Boston Marathon nach einer dreifachen Bypass-Operation – Die Geschichte von Dave McGillivray

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Nach einer dreifachen Bypass-Operation wird der Renndirektor des Boston Marathon, Dave McGillivray, am 15. April selbst am Start stehen. Dieser Artikel erzählt die Geschichte eines leidenschaftlichen Läufers, der auf brutale Weise erkennen muss, dass Fitness und Gesundheit nicht immer Hand in Hand gehen.
Dave McGillivray läuft praktisch schon sein Leben lang. Dave ist der Inbegriff eines Ausdauersportlers. Seinen ersten Marathon lief er im Alter von 18 Jahren und viele weitere folgten. Mit 23 durchquerte er rennend Amerika. Er hat auch mehrere Ironman-Wettkämpfe bestritten. Er war einer der Typen, die nicht zu bremsen sind und kannte keine Grenzen für die Leistungen seines Körpers. Doch nach 59 Jahren Lauf-Abenteuer, im Jahr 2013, änderte sich alles. Alles fing an mit Atemproblemen während des Laufens. „Es fühlte sich ein wenig an wie Asthma“, beschreibt Dave. Zunächst versuchte er, seine Probleme zu verstecken, weil er sich dafür schämte. Er, der doch so stark und ausdauernd war, sah seine Atemschwierigkeiten als eine Schwäche an. Er fing an, alleine zu trainieren, statt mit Freunden, aus Angst, jemand könnte etwas bemerken. Nach einem Jahr waren die Probleme immer noch nicht verschwunden und er beschloss, etwas dagegen zu unternehmen. Die üblichen Tests beim Arzt zeigten nichts beunruhigendes. Seine Form war immer noch deutlich über dem Durchschnitt für Leute in seinem Alter. Das war einerseits erfreulich, andererseits machte es ihn aber ratlos, da er dem Grund seiner Atemschwierigkeiten nicht näher gekommen war. Nach 1.5 Jahren mit weiteren Tests und Eliminieren von möglichen Ursachen beschloss er, eine Computertomographie seines Herzens zu machen. Er erhielt einen Termin im Oktober 2013. Die Diagnose: „stark blockierte Arterien und chronisch-ischämische Herzkrankheit“ (eine Krankheit, die zu Durchblutungsstörungen in den Blutgefässen des Herzens führt).

Bild: Dave am Tag seiner Computertomographie im Oktober 2013
Mehrere Arterien in seinem Herz waren stark blockiert! Laut den Ärzten war es gefährlicher zu operieren, als nicht zu operieren. In Anbetracht der langen Geschichte von Herzkrankeiten in Daves Familie war der Bescheid eigentlich kaum überraschend: beide seine Grossväter starben an Herzversagen, sein Vater hat bereits 5 Bypass-Operationen hinter sich und leidet an einer Aortenklappenerkrankung und seine Schwester musste auch eine dreifache Bypass-Operation über sich ergehen lassen. Aber für Dave war es schlicht undenkbar gewesen, dass er auch betroffen sein könnte. Er war doch sein ganzes Leben lang so fit und gesund gewesen! Da begann er erstmals, die Gleichung „fit=gesund“ in Frage zu stellen. Er begann, an seinem Lebensstil zu zweifeln und kam zum Schluss, dass er Dinge wie Schlaf, gesundes Essen und Stressreduktion zu stark vernachlässigt hatte. Er dachte nie, dass diese Dinge wichtig wären, da er ja in so guter physischer Form war. Er dachte, seine Fitness halte ihn gesund. Andererseits kannte Dave persönlich 6 sehr gute Athlet/innen, die aufgrund eines Herzversagens starben und erst durch seine eigenen Probleme sah er nun ein, dass die Fitness dieser Leute allein sie nicht vor Krankheit und Tod zu schützen vermochte. Dave beschloss deshalb, alles dafür zu tun, um nicht nur fit, sondern auch gesund zu werden. Von da an krempelte er seinen Lebensstil komplett um: er begann zu meditieren, er schlief mehr als früher und er verlor auch sofort Gewicht. Der nächste medizinische Check war 2014, einige Wochen vor dem Ironman Hawaii im Oktober. Seine Lebensumstellung schien sich auszuzahlen! Die Blockaden in seinen Arterien hatten sich um ganze 40% reduziert! Dave konnte sein Glück kaum fassen. Er bekam die Erlaubnis, zum ersten Mal seit 25 Jahren wieder am Ironman in Hawaii an den Start zu gehen.

Bild: Dave im Ziel des Ironman Hawaii 2014
In den nächsten 3.5 Jahren folgten viele sportliche Höhepunkte, Daves Wettkampfform war so gut wie seit Jahren nicht mehr. Anfang 2018 krönte er das Ganze mit der „World Marathon Challenge“, wobei er sieben Marathons in sieben Tagen auf sieben verschiedenen Kontinenten lief. Im März und April desselben Jahres dann aber der Rückschlag: die Atemprobleme tauchten wieder auf. Bald darauf bestätigten die Ärzte, dass sich der Zustand der Arterien wieder stark verschlechtert hatte. Eine dreifache Bypass-Operation war notwendig geworden. Er musste einsehen, dass er seine Gesundheit mit einem gesunden Lebensstil zwar verbessern, aber damit nicht seine genetische Veranlagung besiegen konnte. Nachdem er die Neuigkeit seiner geplanten Operation öffentlich gemacht hatte, erhielt er hunderte von unterstützenden Nachrichten. Es erstaunte ihn, wie viele Leute ihm dabei von ihren eigenen Herzproblemen erzählten, viele davon gute Athlet/innen. Dies verdeutlichte einmal mehr die Tatsache, dass auch fitte Menschen krank sein können. Die Operation erfolgte am 12. Oktober 2018. Alles lief gut ab und Dave folgte brav jeder einzelnen Anweisungen der Ärzte. Obwohl ihm seine Fitness nicht dabei geholfen hatte, gesund zu bleiben, half sie ihm nun beim Erholungsprozess. Er erholte sich extrem viel schneller als es Patienten normalerweise nach Bypass-Operationen tun.

Bild: Dave nach der Operation im Oktober 2018 (links) und bei seinem ersten Probe-Lauf am 1. Dezember (rechts)
Am 1. Dezember 2018 durfte Dave zum ersten Mal nach der Operation rennen. Zu diesem Zeitpunkt war es sein Ziel, den Boston Marathon nächsten Montag zu bestreiten. Wir hoffen, Dave am kommenden Sonntag am Start zu sehen und dass er diesen Marathon nach allem, was er durchgemacht hat, in vollen Zügen geniessen wird! Go Dave!
 
Verfasst von: Marion Aebi, basierend auf der Erzählung von Dave Gillivray

Schöne Laufrunden in der Schweiz: Teil eins

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Laufen kann man überall. Manche mögen es steil, andere flach, manche Strassen, andere kleine Pfade. Wir haben fleissige Laufbegeisterte aus der ganzen Schweiz zu ihren Lieblings-Laufrunden befragt. In diesem Teil stellen dir Christin (Luzern), Michel (Basel), Anita (Uri) und Stefan (Winterthur) ihre liebsten Laufrouten vor. 
Alle hier vorgestellten Läuferinnen und Läufer sind aktive Instagram-Nutzer. Wir haben ihre Benutzernamen angegeben, für den Fall, dass du ihnen bei ihren Laufaktivitäten folgen möchtest.
LUZERN – Christin (@christinh89)
Diese Route ist für mich der perfekte Abschluss nach einem langen Arbeitstag oder ein super Start ins Wochenende, wenn ich nicht allzuviel Zeit für einen langen Lauf habe, aber auch nicht nur 5 km joggen möchte. Die Route startet in der Nähe vom Luzerner Stadion, führt Richtung Horw und anschliessend Richtung Kastanienbaum wieder zurück nach Luzern.


Während dem Lauf hat man super Ausssichten auf den Pilatus und die Rigi und kann während einer kurzen Pause das Panorama des Vierwaldstättersees auf sich wirken lassen. Wenn ich etwas länger laufen möchte, baue ich nach Belieben noch ein paar Runden auf der Laufbahn in der Siwsspor Arena ein. 🙂

 
BASEL – Michel (@kohmic79)
Meine Lieblingslaufrunde führt mich von der Bäumlihofstrasse durch das Hirzbrunnenquartier, direkt in die Langen Erlen – einem Erholungsgebiet mit Wald, Wiesen und Bächen. Von da aus geht es quer durch den Wald bis nach Riehen. Entlang der schönen „Wiese“ – einem Fluss durch die Langen Erlen – führt mich meine Route bis kurz über die Deutsche Grenze bei Lörrach. Beim Kreisel kurz nach der Grenze quere ich rüber über die Dammstrasse bis wieder auf die Schweizer Seite in den Lettackerweg. Der Weg führt mich weiter durch die Quartiere in Riehen zum Eisenbahnweg und schlussendlich zum Grenzacherweg, auf welchem ich dann bis zum Hörnli wieder nach Basel zurück jogge. Der letzte Teil führt hinab auf dem Kohlistieg hinunter zur Habermatten und wieder zurück auf die Bäumlihofstrasse, auf welcher ich dann wieder bis nach Hause jogge. Vielleicht mit einem letzten Sprint bis vor die Haustüre.

Ich mag diese Strecke aus verschiedensten Gründen. Einerseits kann ich direkt von zu Hause los joggen und bin nach nur wenigen Metern (ca. 900m) im Wald. Ich kann abschalten, die Natur geniessen, den Vögeln und dem Rauschen der Bäche zuhören und dabei einfach mal gedanklich die Seele baumeln lassen. Andererseits habe ich dann ab Riehen wieder was mehr „Action“ um mich rum. Nach dem Lauf durch den Wald und die Ruhe, geniesse ich es auch wieder dem Quartierleben zuzusehen, Einfamilienhäuschen beim Vorbeilaufen zu sehen, oder einfach auch dem Feierabendleben ein paar Blicke zu widmen. So habe ich auf der Strecke beides: Erholung und Natur, aber auch Quartierleben und ein wenig Action. Nicht zuletzt gefällt mir die Runde auch von der Distanz her. Ich bin Marathon-Läufer und zur Vorbereitung auf Halbmarathons oder Marathons ist diese Laufstrecke ein optimales Training. Ich kann die Strecke bis auf 20 Kilometer erweitern (indem ich nach der Grenze einfach weiter jogge) und dies alles von und bis zu Hause. Ich habe also keine langen Reisewege und kann nach einem regnerischen Lauf direkt unter die Dusche springen. Als ein weiterer wichtiger Effekt dient es mir sehr, dass ich fast überall auf meiner Strecke sehr schnellen Zugang zu den Öffentlichen Verkehrsmittel habe. So kann mir auch im Notfall nicht viel passieren und ich kann mit Tram oder Bus wieder bis fast vor die Haustüre fahren.

Aus all diesen Gründen liebe ich diese Runde. Und werde sie wahrscheinlich noch sehr viele Male geniessen. Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter.
URI – Anita (@anita.uri)
Meine Lieblingslaufstrecke befindet sich in meinem Heimatkanton Uri. Wann immer ich zurück in meiner alten Heimat bin, dürfen Laufschuhe und -kleider im Gepäck nicht fehlen. Nicht selten geniesse ich dabei auf meiner Lieblingslaufstrecke die wunderschöne Natur entlang von See, Fluss und Wald. Die Strecke mit 10.8 km und 65 Höhenmetern eignet sich sowohl für einen Genusslauf wie auch für schnelle Einheiten. Coupierte, anspruchsvolle Elemente wechseln sich mit schnell belaufbaren Teilen ab. Egal welches Training gerade ansteht, die wunderschöne Aussicht auf den Vierwaldstättersee und die Urner Berge entschädigen für manche Strapaze

 

WINTERTHUR – Stefan (@renne_auf_und_ab)
Die Kyburg ist ein Schloss beim gleichnamigen Dorf (Kyburg ZH) in der Gemeinde Illnau-Effretikon in der Schweiz. Es liegt südlich von Winterthur hoch über der Töss und geht auf eine mittelalterliche Burg zurück. Die Kyburg ist als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft. Aber die ganze Kyburg-„Arena“ erstreckt sich von Kollbrunn über den Weiler Brünggen  bis weiter leicht ansteigend wo man AUF_ das Plateau der Kyburg gelangt (629 m ü. M.). Der Kyburglauf mit der Hauptdistannz 10km und der berüchtigten Kyburgtreppe von 159HM oder 450 Treppenstufen, startet hier jedes Jahr im November. Der Kyburglauf ist ein lokaler Laufanlass, der für alle Altersklassen und Läufer etwas bietet.
Das Spielparadies beginnt jetzt für mich. Jede Menge Trails die über diverse Bachtobel wieder AB_ zur Töss führen. Ob mit Bike oder rennend, jedes Teilstück hat seine eigenen kurzen knackigen Herausforderungen. Wieder an der Töss entlang besteht die Möglichkeit gleich wieder AUF_ zu steigen Richtung Eschenbergturm. Der aussichtsreiche Eschenberg mit seiner schönen Hofbeiz liegt am Wegrand. Etwas weiter erreicht man den 30 Meter hohen Eschenberger Aussichtsturm. Ab diesem Jahr mit neu errichteten gemütlichen Feuerstellen. Bei klarer Sicht reicht das Panorama vom Säntis über den Tödi bis weit in die Berner Alpen – oder halt eben über die ganze #kyburgtrainingsarena ☺. Weiter in den Wäldern Richtung Winterthur Töss / Breite besteht die Möglichkeit sich auf einem Viteparcour auszutoben und nach dem AB_ stieg beim Reitplatz einzukehren. Oder aber, man rennt entlang der Töss auf den schmalen wurzeligen Singletrails mit leichtem AUF_und_AB bis auch wieder der Reitplatz erreicht wird. Im Leisental, ist dann auch der Start vom 10km Lauf vom Winterthur Marathon. Ende Mai ist es wieder soweit – mein Homerun und Teilsaisonhöhepunkt. Gleich zwei attraktive Läufe in einer, auf kleinem Raum spektakuläre Landschaft. Kleine Bäche, hübsche Wassfällchen, auch steile Tobel, Treppen, weiche Waldwege, knackige kurze Singletrails, breite lange Wanderwege und zum Schluss: Kieswanderwege mit einer mässigen Ansteigung für Steigerungsläufe. (…)

Genau diese aufgezählte Vielfalt rund um die Kyburg macht die Szenerie so speziell. Und zum Schluss. Es liegt auf meinem Arbeitsweg. Wenn ich mit dem Auto zur Arbeit fahre kannst du an der Kyburgbrugg halten und nach dem Einlaufen mit Treppensprints beginnen. Oder mit dem Bike auf dem Heimweg von der Arbeit unterwegs einige Runden mitten durch fahren. Schon viele Kilometer habe ich da verbracht. Warum immer noch die Motivation? Es sind die kleinen Spielchen mit deiner Selbst. Wie viele Laufkilometer kommen zusammen bis ich 1000 HM auf und ab gerannt bin? Welche Wege und Tobel können verbunden werden dass nicht zweimal der gleiche Weg ab zu spulen ist? Wo ist das steilste Stuck? Wie lange ist die Umrundung der Kyburgtrainingsarena? – Und immer noch entdecke ich neue Wege. Ein Lieblingsfleck. Es ist die abwechslungsreiche Möglichkeit der Trainingsgestaltung die diese Region für mich so attraktiv macht.
 
Wir hoffen, dass dich die eine oder andere Runde angesprochen hat und du vielleicht auch bald eine davon ausprobierst. Falls in diesem Teil nichts aus deiner Region dabei war, hoffen wir, dass dies im zweiten Teil der Fall sein wird. Dort werden dir Monika aus Bern, Melina aus Graubünden, Patrick aus dem Wallis und Thomy aus Zürich ihre Lieblingsrouten vorstellen.
Keep on running!
 
Dieser Blogbeitrag wurde verfasst von: Marion Aebi
 
 

#LAUFINSPIRATION: Kategoriensieg am New York Marathon

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Mit einer Zeit von 2h49.53  hat Roger Schnyder die Kategorie M55 am New York Marathon gewonnen – herzliche Gratulation zu dieser sensationellen Leistung. Wir wollten von Roger, welcher unter dem Verein runningcoach.me startet und seit 2011 mit unserem Plan trainiert, mehr erfahren über seinen Erfolg in New York sowie über seine persönliche Laufgeschichte – eine #LAUFINSPIRATION! Lasst euch inspirieren…

Wie viele Marathons bist du bisher gelaufen und was war dein persönlich grösster Erfolg?
Meinen ersten Marathon bin in 2010 in Zürich gelaufen, damals als 48 jähriger. Ein Jahr später habe ich meine PB, ebenfalls in Zürich, mit 2:39 aufgestellt. In der Zwischenzeit sind es genau ein Dutzend Marathons. 2015 wurde ich in der Kategorie M50 Schweizer Meister. Der absolute Höhepunkt ist aber mit Sicherheit New York.
Wie hast du dich konkret auf den New York Marathon vorbereitet?
Seit drei Jahren habe ich gezielt, zusammen mit Vali Belz, auf dieses Event hin gearbeitet. Zuletzt wurde noch an der Atemtechnik gefeilt, die Armbewegung wurde verbessert, und schliesslich habe ich noch im mentalen Bereich versucht, mich bestmöglich auf New York vorzubereiten.
Wie schaffst du es, Beruf und Laufen unter einen Hut zu bringen?
Da ich leider nicht vom Laufen leben kann, ist zuerst der Job im Vordergrund. Das Laufen wird so gut wie möglich in den Alltag eingeflochten. Wenn es zeitlich geht, laufe ich über Mittag, ansonsten werden am Abend die Laufschuhe montiert.
Welche Rolle hat running.COACH bei deinen Vorbereitungen und während des Marathons selber gespielt?
running.COACH ist sehr wichtig für die Vorbereitung gewesen. Durch den alternierenden Rhythmus von schnellen und langsamen Trainings, blieb ich von Verletzungen verschont. Während des Marathons war mir wichtig, so wie es running.COACH vorgab, den ersten Teil nicht zu schnell anzugehen, und den zweiten Teil schneller anzugehen. Das ist mir fast gelungen.

Warst du das erste Mal in New York? Wie hast du die Stimmung erlebt am New York Marathon?

Das war mein erster Marathon in New York. Ich war zwar 2012 schon im Big Apple, aber damals wurde der Marathon im letzten Moment annulliert, das einzige Mal in der bald 50-jährigen Geschichte.

Die Stimmung ist einmalig. Auf der ganzen Strecke wird man angefeuert, zum Teil frenetisch. So etwas hatte ich noch nie erlebt, nicht in Hamburg und nicht in Berlin. Selbst das tolle Publikum am Grand Prix von Bern kann diese Stimmung nicht toppen. Auf dem Weg zurück ins Hotel wurde ich sogar mehrmals für Selfies angegangen. Die Begeisterungsfähigkeit der New Yorker ist beeindruckend.

Erzähl uns über dein Rennen in New York: Höhen, Tiefen und wann hast du realisiert, dass du deine Kategorie gewinnen wirst/gewonnen hast?

Der New York Marathon ist schon beim Start sehr speziell. Eine ganze Stunde vorher muss man bereits einstehen, dicht gedrängt. Ein Einlaufen war nicht möglich. Zum Glück wusste ich das, ansonsten wäre ich wohl mächtig gestresst gewesen. Ein Problem war auch das Urinieren. Zum Glück hatte ich eine leere Petflasche mitgenommen.

Während des Rennens realisierte ich, dass ich eine regelmässige Pace halten konnte, auch dank der Unterstützung des Publikums. Schwierig wurde es auf der Queensboro Bridge. Die Brücke schien kein Ende zu haben. Etwas mühsam war die Distanzangabe in Miles. Vor allem im Bereich des Central Park wäre die Anzeige in Kilometer hilfreich gewesen.

Emotional war der Zieleinlauf, als ich realisierte, dass ich unter 2:50 einlaufen werde. Irgendwie hatte ich ein gutes Gefühl, dass es für das Podest reichen könnte.
Zurück im Hotel, nach über einer ganzen Stunde marschieren, dauerte es eine ganze Weile, bis die Ranglisten im Internet aufgeschaltet waren. Als es dann endlich soweit war, sind bei mir die Emotionen etwas durchgebrochen.

Wie hast du anschliessend gefeiert?
Am Sonntagabend hatte der Reiseveranstalter, Albis Reisen, zu einem Apéro geladen. Dort wurde ich zusammen mit Peter Camenzind, dem Sieger der Kategorie M65, gefeiert. Das Highlight war aber der Empfang beim Schweizer Generalkonsul in New York am Montag. Das war einmalig. Eine zusätzliche Überraschung gab es eine Woche später im Wallis. In meiner alten Heimat wurde mir ein Empfang vorbereitet, und ich wusste von nichts. Sogar das Lokalradio war anwesend und interviewte mich.
Wie ist die Strecke in New York? Welche Abschnitte sind besonders toll, welche weniger? Was sind generell deine Tipps für einen erfolgreichen Marathon-Finish?
Der Marathon beginnt mit einem leichten, aber langen Aufstieg über die Verrazano Bridge. Hier ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, denn durch die vielen Läufer ist es nicht möglich, seine Pace zu laufen. Danach geht immer leicht auf und ab bis zur Queensboro Bridge, dort gibt es wieder ein paar Höhenmeter. Beeindruckend ist danach die Strecke entlang der 1st Avenue. Man sieht zu Beginn über die ganze Avenue. Diese scheint unendlich lang zu sein. Hier gilt es, positiv zu denken und die tolle Atmosphäre wahrzunehmen. Schwierig wird es mit dem Eintritt in den Central Park. Hier ist die Strecke nochmals coupiert. Ich habe einfach auf die Zähne gebissen und mir vorstellt, wie schön es sein wird, in Bälde durch das Ziel zu laufen. Wenn man die erste Hälfte nicht überpowert hat, kann man hier noch ein paar Läufer überholen, was für die Moral wichtig ist. Grundsätzlich gilt für New York was für alle Marathons gilt: Geduld auf der ersten Streckenhälfte, dann kommt es auf der zweiten gut. In New York ist es hilfreich, den Moment, die Atmosphäre, die vielen Läufer, und vor allem die begeisterten Zuschauer zu geniessen.
Was sind deine nächsten Ziele?
Im Moment bin ich erst dabei, das nächste Jahr zu planen. Ich war dermassen auf den New York Marathon fokussiert, dass ich mir keine Gedanken gemacht habe, was danach kommt.

Inspiriere andere – wie funktioniert es?

Egal ob du ein bestimmtes Laufziel erreicht hast, dank dem Laufen abgenommen hast, dir das Lauftraining bei einer Krankeit geholfen hat, du durch das Laufen Begegnungen der besonderen Art gemacht hast oder was auch immer; wir sind gespannt und freuen uns auf deine Geschichte.
Bist du interessiert, schreib uns eine E-Mail an stefanie.meyer@runningcoach.me mit dem Betreff #LAUFINSPIRATION und mit einer kurzen Beschreibung zu deiner Laufgeschichte. Der Text muss noch nicht stehen. Wir werden uns bei dir melden, um die Beitragsform zu besprechen.
Als Belohnung für einen veröffentlichten Beitrag gibt es ein dreimonatiges Silber-Abo von running.COACH.

#LAUFINSPIRATION: Von der Unsportlichen zur Läuferin

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„Motivationsprobleme hatte ich selten – wenn, dann bei Kälte und Dunkelheit. Doch dann stelle ich mir jeweils vor, wie ich mich nach einer Stunde Laufen fühle und wie es mir nach einer Stunde TV gucken geht. Da gehst du automatisch nach draussen. Es tut einfach sau gut, das Laufen. Egal wie schnell, wie weit – alles ist besser als nichts!“ So ist es, Regina. Und diese Motivation hält Regina schon seit mehr als acht Jahren am Laufen. In unserer Serie #LAUFINSPIRATION erzählt sie über ihren Laufeinstieg und die Ziele, welche sie sich nach und nach gesteckt hat.


 
Gerade ganz so abgeneigt war ich dem Sport zwar nie, aber da ich als Kind unter Knieproblemen litt und mir Sport phasenweise verboten wurde, fand ich nie den Zugang dazu. Ich habe mich zwar immer gern in der freien Natur bewegt, aber Sport – DAS war für mich immer was für die anderen.

Die Suche nach der «Unsportlichen»

Mein Schwager ist seit ich ihn kenne begeisterter Läufer. Als in Luzern, unserem Heimkanton, zum ersten Mal ein Marathon ausgetragen wurde, war er natürlich mit dabei. Als seine Fans reisten wir ebenfalls nach Luzern, um ihn und die anderen Läufer an der Strecke anzufeuern. Die Stimmung in der Stadt war sogar als Nichtläufer einfach phantastisch! Ich war wahnsinnig beeindruckt von all diesen Menschen, die das schafften. Ich hatte allergrössten Respekt vor dieser Leistung und bewunderte all die Finisher, egal über welche Distanz, sehr. Gleichzeitig war ich zu 100% überzeugt, dass ich sowas niemals nur annähernd schaffen würde. Insgeheim dachte ich mir zwar, wie toll es wäre, auch einmal bei so einem Lauf dabei zu sein. Natürlich nicht über die volle Marathondistanz, sondern «nur» über 10km. Dies schien mir aber total unrealistisch und ich hätte mir das niemals zugetraut.
Einige Zeit später rief mich dann die Schwester eines Kollegen an. Sie erzählte mir, dass sie bald eine Weiterbildung abschliesse. Als Diplomarbeit wolle sie verschiedene Leute innert rund sieben Monaten auf den Ägeriseelauf vorbereiten. Nun sei sie noch auf der Suche nach jemandem Unsportlichen, der oder die bereit sei, bei diesem Projekt mitzumachen. Sie habe ihren Bruder gefragt, ob er noch jemanden Unsportliches kenne und er meinte dann, Regina (ich) wäre da eine. Über die Empfehlung musste ich doch sehr schmunzeln, ich war aber sofort begeistert und sagte zu.

Aller Anfang ist gar nicht schwer

Schon bald startete das Laufprojekt. Dank dem professionellen Coaching lief es überraschend gut! Ich startete äusserst schneckenartig langsam, manchmal wars mir schon fast peinlich. Doch auf diese Weise fühlte ich mich nach dem Training immer gut und freute mich schon aufs nächste Mal. Schon bald fiel es mir immer leichter, auch «längere» Distanzen zu laufen. Das Lauffieber hatte mich voll erwischt!!! Noch immer hatte ich grossen Respekt vor dem Lauf, der vor uns stand. Aber ich fühlte mich gut vorbereitet und freute mich auf dieses Abenteuer.

Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf…

Im Juli war es dann so weit. Der Abschluss des Projekts – der Ägeriseelauf – fand statt. Es schüttete wie aus Kübeln. Aber ich genoss den Lauf und die tolle Strecke. Nach 14.5km war es dann soweit – ich finishte meinen ersten Lauf! Im Ziel überraschten mich sogar noch mein Freund Gregi, Kolleginnen und Schwestern. Sie waren extra angereist, um mich bei meinem ersten Zieleinlauf in Empfang zu nehmen. Sie wollten wohl mit eigenen Augen sehen, dass das tatsächlich ich war, die da über die Ziellinie rannte. Es war einfach nur grossartig!!! Ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich mich fragte, ob das jetzt wirklich wahr ist? Ich war so überzeugt, dass ich sowas niemals schaffen könnte – es schien selbst nach dem Lauf nicht real.
Komplett vom Laufvirus infiziert überlegte ich mir dann schon bald, was mein nächstes Ziel sein sollte. Das Projekt «Abschlussarbeit» meiner Kollegin war zwar beendet, aber meine Laufstory hatte eben erst begonnen. Beim Gespräch mit meinem Schwager erwähnte ich dann, dass ich überlege am Lucerne Marathon den Schnuppermarathon über 10km zu laufen. Er fand aber, dass ich mir durchaus den Halbmarathon zutrauen dürfe. Und so meldete ich mich für den Halbmarathon im Herbst an. What a feeling, ich sags euch!!! Ganz unbeschwert, ohne irgendwelche Zeitvorstellungen stand ich am Start und freute mich wie ein kleines Kind an Weihnachten, dass ich da tatsächlich als Läuferin und nicht «nur» als Fan diese tolle Stimmung in der Stadt einsaugen durfte! Ich finishte in 2h04’ und war total happy.

Der erste Marathon


Seither war Laufen ein fester Bestandteil in meinem Leben. Ich besuchte Laufkurse und trainierte meist vier Mal pro Woche. Motivationsprobleme hatte ich selten – wenn, dann bei Kälte und Dunkelheit. Doch dann stelle ich mir noch heute vor, wie ich mich nach einer Stunde Laufen fühle und wie es mir nach einer Stunde TV gucken geht. Da gehst du automatisch nach draussen. Es tut einfach sau gut, das Laufen. Egal wie schnell, wie weit – alles ist besser als nichts!
Immer wieder nahm ich an Wettkämpfen teil, meist über die Halbmarathondistanz. Mein Schwager schwärmte immer vom Hamburgmarathon und der einmaligen Stimmung die dort herrscht. Und so entschied ich mich, mich ebenfalls anzumelden. Ich trainierte viel und fühlte mich gut vorbereitet. Am Samstag hatte ich dann den ganzen Tag keinen Appetit und ich fühlte mich nicht so gut. Doch ich war überzeugt, dass dies die Nervosität sein müsste und machte mir keinen grossen Gedanken. Am Sonntag Morgen ging es mir dann überhaupt nicht gut. Mein Frühstück kam postwendend wieder zurück und ich fühlte mich einfach nur elend. Schlechte Voraussetzungen für einen Marathon. Doch ich wollte es unbedingt versuchen, schliesslich hatte ich mich so lange dafür vorbereitet. Ich nahm dann mein Handy mit und vereinbarte mit Gregi, dass ich ihn anrufe falls ich den Lauf abbreche.
Erstaunlicherweise lief es aber sehr gut. Ich fühlte mich super und konnte die einzigartige Stimmung und das Sightseeing der anderen Art so richtig geniessen. Natürlich war es auch hart, und nach 37km fragte ich mich schon, wieso ich mir das antue. Aber ich lief einfach weiter und schaffte es in 3h57 ins Ziel. Ich hatte es geschafft! Was ich niemals für möglich gehalten hatte, war tatsächlich wahr geworden!
Auf der Suche nach einem neuen Marathonziel entschied ich mich dann, im Sommer 2013 den C42 am Swissalpine in Davos zu laufen. Da ich gut vorbereitet an der Startlinie stehen wollte, jedoch keine Ahnung hatte, wie ich mich seriös darauf vorbereiten kann, entschied ich mich für ein Abo bei running.COACH. Das gezielte Training sorgte dafür, dass ich auch dieses Vorhaben top vorbereitet und erfolgreich umsetzen konnte.

Die «Zwangs»-Laufpause


Laufpausen gab es bei mir selten. Nach Wettkämpfen nehme ich es meist locker, trainiere nach Lust und Laune und halte auch nicht immer alle Vorgaben von running.COACH ein. Aber wirkliche Pausen gab es eigentlich nie.
Schon früh während meiner Schwangerschaft mit unseren Twinmädels aber schickte ich meine Laufschuhe in die Ferien. Ich fühlte mich beim Laufen nicht mehr gut und wollte nichts erzwingen. Nachdem unsere Twins geboren waren, musste sich mein Körper zuerst von den Strapazen der Schwangerschaft erholen und die beiden Mädels hielten uns auch so ziemlich auf Trab. Die täglichen Spaziergänge halfen mir aber dabei, wieder einigermassen fit zu werden.
Nach einem Jahr Laufpause wollte ich dann wieder mit dem Laufen anfangen. Ich war überzeugt, dass ich wieder mühsam bei null anfangen muss. Zuerst lief ich ein bis zwei Mal pro Woche. Langsam erhöhte ich die Umfänge wieder. Und zu meinem Erstaunen lief es sich schon bald wieder flotter.

Inzwischen laufe ich wieder drei Mal pro Woche. Es macht mir immer noch sehr viel Spass und bietet mir einen tollen Ausgleich zum Alltag. Ich schätze es sehr, dass mir mein Mann Gregi dies ermöglicht. Und noch immer bin ich Esther, meiner Kollegin die mich damals zum Laufen brachte und coachte, und meinem Schwager, der mich motivierte, an mich zu glauben, sehr dankbar!
Deshalb, nicht studieren – Laufschuh schnüren!!! Wenn ich es geschafft habe, dann schafft ihr es auch! Viel Spass dabei!

Inspiriere andere – wie funktioniert es?

Egal ob du ein bestimmtes Laufziel erreicht hast, dank dem Laufen abgenommen hast, dir das Lauftraining bei einer Krankeit geholfen hat, du durch das Laufen Begegnungen der besonderen Art gemacht hast oder was auch immer; wir sind gespannt und freuen uns auf deine Geschichte.
Bist du interessiert, schreib uns eine E-Mail an stefanie.meyer@runningcoach.me mit dem Betreff #LAUFINSPIRATION und mit einer kurzen Beschreibung zu deiner Laufgeschichte. Der Text muss noch nicht stehen. Wir werden uns bei dir melden, um die Beitragsform zu besprechen.
Als Belohnung für einen veröffentlichten Beitrag gibt es ein dreimonatiges Silber-Abo von running.COACH.

#Laufinspiration – Bewegung tut der Seele gut

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„Auf das Laufen – oder ganz allgemein die Bewegung – möchte ich nicht verzichten. Es tut einfach gut. Dem Körper, aber auch dem Kopf.“ Dieser Aussage von Stefan Zemp stimmen wir zu, oder? Stefan läuft, weil es im hauptsächlich viel Freude bereitet. Dabei ist seine Leistung für ihn zweitrangig. Dennoch will er diesen Samstag am Greifenseelauf seine persönliche Bestzeit für den Halbmarathon verbessern – wir sind gespannt und wünschen ihm viel Erfolg.


Laufen ist seit jeher ein Grundbedürfnis des Menschen. Egal, ob schnell oder langsam, sportlich oder im Alltag. So auch für mich. Auf das Laufen – oder ganz allgemein die Bewegung – möchte ich nicht verzichten. Es tut einfach gut. Dem Körper, aber auch dem Kopf. Die Natur geniessen und ganz alleine meinen Gedanken nachhängen. Das ist meine persönliche #Laufinspiration.
Ich laufe, seit mich meine Beine tragen. Schon als kleiner Knirps wanderte ich mit meinen Eltern auf die Rigi in der Zentralschweiz. Klar, noch ohne Laufschuhe, aber es war immerhin schon eine grosse Leistung für meine damals kurzen Beine. Den Beginn des sportlichen Laufens machte ich mit zehn Jahren, als ich in den dorfeigenen Turnverein eintrat. Es war der Anfang einer beispiellosen Sportkarriere.

Harte Trainings für den wohl längsten Sprint

Motiviert und getrieben wurde ich lange Zeit von meinen zwei älteren Brüdern. Sie waren im Turnverein – also ging auch ich in den Turnverein. Sie spielten Korbball – also fing auch ich mit dem tollen Mannschaftssport an. Und sie liefen – also begann auch ich mit dem Laufen. Eine Begeisterung, die bis heute anhält. Schon früh mochte ich die leichtathletischen Disziplinen. Allen voran die Laufeinheiten. Je weiter, desto besser. Bei jedem Training in der Jugendriege gehörte die rund 800 Meter lange «Lindenfeld-Runde» um die Sportanlagen dazu. Es war nur logisch, dass ich mich der Läufergruppe anschloss. Die Strecken wurden länger und die Trainings harter. Höhepunkt des Jahres ist für jedes Turnverein-Mitglied das jährliche Turnfest. Meine liebsten Disziplinen dort? Klar, alles, was mit Laufen zu tun hat. Pendelstafette und ganz besonders der 1’000-Meter-Lauf. Der Weg dorthin war aber jeweils hart und heute frage ich mich, weshalb ich mir das jemals angetan habe. Aber wir alle, die wir schon mal über eine Ziellinie liefen – egal, nach welchem Lauf – wissen die Antwort. Es ist einfach ein unglaublich gutes Gefühl.
Die gemeinsamen Lauf-Trainings mit Vereinen aus der Region Seetal waren jeweils hart, haben mich aber bis heute geprägt. Laufschule, «In-And-Outs» auf der 400-Meter-Rundbahn, Tempoläufe, Trainingsläufe und schlussendlich die Wettkämpfe. Zusätzlich angespornt von André Bucher, dem ehemaligen Spitzenläufer und 800-Meter-Weltmeister von 2001, welcher zeitweise auf den gleichen Anlagen trainierte. Ich selbst war nie einer der schnellsten. Meine Bestzeit von exakt drei Minuten auf 1’000 Meter reichte nicht für Top-Noten. Aber ich war immer mit dabei. Hochmotiviert und mit viel Freude. So wie heute noch.

Vom sportlichen Laufen bis zur alltäglichen Bewegung

Mit den Jahren wurde ich bequemer und das Laufen rutschte etwas in den Hintergrund. Für schnelle 1’000 Meter reichte es schon bald nicht mehr. Ich begann stattdessen, alleine zu laufen. Ab in den Wald zu Fuchs, Reh und Eichhörnchen. Nicht mehr ganz so schnell, dafür mit umso mehr Genuss. Beim Laufen kann ich abschalten, nachdenken und Energie laden. Auch wenn der Körper danach müde ist, so fühle ich mich während und nach einem Lauf im Kopf umso fitter.

So ist Laufen für mich heute nicht nur eine sportliche Aktivität mit dem Ziel, am nächsten Wettkampf eine möglichst gute Leistung zu erbringen. Es ist für mich vielmehr Erholung pur. Im Gegenzug kann ich nicht eine Woche lang ruhig am Strand liegen. Bewegung gehört für mich zum Alltag dazu. Mal langsam und gemütlich, dann wieder schnell und ehrgeizig.
Mit viel Freude am Laufen habe ich mich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Es gab eine Zeit, da war ich froh, eine Runde um den Luzerner Rotsee durchzustehen (knapp sieben Kilometer). Heute laufe ich mehr oder weniger locker um den Zürcher Greifensee mit knapp 20 Kilometern. Aber wie kam das? Nun ja, ich laufe einfach gerne und tue es seit einigen Jahren wieder sehr regelmässig.
Aktuell schnüre ich mir wöchentlich zwischen ein und drei Mal die Laufschuhe und habe dank running.COACH seit rund einem Jahr meinen persönlichen Trainingsplan. Dieser motiviert mich zusätzlich und sorgt vor allem dafür, dass ich abwechslungsreich trainiere. Dauerläufe und Intervalle gehören genauso dazu wie eher langsame lange Läufe. Und genau mit diesen bekunde ich nach wie vor die grösste Mühe. Wieso soll ich langsamer laufen, als ich könnte? Aber ich werde auch in diesem Punkt immer besser.

Schritt für Schritt bis zum ersten Halbmarathon

In Sachen Bewegung darf man also ruhig klein anfangen. Sprich, kurz und langsam. Vermehrt Bewegung im Alltag einbauen und die ersten sportlichen Läufe ruhig angehen. So kommt die Begeisterung von alleine und die Strecken werden länger und die Zeiten schneller, ohne, dass man es merkt. Ich weiss noch, wie ich mich vor längerer Zeit am Start des Rotseelaufes fragte, ob ich die 10 Kilometer wettkampfmässig schaffen werde. Ganz genauso erging es mir vor vier Jahren an meinem allerersten Halbmarathon. Gross war mein Respekt vor dieser langen Distanz am Greifenseelauf. Nun stehe ich bereits kurz vor meinem fünften Start in Uster und die Vorfreude ist riesig.

Bin ich nun auf dem Weg zum Marathon? Nein, sage ich hier und heute. Die 21,1 Kilometer des Halbmarathons sind für mich Herausforderung genug. Ein Marathon wäre eine Grenzerfahrung, welche deutlich über mein angestrebtes Leistungsziel hinausgeht. Ich laufe gerne und viel und versuche, meinen Trainingsplan so gut es geht einzuhalten. Aber doch gebe ich mir die Freiheit, auch mal nein zu sagen und auf das Laufen zu verzichten. Ich bin zu wenig ehrgeizig, um dem Laufen den alles unterordnenden Höchststatus einzuräumen. Es ist ein Balanceakt, irgendwie für alles Zeit zu finden, woran man Spass hat im Leben.

Laufen als Energiespender

Ein Widerspruch? Keineswegs. Laufen gibt mir viel zurück. Nicht nur müde Beine. Vielmehr ganz viel Freude und Lebensenergie. Einfach raus, die Natur geniessen, den Waldtieren oder Seevögeln Hallo sagen und was Gutes tun für den Körper. Das macht Spass. Ich laufe, weil ich es gerne tue. Weil ich mich gerne bewege und mich gerne in der Natur aufhalte.
Aber keineswegs laufe ich heute, um den nächsten Wettkampf zu gewinnen. Dazu fehlt mir der nötige Ehrgeiz. Aber doch habe auch ich meine Ziele. Den nächsten Halbmarathon mit einem Lächeln über der Ziellinie abschliessen und nach Möglichkeit meine bisherige Bestzeit noch etwas unterbieten. Ja, dafür trainiere auch ich.
Aber immer mit dem Ziel, die Freude am Laufen zu behalten. Spass zu haben an der Bewegung. Das ist mein allergrösstes Ziel. Und genau das ist meine persönliche #Laufinspiration.
Stefan Zemp bloggt auf Quer durch den Alltag mit einer Sonntags-Serie «In Bewegung».

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Egal ob du ein bestimmtes Laufziel erreicht hast, dank dem Laufen abgenommen hast, dir das Lauftraining bei einer Krankeit geholfen hat, du durch das Laufen Begegnungen der besonderen Art gemacht hast oder was auch immer; wir sind gespannt und freuen uns auf deine Geschichte.
Bist du interessiert, schreib uns eine E-Mail an stefanie.meyer@runningcoach.me mit dem Betreff #LAUFINSPIRATION und mit einer kurzen Beschreibung zu deiner Laufgeschichte. Der Text muss noch nicht stehen. Wir werden uns bei dir melden, um die Beitragsform zu besprechen.
Als Belohnung für einen veröffentlichten Beitrag gibt es ein dreimonatiges Silber-Abo von running.COACH.

#LAUFINSPIRATION: Geschichte einer Laufraupe

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„Als berufstätige Frau und Mutter von fünf Kindern konnte ich nicht über Bewegungsmangel klagen. Einige Kilo Übergewicht nannte ich mein eigen. Jogger, die ich auf der Straße sah, bekamen von mir nur mitleidige Blicke. Ich dachte, die sind doch nicht ausgelastet. Aber irgendwann packte es mich dann doch – das LAUFFIEBER!“ So Birgit, welche in unserer Serie #LAUFINSPIRATION über ihren anstrengenden Einstieg ins Laufen erzählt und welche positiven Nebeneffekte regelmässiges Laufen mit sich bringt.

Aller Anfang ist schwer

Mit dem Ende der Schulzeit war für mich das Thema Sport ein für allemal abgeschlossen. Nie mehr laufen, nicht mal dem Bus hinterher. Warum auch? Es geht auch alles langsamer. Ich war nie ein Couchpotato, war stets in Bewegung. Aber es waren immer die selben Bewegungen. Tagsüber die Tätigkeit im Büro, anschließend Familie und Haushalt. Jedoch spürte ich so langsam, dass die sportfreien Jahre ihre Spuren hinterließen. Schmerzende Gelenke, Übergewicht und Kurzatmigkeit waren die Folgen. So konnte es nicht weitergehen. Sport muss her! Laufen kann ja nicht so schwierig sein!
Zielstrebig und motiviert wurden neue Sportsachen gekauft, die am gleichen Abend eingeweiht werden sollten. Für diesen ersten Lauf hatte ich mir einen Rundweg im Wald ausgesucht, der festen Überzeugung, dieser Weg wäre mindestens 5km lang. So begann ich zu laufen und nach höchstens 20 Metern bekam ich keine Luft mehr, mein Puls raste, die Beine waren schwer und mir war nicht klar, wie ich diese Runde überstehen sollte. Ich ging dann eine langes Stück, um wieder normal durchatmen zu können. Was hatte ich mir da bloß eingebrockt? Ich war 53! Muss ich da unbedingt laufen – es gibt doch so viel leichtere Dinge! Irgendwie schleppte ich mich dann durch diese Runde, war total am Ende, die Beine zitterten, der Puls raste, der Schweiß lief und ich dachte, das machst Du nie wieder! Ich war 26 Minuten unterwegs und musste feststellen, dass die Runde nur 1,8 Km lang war. Nein, das mach ich nicht nochmal!
Die folgenden Tage motivierte mich meine Tochter, es doch nochmal zu versuchen. In Anbetracht der schicken neuen Sportsachen liess ich mich widerwillig überreden. Ich versuchte es Tag für Tag, ohne Besserung der Erstsymptome. Es war für mich niederschmetternd, ich war einfach kein Läufer. Es folgten Tage an denen keine Überredung half. Etwa zwei Wochen später, packte mich die Lust, es nochmal zu versuchen. Was war mit mir los? Ich habe mir selbst winzige Ziele gesteckt. Bis zum nächsten Baum, bis zur Bank, bis zur Kurve und so weiter. Nur kleine Ziele, zwischen denen ich aber immer wieder Pausen einlegen musste. Während diesen Pausen musste ich wirklich stehen bleiben. Wenn ich dann wieder genug Luft bekam, habe ich mich Stück für Stück vorgearbeitet. Aber ich wollte nicht aufgeben. Ich wollte es schaffen – für mich!
Immer wieder wurde ich von anderen Joggern überholt, die freundlich grüßten und davon schwebten. Warum geht das bei allen so leicht, nur bei mir nicht? Ich schaute mir Laufpläne im Internet an. Aber die waren irgendwie alle nicht passend für mich. Ich konnte mich beim Laufen nicht nach Zeiten richten, nur nach meiner Atmung. Mein ganz persönlicher Plan musste her. Dieser bestand aus Atmen, Bäumen, Bänken und Pausen. Keine Zeiten!
Außerdem legte ich mir eine Pulsuhr zu, die meine Herzfrequenz aufzeichnete. Anfangs war mein Puls auf über 200 – so fühlte ich mich auch. Ich wusste, ich muss an meiner Ausdauer üben.

Mein Ehrgeiz war gepackt

So beschloss ich, im täglichen Wechsel 5 km walken, 2 km laufen und 9 km Rad zu fahren. Ein Ruhetag war wöchentlich eingeplant, den ich aber flexibel einbaute. Zusätzlich informierte ich mich über Grundlagenausdauer und Stabilisierungsübungen. Dinge, von denen ich vorher noch nichts gehört habe. Die passenden Übungen absolvierte ich täglich zu Hause. Rad fahren sollte nicht schwierig sein, brachte mich aber genauso außer Puste und zwischendurch benötigte ich auch dabei auf halber Strecke eine Pause. Doch irgendwann merkte ich, das es besser wurde. Nach etwa 8 Wochen Rad fahren, merkte ich auf meiner Runde, ich kann weiter fahren, ohne Pause. Ich war so stolz!
Auch beim Laufen wurde meine Durchhalte-Strecke länger. Ganz allmählich konnte ich erst 50 Meter durchlaufen, dann 100 und so weiter. Die Steh-Pausen dazwischen wandelten sich in Geh-Pausen. Nach Monaten intensiven Sportelns merkte ich, dass mir das Laufen mehr Freude bereitet. Radeln und Walken mache ich jetzt nach Lust und Laune. Nun laufe ich 4 – 5 mal wöchentlich und verlängerte meine Laufstrecke auf 6 – 9 Kilometer. Da ich merkte, dass ich beim Training im heimischen Kämmerlein an meine Grenzen stieß, meldete ich mich im Fitnessstudio an. Dort bekomme ich Trainingspläne, die sich perfekt mit meinem Lauftraining ergänzen. Atmung, Puls und Gummibeine haben sich, durch permanentes Üben, sehr gut angepasst.

Wings for Life World Run


Dann brauchte ich ein Ziel. An einem Laufevent teilnehmen, das wäre ein Traum. Aber kann ich das? Die sind doch alle viel besser als ich. Und wenn ich nicht durchlaufen kann, sondern eine Pause brauche? Egal! Ich meldete mich an für den Wings for Life World Run. Was soll ich sagen? Die Teilnahme an diesem Event war das Beste, was ich machen konnte. Ich war nicht schnell, aber super glücklich. Der nächste Lauf erwartet mich bereits im September. Dort werde ich 5 Km laufen. Aber bereits im nächsten Jahr möchte ich die 10-er Marke knacken. Ich weiß, ich werde es schaffen.

Der Nebeneffekt und ein Kochbuch

Jahrelang hat mein Körper alles festgehalten, was so in ihn hineinkam. Durch das Laufen beschloss er, sich nun doch von einigen Kilos zu trennen. Ich ernährte mich vorher auch nicht ungesund. Es waren oft nur Kleinigkeiten – schnell mal zwischendurch ein Latte Macchiato, ein Kakao oder ähnliches. Auch das summierte sich im Laufe der Jahre. Durch das Laufen ernährte ich mich bewusster. Achtete mehr auf Regelmäßigkeit beim Essen und Trinken. Dabei blieb der Genuss aber keinesfalls auf der Strecke. Um andere daran teilhaben zu lassen, beschloss ich, ein Kochbuch zu schreiben und meine liebsten Rezepte darin zu vereinen.

Wie geht es weiter?

Inzwischen laufe ich nach einem festen Laufplan. Dadurch spüre ich schneller die Veränderung in meiner Laufzeit. Kann Läufe der Atmung anpassen und nicht umgekehrt, lege Sprints und Hindernisläufe ein.
Irgendwann werde ich einen Halbmarathon laufen. Ich setze mich dabei nicht unter Druck. Einfach nur Spaß am Laufen zu haben, wer hätte das gedacht – ich am allerwenigsten.
Das Kochbuch von Brigitte gibt es hier und zudem hat sie einen eigenen Blog.

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#LAUFINSPIRATION: Laufeinsteigerin motiviert andere

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In unseren neuen Serie #LAUFINSPIRATION erzählen Läufer ihre persönliche Läufergeschichte. Melanie Wyssmann hat selber nicht daran gedacht, sich einmal Läuferin zu nennen. Was sie schlussendlich dazu geführt hat und weshalb sie heute sogar andere motiviert, erfährt ihr im Beitrag von ihr.

Warm up mit Melanie

Wer hätte das gedacht, dass ich einmal eine Läuferstory habe. Wenn mir jemand vor eineinhalb Jahren gesagt hätte, dass mir das Laufen Freude bereitet und ich an Läufen teilnehmen werde, hätte ich gesagt: „Spinnst du – Ich und Laufen, nie im Leben!“ Aber bekanntlich kommt alles anders als man denkt.

Mein Einstieg: Wenn dir dein Kunde mit minus 25kg davonrennt

Damals hat ein Kunde von mir 25kg Körpergewicht verloren und die Freude am Laufen entdeckt. Als Ernährungscoach von ihm hatte ich dann die Idee, gemeinsam mit ihm an einem Lauf teilzunehmen, einfach zur Freude und gemeinsam etwas zu unternehmen. Ich hatte keinerlei Vorstellung, was es heisst, 5km zu laufen. Das ist ja nur eine kurze Strecke, dachte ich. Ich wurde dann eines anderen belehrt. Trainiert habe ich nie vorher.

5 Kilometer, was ist das schon…

5 Kilometer wurden zur Qual und mein Kunde musste mich als seinen Coach motivieren durchzuhalten. Obwohl ich ihm immer wieder sagte, er solle losziehen und seine Zeit laufen, blieb er immer neben mir und überquerte gemeinsam mit mir die Ziellinie. Nach über 38 Minuten war ich völlig erschöpft. Das falsche Schuhwerk hat mir dann an meinen Füssen eine lange Erinnerung hinterlassen.

Einmal vom Lauffieber infiziert

Trotz diesem qualvollen Erlebnis, wurde ich vom Lauffieber infiziert. Mittlerweilen renne ich Distanzen bis 16km, nehme regelmässig an Läufen teil. Sogar der GP-Bern ist Pflichtprogramm. Fleissig schaue ich mich nach Laufworkshops um, damit ich mir auch die richtige Technik aneigne und mich im Lauf-ABC üben kann. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an running.COACH für das tolle GP-Vorbereitungstraining vergangenen April.
Aktuell baue ich meine eigene Laufgruppe in Ulmiz (Region Murtensee) auf, was grossen Spass macht. Aufgrund meiner negativen Erfahrung meines ersten Laufes gelingt es mir, die Menschen zu motivieren, animieren und aus Nordic Walkern, zufriedene Läufer zu machen.

Gezielt trainiert, ist halb gewonnen

Bei mir gibt es nicht „die typische“ Trainingswoche, da ich in vier verschiedenen Schichten arbeite und zusätzlich die Ausbildung zum Personaltrainer mache. Somit kann es sein, dass ich morgens früh gehe, kurz vor dem Spätdienst oder am Abend nach der Frühschicht. Ich schaue dass ich 2-3 Mal pro Woche trainieren kann. Mit professioneller Unterstützung habe ich bereits mein erstes richtiges Intervalltraining auf der Bahn absolviert und werde dies auch weiter in meine Trainings einbauen. Ich will ja scliesslich immer schneller werden. Seit neustem gehe ich auch an die Fitnessgeräte. Ansonsten bin ich sehr polysportiv und mache, was mir gefällt und worauf ich gerade Lust habe. Immer aber mit meinen Zielen im Hinterkopf (siehe Warm up).

Zum Schluss bleibt mir nur noch zu sagen:

Sei mutig und trau dich in Bewegung zu kommen. Es ist egal in welchem Tempo du läufst, du bist immer noch schneller, als jemand der auf der Couch bleibt.
Und wenn du denkst, es geht nicht mehr. Lächle und mach noch ein paar Schritte mehr.

Weitere Informationen zu Melanie und ihrer Laufgruppe gibt es hier. Wir wünschen dir und deiner Gruppe weiterhin viel Motivation und keep on running.

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Egal ob du ein bestimmtes Laufziel erreicht hast, dank dem Laufen abgenommen hast, dir das Lauftraining bei einer Krankeit geholfen hat, du durch das Laufen Begegnungen der besonderen Art gemacht hast oder was auch immer; wir sind gespannt und freuen uns auf deine Geschichte.

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#LAUFINSPIRATION: Vom Fussballer zum Marathonläufer

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In unseren neuen Serie #LAUFINSPIRATION erzählen Läufer ihre persönliche Läufergeschichte. Den Auftakt macht Yves Bohren, welcher seine Fussballschuhe nach einer Verletzung gegen die Laufschuhe eingetauscht hat. Und das so ziemlich erfolgreich, wie wir finden. Hier berichtet er über seinen Weg zum ersten Ziel, dem Berlin Marathon 2016, und seine weiteren Vorhaben.

Warm up mit Yves

30 Jahre habe ich mehr oder weniger ohne grössere Verletzungen Fussball gespielt. Während dieser Zeit zwischendurch einen Lauf bestritten, doch ohne grössere Vorbereitung. Das höchste der Gefühle war 2008 meine erste Teilnahme an einem Marathon (Zürich Marathon), der eher schmerzhaft war als Freude beschert hat (mangels Vorbereitung und Magenkrämpfe während dem Lauf).

Der Umstieg zum Laufsport

Mit 40 hab ich mir das vordere Kreuzband beim Fussball gerissen. Damit war für mich klar, dass ich meine Fussballschuhe an den Nagel hängen würde. Nach einer eher längeren Genesungsphase habe ich nach eineinhalb Jahren, im März 2016, intensiv mit dem Laufen angefangen. Als erstes hab ich mir ein Ziel gesetzt und mich gleich für den Berlin Marathon angemeldet. Um keine Überraschungen zu erleben, habe ich mich intensiv in die Materie eingearbeitet und mehrere Bücher gelesen. Beruhend auf diesen, habe ich mir einen Trainingsplan erstellt. An diesen hielt ich mich drei Monate minutiös. Zur Vorbereitung gehörten kleinere Wettkämpfe bis hin zum Halbmarathon. Auch habe ich nach drei Monaten Vorbereitung einen Laktatstufentest gemacht, um ein gezielteres Training anzustreben. Den Aufwand, welcher ich für die Erstellung meines Trainingsplans investierte, wurde mir allmählich zu gross. Abgesehen davon war mein Plan eher starr und nicht auf mich abgestimmt. So hab ich mich für einen professionellen Trainingsplaner entschieden – running.COACH erschien mir am geeignetsten, nachdem ich ein paar andere angeschaut hatte. Die Fortschritte waren schnell erkennbar.

Berlin Marathon 2016

Ein paar Monate vor dem Start am Berlin Marathon erhielt ich die Nachricht, dass ich ohne offizielle Referenzzeit hinten im Feld anzustehen habe – also Startposition 40‘000+/-. Dies empfand ich als total unattraktiv und habe spontan entschieden einen anderen Marathon vorher zu absolvieren, um zu einer Referenzzeit zu kommen. Nicht ganz einfach im Sommer. Doch es standen zwei temperaturtechnisch vertretbare Optionen zur Auswahl: Reykjavik und Helsinki. Ich entschied mich für die finnische Hauptstadt. Bei kühlen 14° und Regen lief ich in 3:04 ins Ziel. Nach einer eher kurzen Regenerierung (6 Wochen) ging’s auf nach Berlin.
25. September 2016, die Stunde der Wahrheit: B-E-R-L-I-N, was für ein Name. Zusammen mit den Besten der Besten an den Start. Wow, und die tausenden von Zuschauern. Ich war definitiv bereit, aber auch sehr aufgeregt. Einen ersten Vorgeschmack auf das kommende Rennen erhielt ich am Samstag bei der Startnummern Ausgabe – boah, eine solche Runner-Ausstellung hatte ich noch nie gesehen – und anschliessend das Inline Skater Rennen. Krass wie schnell die unterwegs waren, sah ich zum ersten Mal – mit 40km/h im Schnitt eher ein Warm-up für diese Athleten.
Sonntag 4.00 Uhr morgens, der Wecker läutet. Ich bin aber bereits wach. Ein kleines Frühstück – ein Stück Weissbrot, Banane und Avocado und einen Kohlenhydratdrink. Wohl etwas zu viel des Letzteren, 45 Minuten musste ich im Startgelände warten, um nochmals „schnell“ auf’s WC zu gehen und eine Pinkelpause einzulegen. Zum Glück hatte ich noch genügend Zeit. Kurzes Einlaufen und dann einstehen in den Startblock. Diese Stimmung bereits vor dem Start – Pulsschlag: 164! Und bin noch keinen Meter der 41‘195 gelaufen! Der Adrenalinspiegel steigt. Ich muss nochmals pinkeln. Wohl vor Aufregung, es ist zu spät, der Startschuss fällt. Endlich kann’s losgehen. Wow, diese Stimmung, WAHNSINN! Die KM fliegen an mir vorbei. Ich verpasse einige KM-Tafeln, bin von der Stimmung total absorbiert. Alle paar 100m gibt’s eine Band, Alleinunterhalter, Drummer oder einfach eine etwas überdurchschnittlich lauf aufgedrehte Musikanlage. KM 34 kommt der Hammermann vorbei, ich beisse und versuche ihn zu ignorieren. Kostet mir jedoch rund 10-20 Sekunden pro KM. KM 38 halte ich’s nicht mehr aus und suche mir einen Baum zur Bewässerung aus. Eine Riesenerleichterung, doch den Rhythmus wieder zu finden ist verdammt hart. Ich schaffe es trotzdem wieder zu beschleunigen. Das Ziel unter 3 Stunden zu laufen ist zum Greifen nah und verleiht Flügel, naja, fast. Das Brandenburger Tor, ich kann’s sehen, ich kann’s fast nicht fassen, die Emotionen kommen hoch, mir stehen die Tränen in den Augen. Nur noch ein paar Meter… Nach 2:59:20 ist es Tatsache, Ziel erreicht! Ich fühle mich wie ein Weltmeister, es ist unglaublich. Dieses Gefühl, diese Emotionen. Ich teile dies mit anderen Läufer, jeder ist glücklich, nein, überglücklich. Eine der schönsten Momente in meinem Leben. Die rund 1‘800 Trainingskilometer zwischen März und dem 25. September haben sich absolut ausbezahlt und gelohnt. Dank running.COACH war ich nicht nur physisch sondern auch mental bereit für diesen Tag.

Next steps

Und dies war nur der Anfang, fünf Wochen später laufe ich 1:21:23 am Lucerne Swiss City Marathon auf der Halbmarathon Strecke. Im Frühling 2017 stand der Paris Marathon an, mit Magenkrämpfen und demzufolge einer enttäuschenden Zeit bin ich trotzdem ins Ziel gelaufen. Die nächsten Läufe stehen seit Monaten in der Agenda und running.COACH wird mich zielgerecht auf meine top Performance aufpeppen für den Berlin Marathon und im November als Krönung für den New York Marathon.

Wichtige Partner

Die wichtigste Unterstützung für das Laufen kriege ich von meiner Familie. Nicht ganz selbstverständlich nebst einem anspruchsvollen und überdurchschnittlich zeitintensiven Job weitere acht bis neun Stunden Trainingsaufwand und somit Abwesenheit zu akzeptieren.
Nebst der running.COACH App, welche einen Teil meines Alltags gestaltet, benutze ich intensiv Strava und messe mich dort gerne mit anderen. Schuhe sind wichtig, da setze ich auf Diversität und wechsle regelmässig meine Schuhe (Typ und Marke). Bei der Kleidung habe ich auf eine innovative Schweizer Marke gesetzt: X-BIONIC. Definitiv überdurchschnittliche Laufkleidung, die zu Spitzenresultate verhilft. Egal wie warm oder kalt es ist, ob es schneit, regnet oder schön ist, die Kleidung passt sich den Naturgegebenheiten an und macht aus Schweiss Energie.
Ich kann nur jeden dazu ermuntern das Erlebnis Marathon anzugehen, es folgen unvergessliche Momente mit viel Emotionen. Die Welt ist bekanntlich klein, man sieht sich im Training oder beim nächsten Wettkampf.
Willst du Yves sportlichen Ziele verfolgen, findest du hier seine Homepage und seinen Strava Account. Danke Yves für deinen Bericht und weiterhin viel Spass und Erfolg für deine Laufprojekte.

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Wir suchen dich: #LAUFINSPIRATION

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Die Leidenschaft fürs Laufen

Wir schauen gerne nach links und rechts, nach vorne und hinten. Nicht nur um zu sehen, ob ein anderer Läufer schneller ist, sondern um uns vor allem inspirieren zu lassen. Da draussen sind so viele Läufer und egal welchen Weg sie einschlagen, eines haben sie alle gemeinsam: die Leidenschaft fürs Laufen. Aber so unterschiedlich die Läufer selber sind, so unterschiedlich sind ihre Laufgeschichten, ihre Trainingsphilosophien, ihre Wettkampferfahrungen, ihre Motivation und und und. Um euch verschiedene Läufergeschichten näher zu bringen und neue Inspiration zu geben, lancieren wir die neue Serie: #LAUFINSPIRATION.

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