Barbara Lüscher-Hegnauer – running.COACH Teammitglied

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Vor einem Monat habe ich mich ganz neu mit dem Gedanken befasst, im August am Thuner Stadtlauf zu starten. Angemeldet bin ich noch nicht, aber im Trainingsplan ist der Wettkampf eingetragen. Mein Bike-Sturz vom 1. Mai schränkt mich nach wie vor in meinen Bewegungen ein. Ich war letzte Woche wegen der Schulterschmerzen beim Arzt. Sein Kommentar: Heute schaue man erst nach drei Monaten genau hin, ob da etwas verletzt sei. Wenn die Sache also bis Ende Juli nicht besser sei, solle ich mich wieder melden. Schonen wäre aber gar nicht sinnvoll. Also laufe ich weiterhin, denn das geht meistens ohne Schmerzen. Schwimmen als Alternative fällt momentan aber weg, Nordic Walking wegen der grossen Armbewegungen ebenfalls.

Barbara Lüscher hat sich zum Ziel gesetzt, 10km am Stück zu laufen
Barbara hat sich zum Ziel gesetzt, 10km am Stück zu laufen

Damit komme ich zur Frage, die Valentin mir gestellt hat. Wie trainierst du, wenn es heiss ist? Na gut, wenn ich das schreibe, weht draussen ein frischer Wind. Aber letzte Woche herrschten richtig sommerliche Verhältnisse. Am Pfingstmontag lief ich gemeinsam mit meinem Mann eine Strecke von 8,7 km. Wir starteten ziemlich früh am Vormittag und wählten den Uferweg an der Aare, der meistens im Schatten der Bäume verläuft. So waren die Bedingungen recht angenehm. Am Mittwoch schnürte ich zwar die Turnschuhe (nicht die leuchtenden Laufschuhe), liess aber das eigentliche Training ausfallen. Ich machte mich frühmorgens auf zum Selbstpflück-Erdbeerfeld, wo ich während neunzig Minuten ganz unterschiedliche Muskelgruppen trainierte und als Belohnung 9 kg Erdbeeren mit nach Hause nehmen konnte. Damit war die Sache aber natürlich noch nicht erledigt. In den nächsten Stunden stand ich in der Küche, rüstete Erdbeeren und kochte Marmelade. In meiner Küche herrschten damit ähnlich warme Verhältnisse wie draussen… Die dritte Trainingseinheit in dieser Woche stand am Samstag oder Sonntag auf dem Programm. Ich verbrachte das Wochenende mit meiner Familie in Adelboden.  Am Samstag machten wir eine Wanderung auf der Engstligenalp auf 2000 m über Meer. Bei Nieselregen und frischen Temperaturen also kein Grund für Schweissausbrüche. Am Sonntag spulte ich vor dem Frühstück eine kurze Runde ab. Zuerst war ich erstaunt, wie mild es draussen war, doch am Ende der 30 Minuten freute ich mich auf das warme Hotel und natürlich auf ein herrliches Frühstücksbuffet!

Barbara "flüchtete" auf die Engstligenalp
Barbara „flüchtete“ auf die Engstligenalp

Meine Empfehlungen für das Training bei warmen Temperaturen sind also kaum neue Erfindungen: Kühle Morgenstunden nutzen, schattige Strecken wählen oder das Training in höhere Gegenden verlegen.
Während der letzten Wochen musste ich immer wieder feststellen, dass die errechneten Trainingszeiten bei den einzelnen Einheiten für mich zu langsam sind. Vorgegeben wird mir beim Long Jog eine km-Zeit von bis zu 9 Minuten 30 Sekunden. Diese Zeit erreiche ich auch mit zügigem Gehen. So „langsam“ kann ich gar nicht laufen. Ich legte also meine Läufe praktisch immer in kürzeren Zeiten zurück. Darum fragte ich bei Valentin nach, was ich machen müsste, damit die Vorgaben etwas schneller werden. Seine Empfehlung: eine Teststrecke laufen und diese Zeiten bei den Einstellungen eingeben.
Also suchte  ich mir für letzten Montag eine kurze Route von gut 4 Kilometern, mehrheitlich flach. Ich lief diesmal nur nach der Uhr, ohne App. Wie mir doch die Hinweise der netten Stimme  fehlten! Scheinbar hat die Dosierung meiner Kräfte aber geklappt und ich konnte die Strecke in einer schnelleren Zeit laufen. Wichtig dabei: ich fühlte mich absolut wohl. Der running.COACH wurde von mir mit diesen Zahlen gefüttert und generierte einen neuen Trainingsplan. Nun sind die Zeitvorgaben ein ganz, ganz kleines Bisschen schneller geworden: beim Long Jog heisst es jetzt 9 Minuten 03 Sekunden. Beim heutigen Long Jog absolvierte ich 6,7 km mit einer km-Zeit von 7 Minuten 51 Sekunden. Und das in lockerem Laufstil und mit einem Lächeln auf den Lippen, nicht etwa verkrampft und verbissen! Zu erwähnen ist dabei, dass die gewählte Strecke sehr coupiert ist. Noch letzten Herbst hätte ich nicht zu träumen gewagt, dass ich diese Route, die ich früher mit den Nordic Walking-Stöcken absolviert habe, würde laufen können ohne Marschierpausen!  Für viele von euch gleichen meine Kilometer-Zeiten wohl noch sehr stark dem Tempo einer Schnecke, ich aber bin stolz auf das Erreichte und trainiere weiter: im Wissen darum, dass ich privilegiert bin, weil ich die angenehm kühlen Morgenstunden für meine Trainings nutzen kann. Wenn also andere nach Feierabend schwitzend durch die Gegend rennen, habe ich mein Soll bereits erfüllt und suche mir ein Schattenplätzchen…

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