Stephan Lehmann – running.COACH Teammitglied

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Nun ist das erste Halbjahr 2014 schon wieder vorbei und auch für mich ist es an der Zeit, ein erstes (läuferisches) Resümee zu ziehen. Die Wintervorbereitung auf den Frühjahrsmarathon in Hamburg war alles andere als vorbildlich und meine Bestrebungen, es für die anstehenden Highlights im Herbst besser zu machen, haben im Juni die ersten Früchte getragen. Endlich war ich mal wieder in der Lage, meine Trainingseinheiten zumindest zum Großteil so durchzuführen, wie ich es mir vorgenommen und der running.COACH es mir empfohlen hat. Doch woran liegt denn nun diese Unstetigkeit? Ist es Faulheit, der innere Schweinehund oder hat es vielleicht auch noch andere Gründe?

Stephan Lehmann bereitet nun den New York City Marathon vor
Stephan Lehmann bereitet nun den New York City Marathon vor

Im ersten Halbjahr war es, so ehrlich muss ich zu mir selber sein, bis Anfang Juni die Faulheit und ein bisschen der Schweinehund – wobei man den ja auch immer gut zur eigenen Faulheit heranziehen kann… ;). Grundsätzlich kommen ja aber auch noch ganz andere Herausforderungen auf uns Läufer zu, wenn wir nicht gerade Profis (und wer ist das schon) sind. Die größte nennt sich Alltag. Da sind Familie, Beruf, Freunde und auch andere Aktivitäten, die alle unter einen Hut gebracht werden wollen, bzw. müssen. Das ist nicht immer leicht und man muss auch schon höllisch aufpassen, dass nichts zu kurz kommt. Mein normaler Wochentag sieht in der Regel so aus, dass ich um 05:00 Uhr aufstehe und zwischen 07:30 und 08:00 Uhr das Haus verlasse. In der Zwischenzeit stehen das gemeinschaftliche „Fertigmachen“ der Kinder (8 und gerade 6 geworden) für Schule und Kindergarten sowie Frühstück auf dem Programm. Da ich mit einer Fahrzeit von mindestens 30 Minuten (je nach Autobahnsituation und die A2 in Richtung Hannover ist öfter mal dicht) je Richtung meine Arbeitszeit dann noch entsprechend verlängere, bin ich in der Regel zwischen 18:00 und 19:00 Uhr zu Hause. Das Lauftraining kann ich manchmal direkt nach der Arbeit vom Büro aus starten, oft jedoch auch erst, wenn die Kinder im Bett sind (also nach 20:00 Uhr). In Zeiten der Fußball-WM ging es während der Vorrunde gut zwischen dem 18:00 Uhr-Spiel (von dem ich meist auch nur die zweite Halbzeit sehen konnte) und dem 21:00 Uhr-Spiel. Aber da sind dann oft andere private Termine auch schon weit außen vor und in der Regel sowieso zumeist auf die Wochenenden konzentriert, da auch meine bessere Hälfte berufstätig ist. In früheren Jahren habe ich es auch (zumindest in den Sommermonaten) eine ganze Zeit lang geschafft, morgens noch früher als 05:00 Uhr aufzustehen um dann in den Sonnenaufgang hinein zu laufen. Das ist wirklich herrlich – aber mit zunehmendem Alter fällt mir das immer schwerer und im Herbst/Winter kriege ich das überhaupt nicht hin, denn zu allem Überfluß bin ich auch noch das, was man landläufig als „Nachtmensch“ bezeichnet und ich komme vor 23:30/0:00 Uhr nicht ins Bett…
Und dann sind da ja auch noch die langen Läufe, die ja für das Wochenende vorgesehen sind. Wann sollen denn die noch absolviert werden, wenn doch die Familie (berechtigterweise) auch noch auf ihr Recht pocht? Na, da bleibt dann auch wieder nur ein frühes Aufstehen, damit man so einen 25-36 Kilometerlauf noch mit eingebaut bekommt. Hat dann den Vorteil, dass man der Familie schon gleich frische Brötchen mit an den Frühstückstisch bringen kann, und man mit einem sehr guten Gefühl in die Familientage startet. Leider habe ich es seit Juni allerdings noch nicht richtig wirklich hinbekommen, einen entsprechend längeren Lauf von mehr als 20 Kilometern zu absolvieren, aber bis zu meinen Marathons habe ich ja auch noch ein bisschen Zeit – aber Vorsicht! Gerade dieses „bisschen Zeit“ ist sehr trügerisch, da ich gerade erst in der Frühjahrsvorbereitung damit ziemlich auf die Nase gefallen bin. Ich weiß aber, dass ich es jetzt wesentlich besser hinbekommen werde, und ich habe da auch richtig Bock drauf.

Stephans Trainingsplan für den Juli
Stephans Trainingsplan für den Juli

Und trotzdem ist es immer eine gewisse Gratwanderung, an welchem Ende man sich jetzt die Zeit „abknappst“: ist es zugunsten der Verpflichtungen (welcher Art auch immer diese nun gewichtet sind) oder zugunsten des Laufens? Das kann im Grunde genommen immer nur jeder für sich selber entscheiden und ich bin wirklich sehr froh und dankbar, dass ich eine Frau an meiner Seite habe, die mir in vielen Punkten den Rücken frei hält, denn sonst hätte ich das Laufen (zumindest von Marathons) schon lange drangeben müssen.

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