Jonas Kiefer: Halber Marathon – volle Laufwoche

Da stand er also vor der Tür: der Hallwilerseelauf. Mein dritter Halbmarathon und nach dem Forchlauf und dem Zermatt Halbmarathon mein erster wirklich flacher. Die Vorbereitung war ganz im Gegenteil zu den 10km in Basel wieder seriös. Mit der Familie im Gepäck ging es in Richtung Beinwil bei frischem, aber gutem Laufwetter. Wie immer nahm ich mir Zeit fürs entspannte Aufwärmen und stellte mich in meinen Startblock. Ich hatte gute Beine und fühlte mich entspannt vor dem Start. Trotzdem wusste ich, dass die Renneinteilung sehr wichtig wird, denn der Hallwilerseelauf hat seine Tücken. Eine wartete bereits direkt nach dem Start. Die ersten ca. 2.5km gehen runter Richtung See. Ich habe mir vorgenommen mich davon nicht aus der Ruhe zu bringen und mich schön auf meinen Rhythmus zu konzentrieren. Um mich herum sprinteten viele förmlich den Berg runter, ich riss mich aber zusammen und liess es einfach laufen ohne grosse Anstrengung, aber in zügigem Tempo.

Bereits nach 5km sah ich die ersten wieder, die das Rennen viel zu schnell angegangen sind. Ich habe mein Tempo stets gut halten können und das nach wie vor ohne zu grosse Anstrengung. Die Kilometer flogen nun förmlich an mir vorbei. Ich lief beim Delphin bei 10KM mit 49:02 vorbei und war in meinem persönlichen Fahrplan. Wie von Gabriel Lombriser empfohlen nahm ich dort mein erstes Gel zu mir und spülte es mit Wasser runter. Auf das isotonische Getränk hatte ich verzichtet, da er meinte, dass es alles andere als für seine gute Verträglichkeit bekannt wäre.

Ab Kilometer 14 fing dann aber der Halbmarathon an einer zu werden. Es wurde schwieriger, das Tempo zu halten. Einerseits weil die Strecke grösstenteils auf Naturstrassen verläuft, was generell schon etwas mehr Kraft braucht, andererseits hatte der zweite Teil immer wieder kleine Steigungen, die den Rhythmus gebrochen haben. Ebenfalls gab es immer wieder mal Teile, an denen man dem teilweise starken Wind ausgesetzt war. Trotzdem liefen die Kilometer immer noch schnell an mir vorbei und die letzten drei KM’s habe ich auf die Zähne gebissen und durchgezogen. Ich landete mit 1:46.44 im Ziel, was einem Schnitt von 5:03 pro KM entspricht. Damit war ich sehr zufrieden. Ich hatte alles gegeben, dass zeigten mir auch meine Beine im Ziel… Der Lauf ist trotz der Negativhöhenmeter nicht ganz einfach zu laufen. Es ging aber absolut perfekt auf. Auch wenn ich etwas langsamer wurde im zweiten Teil, so habe ich doch in meiner Kategorie 40 und overall noch 250 Plätze gut gemacht ab dem Delphin (10km). Meine Einteilung war also sehr gut und das Überholen hilft der Motivation natürlich ungemein.

Jonas Kiefer im Ziel des Hallwilerseelaufes: Müde, aber zufrieden!

Jonas Kiefer im Ziel des Hallwilerseelaufes: Müde, aber zufrieden!

Ich muss wirklich sagen, dass der Hallwilerseelauf ein sehr schöner Halbmarathon ist, mit einer sehr abwechslungsreichen und spannenden Strecke. Das hat Spass gemacht. Spass gemacht hat auch, dass meine Familie mich trotz den kühlen Temperaturen im Ziel empfangen hat. Ebenfalls war es cool, endlich mal den Valentin Belz persönlich kennen zu lernen. Hatte er doch eigentlich das erste halbe Jahr uns running.COACH Teammitglieder betreut. So besuchte ich ihn und Philipp Boppart von Datasport nach dem Zieleinlauf noch kurz. Mit Philipp habe ich vor 15 Jahren Handball gespielt. So kreuzen sich halt wegen dem Laufen immer wieder die Wege. Es verbindet halt doch, auch wenn es ein Einzelsport ist.
Doch etwas frage ich mich an den grösseren Volksläufen immer wieder. Warum laufen Menschen mit den Kopfhörern im Ohr? Beim Hallwilerseelauf standen wirklich über die ganze Strecke tausende von Leuten verteilt. Es gab kaum 200 Meter ohne irgendwelche kleine Gruppe, die einen anfeuerten. Warum dann die Abschottung? Ist nicht genau das, was es ausmacht an diesen Volksläufen? Zudem finde ich persönlich bei einem grossen Lauf, bei dem man immer viele Läufer um sich rum hat auch nicht fair den anderen gegenüber. Wer mit Kopfhörern im Pulk läuft kriegt das Drumherum nicht gut mit und das wäre wichtig. Verhindert es doch zum Beispiel auch Stürze. Im Training mag ich die Kopfhörer ja noch nachvollziehen, obwohl ich nie mit Musik laufe, aber bei einem Lauf habe ich dafür wirklich kein Verständnis. Ebenfalls habe ich kein Verständnis dafür, dass bei einem Lauf, der auf vielen engen Wegen stattfindet, man zu zweit nebeneinander Laufen muss, so dass garantiert niemand überholen kann. Ich finde allgemein, dass die Rücksichtsnahme an den Läufen doch eher abnehmend ist. Das sollte sich schleunigst ändern, finde ich. Fair Play ist da angesagt. Habt Ihr auch solche Erfahrungen?

Die Tage nach dem Lauf hatte ich doch ziemlichen Muskelkater. Doch ab Mittwoch ging es bereits fleissig weiter. Ich hatte ein Lauftechnik-Training mit der Profi-Triathletin Lina-Kristin Schink auf dem Programm. Es war wirklich sehr spannend und ich werde das in Zukunft weiterhin regelmässig machen, damit man auch neue Impulse und etwas Abw

echslung erhält. Ich muss aber zugegeben, dass mein Muskelkater nach einer Stunde Training mit ihr doch wieder ziemlich zu spüren war… Ich habe also noch Luft nach oben. In der gleichen Woche habe ich auch noch neue Laufschuhe gekauft… Ach, es gäbe so viel zu erzählen. Deswegen bis zum nächsten mal.

Ich halte Euch auf dem Laufenden.

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