Saisonplanung für LäuferInnen – Vorgehensweise zur Planung deiner Laufsaison

Kategorien

Nach der Laufsaison ist vor der Laufsaison, um sich einer beliebten (etwas abgewandelten) Fussbalfloskel zu bedienen. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie man bei der Planung der kommenden Saison vorgehen soll. Wir haben dir ein paar Tipps aufgelistet.
Setze dir Ziele
Blicke auf die vergangene Laufsaison zurück und überlege dir, welche Erfahrungen du mitnehmen kannst,was du besser machen solltest und was du in der kommenden Saison erreichen möchtest. Das kann zum Beispiel eine neue Herausforderung (z.B. erster (Halb-)Marathon) oder das Erreichen einer neuen persönlichen Bestleistung sein. Wichtig ist aber generell, dass deine Ziele „SMART“ sind:
S wie spezifisch
M wie messbar
A wie aktiv beeinflussbar
R wie realistisch
T wie terminiert
Falls du Schwierigkeiten hast, einen passenden Laufwettkampf zu finden, so kann dir unser Laufkalender eine Hilfe bei der Planung sein. Falls du einen Lauf als Zielwettkampf wählst, welcher noch nicht im Laufkalender zu finden ist, so darfst du uns gerne bei der Aufnahme des Laufes behilflich sein: Lauf in den Kalender aufnehmen
Plane deine Vorbereitungswettkämpfe
Ist das Hauptziel einmal gewählt so kannst du dir Gedanken zu den Vorbereitungswettkämpfen machen. Diese solltenwohl dosiert (2-4 in der ganzen Vorbereitung) eingesetzt werden und immer dem Hauptwettkampf dienlich sein. Auf dem Weg zu den 4 Basisdistanzen könnte dies folgendermassen aussehen:
5000m:

  • 2-3 Vorbereitungswettkämpfe verteilt auf die letzten 8 der 12 Vorbereitungswochen.
  • Letzter Wettkampf 7 Tage vor dem Hauptwettkampf, maximal 3000m.
  • Wettkampfdistanzen zum Wettkampf hin ab- später zunehmend. Z.B. 10‘000m, 5‘000m, 1500m, 3000m und Hauptwettkampf.

10’000m:

  • 2-4 Vorbereitungswettkämpfe verteilt auf die letzten 10 der 14 Vorbereitungswochen.
  • Letzter Wettkampf 7 Tage vor dem Hauptwettkampf, maximal 5000m.
  • Wettkampfdistanzen zum Wettkampf hin abnehmend, Abschlusswettkampf kürzer. Z.B. 15‘000m, 10‘000m, 5000m, 5000m und Hauptwettkampf.

Halbmarathon:

  • 3-4 Vorbereitungswettkämpfe verteilt auf die letzten 12 der 16 Vorbereitungswochen.
  • Letzter Wettkampf 14 Tage vor dem Hauptwettkampf, maximal 10‘000m.
  • Wettkampfdistanzen zum Wettkampf hin zunehmend, Abschlusswettkampf kürzer. Z.B. 5‘000m, 10‘000m, 15‘000m, 10‘000m und Hauptwettkampf.

Marathon:

  • 3-4 Vorbereitungswettkämpfe verteilt auf die letzten 14 der 20 Vorbereitungswochen.
  • Halbmarathon als „Pflichtelement“, idealerweise vier Wochen vor dem Hauptwettkampf.
  • Letzter Wettkampf 14 Tage vor dem Hauptwettkampf, idealerweise 10‘000m.
  • Wettkampfdistanzen zum Wettkampf hin zunehmend, Abschlusswettkampf kürzer. Z.B. 10‘000m, 15‘000m, Halbmarathon, 10‘000m und Hauptwettkampf.

Bestimme die wöchentliche Anzahl Trainings
Die Anzahl wöchentlicher Trainings sollte natürlich auf mehrere Faktoren abgestimmt sein (u.a. bisheriges Trainingsvolumen, Ambitionen und zur Verfügung stehende Zeit). Bei einer Steigerung der Anzahl Trainings sollte beachtet werden, dass pro Halbjahr maximal eine neue Trainingseinheit zugefügt werden sollte.
Eine grobe Übersicht über die erforderliche Anzahl Trainings entsprechender Leistungsniveaus gibt es in dieser Tabelle.
anzahl trainings saisonplanung
Mehr Infos zum Thema gibt es hier.
Plane die Trainings
Natürlich empfehlen wir wärmstens, diesen Schritt mit geeigneter Hilfeleistung durchzuführen. Trage die oben eruierten Daten in den Einstellungen des running.COACHs ein und lasse dir den Plan berechnen. Auf diese Weise weisst du immer, an welchem Tag du was und in welcher Intensität trainieren sollst.
Wir wünschen dir jetzt schon eine gute Saison!

#LAUFINSPIRATION: Geschichte einer Laufraupe

Kategorien

„Als berufstätige Frau und Mutter von fünf Kindern konnte ich nicht über Bewegungsmangel klagen. Einige Kilo Übergewicht nannte ich mein eigen. Jogger, die ich auf der Straße sah, bekamen von mir nur mitleidige Blicke. Ich dachte, die sind doch nicht ausgelastet. Aber irgendwann packte es mich dann doch – das LAUFFIEBER!“ So Birgit, welche in unserer Serie #LAUFINSPIRATION über ihren anstrengenden Einstieg ins Laufen erzählt und welche positiven Nebeneffekte regelmässiges Laufen mit sich bringt.

Aller Anfang ist schwer

Mit dem Ende der Schulzeit war für mich das Thema Sport ein für allemal abgeschlossen. Nie mehr laufen, nicht mal dem Bus hinterher. Warum auch? Es geht auch alles langsamer. Ich war nie ein Couchpotato, war stets in Bewegung. Aber es waren immer die selben Bewegungen. Tagsüber die Tätigkeit im Büro, anschließend Familie und Haushalt. Jedoch spürte ich so langsam, dass die sportfreien Jahre ihre Spuren hinterließen. Schmerzende Gelenke, Übergewicht und Kurzatmigkeit waren die Folgen. So konnte es nicht weitergehen. Sport muss her! Laufen kann ja nicht so schwierig sein!
Zielstrebig und motiviert wurden neue Sportsachen gekauft, die am gleichen Abend eingeweiht werden sollten. Für diesen ersten Lauf hatte ich mir einen Rundweg im Wald ausgesucht, der festen Überzeugung, dieser Weg wäre mindestens 5km lang. So begann ich zu laufen und nach höchstens 20 Metern bekam ich keine Luft mehr, mein Puls raste, die Beine waren schwer und mir war nicht klar, wie ich diese Runde überstehen sollte. Ich ging dann eine langes Stück, um wieder normal durchatmen zu können. Was hatte ich mir da bloß eingebrockt? Ich war 53! Muss ich da unbedingt laufen – es gibt doch so viel leichtere Dinge! Irgendwie schleppte ich mich dann durch diese Runde, war total am Ende, die Beine zitterten, der Puls raste, der Schweiß lief und ich dachte, das machst Du nie wieder! Ich war 26 Minuten unterwegs und musste feststellen, dass die Runde nur 1,8 Km lang war. Nein, das mach ich nicht nochmal!
Die folgenden Tage motivierte mich meine Tochter, es doch nochmal zu versuchen. In Anbetracht der schicken neuen Sportsachen liess ich mich widerwillig überreden. Ich versuchte es Tag für Tag, ohne Besserung der Erstsymptome. Es war für mich niederschmetternd, ich war einfach kein Läufer. Es folgten Tage an denen keine Überredung half. Etwa zwei Wochen später, packte mich die Lust, es nochmal zu versuchen. Was war mit mir los? Ich habe mir selbst winzige Ziele gesteckt. Bis zum nächsten Baum, bis zur Bank, bis zur Kurve und so weiter. Nur kleine Ziele, zwischen denen ich aber immer wieder Pausen einlegen musste. Während diesen Pausen musste ich wirklich stehen bleiben. Wenn ich dann wieder genug Luft bekam, habe ich mich Stück für Stück vorgearbeitet. Aber ich wollte nicht aufgeben. Ich wollte es schaffen – für mich!
Immer wieder wurde ich von anderen Joggern überholt, die freundlich grüßten und davon schwebten. Warum geht das bei allen so leicht, nur bei mir nicht? Ich schaute mir Laufpläne im Internet an. Aber die waren irgendwie alle nicht passend für mich. Ich konnte mich beim Laufen nicht nach Zeiten richten, nur nach meiner Atmung. Mein ganz persönlicher Plan musste her. Dieser bestand aus Atmen, Bäumen, Bänken und Pausen. Keine Zeiten!
Außerdem legte ich mir eine Pulsuhr zu, die meine Herzfrequenz aufzeichnete. Anfangs war mein Puls auf über 200 – so fühlte ich mich auch. Ich wusste, ich muss an meiner Ausdauer üben.

Mein Ehrgeiz war gepackt

So beschloss ich, im täglichen Wechsel 5 km walken, 2 km laufen und 9 km Rad zu fahren. Ein Ruhetag war wöchentlich eingeplant, den ich aber flexibel einbaute. Zusätzlich informierte ich mich über Grundlagenausdauer und Stabilisierungsübungen. Dinge, von denen ich vorher noch nichts gehört habe. Die passenden Übungen absolvierte ich täglich zu Hause. Rad fahren sollte nicht schwierig sein, brachte mich aber genauso außer Puste und zwischendurch benötigte ich auch dabei auf halber Strecke eine Pause. Doch irgendwann merkte ich, das es besser wurde. Nach etwa 8 Wochen Rad fahren, merkte ich auf meiner Runde, ich kann weiter fahren, ohne Pause. Ich war so stolz!
Auch beim Laufen wurde meine Durchhalte-Strecke länger. Ganz allmählich konnte ich erst 50 Meter durchlaufen, dann 100 und so weiter. Die Steh-Pausen dazwischen wandelten sich in Geh-Pausen. Nach Monaten intensiven Sportelns merkte ich, dass mir das Laufen mehr Freude bereitet. Radeln und Walken mache ich jetzt nach Lust und Laune. Nun laufe ich 4 – 5 mal wöchentlich und verlängerte meine Laufstrecke auf 6 – 9 Kilometer. Da ich merkte, dass ich beim Training im heimischen Kämmerlein an meine Grenzen stieß, meldete ich mich im Fitnessstudio an. Dort bekomme ich Trainingspläne, die sich perfekt mit meinem Lauftraining ergänzen. Atmung, Puls und Gummibeine haben sich, durch permanentes Üben, sehr gut angepasst.

Wings for Life World Run


Dann brauchte ich ein Ziel. An einem Laufevent teilnehmen, das wäre ein Traum. Aber kann ich das? Die sind doch alle viel besser als ich. Und wenn ich nicht durchlaufen kann, sondern eine Pause brauche? Egal! Ich meldete mich an für den Wings for Life World Run. Was soll ich sagen? Die Teilnahme an diesem Event war das Beste, was ich machen konnte. Ich war nicht schnell, aber super glücklich. Der nächste Lauf erwartet mich bereits im September. Dort werde ich 5 Km laufen. Aber bereits im nächsten Jahr möchte ich die 10-er Marke knacken. Ich weiß, ich werde es schaffen.

Der Nebeneffekt und ein Kochbuch

Jahrelang hat mein Körper alles festgehalten, was so in ihn hineinkam. Durch das Laufen beschloss er, sich nun doch von einigen Kilos zu trennen. Ich ernährte mich vorher auch nicht ungesund. Es waren oft nur Kleinigkeiten – schnell mal zwischendurch ein Latte Macchiato, ein Kakao oder ähnliches. Auch das summierte sich im Laufe der Jahre. Durch das Laufen ernährte ich mich bewusster. Achtete mehr auf Regelmäßigkeit beim Essen und Trinken. Dabei blieb der Genuss aber keinesfalls auf der Strecke. Um andere daran teilhaben zu lassen, beschloss ich, ein Kochbuch zu schreiben und meine liebsten Rezepte darin zu vereinen.

Wie geht es weiter?

Inzwischen laufe ich nach einem festen Laufplan. Dadurch spüre ich schneller die Veränderung in meiner Laufzeit. Kann Läufe der Atmung anpassen und nicht umgekehrt, lege Sprints und Hindernisläufe ein.
Irgendwann werde ich einen Halbmarathon laufen. Ich setze mich dabei nicht unter Druck. Einfach nur Spaß am Laufen zu haben, wer hätte das gedacht – ich am allerwenigsten.
Das Kochbuch von Brigitte gibt es hier und zudem hat sie einen eigenen Blog.

Inspiriere andere – wie funktioniert es?

Egal ob du ein bestimmtes Laufziel erreicht hast, dank dem Laufen abgenommen hast, dir das Lauftraining bei einer Krankeit geholfen hat, du durch das Laufen Begegnungen der besonderen Art gemacht hast oder was auch immer; wir sind gespannt und freuen uns auf deine Geschichte.
Bist du interessiert, schreib uns eine E-Mail an stefanie.meyer@runningcoach.me mit dem Betreff #LAUFINSPIRATION und mit einer kurzen Beschreibung zu deiner Laufgeschichte. Der Text muss noch nicht stehen. Wir werden uns bei dir melden, um die Beitragsform zu besprechen.
Als Belohnung für einen veröffentlichten Beitrag gibt es ein dreimonatiges Silber-Abo von running.COACH.

Wettkampfspass

Kategorien

Die Serie Laufen und Schwangerschaft geht in die letzte Runde: Es gibt einige gute Gründe, weshalb Mamis (und Papis!) sich auch ab und zu noch die Wettkampfschuhe schnüren sollten.

Warum nur tust du dir das eigentlich an?

Die Frage aller Fragen, welche Laufbegeisterte wie ich sich selber meistens nur in kritischen Wettkampfsituationen stellen, Laufmuffel dich aber immer wieder fragen. Meine Antwort kompakt und in Kurzform: Weil ich gerne Ziele verfolge, mich aus meiner Komfortzone begebe, „fighte“ und das Gefühl danach liebe.

Und das Ganze aus der Mami-Sicht (gilt wohl auch für Papis, oder?)

Wettkampf
Sportliche Ziele sind mir auch als Mami wichtig: Sie bereiten mir einen guten Ausgleich und helfen mir, meinen sportlichen Aktivitäten auch mit Kind gezielt nachzugehen. Folglich ein paar gute Gründe, warum Wettkämpfe mit Kind ebenso oder sogar noch mehr Spass machen.

Auszeit 
Für eine kurze Zeit ausbrechen aus der Mamirolle und in die Rolle der Wettkämpferin schlüpfen, wo Frau auch Mal „Ellbögeln“ darf und die Nase ohne Nastuch putzen kann, ohne dabei ein schlechtes Vorbild zu sein.

Lockerheit
War ich doch früher eher ein Nervenbündel vor dem Start, suchte dauernd die Toilette auf und schwirrte eine Stunde vor dem Wettkampf schon im Startbereich herum, muss ich mich neuerdings beeilen, damit ich überhaupt rechtzeitig am Start bin. Die Nervosität tritt statt Stunden vor dem Wettkampf erst fünf Minuten davor ein, da ich vorher durch die Kleine abgelenkt bin. Und ja, es ist ja nur ein Wettkampf, es gibt viel Wichtigeres…

Gedankenregulierung
Wir wissen, die Psyche spielt beim Sport eine sehr wichtige Rolle. Treten negative Gedanken wie beispielsweise „meine Beine werden langsam schwer“ auf, sollen diese mit positiven Gedanken verdrängt werden. Meine neue Ablenkungsstrategie: Ich denke an meine Tochter. Und es funktioniert!

Fans 
Es motiviert mich, wenn ich die Kleine unter den Zuschauenden entdecke, auch wenn sie momentan noch ein relativ stiller Fan ist. Kinder finden ja alles super, was Ihre Eltern machen – mindestens bis zum Teenageralter – und lassen sich sogar verschwitzt knuddeln.

Ausrede 
Auch wenn das persönlich angestrebte Resultat Mal nicht den Erwartungen entspricht, können ein paar Kinderaugen alles schnell vergessen lassen. Ausserdem sind externale Ausreden, wie beispielsweise „habe wegen der Kleinen kaum geschlafen letzte Nacht“, immer beliebt, um nicht zufriedenstellende Leistungen zu erklären.

Ziel
Persönlich finde ich es einfacher, regelmässig zu trainieren, wenn ich ein Ziel habe. Und gerade mit Kind kann ein Ziel helfen, sich zu organisieren und sich auch Mal zu überwinden, am Abend trotz Müdigkeit noch eine kurze Runde laufen zu gehen.
An alle Mamis, welche vor der Schwangerschaft wettkampftechnisch aktiv waren: Es gibt viele Gründe, es wieder zu sein, auch oder gerade mit Baby. Und wer bis jetzt noch nie einen Wettkampf gemacht hat, es ist nie zu spät dafür. Eins, zwei, drei los – es lohnt sich allemal, die Wettkampfschuhe zu schnüren.

Die ganze Serie „Laufen und Schwangerschaft“ auf einen Blick

Lauftraining während der Schwangerschaft
Intervalltraining vor und während der Schwangerschaft
Laufend durch die Schwangerschaft – nicht ohne Krafttraining
Laufkarriere auch mit Baby (Aus der Sicht einer Leistungssportlerin)
Lauftraining: Wiedereinstieg nach der Geburt

 

porträt_stefi
Stefanie Meyer ist begeisterte Läuferin und Ironwoman. Ihre Leidenschaft für den Sport lebt sie auch in ihrem Beruf als Sportwissenschaftlerin, Sportlehrerin und Laufcoach aus. Im Sommer 2014 verliess sie die Schweiz und lebt seither in London, wo sie – selber Mami – auf www.sportymum.net über Sport während und nach der Schwangerschaft bloggt. Seit der Geburt ihrer Tochter läuft sie wieder regelmässig an Wettkämpfen.

Die besten Tipps fürs Sommertraining

Kategorien

Sei es ein Halbmarathon, ein Marathon oder gar ein Berglauf – viele von uns haben grosse Ziele im Herbst. Diese Wettkämpfe mögen noch weit weg scheinen. Tatsache ist, dass die nächsten zwei Sommermonate eine entscheidende Trainingsphase für deine Herbstziele sind.

Hast du ein Laufziel im Herbst, ist der Sommer die Zeit, um die aerobe Ausdauer aufzubauen. Dieses wichtige Grundlagentraining ermöglicht einen leichteren Übergang für die härteren Einheiten und Wettkämpfe im Herbst. Obwohl der Trainingsplan regelmässige Mitteltempo- und/oder Intervall-Einheiten vorsieht, geht es in dieser Trainingsphase vor allem darum, möglichst viele, dafür langsame Kilometer zu absolvieren. Genau: Ich rate dir, langsam zu laufen!
Unten findest du einige generelle Regeln und Tipps, die du befolgen kannst. Wenn du das beste aus deinem Training herausholen willst, empfiehlt sich jedoch ein persönlicher Trainingsplan oder ein persönlicher Coach.

„Jeden Morgen erwacht in Afrika eine Gazelle. Sie weiss, dass sie schneller laufen muss als der schnellste Löwe, wenn sie am Leben bleiben will. Jeden Morgen wacht ein Löwe auf. Er weiss, dass er schneller laufen muß, als die langsamste Gazelle, wenn er nicht verhungern will. Egal, ob man ein Löwe ist oder eine Gazelle: Sobald die Sonne aufgeht, musst du laufen!“

― Christopher McDougall, Born to Run: A Hidden Tribe, Superathletes, and the Greatest Race the World Has Never Seen

Training in der Hitze

Je nach Wohnort und Wetter findest du im Sommer keine optimalen Bedingungen vor, um zu laufen. Hohe Temperaturen und Feuchtigkeit können das Lauftraining zur Qual werden lassen. Eine gute Lösung für diese heissen Tage ist, am frühen Morgen loszulaufen, wenn die Temperaturen noch erträglich sind. Fürchte dich aber auch nicht davor, drinnen auf dem Laufband zu trainieren. (Tipps dazu findest du übrigens hier und hier.) Training in der Hitze und Feuchtigkeit kann zwar sehr lohnenswert sein, sei dabei aber vorsichtig. Es gilt, genügend zu trinken, sich gut vor der Sonne zu schützen und auf seinen Körper zu hören. Das Tempo bei einem Hitze-Training anzupassen, ist kein Zeichen der Schwäche, sondern manchmal unabdingbar.

cal_sommer
Trainierst du bei hohen Temperaturen, gilt es, besonder gut auf deinen Körper zu hören

Umfang aufbauen

Dein running.COACH-Trainingsplan gibt dir sichere wöchtliche Umfang-Ziele, die sich während deines Fortschritts durch den Sommer anpassen. Deinen Laufumfang kannst du auch mit dieser guten allgemeinen Regel erhöhen: Füge jede Woche 10% hinzu. Wenn du deine erste Woche absolviert hast, versuche in der nächsten 10% weiter zu laufen. Ein Beispiel: Wenn du in einer Woche problemlos 20 Kilometer schaffst, multipliziere diese Zahl mit 1.1 [20 x 1.1 = 22]. Du kannst in der nächsten Woche also 22 Kilomter laufen. In der Woche darauf ungefähr 24. Nach drei Wochen Trainingssteigerung solltest du zurückschrauben und eine Woche mit weniger Umfang trainieren, bevor du zum sanften Aufbau zurückkehrst.
Trotz dieser Faustregel solltest du jederzeit auf deinen Körper hören. Es ist immer besser, ein Training auszulassen, als den Rest der Saison verletzt zu sein.

Wettkämpfe laufen

Im Sommer Wettkämpfe zu laufen ist eine tolle Gelegenheit, um neue Orte zu erkunden, Gleichgesinnte zu treffen und deine Tempohärte zu bewahren. In Europa, Kanada und den kühleren Teilen der USA ist der Sommer einer der beliebtesten Zeiten, um Wettkämpfe zu laufen. Es ist auch eine gute Zeit, um die Berge und Trails zu erkunden. Wenn du im Sommer einen Hauptwettkampf geplant hast, solltest du eine genügend lange Pause vor der Herbstsaison machen. Besprich dich im Zweifelsfalle mit deinem Coach, um die Wettkämpfe sorgfältig zu planen, damit du dir deine Fitness erhalten kannst, ohne auszubrennen.

Trainingslager

Eine weitere hervorragende Möglichkeit, die immer beliebter wird, sind Sommer-Lauf-Trainingswochen und -lager. Diese werden oft von (ehemaligen) Elite-Athleten in interessanten Gebieten durchgeführt und erlauben es dir, in der Gruppe zu laufen, von den besten zu lernen und dich für eine Woche wie ein Profi zu fühlen. Die Angebote von unseren Aushängeschildern Viktor Röhtlin (Marathon-Europameister 2010) und Markus Ryffel (Olympia-Silber 1984) können in diesem Zusammenhang hervorgehoben werden.

Neff_KatyHalf16_WR_BillBaumeyerDieser Blog wurde von Calum Neff geschrieben. Der geborene Kanadier ist running.COACH Gold-Coach in den USA. Seine Marathon-Bestzeit steht bei 2:22h und er ist mit 1:11:27 Guiness Weltrekord-Halter für den schnellsten Halbmarathon mit einem Kinderwagen. world record holder for the fastest half marathon pushing a stroller in 1:11:27. Bist du interessiert an einem persönlichen Lauf-Coach? Dann klicke hier.

Urban Halter’s Lauf-Träume und Ziele

Kategorien

In meinem ersten Blog habe ich berichtet, wie ich zum Laufen und zu meinem diesjährigen Laufziel Jungfrau-Marathon gekommen bin. „Der Berlin-Marathon geht bei mir immer noch unter die Sparte Traum…“, lautete ein Kommentar auf den Blog.

Einen solchen Traum habe ich auch, dachte ich mir. Das hat mich dazu bewogen, über meine eigenen Lauf-Träume zu schreiben. Vermutlich hat sie jede Läuferin, jeder Läufer: eine gewisse Zeit am Stück laufen zu können, eine noch nie gelaufene Distanz, eine Bestzeit, ein Lauf an einem ganz besonderen Ort oder gar eine Kombination aus allem.
Einer meiner Träume ist es, einmal einen Marathon unter drei Stunden zu laufen. Meine Bestzeiten sind in den ersten Monaten und Jahren auf der 10-Kilometer-, Halbmarathon- und Marathondistanz fast schon von Wettkampf zu Wettkampf gepurzelt. Um Fortschritte zu machen reichte es aus, regelmässig weiter zu trainieren. Fast selbstverständlich unterbot ich jeweils auch die Vorgaben des running.COACH. Dies hat sich vor rund einem Jahr geändert. Nicht schlagartig, aber merklich. Die Fortschritte wurden kleiner, manche Wettkämpfe habe ich langsamer beendet als im Vorjahr. Die Euphorie, das Gefühl fast alles erreichen zu können hat nachgelassen. Ich merkte, dass ich Gefahr lief, verbissen neue Bestzeiten und den Traum „sub 3“ zu  jagen. Dabei ging Leichtigkeit verloren, und unter die Freude an erfolgreich gelaufenen Wettkämpfen mischte sich eine gewisse Unzufriedenheit, weil ich in meiner Vorstellung doch gerne noch etwas schneller gelaufen wäre.
Schon zu Beginn meiner Laufkarriere, als die Fortschritte noch grösser waren, war mir bewusst, dass sich dies ändern wird. Dass die Fortschritte kleiner werden und es irgendwann mit steigendem Alter Rückschritte geben wird. Für mich als Späteinsteiger ein Thema, mit dem ich erst noch umzugehen lernen muss.
Ich musste umdenken. Meinen Traum „sub 3“ habe ich immer noch, aber diesem stelle ich meine Ziele nicht mehr unter. Aber Ziele zu setzen, über Wochen und Monate zu verfolgen ist für mich nach wie vor ein wichtiger Faktor und quasi das Salz in der Suppe im Lauftrainings-Alltag.
Die Freude am Laufsport zu behalten ist dabei das Wichtigste. Deshalb habe ich dieses Jahr ein Ziel gesetzt, das keinen direkten Bezug zu meinem Traum hat. Ich werde bestimmt nicht enttäuscht sein, den Jungfrau-Marathon nicht unter drei Stunden zu finishen ;-). Auch wenn ich mich auch dort über eine gute Endzeit und Klassierung freuen würde. Aber im Vordergrund wird das Erlebnis stehen, der Blick auf den Weg und die Bergwelt anstelle der Pace-Anzeige auf der Laufuhr. Gepackt hat mich der Gedanke letztes Jahr, als ich bei running.COACH eine Teilnahme am Aletsch-Halbmarathon gewann. Ein unvergessliches Erlebnis, das Tempo immer wieder zu wechseln, ans Terrain, die Steigung und die eigenen Kraftreserven anzupassen, und schliesslich oben anzukommen und stolz auf das Erreichte hinunterzuschauen.  Und wenn das Wetterglück wieder auf der Seite der LäuferInnen steht, wird auch der Jungfrau-Marathon bestimmt zum unvergesslichen Erlebnis.
Welche Träume und Visionen habt ihr? Welchen Zielen rennt ihr entgegen oder gar hinterher?