Gesunder Lebensstil dank dem Laufsport – Analyse einer Studie

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Freizeitsport trägt positiv zur Lebensqualität und Gesundheit bei. Aber was sind die Vorteile? Gibt es irgendwelche Nachteile? Was veranlasst einen Menschen zum Laufen? Das werden wir bei der Analyse eines wissenschaftlichen Artikels ermitteln. 

In diesem Blogartikel befassen wir uns mit dem Thema des Langstreckenlaufs im Zusammenhang mit dem allgemeinen Wunsch nach einem gesunden Lebensstil. In der öffentlichen Wahrnehmung wird Laufen als gesundheitsfördernde Aktivität dargestellt – mehr als jede andere Sportart. Seit den 1970er Jahren hat das Laufen als Freizeitbeschäftigung zunehmend an Bedeutung und Beliebtheit gewonnen und die Zahl der Hobbyläufer*innen steigt von Jahr zu Jahr.

Ein grosser Einfluss sind zweifellos die zahlreichen Marathons und internationalen Laufveranstaltungen, die in vielen Großstädten organisiert werden. Das Bild, welches der Laufsport vermittelt, ist das einer Sportart, die auch zur Verwirklichung „sozio-staatlicher“ Ziele beiträgt, wie z. B. dem Kampf gegen Fettleibigkeit, der Steigerung der Freizeitaktivitäten und dem Streben nach Gesundheit und Wohlbefinden. „Laufen ist zu einer fast spirituellen, sinnlichen und poetischen Erfahrung geworden, die die Lebensqualität des Teilnehmers verbessern kann“ (Bale, Landscapes of Modern Sport, 1994).

Die wissenschaftliche Studie, auf die sich unser Artikel stützt, zielt darauf ab, die Erfahrungen einer Gruppe von „aktiven Freizeitteilnehmer*innen“ (in unserem Fall Langstreckenläufer*innen) zu verstehen und die Vorteile / Nachteile zu analysieren, die diese Erfahrungen im Zusammenhang mit den Konzepten von Gesundheit und Wohlbefinden mit sich gebracht haben. Eines der Schlüsselkonzepte, die sich aus der Untersuchung ergeben haben, ist folgendes: Der Hauptgrund, warum sich Menschen für den Laufsport als Freizeitbeschäftigung entscheiden, ist der Wunsch, einen gesunden Lebensstil anzustreben. Aus diesem Ergebnis wurden in der Studie vier Hauptunterthemen abgeleitet, die wir im Folgenden analysieren werden.

Warum wir laufen

 Das Bedürfnis nach Bewegung

Der erste Punkt ist das Verlangen, täglich zu trainieren und sich zu bewegen. Viele Läuferinnen und Läufer verspüren ein intrinsisches Bedürfnis, diesen Sport zu betreiben und die Gründe dafür sind vielfältig:

  • um eine gute körperliche Fitness aufrechtzuerhalten
  • um den Sorgen und Ängsten des Lebens zu entfliehen
  • um dem Druck des Alltags zu entfliehen
  • um ein Gefühl der Identität und der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft zu erlangen
  • Gewichtsabnahme (oder -kontrolle)

Die angestrebte gesunde Lebensweise bezieht sich also sowohl auf die geistige als auch auf die körperliche Gesundheit.

Die Sucht nach dem Laufen

Während wir im vorangegangenen Abschnitt eine lange Liste von Vorteilen des Laufens aufgeführt haben, hebt dieses zweite Unterthema eine negative Auswirkung hervor, die das Laufen auf einige Teilnehmer hat: die Sucht. Dabei können die Gefühle, die sich aus dieser Sucht ergeben auch positiv sein. Zum Beispiel Hingabe, der Wille eine Herausforderung zu bewältigen, die Möglichkeit, die Probleme des Lebens zu vergessen oder Sport als Antidepressivum.

Es liegt am Läufer, zu erkennen, wo die Grenze liegt und ab wann die sportliche Betätigung zu einer Obsession mit fast selbstzerstörerischen Folgen wird. Die zwanghafte sportliche Betätigung wir von manchen Menschen aus ähnlichen Gründen (z.B. Bewältigung des Alltagsstresses) ausgeführt, wie andere zu Alkohol oder Drogen greifen! Hier finden Sie eine Liste möglicher negativen Folgen obsessiven Sporttreibens.

  • Schädigung des eigenen Körpers (z. B. Sportler*innen, die trotz einer Verletzung weiter trainieren, weil sie sich schuldig fühlen, zu Hause zu bleiben und keinen Sport zu treiben)
  • Schädigung der psychischen Gesundheit (ungesunde Besessenheit vom Erreichen von Zielen)
  • Auswirkungen auf das soziale Umfeld
  • Schlechte Laune
  • Erhöhte Anspannung
  • Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Besessenheit von Diät und Ernährung

Diese Fallen für zu viel Training besteht also bei einigen Läufer*innen. Aber exzessives Sportreiben ist trotz der vielen Triggerpunkten eine Ausnahme. Ein personalisierter Trainingsplan wie running.COACH kann übrigens dabei helfen, das Training im Griff zu haben und Übertraining zu vermeiden. Wichtig ist auf jeden Fall, sich an folgendes zu erinnern: Regeneration ist genauso wichtig wie das Training selbst!

Steigerung des Selbstwertgefühls

Ein dritter Effekt, den das Laufen auf die Teilnehmer*innen hat, ist die Steigerung des Selbstwertgefühls. Der Nutzen dieser Sportart für unsere psychische Gesundheit ist offensichtlich: In den Interviews wurde immer wieder ein Gefühl der reinen Freude und Euphorie deutlich, welches nach dem Sporttreiben typisch ist. Diese Emotionen tragen dazu bei, negative Gefühle zu beseitigen und geben gleichzeitig die nötige Kraft und Energie, um die komplexen Situationen des Alltags zu bewältigen. Insbesondere die Selbstwahrnehmung spielt eine wichtige Rolle: Die beim Laufen gezeigte Ausdauer und Konzentration lässt sich auf das wirkliche Leben übertragen, nämlich auf die Art und Weise, wie wir mit Problemen umgehen. Es kann als zusätzlicher geistiger Impuls dienen, wenn du dich traurig, müde oder einer Aufgabe nicht gewachsen fühlst.

Der „natürliche Rausch“, welcher manchmal während des Laufens auftritt nennt sich übrigens „Runner’s High“, ein psycho-physischer Zustand, der durch Entspannung, Euphorie und Wohlbefinden gekennzeichnet ist und durch die Freisetzung von Endorphinen (die mit Bereichen des Gehirns verbunden sind, die mit Emotionen zu tun haben) ausgelöst wird. In der Praxis „berauscht“ sich der Körper mit den Drogen, die er produziert.

Ästhetische Wertschätzung

Kommen wir schließlich zum letzten Unterthema, das eng mit der Gesellschaft, in der wir leben, zusammenhängt. Vor allem in der westlichen Welt spielt das äußere Erscheinungsbild eine zentrale Rolle. Für viele Läufer*innen ist der Grund für das Laufen die Attraktivität / die Wertschätzung ihres Körpers. Es wird sogar von einem „Körperprojekt“ gesprochen (Shilling, The Body and Social Theory, 2003) und zwar in dem Sinne, dass eine Person beschließt mit dem Laufen anzufangen, um ihren Körper und ihre individuelle Identität durch „Management“ und „Wartung“ neu zu gestalten. Funktionalität und Ästhetik sind miteinander verbunden, was für viele Läufer*innen der wichtigste Aspekt ist.

Dabei geht es nicht nur um den Wert, den die sportliche Aktivität vermittelt, sondern auch um den symbolischen Wert, den sie verkörpert. Der schlanke Körper steht in starkem Kontrast zu der sitzenden Gesellschaft, in der wir heute leben. So entsteht das Bild eines gesunden, disziplinierten, kulturell und wirtschaftlich engagierten Menschen.

Schlussfolgerung

Diese wissenschaftliche Studie hat einige interessante Konzepte aufgezeigt: Regelmäßig ausgeübte sportliche Aktivität (in diesem Fall der Laufsport) birgt ein großes Potenzial. So können nicht nur die Vorteile genutzt werden, die das Laufen selbst für Körper und Geist mit sich bringt. Laufen fördert auch soziale Werte wie psychologisches Wohlbefinden, gesundes Altern und die Verringerung von Fettleibigkeit.

In diesem Sinne: Keep on Running!

Source : Running free: Embracing a healthy lifestyle through distance running

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