir Bahntraining, am Donnerstag den langen Lauf, der bis zu 40 Kilometer gehen kann, und am Samstag ein Fahrtspiel. Am Samstagnachmittag gehen wir nach Hause und verbringen das Wochenende mit der Familie. Am Montagvormittag gehts wieder zurück ins Camp.
Lassen Sie uns noch über den jungen Schweizer Julien Wanders reden. Europarekord über 10 Kilometer und im Halbmarathon und jetzt sogar der erste offizielle Weltrekordinhaber über fünf Kilometer auf der Strasse. Verfolgen Sie seine Leistungen?
Ja, klar. Er gehört ja auch dem Nike NN-Team an und hat den gleichen Manager. Ich habe ihn zwar nie mehr getroffen, seit er beim Breaking2-Versuch in Monza einer der Tempomacher war, aber ich verfolge seine Leistungsentwicklung sehr genau. Den Halbmarathon in 59:13 zu laufen, ist wirklich fantastisch, vor allem für einen Europäer. Ich bewundere ihn und freue mich für ihn. Nach dem London-Marathon würde ich gerne einmal mit ihm zusammensitzen. Für mich ist Julien Wanders der Beweis, dass Ostafrikaner keine genetisch bedingten Vorteile haben. Wenn sich ein Europäer entschliesst, sich ganz auf den Sport zu konzentrieren und in der Höhe zu leben, kann er genau so gut ganz an die Spitze kommen. Es ist nur eine Frage des Talents, des Trainings und des Kopfes. Wanders ist jetzt schon ein Vorbild für andere Europäer. Ich bin sicher, dass ihm viele nacheifern werden.
Wie ist Ihre Meinung zur Dopingproblematik in Kenia? Sind viele Läufer zu wenig gut informiert, was erlaubt ist und was nicht, oder wieso häufen sich die Fälle?
Ich bin überzeugt, dass die meisten Athleten über Doping Bescheid wissen. In den letzten Jahren ist sehr viel Aufklärung betrieben worden, gerade auch vom kenianischen Verband. Ich denke, in den meisten Fällen geht es darum, dass einer schneller zu Geld kommen will. Das ist sehr bedauerlich, weil es natürlich auch einen Schatten auf alle sauberen Athleten wirft. Vielleicht hat es auch ein wenig mit der afrikanischen Mentalität zu tun. Betrügen ist leider bei vielen Menschen in der DNA.
Denken Sie, dass ein Land wie Kenia auch in Zukunft Weltklasseathleten hervorbringen wird? Auch in Kenia ist der technische Fortschritt überall zu sehen, die Lebensbedingungen werden besser. Ein entbehrungsreiches Leben als Läufer ist vielleicht bald nicht mehr gefragt oder notwendig, um etwas zu erreichen.
Ich mache mir darüber keine grossen Gedanken. Der Fortschritt kommt und lässt sich nicht aufhalten. Und mit ihm auch die technologische Entwicklung. Es stimmt, dass viele Kinder heute mit einem Bus in die Schule fahren oder von den Eltern im Auto gebracht werden. Ich denke, dass es letztlich in Kenia und anderen Ländern Sportakademien braucht, wo die talentierten Jugendlichen zur Schule gehen, trainieren und sich auf die Wettkämpfe vorbereiten können. Wo sie trainieren und auch mental geformt werden. Im Moment ist noch zu vieles dem Zufall überlassen. Es wird aber immer und überall junge Menschen geben, die im Sport etwas erreichen wollen.

Zum Schluss ein paar Stichworte:

Breaking2?
Ich lief 2:00:25 unter speziellen Bedingungen und ich habe den offiziellen Weltrekord. Mit der Erfahrung vom ersten Mal wäre die Chance bestimmt grösser, unter zwei Stunden zu laufen. Aber ich jage nie zwei Hasen, nur immer einen. Im Moment konzentriere ich mich auf London, nichts anderes.
City-Marathons?
Ich denke, so wie sie im Moment für uns Eliteläufer organisiert sind, ist das okay. Es gibt Leute, die sich mit der Organisation und dem administrativen Bereich der Marathons beschäftigen; die sollen sich Gedanken dazu machen. Mein Job ist es, möglichst schnell zu laufen.
Ihre Kinder?
Ich versuche, sie so grosszuziehen wie andere Eltern auch, auch wenn ihr Vater vielleicht ein bisschen bekannter ist als andere. Ich denke, das ist mir – und meiner Frau – bis jetzt ganz gut gelungen. Unsere Kinder bekommen nie alles, was sie haben möchten. Sie sollen wissen, dass nichts selbstverständlich ist, und sie sollen verschiedene Sportarten ausprobieren.
Religion?
Die Religion spielt in meinem Leben eine sehr grosse Rolle. Sie hält mich davon ab, Dinge zu tun, die mich von meinen Zielen abhalten könnten. Am Sonntag gehe ich mit der Familie in die Kirche und ich bete regelmässig, auch am Morgen vor einem Rennen.

DIE GRÜNDE FÜR ELIUD KIPCHOGES ERFOLGE

Kindheit:

Eliud Kipchoge wuchs in einem Dorf namens Kapsisisywa in Nandi County als jüngstes von fünf Kindern auf. Der Vater starb früh. Die Mutter, eine Lehrerin, zeigte den Kindern den richtigen Weg ins Leben.

Coach:

Eliud hatte Glück, dass Patrick Sang ganz in der Nähe wohnte. Sang, einst einer der besten Hindernisläufer der Welt (und Mitglied des LC Zürich), ist seit 18 Jahren sein Coach und Mentor. Sang verfügt über das höchste IAAF-Trainerdiplom.

Bahnkarriere:

Bevor er Ende 2012 zum Marathon wechselte, war er einer der besten Bahnläufer seiner Generation. Als 18-Jähriger schlug er Hicham El Guerrouj und Kenenisa Bekele an der WM in Paris über 5000 Meter; neun Jahre lang lief er die Strecke unter 13 Minuten.

Körperverständnis:

Während 16 Jahren auf höchstem Niveau hatte Eliud Kipchoge nur ganz wenige Verletzungen, weil er auf seinen Körper achtgibt: Krafttraining im Gym und Aerobics am Anfang einer Vorbereitung, danach Hügelläufe für die Kraft und immer Stretching und Massage.

Problemlösungen:

Er kann in einem Rennen auch Herausforderungen meistern: die hohen Temperaturen beim letztjährigen London-Marathon, der Regen in Berlin 2017 oder 2015 ebenfalls in Berlin, als er gewann, obwohl die Innensohlen aus den Schuhen herausrutschten.

Innere Ruhe:

Sein ruhiges und gelassenes Wesen erweist sich im extrem emotionalen Hochleistungssport als ideal. Wer die Ruhe bewahrt, kann klarer denken, sich besser konzentrieren und auf die Anforderungen eines Rennens vorbereiten.

Bescheidenheit:

Eliud Kipchoge ist trotz seiner Erfolge sehr bescheiden geblieben. Im Camp beteiligt er sich wie jeder andere an den Reinigungsarbeiten und er wohnt in einem einfachen Einfamilienhaus; seine Kinder sollen nicht anders aufwachsen als andere.

Planung:

Die richtige Planung ist ein Schlüssel zum Erfolg. Sobald mit dem Management zusammen der nächste Marathon festgelegt ist, sitzt er mit dem Coach zusammen und
lässt sich die Grobplanung geben, ausgehend vom Tag des Rennens.

Lerneifer:

Er ist von Natur aus ein neugieriger Mensch. Er liest viele Motivations- und Business-Bücher. Er gibt sich mit dem Erreichten nie zufrieden. Er will als Athlet und auch als Mensch immer dazulernen, noch besser werden und schaut immer nach vorne.

Trainingspartner:

Er hat hervorragende Trainingspartner an seiner Seite, darunter Geoffrey Kamworor (mehrfacher Halbmarathon- und Cross-Weltmeister), Stephen Kiprotich (Marathon-Olympiasieger 2012 und -Weltmeister 2013) und Abel Kirui (zweifacher Marathon-Weltmeister).

Training:

Was das Training betrifft, vertraut er hundertprozentig seinem Coach Patrick Sang, den er als seinen Coach fürs Training und das Leben bezeichnet. Trainingsprogramme werden nicht diskutiert: Sang ist der Lehrer, Kipchoge der Schüler.

Selbstvertrauen:

Im Laufe der Jahre, ganz besonders seit den 2:00:25 Stunden beim Breaking2-Versuch 2017 in Monza, hat er sich ein unerschütterliches Selbstvertrauen angeeignet. Er weiss, egal, was im Rennen passiert, er ist bereit. Seit zehn Rennen ist er ungeschlagen.

Unsere neue Botschafterin: Paula Radcliffe

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Die ehemalige Spitzenläuferin und Marathon-Weltrekordhalterin Paula Radcliffe ist neue running.COACH Ambassadorin und lässt ihr Wissen sowie ihre Trainingsphilosophie in unseren Trainingsplan einfliessen.
Seit 2005 hält Paula Radcliffe den Weltrekord über die Marathondistanz (2:15:25 Stunden), welchen die Engländerin am London-Marathon gelaufen ist. Diesen sowie auch den New-York-Marathon hat sie insgesamt drei Mal gewonnen.
Während ihrer 23-jährigen Karriere lief sie auf verschiedenen Distanzen (5‘000 Meter, 10‘000 Meter, Marathon) ausgesprochen erfolgreich. Wir freuen uns sehr, dass nun all die Jahre Trainings- und Wettkampfserfahrung in den running.COACH Trainingsplan einfliessen und wir so auch euch daran teilhaben lassen dürfen.
Im Interview mit running.COACH gibt Paula Radcliffe bereits einen Einblick.
Letztes Jahr wurde am Berlin-Marathon der Weltrekord bei den Männern von Eliud Kipchoge gebrochen und auf ein ähnlich unerreichbar scheinendes Niveau gehoben, wie dir dies vor 15 Jahren gelungen ist. Wie weit wird dieser Männer-Weltrekord noch runter gehen?
Ich denke, es war bereits ein grosser Schritt nach vorne von Kipchoge. Wahrscheinlich haben wir spätestens seit Monza (inoffizieller Weltrekordversuch) realisiert, dass er den Weltrekord wirklich weit vorantreiben kann. Jetzt hat er es am Berlin-Marathon offiziell getan. Ich denke, dass er den anderen im Moment ein wenig voraus ist. Dieser Rekord wird für eine Weile bestehen. Wenn jemand aktuell näher an zwei Stunden herankommt, dann wohl Kipochge selber.
Wenn wir über Weltrekorde sprechen, wie lange wird der Rekord von Paula Radcliffe noch stehen?
Ich weiss nicht – bereits jetzt bin ich dankbar, dass er schon so lange besteht. Je länger ich ihn bereits habe, desto stolzer bin ich und auch glücklich, dass ich an jenem Tag das Optimum aus mir herausholen konnte. Denn für den Marathon muss man einfach optimale Bedingungen haben: eine gute Form, das Wetter muss stimmen, es muss einfach alles passen. Dazumal in London ging es auf, es war ein top Tag für mich (London-Marathon 2003, 2:15:25 Stunden). Dafür bin ich heute noch sehr dankbar. Und je länger ich den Weltrekord inne halte, desto weniger will ich ihn abgeben.

Was hat dir persönlich der Laufsport all die Jahre gegeben?
Er hat mir so viel gegeben. Spass, Vergnügen und Genuss, aber ebenso ein persönliches Gefühl der Erfüllung. Und auch, mehr über meinen Körper sowie meine Psyche zu erfahren – einfach allgemein stärker zu werden: Ein gesunder Mensch zu sein mit einer positiven Lebenseinstellung.
Ich durfte viele interessante Menschen treffen und an so viele Orte reisen. Erfahren, was es heisst, im Team zu arbeiten, sich mit viel Ausdauer auf etwas vorzubereiten. Ich habe aber auch gelernt, wie man Rückschläge überwindet.
2015 hast du deine erfolgreiche Karriere beendet. Was würdest du anders machen, wenn du das Rad der Zeit zurückdrehen könntest?
Für mich gilt generell „no regrets“. Weil so oder so gibt man sein Bestes: Einiges geht auf, darauf darf man stolz sein. Und aus den weniger guten Erfahrungen lernt man meistens sehr viel. Natürlich würde ich jetzt im Nachhinein gerne auf eine Verletzung vor den Olympischen Spielen in Athen und Peking verzichten. Aber insgesamt hatte ich wohl Glück: Es hat mehr funktioniert als nicht.
Wie hat dein Körper auf den Rücktritt reagiert? 
Ich denke, ich habe Glück, denn als Langdistanzläufer ziehen wir uns zwar aus dem Wettkampfgeschehen zurück, müssen uns aber nicht vom Laufen verabschieden. So vermisse ich zwar den Wettkampf, schätze aber auch die Tatsache, dass ich eine lange Karriere hatte und heute geniesse ich es einfach, zum Vergnügen zu laufen. So kommt mein Körper sehr gut zurecht, denn, wenn ich laufen will, tue ich es und wenn mein Körper müde ist, muss ich ihn nicht mehr durch Trainings boxen. Ich konnte beispielsweise sehr geduldig sein, als ich mein Training nach meiner Fussoperation wieder aufbaute und konnte so wirklich auf meinen Körper hören.
Hat sich deine Einstellung zum Laufen seitdem verändert? 

Laufen war immer mein Vergnügen und Stressabbau, aber jetzt kann es das durchaus mehr sein. Ich kann den Lauf jetzt wirklich für alles nutzen, was ich mental und physisch aus ihm herausholen will, während es vorher immer einen Trainingszweck gab. Jetzt kann ich schnell laufen, um meinen Kopf zu befreien und mich gut zu fühlen, wenn ich Lust habe, oder ich kann einfach locker laufen und die Landschaft oder Gesellschaft geniessen und den Lauf als Denkzeit oder auch Problemlösungszeit nutzen!

 
Wie sieht heute eine typische Trainingswoche von Paula Radcliffe aus? Wie viel läufst du noch?

Ich laufe meistens täglich und jeweils für etwa eine Stunde. Ich schalte dabei nur selten meine Sportuhr an und habe beim Start nicht wirklich einen Plan für den Lauf. Ich laufe nach meinem Gefühl und schliesse improvisierte Tempoläufe, Intervalle oder Hill Sessions ein, wenn ich Lust dazu habe. Oftmals entscheide ich mich auch erst während des Laufes für eine Route, je nachdem, wohin ich gehen möchte.
Welches ist bzw. war dein Lieblingstraining?
Das war für mich definitv der Long Jog, weil er wichtig ist und ich ihn mochte. Ich war auch Fan von Fartlek- und Hügeltrainings, und irgendwie mochte ich die Bahntrainings, wenigstens als ich in Form war. Also habe ich darauf geachtet, dass diese Trainings auch bei running.COACH enthalten sind.
Welches sind deine Trainingsprinzipien? Können diese auch von Hobbysportlern angewendet werden?

Ja, denn es geht vor allem darum, das Laufen zu geniessen. Das ist das Wichtigste, um langfristig Spass am Laufen zu haben. Weiter ist es wichtig, dass man seine Schwächen sowie Stärken kennt. Natürlich müssen wir an unseren Schwächen arbeiten, aber wir müssen auch erkennen, worin wir gut sind und das Training sowie den Wettkampf dann an unsere Stärken anpassen. Es hilft zudem, nach einem Plan zu laufen und sich daran zu halten.
Kannst du uns ein paar Tipps für die letzte Vorbereitung vor einem Rennen geben?
Besonders für einen Marathon- oder Langstreckenlauf ist es sehr wichtig, einige Trainingsläufe in den Schuhen und in der Ausrüstung zu machen, die du am Renntag tragen wirst. Bis dahin sind die letzten Hauptvorbereitungen abgeschlossen, so dass der letzte Teil darin besteht, sich gut zu fühlen und frisch zu sein fürs grosse Rennen. Der Schlaf während der Rennwoche ist sehr wichtig, denn oft schlafen die Leute in der Nacht vor dem Rennen nicht gut. Daher gilt es also vorzuholen! Auch eine passende Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Unmittelbar vor dem Laufen soll man sich auch aufwärmen und den Körper mit ein paar Steigerungsläufen sowie ein paar Mobilisationsübungen vorbereiten.
Gibt es einen Geheimtipp, den du uns preisgeben kannst? Einen Trainings-, Ernährungs- oder Erholungstipp zum Beispiel?
Oft vergessen wir die Erholung und denken nur ans Lauftraining. Aber wenn der Körper und der Geist müde sind, ist manchmal ein Ruhetag das beste Training.
Was überzeugt dich persönlich am running.COACH Trainingsplan?

Dass sich der Plan individuell dem Läufer anpasst. Die Tatsache, dass es von Menschen geplant wird, die das Laufen verstehen und kennen, was Läufer aus ihrem Training herausholen wollen. Die Erfahrung des Teams und die ganzheitliche Planung kommen zusammen, um dem einzelnen Läufer zu helfen, das Beste aus sich selbst und seinem Training herauszuholen.
Verfasserin Blogbeitrag: Stefanie Meyer

Andreas Kempf: Ein spezieller Marathon

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Einen Marathon zu laufen ist etwas spezielles. Und erst recht, wenn es die 42.195 Kilometer an den Europameisterschaften in Berlin sind. Andreas Kempf war als einer der Schweizer Athleten dabei und platzierte sich auf dem 42. Schlussrang mit einer Zeit von 2h21’35’’ bei seinem zweiten Marathon überhaupt. running.COACH hat mit Andreas Kempf, welchen wir schon seit längerer Zeit begleiten, über seine EM-Erfahrungen in Berlin sowie seine Zukunftspläne gesprochen. 

Unser Gold-Coach Gabriel Lombriser gewinnt den Gigathlon

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Vor zwei Wochen hat der Gigathlon, ein Multisportanlass, in und rund um Zürich Einzug gehalten. Mittendrin unser running.COACH Gold Coach Gabriel Lombriser, welcher nach zwei Tagen und knapp über 17 Stunden als Sieger einlaufen durfte.
368 km und 5050 Höhenmeter verteilt auf fünf Disziplinen (Laufen, City Trail, Rennrad, Mountainbike, Schwimmen) – das war der Gigathlon 2017 und ist der grösste Multisportevent in der Schweiz. In den Kategorien Team of Five, Couple und Single sind dieses Jahr über 2500 Finisher eingelaufen. Gabriel ist mit seinem Sieg in der Kategorie Single Mister Gigathlon 2017. Wir gratulieren dir, Gabriel, herzlich und freuen uns mit dir, dass du nun nebst deinen Siegen in den anderen beiden Kategorien auch den Single-Titel hast.
Wir wollen von Gabriel wissen, wie man sich auf einen solchen Event vorbereitet, welche Eindrücke von einem langen Multisportwochenende bleiben und was seine nächsten Ziele sind.

Was war dein persönliches Highlight während des zweitägigen Gigathlons rund um Zürich?
Das ganze Weekend war ein Highlight! Ich hatte einen Wettkampf, wie man ihn sich wünscht. Von der ersten Disziplin weg hatte ich einen guten Rhythmus gefunden und konnte das über die zwei Tage Wettkampf super durchziehen. Natürlich ist das Tempo bei diesem Wettkampf, der bei mir über 17h ging, einiges weniger hoch als bei einem Lauf über 1-2 h. Bei der diesjährigen Ausgabe musste an jedem Tag zwei Mal gelaufen werden. Einmal rund 10km, das andere Mal 20km. Übers Wochenende kumulierte sich das so auf annähernd 60km. In den flachen Passagen konnte ich so trotzdem gut einen 4min/km-Schnitt laufen. Bei einem Wettkampf über diese Dauer ist das so meine obere Grenze vom Wohlfühltempo. Und wichtig war, dass ich nicht aus diesem Wohlfühlbereich rausging. Denn Efforts aus dieser Zone heraus büsst man oft doppelt!
Irgendwie sah das bei dir so locker aus. Mal ehrlich, wie viele Krisen hattest du an diesen beiden Tagen zu überwinden?
Die Krisen waren wirklich schmal gesät und waren bei dieser Austragung wirklich eher kleine Dellen im Hoch. Vor allem energetisch gings wirklich super. Eine Krise oder wohl eher Schrecksekunde hatte ich jedoch auf der Mountainbike-Strecke am ersten Tag. Dort hat eine Unaufmerksamkeit zu einem blöden Sturz geführt, welcher dann jedoch relativ sanft in der Kuhweide endete und nur mit Prellungen und Schürfungen endete.

Hast du dich während dem Wettkampf nur von Gels und Riegel verpflegt oder gab es zwischendurch auch mal was “Richtiges“?
Es gab während dem Tag nur Flüssiges in Form von isotonischen und kohlenhydratreichen Sportgetränken und Gels. Also auch keine Riegel. Die Ausnahme waren ein paar Bananenstücke. Auf Riegel, belegte Brötchen, oder ähnliches hatte ich während der Belastung wirklich keine Lust. Jedoch ist die Verpflegung nach dem ersten Wettkampftag, welche eine optimale Erholung ermöglicht, extrem wichtig. Da habe ich natürlich mehrheitlich feste Nahrung zu mir genommen. Zusätzlich ist Energie in Form von flüssigem Eiweiss auch wichtig.
Konntest du dich dank deinen läuferischen Stärken von der Konkurrenz absetzen?
Ich glaube, dass die läuferischen Fähigkeiten sicher ein grosser Vorteil waren. Jedoch machte das Laufen nur rund ein Viertel der Gesamtdauer aus. Vielmehr glaube ich, dass meine Ausgeglichenheit über die verschiedenen Disziplinen für den Erfolg verantwortlich ist. Ich hatte zwar auf einigen Abschnittszeiten Bestzeiten, jedoch war ich auch nie schlechter als ein 8.Disziplinenrang; auch nicht bei meiner vermeintlich schlechtesten Disziplin dem Schwimmen.

Wie viel Zeit hast du in die Gigathlon Vorbereitung investiert?
Über die letzten Monate waren es im Durchschnitt um die 15h Training pro Woche. In den zwei Wochen Trainingslager im Frühling summierte sich das jedoch auf 25-30h pro Woche. Das Gute am Multisport ist, dass die Belastungen auf den Körper sehr gut variiert werden können. Ein reiner Läufer kann nie diese Pensen trainieren. So konnte ich natürlich eine super Basis setzen und durch die intensiven Einheiten, welche ich meistens zu Fuss absolvierte, konnte ich meine Form schärfen und auch in der Vorbereitung immer Akzente setzen. Wichtig in der Vorbereitung waren auch die spezifischen Gigathlon-Tage wo ich die Disziplinen in der vorgegebenen Reihenfolge mit relativ hoher Intensität trainiert habe. Nur die Dauer war etwa auf zweit Drittel vom Wettkampf beschränkt. Solche Schlüsseleinheiten 3-4 Wochen vor dem Wettkampf sorgen für die nötige Härte und geben Selbstvertrauen.
Welche Rolle hat der running.COACH Trainingsplan dabei gespielt?
Der running.COACH Plan hat bei der Vorbereitung auf den Gigathlon eine untergeordnete Rolle gespielt. Es gab aber trotzdem einige Punkte, wo ich den Plan konsultiert habe und mit meinen eigenen Ideen zum ganzheitlichen Training vereinbart habe.
So waren vor allem die Schlüsseleinheiten im Lauf-Plan etwas, wo ich sehr drauf geschaut habe. Running.COACH nimmt mir da sehr viel ab, welches ich selber berechnen müsste. Trainingsinhalt, Dauer und vor allem das optimale Tempo während des Trainings. Auch die Periodisierung der Trainingszyklen, welche im running.COACH Plan drin sind, habe ich mir zu Nutzen gemacht. Natürlich habe ich auch anhand der Statistik, insbesondere der Wettkampf-Statistik, gesehen, dass auch meine Form über die Vorbereitungswettkämpfe stimmte. Das gab mir Zuversicht!

Und jetzt legst du die Füsse hoch, oder?
Der Gigathlon war klar das grosse Saisonziel. Die Saison ist aber noch nicht ganz fertig. Das nächste grosse Ziel ist die Tortour Switzerland. Das ist ein Radwettkampf, welcher über 1000km rund um die Schweiz führt. Man kann diese Strecke zwar alleine machen, das wäre mir persönlich aber zu viel. Stattdessen mache ich mit meinen drei Brüdern ein Team. Abwechselnd fahren wir so die Strecke. Dabei geht es vorallem um den Spass, so etwas gemeinsam zu machen.
Im Herbst werde ich mich denn vermehrt wieder dem Trailrunning widmen und den einen oder anderen Wettkampf laufen. Laufen ist und bleibt die schönste und vor allem simpelste Sportart. Ich brauche eigentlich nur ein paar Schuhe und los geht’s! Überall und zu jeder Zeit! Und wir in der Schweiz sind in Sachen Laufen in der Natur ja wirklich super bedient!
 Im Sommer und Herbst gibt es oft die Möglichkeit, mit dir an einem Lauftag oder Trailrunning Weekend unterwegs zu sein und von deinen Erfahrungen zu lernen.
Ja genau, am 26. August bin ich beim running.COACH Tag in Nottwil dabei und dann im September und Oktober jeweils an einem Wochenende in den Bergen zu Fuss beim Trailrunning. Natürlich freue ich mich auf Läuferinnen und Läufer, welche gerne das Trailrunning ausprobieren, gerne in der Gruppe die schönsten Gegenden der Schweiz entdecken und natürlich von Tipps und Tricks profitieren möchten!

Welchen Tipp gibst du zum Abschluss jedem zukünftigen Multisportathlet für einen Grossanlass wie der Gigathlon mit auf den Weg?
Ein Gigathlon oder auch ein sonstiger Ausdauer-Event, welcher über mehrere Stunden und auch mehrere Tage geht, ist kein Zuckerschlecken und sollte als langfristiges Ziel definiert werden. Wichtig finde ich eine stetige Steigerung der Ziele und auch entsprechend des Trainingumfangs. Auch ich selber habe beim Gigathlon in einem 5er Team angefangen, wo ich vor zehn Jahren als Läufer gelaufen bin. Danach folgten Teilnahmen in der Kategorie Couple (2er-Team) bis ich dann das grosse Ziel Single-Gigathlon in Angriff nahm.
Zudem braucht ein solches Ziel viel Beharrlichkeit und Planung im Alltag. Wenn das Ziel und die Zwischenziele realistisch definiert sind, ist dies in der Regel auch meistens erfolgsversprechend. Die kleinen Erfolge in Training und Wettkampf stellen sich schnell ein und die Motivation und Freude bleibt vorhanden. Und die Freude an der Bewegung ist das allerwichtigste!
Quelle Fotos: Rémy Steinegger
Informationen rund um den Gigathlon gibt es hier.

Gold Coach Alexandre Roch im Interview

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Wir haben seit neustem einen Gold Coach aus der Romandie an Board. Alexandre Roch ist ehemaliger Mitteldistanzläufer, wo er neun Schweizermeistertitel über 1500m, 5000m und im Crosslauf gewonnen hat. Inzwischen ist er auf den längeren Distanzen heimisch und lief zuletzt auch Marathon. Neben seiner Arbeit ist er in der Organisation von Laufevents in Genf involviert und coacht sowohl Gruppen als auch einzelne Läufer. Mehr Hintergrundwissen über seine Leidenschaft zum Laufen sowie viele Tipps von ihm gibt es hier.

Welche Bedeutung hat Laufen in dem Land, wo du lebst?
In der französischsprechenden Schweiz und in Genf insbesondere wird der Laufsport immer populärer, wobei grosse Events wie der Marathon in Genf oder die Course de l’Escalade sowohl Eliteläufer wie auch Hobbyläufer motivieren. Weltweit laufen Leute für die Gesundheit, aber ebenso um ein Ziel zu erreichen, eine Challenge in Angriff zu nehmen oder den Kopf vom Arbeitsstress frei zu bekommen. Durchs Laufen finden viele ein Stück Freiheit, Freude und Lust sowie auch Willensstärke, was sich allgemein positiv auswirkt.
Erzähl uns doch deine eigene Laufgeschichte.
Nach einem guten Resultat an der Course d’Escalade habe ich mit 16 Jahren angefangen zu laufen. Sehr schnell habe ich Fortschritte gemacht, da ich wohl gute Voraussetzungen für diesen Sport hatte. Meine Lieblingsdisziplinen waren von 1500m bis 5000m, bei diesen Distanzen wurde ich Schweizermeister bei den Junioren und in der U23 Kategorie. Aber die schönsten Erinnnerungen nehme ich aus dem Crosslauf mit: Auf unebenem Gelände, unter erschwerten Bedingungen, instinktiv zu laufen und bis am Schluss zu kämpfen – das war meins. Im Crosslauf habe ich fünf Schweizermeistertitel gewonnen und habe vier mal an Europameisterschaften sowie einmal an den Studenten Weltmeisterschaften teilgenommen. In den letzten Jahren habe ich zu den längeren Distanzen gewechselt, wo ich 2013 Silber an den Schweizer Meisterschaften über 10’000m gewonnen habe und einige Halbmarathons und Marathons gelaufen bin. Ich brauche die Herausforderung von Wettkämpfen und schlage gerne meine eigenen Rekorde über 10km und im Halbmarathon. Laufen soll aber hauptsächlich Spass machen und das Gefühl von Freiheit ist mir unglaublich wichtig.

Welches war dein bisher schönstes Lauferlebnis?
Da gibt es so einige, aber ich kann sagen, dass die Schweizer Crossmeisterschaften in Tenero im Jahr 2008 dazugehören. Ich gewann den Kurzcross bei der Elite, bevor ich am nächsten Tag den Langcross in der U23 Kategorie gewonnen habe.  Der Kurzcross lief wie ein Traum ab, ich fand mich alleine an der Spitze des Feldes, ohne eigentlich zu wissen wie. Ich habe es einfach durchgezogen und noch heute staune ich über meine Leichtigkeit und mein Vertrauen von dazumal – das perfekte Rennen. Auch an die Cross-Europameisterschaften habe ich sehr gute Erinnerungen.

Was ist dein nächstes Ziel? Wie bereitest du dich dafür vor?
Nach drei eher schwierigen Jahren möchte ich wieder auf ein Top Niveau kommen. Meine Ziele sind die 10km sowie Halbmarathon Zeit diesen Herbst zu verbessern. Für das muss ich die richtige Balance mit meinem Training finden und vor allem viel Freude haben – der Schlüssel zum Erfolg. Der Rest ist nebensächlich und geschieht einfach so, wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind: Planung, Lebensstil, guter Rhythmus, etc.
Welches ist dein Lieblingstraining?
Mein Lieblingstraining ist ein progressives Ausdauertraining nach subjektiven Empfinden, welches ich auch „endurance à la kényane“ nenne. Es ist nichts definiert, man läuft nach Gefühl und entdeckt oft ungeahnte Ressourcen. Ich mag diese kontinuerliche Temposteigerung, welche man bis zum Ende durchzieht und die Anstrengung, welche nicht erlaubt im Moment über etwas anderes nachzudenken.
Welcher persönlicher Top-Trainingstipp verrätst du uns hier?
Wenn man beginnt zu laufen, ist es wichtig, dass man sich Zwischenziele setzt und Schritt für Schritt aufbaut. Peilt man zu grosse Ziele an, kann das zu viel Druck verursachen und zu fehlendem Mut führen. Zwischenziele helfen, sich mehr auf den Moment zu fokussieren und nicht alles zu sehr zu überdenken.
Hast du ein Ritual, welches du vor einem Wettkampf durchführst?
Ich habe kein spezifisches Ritual. Wenn ich aber darüber nachdenke, überprüfe ich oft kurz vor einem Start meine Schnürsenkel, damit sie während dem Rennen sicher nicht aufgehen.

Welcher persönlicher Top-Wettkampfstipp verrätst du uns hier?
Wenn man vor dem Rennen gestresst oder etwas müde ist oder der Mut fehlt, sollte man nicht zuviel darüber grübeln, weil sonst nur unnötige Energie verschwendet wird. Manchmal habe ich sogar die besten Rennen, wenn ich mich vor dem Start schlecht fühle. Wichtig ist das Vertrauen zu behalten und dann beim Start richtig loszulegen.

Achtest du auf deine Ernährung?
Sehr! Aber es soll keine Obsession sein und ich habe auch keine Schuldgefühle, wenn es mal nicht so ausgewogen ist. Ich esse sehr wenig Fleisch, generell bevorzuge ich biologische Produkte und achte auf gute Fette (Oliven- und Rapsöl). Ich esse auch weniger Pasta als in der Vergangenheit und ersetze diese beispielsweise mehr mit Linsen, Quinoa oder Bulgur.  Am Morgen esse ich normalerweise fettreicher wie beispielsweise Brot mit Butter, Eier oder Käse mit Avocado und Mandeln. Durch den Tag hindurch findet das Fett bessere Verwendung als in der Nacht.

Welches ist deine Lieblings-Running-Marke?
Ich habe viele Kleider und Schuhe von ASICS getragen in den letzen Jahren, weil mir ihre Philosophie „Anima Sana In Corpore Sano“ gefällt! Jetzt variiere ich bei den Schuhe oft die Marke und orientiere mich nach meinen Bedürfnissen, weil eigentlich keine Marke besser ist als die andere. Ich mag den Nike Free sehr für die Ausdauer und die Kleider von Nike wegen dem Design. Für den Wettkampf habe ich den Nike Zoom Streak LT3 Light Speed erhalten, der ist sehr, sehr leicht, was ich mag.
Was war ein spezieller Moment für dich als Running-Coach/ Gold-Coach?
Wenn mir jemand sagt, dass er dank meinem Coaching und meinen Ratschlägen Fortschritte gemacht hat und sich besser fühlt in seinem Lauftraining.
Weshalb sollte ein User dich als Gold-Coach buchen?
Von meine Erfahrungen sowie dem Testen von verschiedenen Methoden und Ansätzen profitieren sowohl Anfänger als auch erfahrene Läufer. Das wichtigste im Coaching ist aber, dem Läufer zuzuhören und den Kontext, die Bedürfnisse und seine Art und Weise zu verstehen. Ich versuche mich in die Person hineinzuversetzen und das mentale sowie physische Niveau zu verstehen. Die Interaktion ist wichtig und dazu gehören Zweifel und Freude auszutauschen.
Willst du Alexandre als Gold Coach buchen? Hier gibt es weitere Informationen.

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Gold Coach Stefanie Meyer im Interview

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Unser Gold Coach Stefanie Meyer ist Schweizerin und lebt seit bald drei Jahren in London. Die Sportwissenschaftlerin und ehemalige Sportlehrerin bringt jahrelange Erfahrungen auf verschiedenen Laufdistanzen sowie im Triathlon mit. Als Mama einer Tochter macht sie oft den Spagat zwischen dem Laufsport und dem Familienalltag sowie ihrem Berufsleben. Mehr Hintergrundwissen über ihre Leidenschaft zum Laufen sowie viele Tipps gibt es hier.

*Stefanie’s Erklärungen unterhalb des Interviews

Welche Bedeutung hat Laufen in dem Land, wo du lebst?

Die Engländer sind sport- und laufbegeistert und bei jedem Wetter draussen. Im ganzen Land gibt es am Samstag Parkruns (Ursprung in London), wo sich alle Alters- und Leistungsgruppen zu einem 5km Lauf treffen. Die Leistung ist sekundär und viel mehr geht es um das gemeinsame Erlebnis und nicht selten um Kaffee und Kuchen oder einen Pubbesuch danach. Der Parkrun ist kostenlos und hat sich inzwischen auch in anderen Ländern etabliert. An größeren Laufanlässen in England ist die Stimmung jeweils so gut, dass man oft das Gefühl hat, wirklich von den Zuschauern getragen zu werden. Und viele laufen hier bei Wettkämpfen nicht nur für sich, sondern für einen guten Zweck und sammeln Geld für eine Charity.

Erzähl uns doch deine eigene Laufgeschichte.

Ich verbringe bereits mehr als mein halbes Leben in den Laufschuhen. Mein Vater ist noch immer ein Hobbyläufer und hat mich früher mal da und dort an Laufevents mitgenommen, wo ich in der Kinderkategorie gerannt bin. Dazumal habe ich aber nie spezifisch trainiert, sondern einfach allgemein viele verschiedene Sportarten ausprobiert. Mit sechzehn Jahren bin ich einem regionalen Turnverein beigetreten, welcher eine Läuferabteilung hatte. Das war auch zugleich der Start in ein spezifischeres Lauftraining und in Wettkämpfe auf der Bahn, an Crossläufen und auf der Strasse (von 5km bis Halbmarathon). Im sportwissenschaftlichen Studium „musste“ ich richtig schwimmen lernen und habe bald darauf meine ersten Triathlonversuche gewagt. Später habe ich an Mittel- sowie Langdistanzen teilgenommen.
Momentan konzentriere ich mich wieder mehr aufs Laufen, weil ich als Mama einfach nicht mehr ganz so viel Zeit habe wie zuvor. Dafür fühlt sich Laufen heute noch mehr wie Kurzferien an: Ausbrechen aus dem Alltag und wenn immer möglich die Welt zu Fuss entdecken.

Welches war dein bisher schönstes Lauferlebnis?
Da gibt es ganz viele schöne Lauferlebnisse, die ich nicht missen möchte. Zwei bleiben mir in besonders guter Erinnerung. Ein ganz besonderer Zieleinlauf hatte ich an meinem ersten und bisher einzigen Ironman in Zürich 2014. Als ich gegen Ende der Strecke realisierte “Wow, du schaffst es!”, mein Mann, meine Geschwister, meine Eltern sowie Freunde mich im Ziel erwarteten, wurde ich von meinen Gefühlen überwältigt – eine Mischung aus Erschöpfung, Stolz, Freude und Erleichterung. Auch rückblickend zaubert mir dies noch ein Lächeln ins Gesicht.

Das zweite spezielle Lauferlebnis war mein erster Wettkampf nach der Schwangerschaft. Es war ein gewöhnlicher 10km Wettkampf im Regents Park in London und überhaupt nichts spektakuläres. Aber die Wettkampffreude nach über einem Jahr Abwesenheit wieder zu spüren und zu wissen, dass deine kleine Tochter dich im Ziel erwartet – ein schönes Gefühl.

Was ist dein nächstes Ziel? Wie bereitest du dich dafür vor?
Ich laufe am Sonntag, 23. April den London Marathon – es wird zugleich ein persönlicher Abschiedslauf, weil wir bald in die Schweiz zurückziehen. Im Januar habe ich die spezifische Vorbereitung mit dem running.COACH Trainingsplan gestartet und laufe seither vier bis fünf Mal pro Woche. Dazu gehören ein bis zwei intensivere Einheiten pro Woche und einen Long Jog am Wochenende. Die Long Jogs habe ich bewusst immer so organisiert, dass ich mir neue spannende Routen ausgesucht habe und sie als “kleinen” Ausflug betrachtet habe. Ein wichtiger Teil meiner Vorbereitung sind auch Kraft und Beweglichkeit, was ich zu Hause mit den Minibands, dem TRX und dem Sypoba trainiere.
Welches ist dein Lieblingstraining?
Ich liebe nach wie vor kurze und knackige Intervalle auf der Bahn wie beispielsweise 20×1’ schnell. Da kann ich sehen, wie viel Gas ich noch geben kann. Und es gibt wirklich nichts schöneres als nach einer Bahneinheit barfuss auf der Wiese auszulaufen und nach Möglichkeit noch ein Stretching anzuhängen. Da kommt bei mir immer gleich Trainingslagerstimmung auf.
Und inzwischen habe ich auch das Laufen mit meiner Tochter entdeckt und diese Trainings sind bestimmt nie langweilig.

Welcher persönlicher Top-Trainingstipp verrätst du uns hier?
IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT – fixe Ruhetage einplanen, die man wirklich auch einhält. Meine Schwäche ist die Regeneration. Aber durch die Schwangerschaft und auch das Muttersein habe ich gelernt, viel mehr auf meinen Körper zu hören. Nicht einfach ein Training durchboxen, weil es so geplant war. Manchmal reicht die Energie einfach nicht und dann hat das wohl einen Grund und es gibt halt einen zusätzlichen Ruhetag.

Hast du ein Ritual, welches du vor einem Wettkampf durchführst?

Nach einem gemütlichen Einlaufen laufe ich eine Minute schneller, um den Körper bereits mal zu aktivieren. Anschliessend  führe ich gerne ein paar Lauf-ABC-Übungen sowie Steigerungsläufe durch.

Welcher persönlicher Top-Wettkampfstipp verrätst du uns hier?

LAUFE AUCH MIT DEINEM KOPF. Mir persönlich hilft es immer sehr, wenn ich die Strecke aufteile. Vor allem auch mental. Einen Halbmarathon beispielsweise drittle ich in drei sieben Kilometer Strecken. Das erste Drittel nutze ich, um in den Wettkampf reinzukommen und mich zu „positionieren“. Beim zweiten Drittel geht es meistens darum, dran zu bleiben. Oft habe ich auch dann eine kleine Krise, welche es zu überwinden gilt. Dann sage ich mir einfach, die Hälfte ist durch und bald ist es nur noch ein Drittel zu laufen. In diesem letzten Drittel versuche ich nochmals alle Energie zu mobilisieren und wenn die Beine nicht mehr können, lenke ich den Fokus auf meine Arme oder auf eine Belohnung im Ziel.
Achtest du auf deine Ernährung?
Ja und seit ich Mama bin noch mehr. Ich esse sehr gerne, vor allem auch Süsses. Aber ich achte halt darauf, dass ich nicht viel weissen Industriezucker verwende. Zudem kochen wir selber, sehr abwechslungsreich und mit frischen Zutaten.
Mein Lieblingsmahlzeit ist definitiv das Frühstück. Es gibt nichts besseres als mit einer warmen Mahlzeit in den Tag zu starten. Bei uns gibt es meistens Porridge: Dazu koche ich Haferflocken mit Mandelmilch, etwas Zimt und manchmal mit gefrorenen Beeren auf. Als Topping gibt es je nachdem Chiasamen, Kakao Nibs, Kokosflocken, Ahornsirup oder frisches Obst.

Welches ist deine Lieblings-Running-Marke?
Ich laufe nur in Asics-Laufschuhen und vertraue seit Jahren auf einzelne Modelle. Ihre Kontinuität überzeugt mich – weshalb ich nach kurzen Abstechern bei anderen Marken immer wieder zu Asics zurückgekehrt bin. Seit diesem Februar bin ich im Schweizer AsicsFrontRunner Team.
Was war ein spezieller Moment für dich als Running-Coach/ Gold-Coach?
Wenn ich miterlebe, wie die AthletInnen Fortschritte machen, besser und schneller laufen und sich die Erfahrungen aus dem Laufsport auch positiv auf ihr Privat- und Berufsleben auswirken.
Weshalb sollte ein User dich als Gold-Coach buchen?
Einerseits bin ich sehr vielseitig (Laufen/Triathlon), habe selber jahrelange Lauf- und Coachingerfahrung sowie den sportwissenschaftlichen Hintergrund. Andererseits bereitet es mir sehr viel Freude Personen zu motivieren, auf ein bestimmtes Ziel zu trainieren. Wichtig ist mir auch ein regelmässiger Austausch, um auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Personen einzugehen und nicht ein standardisiertes Vorgehen abzuspulen.
Auf ihrem Blog schreibt Stefanie hauptsächlich über Sport während und nach der Schwangerschaft sowie aktuell über ihre Marathonvorbereitung. Möchtest du sie als Gold-Coach buchen – dann findest du hier weitere Infos.

* Stefanie’s Erklärungen zum ENTWEDER ODER

Kaffee oder Tee?

Ich bin kaffeeverrückt, aber Kaffee wirkt sich ja bekanntlich gut auf die Leistung aus.

Sommer oder Winter?

Ich bin ein Sommerkind und liebe heisse Temperaturen.

Lauftraining am Morgen oder am Abend?

Als Mama laufe ich oft morgens, wenn alles noch schläft. Aber intensive Trainingseinheiten laufe ich eigentlich lieber abends.

Lauftraining alleine oder in der Gruppe?

In der Gruppe spornt es definitiv mehr an. Oft bin ich aber auch alleine unterwegs, weil ich halt laufen gehe, wann immer es gerade reinpasst.

Laufen im Gelände oder auf Asphalt?

In London laufe ich sehr viel auf Asphalt, aber eigentlich liebe ich es über Stock und Stein zu laufen.

Laufen mit oder ohne GPS-Uhr?

Ich habe meine Uhr meistens am Armgelenk.

Laufstatistik: ja oder nein?

Ein bisschen Laufstatistik muss sein.

Vor-Wettkampfgericht: Pasta oder Reis?

Reis und zwar mit einem Curry am Vorabend. Morgens vor dem Wettkampf dann immer Porridge.

Wettkampfnahrung: Gel oder Riegel?

Gel.

Alternativtraining: Schwimmen oder Rad?

Ich mache beides sehr gerne, wobei ich gerade das Wasser als sehr gute Ergänzung zum Lauftraining sehe.

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Gold Coach Gabriel Lombriser im Interview

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Er ist definitiv DER ALLROUNDER unter den Gold Coaches: Gabriel Lombriser. Orientierungsläufer, Bergläufer, Triathlet, Duathlet und aktuell am liebsten Trailrunner – erfolgreich in verschiedenen Disziplinen. Seine langjährige Erfahrung als Trainingsleiter und Coach drückt auch im Interview durch: Mehr Hintergrundwissen über seine Leidenschaft zum Laufen sowie viele Tipps gibt es hier.

*Gabriel’s Erklärungen unterhalb des Interviews

Welche Bedeutung hat Laufen in dem Land, wo du lebst?

Es gibt wohl keine grösserer Volkssport als das Laufen in der Schweiz. Das ist auch nicht verwunderlich, ist das Laufen die wohl primitivste Sportart. Alles was man braucht, ist ein Päärchen Schuhe, Shirt und Hose. Du kannst es überall ausführen, es ist einfach zu erlernen und die Fortschritte lassen sich auch im Alter sehen. Die Schweiz ist ein Volk von Läufern und die Laufszene wächst ständig weiter. Gelaufen wird der Gesundheit wegen, weil’s einfach gut tut draussen zu sein und sich zu bewegen. Die vielen Volkssläufe animieren natürlich auch das Gruppenerlebnis zu spüren, eigene Grenzen auszuloten und Bestzeiten zu laufen. Die aktuelle Tendenz im Runningbereich in der Schweiz geht klar in Richtung mehr Trail, weniger Strasse, mehr Abenteuer und Erlebnis, Emotionen draussen in der Natur. Der Zeitgedanke und das Knacken von Stundenmarken wie beim Marathon werden zweitrangig.

Erzähl uns doch deine eigene Laufgeschichte.

Mit rund 18 Jahren bin ich zum Laufen, resp. zur Leichtathletik gekommen. Vorher war ich aktiv Eishockeyspieler und im Turnverein tätig. Während ich am Anfang vor allem auf der Bahn als Mittel- und Langstreckenathlet aktiv war, wechselte ich vermehrt auf die Strasse und die Natur. Meine Stärken liegen noch immer bei Läufen welche kraftbetont sind, also z.B. im Berglauf oder Crosslauf. Über Jahre war ich auch aktiver Orientierungsläufer. Mit der Zeit kam dann die Liebe zum Multisport dazu. So konnte ich manchen Gigathlon oder Ironman erfolgreich finishen. Im Moment tendiere ich eher wieder zu „Back to the Roots“, zu mehr Laufen. Es ist halt einfach immer noch die natürlichste Sportart, ich brauche nicht viel Material dazu und kann sie überall wo ich bin, ausüben. Und vor allem komme ich fast überall zu Fuss hin. Ich liebe es auch längere Trainings in den Bergen zu machen – über Stock und Stein, hinauf auf die Berge, die Aussicht und die Ruhe geniessen und wieder runter.

Welches war dein bisher schönstes Lauferlebnis?
Schwierig zu sagen. Ich hatte in meiner bisherigen Sportkarriere sehr viele tolle Laufmomente in Training und Wettkampf. Am emotionalsten war wohl der Zieleinlauf beim Gigathlon Olten 2012, wo ich nach 2 Tagen Wettkampf und fast 24 Stunden Wettkampfzeit als Zweiter einlaufen durfte. Weitere Höhepunkte waren der Finish beim Ironman Hawaii und das Knacken des 24h-Weltrekordes auf dem Laufband zusammen mit 11 Freunden.

Was ist dein nächstes Ziel? Wie bereitest du dich dafür vor?

Grosse Rangziele sind mittlerweile zweitrangig. Vielmehr suche ich mir für die Saison 2017 eine neue Herausforderung in Form eines längeren Trailrunning Wettkampfes in der Schweiz. Welcher ist noch offen.

Welches ist dein Lieblingstraining?

Ich liebe das Training in der Gruppe und gebe selber auch aktiv ein Training beim STB in Bern. Wenn wir dann bis 30 schnelle Jungs und Frauen zusammen ein intensives Training absolvieren, ist das schon ein cooles Ding – Kenian Style halt. Das Lieblingstraining in der Gruppe ist die Binärsession: 1x4min – 2x2min – 4x1min – 8x30s – 16x15s, wobei die Pause jeweils gleich ist wie die Belastung.

Welcher persönlicher Top-Trainingstipp verrätst du uns hier?
Den verrate ich natürlich nur meinen Gold-Athleten! Sehr allgemein und wichtig für Läuferinnen und Läufer jeden Alters: Wer gerne so lange und verletzungsfrei wie möglich die Sportart ausüben möchte und dabei noch schneller werden will, dem empfehle ich in jedem Fall ein regelmässiges Kräftigungsprogramm. Auch regelmässiges Stretching oder Yoga hilft uns unseren Körper geschmeidig zu halten!

Hast du ein Ritual, welches du vor einem Wettkampf durchführst?

Nichts Spezielles. Ein Kaffee eine Stunde vor dem Start, dann ein gutes Warm-Up und ein knappes Einreihen vor dem Start. So ist das Adrenalin dann sicher genügend hoch vom Startschuss weg!

Welcher persönlicher Top-Wettkampfstipp verrätst du uns hier?

Gut vorbereitet an den Start gehen. Sich vorher auch mental mit der Strecke, resp. der Aufgabe vertraut machen. Wer sein Leistungsniveau gut kennt, weiss was er/sie im Stande ist zu laufen und kann das Rennen von Anfang an super einteilen. Die running.COACH Prognosen für Wettkämpfe und die GPS-Uhren sind da natürlich hilfreiche Instrumente.

Achtest du auf deine Ernährung?
Ich versuche mich sehr ausgewogen zu ernähren. Ich starte den Tag jeweils mit einem Müesli mit viel Früchten, Nüssen und Mandelmilch und dazu ein Ei. Das gibt Power für den ganzen Tag.
Welches ist deine Lieblings-Running-Marke?

Ich schwöre schon seit Jahren auf die Produkte von Salomon. Für den Trail und Abenteuertrainings und -wettkämpfe gibt es keine andere Marke die mit so vielen tollen Produkten da steht. Mittlerweile hat Salomon auch Top-Strassenlaufschuhe, die nicht nur schnell sind, sondern auch gut aussehen!
Was war ein spezieller Moment für dich als Running-Coach/ Gold-Coach?
Es gibt unzählige tolle Erlebnisse und Erfolge als Coach. Als Coach ist es immer schön, wenn du deine Athleten so gut kennst und einschätzen kannst, dass sie beim Rennen eine Pacevorgabe laufen und diese dann bis zum Schluss halten können. So werden Bestzeiten gelaufen und positive Emotionen sind garantiert! Das freut mich dann jedes Mal von Neuem!
Weshalb sollte ein User dich als Gold-Coach buchen?

Die Erfahrungen welche ich als Athlet und Coach in allen Laufdisziplinen, auf allen Streckenlängen und Topologien habe, kann ich ungefiltert weitergeben! Ich sehe mich als Partner, um ganz persönliche Ziele auf jedem Laufniveaus zu realisieren. Zusammen auf ein Ziel hinzuarbeiten macht mehr Spass, Erfolgserlebnisse zu teilen noch viel mehr. Ich unterstütze die Athleten bei der Grob- und Detailplanung, helfe bei schwierigen Entscheidungen, motiviere in harten Zeiten und bremse, wenn der Tatendrang zu hoch ist.
Gabriel gibt seine Passion für den Ausdauersport auch an Seminartagen und Trainingswochenenden rund ums Laufen und Trailrunning weiter. Einen Überblick über die Events 2017 gibt es hier. Möchtest du ihn als Gold-Coach buchen – dann findest du hier weitere Infos.

* Gabriel’s Erklärungen zum ENTWEDER ODER

Kaffee oder Tee?

Kaffe am Morgen, Tee am Abend

Sommer oder Winter?

Sommer, aber noch lieber Herbst.

Lauftraining am Morgen oder am Abend?

Abend! Wie war das mit Eule oder Lerche? Ich bin die Eule!

Lauftraining alleine oder in der Gruppe?

Gruppe, macht deutlich mehr Spass!

Laufen im Gelände oder auf Asphalt?

Gelände! Über Stock und Stein, jeder Schritt anders. Das macht Spass!

Laufen mit oder ohne GPS-Uhr?

Tracking mit GPS, während dem Training oft nach Gefühl.

Laufstatistik: ja oder nein?

Ja, es ist immer interessant die Trainings auszuwerten.

Vor-Wettkampfgericht: Pasta oder Reis?

Reis

Wettkampfnahrung: Gel oder Riegel?

Gel

Alternativtraining: Schwimmen oder Rad?

Rad

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Gold-Coach Ingalena Schömburg-Heuck im Interview

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Brauchst du etwas Motivation zum Jahresanfang? Im Interview mit unserem Gold-Coach Ingalena Schömburg-Heuck findest du sie bestimmt. Die diplomierte Sport- und Ernährungswissenschaftlerin ist inzwischen Mama. Als ehemalige Leistungssportlerin (deutscher Meistertitel im Marathon 2010) ist sie jedoch noch immer ständig in Bewegung.

ingalena

Welche Bedeutung hat Laufen in dem Land, wo du lebst?

In Deutschland ist das Laufen sehr beliebt und die Stadtläufe erfreuen sich über mehr und mehr Zuspruch. Laufen ist ein Volkssport – das ist toll!

Erzähl uns doch deine eigene Laufgeschichte.

Laufen gehört schon immer in mein Leben. Als Kind habe ich Handball und Fußball gespielt, war im Tennisteam und bin mit meinem Nachbarn immer wieder gelaufen. Als ich bei Volksläufen als „Kleine“ schon so schnell war wie die „Großen“ kam ein Verein auf mich zu. Mit 14 habe ich dann das Laufen mit Trainer angefangen. Na und mit Erfolg kommt dann auch der Fokus. Irgendwann habe ich mich mehr auf das Laufen konzentriert, wurde mehrfach deutsche Meisterin und bin bei internationalen Crossläufen gestartet. Nach einer Verletzung habe ich dann 2013 mit dem aktiven Laufsport aufgehört, aber lebe nun als Coach das Laufen gefühlt noch intensiver.

Welches war dein bisher schönstes Lauferlebnis?
Puh, es gibt so viele. Eigentlich jeder Lauf. Aber ein besonderes Erlebnis war wohl der Wings for Life World Run, den ich 2015 gewonnen habe. Völlig aus dem Nichts heraus bin ich an den Start gegangen, wollte nur 30 km laufen, aber durch die Euphorie und die Gruppe bin ich plötzlich in der Führungsgruppe gewesen. Und da das spannende an dem Rennen ja ist, dass das Ziel vom „Catcher Car“ bestimmt wird, das die Läufer einholt, war ich immer die Gejagte und wusste nicht, wie weit ich komme. Am Ende waren es knapp 50 km und ich war völlig überrascht. Tolles Gefühl.
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Was ist dein nächstes Ziel? Wie bereitest du dich dafür vor?

Derzeit laufe ich nur nach Gefühl, da mein Sohn Frederik nun erst neun Monate alt ist. Aber das ist auch mal schön. Mein Ziel ist es mich gut zu fühlen, eine Auszeit beim Laufen zu haben.

Welches ist dein Lieblingstraining?

Ich liebe inzwischen kurze intensive Einheiten, wie z.B. ein „laufendes Tabata-Training“, also 10 min einlaufen, dann 4 x 4 min Tabata (20 Sek schnell rennen, 10 Sek locker Traben, 8x wiederholen) mit 2 min Traben. Dann auslaufen. Super!

Welcher persönlicher Top-Trainingstipp verrätst du uns hier?
Qualität vor Quantität. Traut Euch auch mal Gas zu geben und dümpelt nicht immer nur rum!

Hast du ein Ritual, welches du vor einem Wettkampf durchführst?

Inzwischen nicht mehr. Aber was immer wichtig ist: das Essen sollte standardisiert sein. Da würde ich keine Experimente machen!

Welcher persönlicher Top-Wettkampfstipp verrätst du uns hier?

Locker im Kopf, locker in den Beinen. Einfach gesagt, schwer umgesetzt. Aber erinnert Euch immer wieder daran, weshalb ihr das Ganze macht. Für Euch!

Achtest du auf deine Ernährung?
Klar. Ohne Ernährung ist das Training nur halb so effektiv und für die Gesundheit ist gutes, ausgewogenes Essen essentiell. Klar nasche ich, aber ich liebe es gesund zu essen, weil es mir einfach gut tut.
Welches ist deine Lieblings-Running-Marke?
Odlo. Klar! Odlo hat eine exzellente Qualität. Die Produkte halten ewig, passen perfekt und fühlen sich gut an. Außerdem achtet Odlo auf Nachhaltigkeit und produziert z.B. eine Kleiderserie mit Anteilen aus Garnresten. Zudem sind sie in der „Fair Wear Foundation“, die Arbeitsbedingungen sind also kontrolliert. Das finde ich extrem wichtig.
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Was war ein spezieller Moment für dich als Running-Coach/ Gold-Coach?
Als mein Läufer Andreas sein Marathon-Ziel bravurös erreicht hat!
Weshalb sollte ein User dich als Gold-Coach buchen?
Einen Trainer, der immer für den Läufer da ist, ihm Feedback gibt und auch ab und zu mal sanft antreibt ist einfach „Gold wert“. So erreichst Du als Läufer Dein nächstes Ziel viel besser, erfährst noch mehr über Ernährung, Regeneration, Alternativtraining usw. – eben ein ganzheitliches Lauftraining, wie es ideal ist!
Ingalena Schömburg-Heuck hat eine eigene Kategorie auf unserem Blog – neue Beiträge folgen. 

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Gold-Coach Calum Neff im Interview

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Im Oktober lief er den Marathon in Toronto in 2:31.26h, schob dabei einen Kinderwagen vor sich her und stellte nebenbei einen weiteren Weltrekord (seinen zweiter nach dem Halbmarathon-Kinderwagen-Weltrekord) auf: unser Gold-Coach Calum Neff. Der Kanadier lebt in Houston (Texas), ist diplomierter Lauftrainer und gibt uns im Interview einen Einblick in seine Laufgeschichte sowie einige Lauftipps.

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Welche Bedeutung hat Laufen in dem Land, wo du lebst?

Momentan leben wir in den USA, zuvor habe ich aber in vielen anderen Ländern gelebt. Und egal wo auf der Welt, die Running Community heisst einem immer willkommen und ist freundlich.

Die Hauptgruppe der Läufer in den USA macht Laufwettkämpfe, wobei auch viele erst später im Leben einsteigen. Das Problem ist aber, dass es viele ohne Coaching tun und dann Verletzungen haben. Als Coach und Athlet ermutige ich alle zu rennen, aber mit dem richtigen Aufbau: Zuerst geht es um die Distanz (Grundlagen legen) und erst dann kann eine Zeit anvisiert werden. Ein guter und gesunder Aufbau ist viel Wert und bringt viel Freude, mit dem Laufen fortzufahren.

Erzähl uns doch deine eigene Laufgeschichte.

Als Vierjähriger habe ich angefangen zu laufen: Ich startete am Kinderrennen (1km), während mein Dad ein 10km Rennen lief. Noch immer habe ich mein Shirt und die Startnummer von diesem Rennen aus dem Jahre 1988. Während meiner Kindheit war ich an vielen Orten der Welt und habe von der Erfahrung verschiedener Trainer und Teams profitiert und verschiedene Disziplinen ausprobiert. Mit neun Jahren habe ich die klassischen Laufdrills kennengelernt und habe anschliessend an vielen Trail-, Cross-, Bahn- und Strassenrennen teilgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war ich auch das erste Mal schneller als mein Dad: 40 Minuten über 10km. Mit 14 Jahren bin ich mein längstes Rennen (28km) in Australien gerannt. Während der High School und Unizeit habe ich vor allem Crossläufe und Bahnrennen bestritten. Heute renne ich Ultramarathons und Strassenmarathons.

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Welches war dein bisher schönstes Lauferlebnis?
Viel Freude bereitet mir das Lauftraining mit dem Kinderwagen: Meine Leidenschaft mit meinen Kindern teilen und gleichzeitig eine Begleitung haben. Während dem letzten Marathonaufbau habe ich viele wichtige Trainings, auch lange Läufe, mit meinen Töchter gemacht. Am Wochenende sind wir oft aus der Stadt gefahren und haben gemeinsam eine neue Umgebung erkundet, ein besonderes Erlebnis, vor allem für mich und die ältere Tochter, Aley (4 Jahre). Auch sie lernt während diesen Trainings viel (sie fragt immer viele Fragen) und ist draussen in der Natur.
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Was ist dein nächstes Ziel? Wie bereitest du dich dafür vor?

Durch mein gutes Rennen und die schnelle Zeit mit dem Kinderwagen beim Toronto Marathon, lege ich den Fokus auf den Marathon ohne Kinderwagen und will eine schnelle Zeit laufen. Vielleicht möchte ich mich in drei Jahren für das kanadische Nationalteam qualifizieren. Wir erwarten nächstes Jahr unser drittes Kind und ich muss wohl einen weiteren Rekord mit dem Kinderwagen anpeilen. Weiter verfolge ich auch einige Ziele beim Ultralauf. Mit meinen langfristigen Zielen im Hinterkopf werde ich vorerst einige kürzere Distanzen (5km bis Halbmarathon) in Angriff nehmen, bevor ich den Umfang erhöhe für das Marathontraining. So ist übrigens auch das Training meiner Athleten bei running.COACH aufgebaut!

Welches ist dein Lieblingstraining?

Lange Läufe an neuen Orten in den Bergen; über der Baumgrenze; schnell und leicht. Sie sind nicht nur physisch gut, sondern auch mental: Die Stunden verfliegen nur so.

Welcher persönlicher Top-Trainingstipp verrätst du uns hier?
ERHOLUNG: Höre auf deinen Körper und sprich mit deinem Coach, falls du einen hast. Ein Training bei Müdigkeit, Krankheit oder Stress durchziehen, nur weil es auf dem Plan steht, ist eine schlechte Voraussetzung. Durch die richtige Erholung folgen weniger Ausfälle, welche durch Verletzungen oder andere Probleme verursacht werden, und es gibt eine Konsistenz im Training, was dich langfristig weiterbringt.
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Hast du ein Ritual, welches du vor einem Wettkampf durchführst?

Vor einem Rennen habe ich dieselbe Routine wie vor einem Training:  Einlaufen wie immer und kein spezielles Ritual. So weiss mein Körper und mein Kopf, für was ich mich warm laufe, ich kann aber auch flexibel sein, wenn es nicht nach Plan geht.

Achtest du auf deine Ernährung?
Ich handhabe meine Ernährung wie mein Training: Während gewissen Phasen schaue ich sehr genau, was ich esse und manchmal weniger. Aber Protein nehme ich eigentlich nach jedem Training. Sonst mag ich es lieber einfach: Ich trinke, wenn ich durstig bin und esse, wenn ich hungrig bin. Das hilft mir, das richtige Mass zu finden und geht einher mit meinem Tipp oben: Höre auf deinen Körper.
Welches ist deine Lieblings-Running-Marke?
Ich laufe seit drei Jahren in Altra Laufschuhen und habe seither meine besten Leistungen in meiner Karriere erzielt. Seit 16 Jahren laufe ich mit Polar Uhren, was mein pulsorientiertes Training unterstützt.

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Was war ein spezieller Moment für dich als Running-Coach/ Gold-Coach?
Coaching gibt mir dasselbe kribbelnde Gefühl, wenn meine Athleten einen Wettkampf bestreiten und dann noch multipliziert mit der Anzahl Athleten! Und das Trainieren der Kinder bringt mir viel Freude, weil die Kleinen oft alles geben. Meine Goldkunden haben grosse Ziele im Moment: Zwei von ihnen laufen einen Ultramarathon und ich kann es kaum erwarten.
Weshalb sollte ein User dich als Gold-Coach buchen?
Ein guter Coach sollte das Potential eines Athleten erkennen (vielleicht auch etwas, was der Athlet selber gar nicht sieht) und sollte ihn ermutigen, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Bis jetzt habe ich noch keine Person getroffen, der ich nicht zugetraut habe, schneller zu sein und vor allem schneller, als die Person selber denkt. Mit meiner fast 30 Jährigen Lauferfahrung  und meinen individuellen Tipps unterstütze ich sehr gerne Leute, um ihre Ziele zu erreichen.
Calum Neff hat eine eigene Seite mit einem Blog.

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Gold-Coach Ole Srocke im Interview

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Ole Srocke, unser Gold-Coach aus Deutschland, ist Läufer und Triathlet. Im Interview spricht der Sportwissenschaftler mit uns über seine eigene Laufgeschichte und verrät uns seine persönlichen Lauftipps.

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Hallo Ole, erzähl uns doch deine eigene Laufgeschichte.

Mit 19 traf ich bei einem lockeren Läufchen in Lüttich zufällig Alemitu Bekele, damalige belgische Marathonmeisterin, und wir liefen ein paar Kilometer zusammen. Als ich vollkommen platt aber glücklich zu Hause ankam, meldete ich mich für den Hamburg Marathon 2010 an. Alemitu hatte mir gesagt: „Das wird nicht dein letzter Marathon sein..“! Wie recht sie hatte. Auf den Marathon in Hamburg im Jahr 2010 folgten elf weitere Marathons, etliche Volksläufe über 5, 10 oder 21,1 km und ein paar Triathlons.

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Welches war dein bisher schönstes Lauferlebnis?
Sonne, Platz 4 und eine Menge Spaß beim Freiburg Marathon 2014 in meiner Wahlheimat!

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Was ist dein nächstes Ziel? Wie bereitest du dich dafür vor?

Freiburg Marathon 2017 und Challenge Roth 2017 (Langdistanztriathlon). Vorbereitung dafür? Am besten durch Vorfreude-Genießen!!! Im Winter heißt das: Schön viel Grundlage im Wasser und bei langen Läufen. Ein  paar Touren auf dem Mountainbike, um das Gefühl auf dem Rad nicht zu verlieren. Aber im Januar und Februar wird’s dann ernst mit der Marathonvorbereitung, also: LAUFENLAUFENLAUFEN. Ab April heißt es dann: Mehr auf’s Rad… Touren im Schwarzwald, in den Vogesen und in der Rheinebene wechseln sich mit herrlichen Läufen und ein paar Kurzdistanz-Triathlon-Wettkämpfen ab!

Welches ist dein Lieblingstraining?

Ich laufe eigentlich alles gerne. Lange Läufe liebe ich, weil man gut rumkommt. Auf der Bahn ist meine Lieblingseinheit 20x400m mit 200m Trabpause!

Welcher persönlicher Top-Trainingstipp verrätst du uns hier?
Ist kein sicher kein Geheimnis, aber damit Training funktioniert, muss ich so richtig BOCK drauf haben! Freu dich AUF dein Training, freu dich BEIM Training, dass du trainierst, und freu dich NACH dem Training ÜBER das Training! Und wenn ich mal keinen Bock hab, freue ich mich einfach auf NACH dem Training :)!

Hast du ein Ritual, welches du vor einem Wettkampf durchführst?

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Jeder Wettkampf ist anders, deshalb höre ich vor jedem Wettkampf neu auf meinen Kopf und meinen Körper. Was brauche ich? Das mache ich dann!

Welcher persönlicher Top-Wettkampftipp verrätst du uns hier?

Nicht verrückt machen (lassen). Vor Wettkämpfen Zweifel an der Form oder am Training? Kopfsache. Drei Tage vor dem Wettkampf tut der Fuß weh? Kopfsache. Am Abend vorher kratzt der Hals? Kopfsache. Ruhig bleiben. Und beim Wettkampf zeigen, was du drauf hast!

Achtest du auf deine Ernährung?
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Ja. Im Grundlagentraining funktioniert bei mir LowCarb sehr gut (Kohlenhydrate nur über Obst und Gemüse aufnehmen). Lieblingsessen: Frisches Obst mit Leinsamen, geriebener Vanille und ein wenig Stevia.
Welches ist deine Lieblings-Running-Marke?

ON Running.

Was war ein spezieller Moment für dich als Running-Coach/ Gold-Coach?

Als mein erster „Schützling“ seine Marathonzielzeit um 20 Minuten unterbietet.

Weshalb sollte ein User dich als Gold-Coach buchen?

Ganz einfach: Weil ich Freude daran habe, dich zu trainieren und zu unterstützen. Hier kannst du Ole buchen.

* Oles Erklärungen zum ENTWEDER ODER

 Kaffee oder Tee?

Ingwertee

Sommer oder Winter?

Immer das, was gerade kurz bevorsteht 🙂

Lauftraining am Morgen oder am Abend?

Ich bin Frühaufsteher!

Lauftraining alleine oder in der Gruppe?

Alleine oder mit meinem besten Freund!

Laufen im Gelände oder auf Asphalt?

Beides.

Laufen mit oder ohne GPS-Uhr?

Mal so mal so.

Laufstatistik: ja oder nein?

Ja.

Vor-Wettkampfgericht: Pasta oder Reis?

PASTA!

Wettkampfnahrung: Gel oder Riegel?

Gel!

Alternativtraining: Schwimmen oder Rad?

Rad, Rad, Rad!!!

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