Andreas Kempf: Cross-Europameisterschaften

Letztes Wochenende hat der Schweizer Läufer Andreas Kempf an den Cross-Europameisterschaften teilgenommen und gibt uns hier einen Einblick. running.COACH gratuliert Andreas zu seiner Leistung. 

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Nach den Europameisterschaften in Amsterdam war ich physisch und mental ziemlich erschöpft. Also gönnte ich mir bereits Mitte Juli eine zweiwöchige Trainingspause, um wieder erholt und voller Tatendrang ins Training einsteigen zu können. Doch dazu musste noch ein konkretes Ziel im Herbst/Winter her, denn die für mich im nächsten Jahr prioritären Bahnrennen beginnen erst im Mai. So beschloss ich zusammen mit meinem Trainer nebst dem traditionellen Murtenlauf, welcher für einen Freiburger Läufer zur Pflicht gehört, die Cross-EM-Qualifikation in Angriff zu nehmen.

Höhenzimmer als Vorbereitung für die Selektionsläufe

Gesagt, getan! Nach einigen Wochen Grundlagentraining bereitete ich mich mit einem gut dreiwöchigen Aufenthalt in einem Höhenzimmer in Magglingen und einem zehntägigen Trainingslager in Tenero auf die beiden Selektionsläufe im November vor. An den beiden Crosswettkämpfen im belgischen Mol und im holländischen Tillburg musste ich die Selektionskommission von Swiss Athletics davon überzeugen, dass ich auf europäischen Niveau mithalten kann. Dies gelang mir, so dass ich sowie 15 weitere Schweizer LäuferInnen für die Cross-EM im italienischen Chia auf der Insel Sardinien selektioniert wurden.

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Cross-EM auf Sardinien

Letzten Sonntag um 13:10 Uhr war es dann soweit. 80 Läufer vereinten sich bei der Elite-Kategorie der Männer am Start. Die Sonne brannte von oben und das Thermometer zeigte auf der beliebten Ferieninsel 20 Grad Celsius an. Marco Kern, der zweite Schweizer im Feld, und ich standen nebeneinander in der helvetischen Startbox und sahen den flachen, sehr schnellen Wiesen-Parcours vor uns. Einzig drei Strohballen-Hindernisse und drei kleine „giftige“ Hügel waren auf der 1500 Meter langen Runde, welche sechsmal zu absolvieren war, zu erkennen. Gemeinsam mit dem Betreuerteam hatten wir am Vorabend eine klare Taktik vereinbart: „gemächlich“ starten, einen guten Rhythmus finden und ab Rennhälfte die zu schnell gestarteten Läufer einsammeln.

Bewährte Renntaktik

Ohne in ein Gerangel zu geraten, reihten sich Marco und ich auf der Startschlaufe um Position 75 ein. Den ersten Kilometer, wo man eigentlich erst auf die richtige Runde einbog, passierten wir bei 2:55 Minuten. „Genau richtig!“, dachten wir und absolvierten den zweiten Kilometer weiterhin hinten im Feld in rund drei Minuten. Danach begann unsere Aufholjagd. Wir machten langsam aber sicher Position um Position gut. Nicht dass wir schneller wurden, aber wir bauten dank dem vernünftigen Start weniger ab als die meisten anderen Läufer. Dank abwechselnder Führungsarbeit stiessen wir zwei Runden vor Schluss bis auf den 60. Rang vor. Leider konnte ich ab dort Marco nicht mehr ganz folgen. Schlussendlich lief er als 50. und ich als 57. ein. Unsere Endzeiten für die 9940 Meter betrugen 30:05 resp. 30:28 Minuten. Die gesamte Rangliste kann hier angeschaut werden. Das harte Rennen und die ungewohnten Dezember-Temperaturen schienen allen Läufern zu schaffen zu machen. Wie abgeschlagene Hunde und mit hochrotem Kopf lagen, sassen oder sich an den Betreuer haltend standen sie im Zielbereich. Bei der Closing-Party schien es aber allen wieder gut (oder zu gut!) zu gehen.

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Hilft gegen Winterspeck: Crosslauf

Mittlerweile bin ich wieder in der Schweiz gelandet und motiviert, den nicht mehr allzu grossen Abstand zum europäischen Mittelfeld im nächsten Jahr wettzumachen. Meine nächsten Wettkampfeinsätze bestreite ich am UBS Cross Düdingen anfangs Januar und an den Cross-Schweizermeisterschaften am ersten Sonntag im März. Dazwischen werde ich wieder im kenianischen Hochland an meiner Grundlagenausdauer feilen. Hier findest du 10 Gründe, warum Crossläufe im Winter Sinn machen. Ausserdem lässt sich beim Crosslaufen der Weihnachtsspeck wunderbar in pure Muskelkraft umwandeln. In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in ein hoffentlich (sportlich) erfolgreiches neues Jahr!

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