Schütze deine Augen

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Die meisten Leute kennen die kurzfristigen Gründe für das  Tragen einer Sonnenbrille: UV-Schutz, Blendschutz, Wind- und Staubschutz. Nicht zu vergessen sind auch die kosmetischen Gründe, die für den einen oder die andere fürs Brille-Tragen sprechen.

Für eine Brille gibt es viele Einsatzmöglichkeiten
Für eine Brille gibt es viele Einsatzmöglichkeiten

Leider wird die langfristige Einwirkung von Licht auf das Auge zu wenig thematisiert. Da wir heutzutage generell älter werden, muss unsere Netzhaut immer länger durchhalten. Wie überall im Körper zeigen sich auch da die im langen Leben gemachten Fehler.
Die altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) ist momentan erst in kleinen Kreisen ein Begriff. Die genauen Ursachen sind noch nicht ganz erforscht, aber bis jetzt heisst es, man soll die Augen so früh und so viel wie möglich vor Lichteinstrahlung schützen. Eine Therapie gegen AMD gibt es bis jetzt nämlich noch nicht, der entstandene Schaden kann höchstens begrenzt werden. Ist man von der AMD betroffen, verliert man die zentrale (sehr wichtige) Sehschärfe. Obwohl man nie ganz erblindet, ist man funktional stark beschränkt / behindert. So kann man nicht mehr oder kaum noch lesen und auch die Gesichter erkennt man nur noch schwer.

Eine gute Brille schützt vor bösen Überraschungen
Eine gute Brille schützt vor bösen Überraschungen

Für alle, die viel draussen sind (wie wir Läufer), ist es also stark zu empfehlen, eigentlich immer eine gut abdeckende (Sonnen)-Brille zu tragen und nicht zu warten, bis man z.B. 65 Jahre alt ist und die Diagnose AMD schon hat (ca. 10% betroffen!). Es geht hier um langjährige Einstrahlung, gewöhnt euch dran!

Dieser Blog wurde von Jos Beersma, Dipl. Augenoptiker SBAO verfasst.

Laufen ist die beste Medizin

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Wenn es einer wissen muss, dann er. Haile Gebrselassie hat in seiner Laufbahn  26 Weltrekorde aufgestellt, dominierte als mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister ein Jahrzehnt lang die Distanzen von 3000 Meter bis 10.000 Meter und war von 2007 bis 2011 Inhaber des Weltrekordes im Marathon. Der mittlerweile 40-jährige Ausnahmeathlet ist aber weit mehr als ein Sportler. In seiner Heimat hat er als Unternehmer Arbeitsplätze für mehr als 1000 Mitarbeiter geschaffen und beabsichtigt, ab 2015 in die Politik einzusteigen, um das Land voranzutreiben.

Haile Gebrselassie hat das Leben dank dem Laufsport im Griff
Haile Gebrselassie hat das Leben dank dem Laufsport im Griff

„Laufen ist die einzige Wahl, um zu überleben“, sprudelt es aus dem Mund des redegewandten Läufers. Er hat erkannt, dass sich die Menschen mit falscher Ernährung und zu wenig Bewegung in einer Sackgasse befinden. „Laufen und Schwitzen klärt die Gedanken, bringt neue Ideen. Das schafft man weder mit Dusche noch mit Seife.“ Aber nicht nur dies, „Laufen ist eine Lebensschule, fördert die Disziplin und lernt jeden einzelnen, etwas konsequent zu machen.“

Dank neuer Schuhtechnik glaubt er an eine weiter an Leistungssteigerung
Dank neuer Schuhtechnik glaubt Haile weiter an Leistungssteigerung

Seine Disziplin führte ihn verbunden mit harter Arbeit zu grossen Zielen. Noch heute läuft er schnell, sehr schnell sogar. Am vergangenen Samstag hat er dies in Bern getan und in überlegener Manier den Grand Prix von Bern gewonnen. Wer ihn laufen sah, hat festgestellt, dass das Laufen für Haile Gebrselassie eine Passion ist. Das Ende seiner Wettkampfkarriere ist noch nicht in Sicht, ein Tag ohne Laufen sowieso nicht: „Ein Tag ohne zu laufen ist ein verlorener Tag!“

Die Erholung ist der Schlüssel zum Erfolg

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Im letzten Beitrag haben wir erfahren, dass Erholung im Trainingsprozess eine wichtige Rolle spielt und in der Trainingsplanung entsprechend berücksichtigt werden muss. Einerseits ist es wichtig zu verstehen, dass nicht jedes Training eine gleich lange Erholungsphase erfordert, anderseits bestimmt die Erholungsfähigkeit, wann wir einen nächsten Trainingsreiz zur Verbesserung unserer Leistungsfähigkeit setzen können. Das bedeutet, je schneller wir uns von einem Trainingsreiz erholen, desto früher können wir wieder ein Training in diesem Bereich planen und erzielen entsprechend schneller oder langsamer Leistungsfortschritte. Vergleichend dazu die folgende Abbildung mit dem Zeitpunkt für den optimalen nächsten Trainingsreiz bei langer Regenerationsphase (blau) und bei schnellerer Erholung (grün). Beachte auch, wo der Athlet mit der blauen Kurve steht, wenn der grüne bereits wieder trainieren sollte.

Trainingszeitpunkte für unterschiedlich lange Regenerationszeiten
Trainingszeitpunkte für unterschiedlich lange Regenerationszeiten

Wie schnell wir uns von einem bestimmten Trainingsreiz erholen können, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Dabei spielt das Leistungsniveau eine wichtige Rolle. Eliteathleten weisen nicht nur ein höheres Leistungsniveau auf, sondern erholen sich von einem Trainingsreiz auch schneller als ein Hobby-Läufer. Aus diesem Grund sind sie in der Lage mehr Trainings im gleichen Zeitraum zu absolvieren. Zudem ist die Erholungsfähigkeit individuell verschieden aufgrund der persönlichen Körperkonstitution. Weitere Faktoren sind Alltagsbelastungen wie Beruf, Familie oder andere Verpflichtungen. Sowohl der Profi wie auch der Gelegenheitsläufer kann durch gezielte und geplante Massnahmen die Erholungsfähigkeit positiv beeinflussen.

Aktive und passive Regeneration
Grundsätzlich kann zwischen aktiven und passiven regenerationsfördernden Massnahmen unterschieden werden. Aktive regenerative Massnahmen meinen dabei alle leichten Ausdauerformen wie zum Beispiel Laufen, Radfahren oder Schwimmen, die im Anschluss an ein Training oder einen Wettkampf sowie am Tag danach ausgeführt werden. Sie haben das Ziel, durch den erhöhten Blutfluss bei leichter Herzkreislaufaktivierung Stoffwechselabfallprodukte schneller aus dem Körper abzutransportieren. Das beinhaltet das ausführliche Auslaufen mit lockerer Intensität oder ein regenerativer kurzer Dauerlauf („Regeneration“) am Tag nach einer intensiven Belastung.
Ein Beispiel, das für eine aktive Regeneration spricht, ist die Laktateliminationskurve nach einer 4-minütigen maximalen Belastung bei aktiver oder passiver Erholungsgestaltung. Bei einer aktiven Erholungsgestaltung durch lockeres Laufen mit einer Intensität von 40-50% der maximalen Sauerstoffaufnahme wird die Halbierung des Belastungslaktats bereits nach 5min erreicht, im Gegensatz zu passiver Erholung, bei welcher es 15min dauert, bis das Blutlaktat die halben Werte aufweist.

Laktathalbwertszeit bei aktiver und passiver Erholung
Laktathalbwertszeit bei aktiver und passiver Erholung

Neben der aktiven Erholung gibt es viele weitere passive Massnahmen, die die Erholungsfähigkeit nach einer Trainingseinheit oder einem Wettkampf positiv beeinflussen können. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick darüber:

Verschiedene passive Möglichkeiten der Erholungsförderung
Verschiedene passive Möglichkeiten der Erholungsförderung

Dieser Blog wurde von Beat Zimmermann, Sportlehrer und Sportwissenschaftlicher Mitarbeiter des Sportmedizinischen Zentrums Bern-Ittigen verfasst.

Ruhe ist auch Training

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Das Trainingsjahr ist bereits weit fortgeschritten. Erste Wettkämpfe wurden absolviert oder stehen in den nächsten Wochen unmittelbar bevor. Auf die Ernstkämpfe hin werden die Trainings für gewöhnlich stetig etwas intensiver und die Gesamtbelastung für den Körper dadurch grösser. Die Erholung von einem Training oder einem Wettkampf wird deshalb zu einem wichtigen Faktor.
Bei der Planung des Trainingsprozesses wird meist über die richtige Trainingsbelastung diskutiert. Die Erholung oder Regeneration geht dabei oftmals etwas vergessen oder wird jedenfalls nicht gleich systematisch geplant wie die Belastung. Dies, obschon sie eine wichtige Funktion auf dem Weg zu einer Leistungsverbesserung darstellt.

Der Erholung nach Belastungen soll genügend Zeit eingeräumt werden
Der Erholung nach Belastungen soll genügend Zeit eingeräumt werden

Ein gut gewählter Trainingsreiz bewirkt, dass der Körper, welcher sich in einem ständigen Auf-, Ab- und Umbauprozess befindet, auf den Trainingsreiz adäquat reagiert. Die Gene, die für die Entwicklung der belasteten Organe oder Muskeln zuständig sind, werden durch hormonelle Regulation zu vermehrtem Aufbau der entsprechenden Proteine angeregt. Diese sogenannten anabolen Prozesse finden hauptsächlich während der Erholungsphase statt. Durch Training wird also ein bestehendes Gleichgewicht zwischen katabolen (abbauenden) und anabolen (aufbauenden) Prozessen so beeinflusst, dass in den Erholungsphasen nach dem Trainingsreiz Anpassungsprozesse wie beispielsweise der Aufbau von Muskelmasse, die Bildung von zusätzlichen neuronalen Verknüpfungen oder die Stärkung des Sehnen- und Bandapparats in Gang gesetzt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass nicht alle Anpassungsprozesse gleich viel Zeit in Anspruch nehmen. Zudem ist es wichtig, dass der nächste Trainingsreiz nicht zu früh gesetzt wird, wenn die Anpassungsprozesse noch nicht abgeschlossen sind. Die Folge eines zu frühen oder zu intensiven Reizes ist eine Überforderung des Körpers, wodurch statt einer Leistungsverbesserung eine Stagnation oder sogar eine Leistungsverminderung eintritt. Zu beachten gilt, dass auch Adaptionen im negativen Sinn in Form von Leistungsstagnation oder sogar –einbusse eintreten können, sofern Trainingsreize ausbleiben oder die Pause zwischen zwei Reizen zu lange gewählt wird. Am Beispiel der Einlagerung von Kohlenhydraten (Glykogen) in den Muskeln und der Leber kann dieses Prinzip einfach aufgezeigt werden. Vergleiche dazu folgende Abbildungen.

Auswirkungen der Erholungszeit auf die Leistungsfähigkeit
Auswirkungen der Erholungszeit auf die Leistungsfähigkeit

Unser Körper wird während dem Training belastet und die Glykogenreserven ausgeschöpft. Das heisst, die Leistungsfähigkeit wird verringert. Nach Beendigung des Trainings erfolgt die Regenerationsphase, in der die Speicher wieder aufgefüllt werden. Als Vorbereitung auf einen erneuten Trainingsreiz werden die Depots nun sogar leicht über das Ausgangsniveau gefüllt, die sogenannte Superkompensation. Die Leistungsfähigkeit hat sich in diesem Sinne verbessert. Zum Zeitpunkt der maximalen Anpassung erfolgt sinnvollerweise der nächste Trainingsreiz damit die Leistungsverbesserung kontinuierlich gesteigert wird. Erfolgt der nächste Trainingsreiz zu früh oder zu spät erfolgt keine Verbesserung oder im schlimmeren Fall sogar eine Leistungseinbusse. Wie lange die Regenerationsphase für die einzelnen Adaptionsprozesse dauert, ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Leistungsniveau, der Konstitution und natürlich auch vom Trainingsreiz selber ab. In untenstehender Tabelle sind für einige Adaptionsprozesse ungefähre Zeiten bis zur vollständigen Regeneration angegeben. Das heisst, in diesem Zeitraum sollte kein neuer gleicher Trainingsreiz gesetzt werden. Dies schliesst jedoch nicht aus, dass Trainingsreize in einem anderen Bereich möglich sind.

Wie lange dauert es, bis welcher Speicher wieder gefüllt ist?
Wie lange dauert es, bis welcher Speicher wieder gefüllt ist?

Regenerationszeiten von verschiedenen Trainingsformen im Laufbereich

Die Dauer für die vollständige Erholung in Abhängigkeit der Trainingsform
Die Dauer für die vollständige Erholung in Abhängigkeit der Trainingsform

Wann und vor allem welches Training als nächstes stattfinden kann, hängt also einerseits von der schnellen Erholungsfähigkeit und anderseits vom entsprechenden Trainingsreiz ab. Daraus ergibt sich ein komplexes Planungskonstrukt für eine optimale Leistungsentwicklung. Der running.COACH übernimmt diese Funktion für dich, indem er dir nicht nur die Intensität und Dauer des Belastungsreizes vorschlägt, sondern auch darauf achtet, dass die entsprechenden Trainingsreize zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Reihenfolge gesetzt werden. Die richtige Erholungszeit wird so gewährleistet. In einem nächsten Beitrag gehen wir der Frage nach, wie man die entsprechenden Regenerationszeiten durch verschiedene Methoden positiv, sprich verkürzend beeinflussen kann.

Dieser Blog wurde von Beat Zimmermann, Sportlehrer und Sportwissenschaftlicher Mitarbeiter des Sportmedizinischen Zentrums Bern-Ittigen verfasst.

Smarte Planung mit Hilfe aussagekräftiger Leistungstests – Teil 2

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In Teil 1 habe ich über die smarte Zielformulierung berichtet. In Teil 2 soll näher auf Leistungstests eingehen: Dem Sportler stehen nämlich verschiedene Formen der Leistungsüberprüfung zur Verfügung. Welche Methode angepasst ist, hängt von den individuellen Bedürfnissen und der Absicht der einzelnen Personen ab. Die Formen der Leistungsüberprüfung reichen von jährlich wiederkehrenden Wettkampfresultaten oder einer persönlichen Testrunde über Testverfahren für grössere Sportgruppen wie den 4x1000m- oder Conconi-Lauftest. Laboruntersuchungen mit stufenweiser Ansteigung der Laufbelastung unter gleichzeitiger Aufzeichnung der Herzfrequenz, Laktatwerte oder sogar Atemgasparameter liefern weitere zusätzliche Informationen. In untenstehender Grafik sind einzelne gängige Testformen mit  Vor- und Nachteilen aufgeführt.

Vergleich der gängigsten Leistungstests
Vergleich der gängigsten Leistungstests

Der Laktatstufentest liefert einem Läufer oder einer Läuferin, neben einer Standortbestimmung der aktuellen maximalen Leistungsfähigkeit, bei einer regelmässigen Wiederholung aufschlussreiche Informationen zur Entwicklung der Leistungsfähigkeit und deckt vorhandenes Potential und Stärken des Athleten auf. Aus der gleichzeitigen Aufzeichnung der Leistung, der Laktatbildung und der Herzfrequenzkurve können Sportwissenschaftler alle wichtigen Erkenntnisse für die Trainingssteuerung ableiten und Trainingsempfehlungen für die jeweiligen Intensitätsbereiche individuell abgeben. Durch die Bestimmung der aktuellen individuellen anaeroben Schwellengeschwindigkeit (maximale Laufgeschwindigkeit ohne eine übermässige Übersäuerung einzugehen) können Aussagen gemacht werden über die Leistungsfähigkeit von Laufsportlern im Langstreckenlaufbereich. Dadurch sind Wettkampfprognosen und renntaktische Ratschläge möglich.

Schematische Auswertung eines Laktatstufentests
Schematische Auswertung eines Laktatstufentests

Dieser Blog wurde von Beat Zimmermann, Sportlehrer und Sportwissenschaftlicher Mitarbeiter des Sportmedizinischen Zentrums Bern-Ittigen verfasst.

Smarte Planung mit Hilfe aussagekräftiger Leistungstests – Teil 1

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Mit dem Wechsel des Kalenderjahres von 2012 auf 2013 hat für die meisten auch eine neue Saison und ein neues Laufjahr begonnen. Für viele ist es der Moment, sich neue Ziele zu setzen, die für das tägliche Training motivieren. Ziele sind ein wichtiger Baustein als Ansporn und Motivation für ein regelmässiges Training. Dabei spielt es keine Rolle, ob mein Anspruch als Läufer oder Läuferin ein bestimmtes Leistungsziel wie beispielsweise eine persönliche Bestleistung am GP Bern ist, oder ob ich mir vornehme im neuen Jahr etwas Gutes für meine allgemeine Gesundheit zu tun.

Wie kann ich mir sinnvolle Ziele setzen?

Bei einer Zielsetzung wird unterschieden in kurz-, mittel und langfristige Ziele:

  • kurzfristig: ein Training- oder Wettkampfziel
  • mittelfristig: ein Trainingszyklus- oder Saisonziel
  • langfristig: ein Karriere- oder Mehrjahresziel
Der Planungsprozess als Basis der Vision
Der Planungsprozess als Basis der Vision

 
Dabei ist darauf zu achten, dass Ziele positiv formuliert werden und durch mich persönlich beeinflusst werden können. Überprüfe mit den „SMART“- Kriterien ob deine Ziele sinnvoll gewählt sind:
S = sinnvoll => Ich erkenne den Nutzen des Ziels und steigere dadurch meine Motivation.
= messbar => Es kann zweifelsfrei festgestellt werden, ob das Ziel erreicht wurde.
A = anspruchsvoll und attraktiv => Das Ziel stellt eine Herausforderung dar und scheint lohnend zu sein.
R = realistisch => Das Ziel ist erreichbar, fordernd aber nicht überfordernd.
T = terminiert => Das Ziel ist innerhalb einer bestimmten Frist erreichbar und überprüfbar.
Wie stelle ich fest, wo ich im Moment stehe? Was sind für mich realistische Ziele? Mache ich Fortschritte im Training? Hat sich meine Leistungsfähigkeit verbessert? Habe ich meine Ziele erreicht? Wo habe ich noch Potential für weitere Fortschritte?
Auf alle diese Fragen erhält man eine Antwort, wenn man den Trainingsprozess regelmässig mit sogenannten Leistungstests überprüft und schwarz auf weiss erkennt, wie es um die aktuelle Leistungsfähigkeit steht. Dadurch erhält man zudem eine Rückmeldung, ob das Training die erwünschte Wirkung erzielt. Je nach Leistungstest können zusätzlich Trainingsempfehlungen für einen nächsten Trainingsplan abgeleitet werden, sowie Stärken oder Schwächen des Athleten erkannt werden. Komplexere Tests erlauben es zudem, individuelle und persönliche Trainingsbereiche für die Steuerung der Trainingsintensität genau festzulegen und eine Prognose für anstehende Wettkämpfe abzuleiten.

Was gibt es für Leistungstests?

Am 1. Februar folgt die Fortsetzung des von Beat Zimmermann, Sportlehrer und Sportwissenschaftlicher Mitarbeiter des Sportmedizinischen Zentrums Bern-Ittigen verfassten Blog.

Schnupfen, Erkältung, Fieber – wie weiter?

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Obwohl die Tage bereits wieder länger werden, befinden wir uns nach wie vor in der Winterzeit. Die vierte Jahreszeit ist eine Zeit, in der es gehäuft zum Auftreten von Infekten insbesondere der oberen Atemwege kommt!
Was ist im Einzelfall zu tun: Generell ist sportliches (Ausdauer-)Training im Winter als ungefährlich einzustufen und unbedingt zu empfehlen. Damit es zu keinen krankheitsbedingten Unterbrüchen kommt, ist auf adäquate – am besten ‚funktionelle‘ – Kleidung sowie genügend Flüssigkeitsaufnahme (trotz der Kälte!) zu achten. Besonders lange und hochintensive Trainings sowie das Auskühlen während und vor allem nach dem Training sollte vermieden werden. Bei tiefen Minustemperaturen gilt es die Atmung, beziehungsweise die Intensität anzupassen: Um einem Anstrengungsasthma vorzubeugen, sollte insbesondere das Aufwärmen genügend lange durchgeführt werden. Dabei soll unbedingt durch die Nase geatmet werden, damit die eingeatmete Luft in der Nase und in den oberen Atemwegen vorgewärmt wird. Wird das anschliessende Training intensiver, hilft ein Tuch vor dem Mund, das die kalte Luft wärmt.
Durch die kühlen Aussentemperaturen und durch Veränderungen im Immunabwehrsystem kommt es bei Ausdauerathleten gehäuft zu Infektionen der oberen Atemwege mit Schnupfen, Husten und Halsschmerzen, was man gemeinhin als ‚Erkältung‘ oder ‚common cold‘ bezeichnet. Ein moderates körperliches Training ist in dieser Situation erlaubt.

Bei Fieber gilt ein absolutes Trainingsverbot
Bei Fieber gilt ein absolutes Trainingsverbot

Beim Auftreten von Allgemeinsymptomen (Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Anstieg des Ruhepulses) ist zwingend eine Sportpause einzulegen! Ein solcher ‚grippaler Infekt‘ wird durch Viren verursacht und dauert üblicherweise 7-10 Tage. Allgemeinmassnahmen wie genügend Schlaf, viel trinken und ausgewogene Ernährung stehen im Vordergrund. Medikamente zur Linderung der Beschwerden können eingenommen werden, verkürzen die Krankheitsdauer aber nur unwesentlich, Antibiotika sind in dieser Situation wirkungslos. Nach einem fieberfreien Intervall von mindestens 24 Stunden kann mit einem niedrig-intensiven Training begonnen werden. Folgende Faustregel kann für den Einstieg helfen: Nach Abklingen des Fiebers warte mindestens für die Dauer der Fiebertage mit intensivem Training zu. Zum Beispiel: 4 Tage Fieber, danach 4 weitere Tage nur extensives, aber kein intensives Training.

Hilfreiche Übersicht zur Unterscheidung zwischen Erkältung und Grippe
Hilfreiche Übersicht zur Unterscheidung zwischen Erkältung und Grippe

Sollte es zu keiner Beschwerdebesserung kommen, soll im Zweifelsfall der Hausarzt aufgesucht werden. Denn selten kann es sich um ein anderes Krankheitsbild wie beispielsweise ein Pfeiffer’sches Drüsenfieber oder eine Herzmuskelentzündung (Myocarditis) handeln, beziehungsweise kann sich diese primär wie eine ‚Grippe‘ manifestieren! In letzterem Fall sind weiterführende Untersuchungen – wie zum Beispiel ein Laboranalysen oder ein Ruhe-EKG – notwendig, allenfalls sogar die Zuweisung zu einem Herzspezialisten zum Herzultraschall.
Zu guter Letzt gilt es einige Punkte zu beachten, um das Auftreten der genannten Beschwerden zu vermeiden:

  • Hygiene: Wäsche regelmässig gründlich deine Hände und meide Menschenansammlungen insbesondere nach dem Training.
  • Schleimhautpflege: Sorge mit einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr und einem Luftbefeuchter für feuchte Schleimhäute.
  • Ernährung/Supplemente: Achte auf reichliche Kalorienaufnahme und verpflege dich bei längeren Belastungen mit Kohlenhydraten in flüssiger Form. Beuge zusätzlich vor mit der Einnahme eines Vitamin C Präparates.
  • Stressreduktion: Vermeide Stress und damit eine Schwächung des Immunsystems.
  • Grippeimpfung: Denke darüber nach, ob du dich gegen die Grippe impfen lassen möchtest (cave: kein 100%-iger Schutz!).

Dieser Blog wurde von Lukas Trachsel, Internist, Sportmediziner und Verbandsarzt bei Swiss Ski verfasst.

Teste dein Herz

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In der Schweiz treiben ca. 40% der Bevölkerung mehrmals pro Woche Sport. 20% davon nehmen an Wettkämpfen teil. Insbesondere Ausdauersportereignisse hatten in den letzten Jahren teilweise zweistellige Zuwachsraten. Aus präventiver Sicht ist diese Entwicklung als sehr positiv zu bewerten, senkt doch die regelmässige sportliche Aktivität das Risiko von Herzkreislauferkrankungen.
Gerade bei Ausdauersportarten sind die Grenzen zwischen Breiten- und Leistungssport jedoch fliessend: Insbesondere beim Marathon und Triathlon kommt es zu einer grossen Belastung für das Herzkreislauf-System und die Gelenke. Aus medizinischer Sicht raten wir deshalb zu folgenden Massnahmen:

  • Plane dein Training gut und stimme die Erholung optimal darauf ab.
  • Bereite Wettkämpfe langfristig vor und weible nicht von Wettkampf zu Wettkampf.
  • Gönne dir eine adäquate Erholungszeit nach jedem Wettkampf.

Wer diese Prinzipien berücksichtigt, hat die nötigen Kraftreserven für ein leitungsverbesserndes Training im hochintensiven Bereich und eine damit verbundene Leistungssteigerung.

Spezialangebot für running.COACH-User:
Wer genauer wissen will, wie es um seinen Gesundheitszustand steht, dem raten wir zu einem Gesundheitscheck. User des running.COACH profitieren von einem Spezialangebot und bezahlen am Inselspital Bern CHF 89.- statt CHF 125.-. Interessierte melden sich hier: +41 31 632 89 70 und verwenden den Spezialcode „running.COACH“.

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http://www.sportkardiologie-bern.ch/de/gesundheitscheck.html