Léonie von Tavel am Swissalpine Marathon Davos

Vorbereitung in der Hitze

Stur wie immer hielt ich mich trotz Rekord-Juli-Hitze an den Trainingsplan des running.COACH und absolvierte meine Trainings gemäss Plan. Jedoch verlegte ich meine Trainings auf den Morgen in der Früh (Start jeweils so um 7 Uhr) und schraubte die Trainings um 1-2 Stufen herab. Aber die Hitze machte mir spürbar zu schaffen. Praktisch bei jedem Lauf fiel ich mindestens einmal hin. Wie eine Kollegin von mir sagt, galt aber auch für mich: „Aufstehen, Krone richten, weiter machen.“

Angenehm kühl in „der höchsten Stadt der Alpen“

Bereits eine Woche vor dem Swissalpine-Start reisten wir nach Davos. Bei diesen Unterlandtemperaturen war es ein Genuss, sich in den kühleren Höhen zu bewegen und die Luftveränderung machte mir überhaupt nicht zu schaffen. Am 2. Tag machte ich einen gemütlichen Dauerlauf auf einem Teil der Strecke vom Wettkampftag und stimmte mich somit auf Rennen und Klima ein.

Wanderung mit 1200 Höhenmetern

Schon lange war für diese Ferien als Familienevent geplant, dass wir von Davos über die Strelaalp nach Arosa wandern würden. Auf dieser Wanderung merkte ich, was für eine gute Grundkondition ich nun habe. So machte mir der Aufstieg trotz schwerem Rucksack keinerlei Mühe. Der Abstieg jedoch war umso beschwerlicher, weil ich mich im in der Nacht von einem Gewitter ausgewaschenen und sehr steilen Gelände sehr unsicher fühlte. Aber schlussendlich kamen wir am Ziel an und waren alle Stolz darauf. Davos-Arosa sind Luftlinie ca. 12 km voneinander entfernt. Umso beeindruckender war es, dass wir mit dem Zug zurück tatsächlich über 2.5h fahren mussten (Arosa-Chur-Tiefenkastel-Filisur-Davos).

Der Swissalpine

Hätte mir jemand von einem Jahr gesagt, dass ich dieses Jahr mind. an drei Wettkämpfen mit meinen Jungs starten würde, hätte ich (etwas traurig) gelächelt und das nicht für möglich gehalten. Aber wie schon am GP in Bern und am „Quer dür Wohle“ starteten wir wiederum alle drei am Swissalpine in Davos. Wir staunten, wie viele Pfüdis, Minis, Midis, Maxis und Teens am Freitag am Start waren und wie die alle rannten!

Bereit für den Wettkampftag

Bereit für den Wettkampftag

Am Samstag stand ich dann vor 6 Uhr auf und ass zuerst mal ein gutes Frühstück. Dann machten mein Mann und ich uns auf, um den Start des K78 um 7Uhr mitzuerleben. Das war dann auch ein sehr emotionaler Moment mit berührender Musik, Helikopter in der Luft und vielen vielen Leuten. Auf der Promenade durch Davos konnten wir dann die LäuferInnen nochmals anfeuern und staunten, wie das Feld nach 10 Min. schon in die Länge gezogen war… Dann ging es zurück in unsere Wohnung und ich ass mein zweites Frühstück. Bis ich dann um 10.10 startete, spielten wir, was mich etwas von meiner Nervosität ablenkte.
Es war ideal, dass ich einfach von der Wohnung aus loslaufen und mich so gleich aufwärmen konnte. Und dann ging es bei idealen Wetterbedingungen los auf die knapp 10km-Strecke: Davos-Clavadell-Davos mit einem Anstieg von 200 Höhenmetern.

Das Rennen

Der RC berechnete mir dafür eine Zeit von 1h und 8min. Mein eigenes Ziel war es, in weniger als 60Min die Strecke zu absolvieren. So viel vorne weg: Den RC habe ich geschlagen, mich selber auch… Ich wusste, dass die ersten 4km flach waren und schaffte es,  in 6min/km zu laufen. Den Aufstieg und der 2. Teil der Strecke kannte ich nicht genau. Und so wusste ich auch nicht, wie happig der Aufstieg war! Für diesen Aufstiegs-km brauchte ich dann auch inkl. Verpflegung fast 12Min. und verfehlte daher mein eigenes Ziel. Die 2. Hälfte des Rennens ging es auf einem zuerst engen, dann etwas breiteren Waldweg (volle Konzentration war gefragt!) immer leicht bergab. Da gab ich alles und zwischendurch kam ich mir fast vor wie eine Eule, die durch den Wald gleitet (Endorphine lassen grüssen;-). Es war herrlich. Und wieder auf der Strasse und dem letzten km rannten wie schon beim GP meine Jungs nebenher und meine Schwiegermutter begleitete mich auf dem Velo bis ins Ziel. Mit einer Zeit von 1h und knapp 5min kam ich sehr zufrieden und keineswegs ausgekotzt als 123 von 226 gestarteten Frauen beim K10 ins Ziel. Damit bin ich extrem zufrieden!

Glücklich im Ziel

Glücklich im Ziel

Und sonst?

Ganz persönlich fand ich sehr toll, dass man für jeden der verschiedenen Läufe sehr viel Zeit hatte. Bei Bedarf konnte man es also auch gemütlich angehen, was offensichtlich auch in Anspruch genommen worden war. Es gab Teilnehmer, die für den K10 fast 2h brauchten, was aber niemanden störte. Alle im Ziel wurden persönlich gefeiert!
Die ersten der Kategorien K21, K42 und schlussendlich K78 nahmen es alles andere als gemütlich, sahen aber im Ziel auch nicht allzu abgekämpft aus. Hier hat mich natürlich die Leistung von Jasmin Nunige sehr beeindruckt.
Sagen wir der Krankheit Multiple Sklerose weiterhin den Kampf an und sind stolz auf unsere Leistungen an so grossartigen Events!

Verdienter Lohn für die harte Arbeit

Verdienter Lohn für die harte Arbeit

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